Das Wichtigste in Kürze
- Digitales Nummernschild: Remote ID heißt, dass die Drohne während des gesamten Flugs Kennung, Position und Pilotenstandort per Funk aussendet – lesbar für Geräte in der Nähe.
- Pflicht ab Klasse C1: Nach EU-Recht klassifizierte Drohnen über 250 Gramm müssen direkte Fernidentifizierung haben. Ausgenommen sind laut LBA die Klasse C4 und privat gebaute Drohnen.
- e-ID mit PIN eintragen: In die Hersteller-App gibst du die vollständige Betreibernummer inklusive der dreistelligen PIN ein. Ausgestrahlt wird nur der öffentliche Teil.
- Kein ADS-B: Remote ID nutzt Bluetooth und WLAN mit kurzer Reichweite. Auf Flugradar-Diensten für Verkehrsflugzeuge tauchen Drohnen dadurch nicht auf.
- Am Flughafen ändert sie nichts: Eine aktive Fernidentifizierung ist keine Fluggenehmigung. Flughafenbereiche bleiben für Hobbypiloten tabu, Kontrollzonen sind nur mit Freigabe nutzbar.
Inhaltsverzeichnis
Wer am Zaun eines Flughafens steht, kennt das Thema Identifikation von der anderen Seite: Jedes Verkehrsflugzeug trägt ein Kennzeichen am Rumpf und sendet per Transponder seine Daten in den Äther. Bei Drohnen war genau das lange eine Lücke. Seit die EU-Drohnenverordnung vollständig greift, gibt es dafür ein eigenes System: Remote ID, im Amtsdeutsch direkte Fernidentifizierung. Dieser Guide erklärt dir, welche Drohnen sie brauchen, welche Daten über die Luft gehen, wie du deine e-ID richtig einträgst, was die Technik dahinter kann – und was sie ausdrücklich nicht ist.
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Remote ID: die kurze Antwort
Remote ID ist ein elektronisches Nummernschild für Drohnen. Während des gesamten Flugs sendet die Drohne in kurzen Abständen ein Datenpaket aus, das Geräte in der Umgebung direkt empfangen können – ohne Mobilfunknetz, ohne Server dazwischen. Darin stehen unter anderem die Registrierungsnummer des Betreibers, die Seriennummer des Geräts, Position, Höhe, Kurs und der Standort des Piloten oder der Startpunkt.
In der EU ist diese Funktion Pflicht für Drohnen mit Klassenkennzeichnung über 250 Gramm, praktisch also für C1, C2 und C3. Ausgenommen sind nach Angaben des Luftfahrt-Bundesamts die Klasse C4 und privat gebaute Drohnen. Mini-Drohnen der Klasse C0 und ältere Geräte ohne Klassenlabel müssen in der offenen Kategorie nichts aussenden.
Woher die Pflicht kommt
Die Grundlage sind zwei EU-Verordnungen. Die Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 regelt, wie Drohnen betrieben werden: offene, spezielle und zulassungspflichtige Kategorie, Unterkategorien A1 bis A3, Pflichten für Betreiber und Fernpiloten. Die Delegierte Verordnung (EU) 2019/945 legt fest, welche technischen Anforderungen eine Drohne für eine bestimmte Klasse erfüllen muss. Die genauen Vorgaben zur direkten Fernidentifizierung kamen 2020 mit einer Änderungsverordnung dazu.
Weil die Fernidentifizierung an der Klasse hängt, wurde sie im Alltag erst mit den Klassendrohnen relevant. Seit dem 1. Januar 2024 ist die Übergangsphase für Drohnen ohne Klassenkennzeichnung vorbei. Neue Geräte für die offene Kategorie kommen seitdem mit Klassenlabel auf den Markt, und damit ab C1 auch mit Remote ID. Was hinter den Labeln steckt, erklärt der Überblick Drohnen-Klassen C0 bis C6.
Für den Piloten heißt das konkret: Fliegst du eine Drohne mit Fernidentifizierung, muss die Funktion aktiv sein und deine aktuelle Betreibernummer enthalten. Eine abgeschaltete oder veraltete Remote ID ist kein Formfehler, sondern ein Verstoß gegen die Betriebsregeln.
Wer braucht Remote ID – und wer nicht
| Drohne | Direkte Fernidentifizierung | Typische Einsatzklasse |
|---|---|---|
| C0 (unter 250 g) | nicht verlangt | A1 |
| C1 | verlangt | A1, A3 |
| C2 | verlangt | A2, A3 |
| C3 | verlangt | A3 |
| C4 (Modellflug) | nicht verlangt | A3 |
| C5, C6 | Teil der Klassenanforderungen | Standardszenarien der Kategorie „speziell“ |
| Bestandsdrohne ohne Klasse | in der offenen Kategorie nicht verlangt | unter 250 g A1, sonst A3 |
| Privat gebaute Drohne | laut LBA ausgenommen | unter 250 g A1, sonst A3 |
Zwei Punkte gehen dabei gern unter. Erstens: Auch ohne Remote ID bleibt die Betreiberregistrierung. Ab 250 Gramm oder sobald deine Drohne eine Kamera hat und kein Spielzeug ist, registrierst du dich beim LBA – also auch bei vielen Mini-Drohnen. Die Details stehen im Guide Drohne registrieren, die Sonderregeln für leichte Geräte unter Drohnen unter 250 Gramm. Zweitens: Wer eine Klassendrohne technisch verändert, muss nach Angaben des LBA das Klassenlabel entfernen und darf sie danach nur noch in der speziellen Kategorie mit Betriebsgenehmigung fliegen. Dort gelten die Auflagen der jeweiligen Genehmigung.
Remote ID ist keine Fluggenehmigung
Eine aktive Fernidentifizierung macht deine Drohne sichtbar, sie erlaubt dir aber nichts zusätzlich. Flughafenbereiche, Kontrollzonen und alle anderen geografischen Gebiete gelten unverändert – für C1 genauso wie für C0.
Diese Daten sendet deine Drohne
Die Verordnung schreibt vor, dass die Drohne während des gesamten Flugs in Echtzeit und in regelmäßigen Abständen sendet. Das Protokoll muss offen und dokumentiert sein, damit gängige Mobilgeräte in Reichweite die Daten direkt empfangen können. Der Inhalt ist festgelegt:
- Registrierungsnummer des Betreibers – deine e-ID ohne die geheimen PIN-Zeichen.
- Seriennummer der Drohne – eine eindeutige Kennung nach dem Standard ANSI/CTA-2063-A.
- Zeitstempel – wann das Datenpaket erzeugt wurde.
- Position und Höhe – geografische Lage sowie Höhe über Grund oder über dem Startpunkt.
- Kurs und Geschwindigkeit – Flugrichtung bezogen auf geografisch Nord und Geschwindigkeit über Grund.
- Pilotenstandort – die Position des Fernpiloten oder, falls nicht verfügbar, der Startpunkt.
- Notfallstatus – ein Kennzeichen, ob die Drohne sich in einer Notsituation befindet.
Was nicht gesendet wird: dein Name, deine Adresse oder deine Telefonnummer. Die Registrierungsnummer ist ein Schlüssel, den nur Behörden mit Zugriff auf das Register einer Person zuordnen können. Trotzdem solltest du dir bewusst sein, dass jeder mit einer passenden App in der Nähe sieht, wo du ungefähr stehst.
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Die e-ID richtig eintragen
Nach der Registrierung beim LBA bekommst du eine Betreibernummer, die e-ID. Sie beginnt mit dem Ländercode DEU, danach folgt eine Zeichenfolge aus Buchstaben und Ziffern. Hinter einem Bindestrich stehen drei geheime Zeichen – die PIN. Diese Aufteilung ist der Kern des Sicherheitskonzepts.
1. Aufkleber ohne PIN
Bring den öffentlichen Teil der e-ID sichtbar an jeder deiner Drohnen an – auch an Geräten mit Remote ID. Die PIN gehört nie auf die Drohne.
2. In der App mit PIN eintragen
In der Hersteller-App oder Steuerungssoftware gibst du die vollständige e-ID inklusive PIN ein. Das System prüft die Nummer auf Plausibilität und meldet einen Fehler, wenn sie nicht stimmt.
3. Öffentlicher Teil wird gesendet
Ausgestrahlt wird nur die Nummer ohne PIN. Weil die PIN geheim bleibt, kann niemand einfach deine e-ID abschreiben und in sein eigenes Gerät übernehmen.
4. Vor jedem Flug prüfen
Kontrolliere nach Firmware-Updates, Gerätetausch oder einer neuen Registrierung, ob die hinterlegte Nummer noch aktuell ist. Die Funktion muss im Flug aktiv sein.
Das LBA weist ausdrücklich darauf hin, dass die PIN geheim bleiben muss, weil Dritte die e-ID sonst missbrauchen könnten. Teile deine vollständige Nummer also nicht in Foren oder auf Fotos – auch nicht als Screenshot der App-Einstellungen.
So funktioniert die Technik
Die direkte Fernidentifizierung arbeitet als Broadcast: Die Drohne sendet, ohne dass jemand fragt, und jeder Empfänger in Reichweite liest mit. Es gibt keinen Verbindungsaufbau und keinen zentralen Server. Technisch läuft das über Funkverfahren, die auch in Smartphones stecken:
- Bluetooth, sowohl im klassischen Advertising-Modus von Bluetooth 4 als auch über die Long-Range-Erweiterung von Bluetooth 5.
- WLAN, entweder per Wi-Fi Beacon oder über Wi-Fi NAN (Neighbor Awareness Networking).
Für Europa beschreibt die Norm ASD-STAN EN 4709-002 das Format, in den USA der Standard ASTM F3411. Beide sind eng aufeinander abgestimmt, das Datenformat ist im Kern dasselbe. Die Nachrichten sind in Blöcke aufgeteilt: Basis-Kennung mit Seriennummer, Positionsmeldung, System-Nachricht mit Pilotenstandort, Betreiber-ID und optional ein freier Beschreibungstext.
Daneben gibt es die Netzwerk-Fernidentifizierung. Hier gehen die Daten nicht per Funk an die Umgebung, sondern über eine Datenverbindung an einen Dienst. Eine Rolle spielt sie vor allem im U-Space, also in Lufträumen, in denen Drohnenverkehr nach der Verordnung (EU) 2021/664 digital koordiniert wird. Für Hobbyflüge in der offenen Kategorie ist die direkte, funkbasierte Variante entscheidend.
| Merkmal | Remote ID (direkt) | ADS-B / Mode S |
|---|---|---|
| Wer sendet | Klassendrohnen C1 bis C3, C5 und C6 | bemannte Luftfahrzeuge mit Transponder |
| Funkweg | Bluetooth und WLAN | 1090 MHz |
| Reichweite | Nahbereich, abhängig von Gelände und Empfänger | sehr weit, Empfang über viele Kilometer |
| Empfang | Smartphone-Apps, spezielle Detektoren | ADS-B-Empfänger, Flugradar-Netzwerke |
| Zweck | Identifizierung vor Ort | Luftverkehrskontrolle und Kollisionsvermeidung |
Genau hier liegt der wichtigste Unterschied für Spotter: Remote ID ist kein ADS-B für Drohnen. Dein ADS-B-Empfänger auf dem Dach hört die Signale nicht, und Flugradar-Dienste zeigen sie nicht. Warum dort auch manche bemannten Flugzeuge fehlen, erklärt Warum ein Flugzeug nicht auf Flightradar erscheint. Wie Transponder und ADS-B bei bemannten Flugzeugen funktionieren, erklären Transponder Mode A, C und S und Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. Für die leichte Luftfahrt gibt es mit FLARM noch ein drittes System, das im Artikel FLARM und Open Glider Network vorkommt.
Drohnen selbst erkennen
Weil das Protokoll offen ist, kann jeder Remote-ID-Signale empfangen. Für Android gibt es zum Beispiel die quelloffene OpenDroneID-Empfänger-App, die erkannte Sender auflistet, die Position auf einer Karte zeigt und den Flugweg nachzeichnet. Daneben bieten Hersteller von Remote-ID-Modulen eigene Scanner-Apps an.
Die Praxis hat allerdings Grenzen. Ob dein Smartphone alle Übertragungsarten empfängt, hängt stark vom Modell ab: Klassisches Bluetooth klappt praktisch überall, Bluetooth Long Range und Wi-Fi NAN unterstützen längst nicht alle Geräte zuverlässig. Unter neueren Android-Versionen werden WLAN-Scans zudem standardmäßig gedrosselt. Und die Entwickler der OpenDroneID-App betonen, dass du ein Signal immer mit einer tatsächlich sichtbaren Drohne abgleichen solltest – ein Funkpaket allein beweist noch nicht, wo was fliegt.
Was du mit dem Wissen am Spot anfängst
Siehst du am Flughafen eine Drohne, ist eine Scanner-App kein Grund, selbst aktiv zu werden. Melde die Beobachtung mit Ort, Uhrzeit und Flugrichtung der Polizei oder dem Flughafen. Den Rest erledigen die zuständigen Stellen.
Remote ID und Flughäfen
Für Flughäfen ist die Fernidentifizierung ein Baustein, aber kein Schutzschild. Sie hilft, kooperative Drohnen schnell zuzuordnen: Wer sein Gerät korrekt betreibt, ist mit Kennung und Pilotenstandort sichtbar. Problematisch sind jedoch genau die Fälle, die Remote ID nicht abdeckt – Eigenbauten, manipulierte Geräte oder Drohnen ohne Klasse. Deshalb setzen Flughäfen zusätzlich auf Radar, Funkpeilung und optische Systeme. Wie das funktioniert, beschreibt Drohnendetektion und -abwehr an Flughäfen.
Welche Folgen eine einzige Drohnensichtung haben kann, zeigen die Artikel Drohnensichtungen an Flughäfen und Der Gatwick-Drohnenvorfall 2018. Für dich als Pilot bleibt die Regel einfach: Die Flughafenumgebung ist für Hobbyflüge tabu, unabhängig von Klasse und Remote ID. Die Details stehen in Drohnen am Flughafen: die Regeln, wo genau die Grenzen verlaufen, zeigt dir Geozonen und die dipul-Karte.
Ein Blick in die USA
Wer mit der Drohne in die USA reist, trifft auf ein eigenes Remote-ID-System. Die FAA hat es in 14 CFR Part 89 geregelt. Betroffen sind Drohnen, die bei der FAA registriert werden müssen. Es gibt drei Wege, die Pflicht zu erfüllen:
- Standard Remote ID: Die Drohne sendet die Daten ab Werk selbst.
- Broadcast-Modul: Ein Nachrüstmodul übernimmt das Senden für ältere Geräte.
- FRIA: In von der FAA anerkannten Identifikationsflächen, etwa bei Modellflugvereinen, darf ohne Remote ID geflogen werden.
Inhaltlich ähnelt das US-System dem europäischen, die Rechtslage weicht aber in Details ab, zum Beispiel beim Umgang mit Bestandsdrohnen und Nachrüstmodulen. Wer im Urlaub fliegen will, sollte sich vorab gezielt informieren. Für Reisen innerhalb Europas hilft der Guide Mit der Drohne in den Urlaub, speziell für die Nachbarländer Drohne fliegen in Österreich und Drohne fliegen in der Schweiz, für das Gepäck Drohne im Flugzeug mitnehmen.
Typische Fehler
- e-ID ohne PIN eingegeben. Dann schlägt die Plausibilitätsprüfung fehl, und die Drohne sendet keine gültige Betreibernummer.
- PIN auf den Aufkleber geschrieben. Damit gibst du den Schutz der Nummer aus der Hand.
- Alte Nummer nach Neuregistrierung. Bekommst du eine neue e-ID, etwa nach einer Neuregistrierung, musst du sie in jeder Drohne mit Remote ID aktualisieren.
- Gebrauchte Drohne gekauft. Prüfe, ob noch die Nummer des Vorbesitzers hinterlegt ist, und trag deine eigene ein.
- Remote ID mit Erlaubnis verwechselt. Sichtbar sein heißt nicht, dass du dort fliegen darfst.
Ist deine Fernidentifizierung startklar?
- Ich weiß, ob meine Drohne eine Klasse hat und ob sie Remote ID braucht.
- Ich bin beim LBA registriert und habe meine e-ID mit PIN.
- Der öffentliche Teil der e-ID klebt sichtbar an der Drohne.
- Die vollständige e-ID ist in der Hersteller-App eingetragen.
- Ich habe nach dem letzten Firmware-Update geprüft, ob die Nummer noch stimmt.
- Ich habe die Geozonen für meinen Flugort in der dipul-Karte geprüft.
Unabhängig von Remote ID gehören zur Grundausstattung jedes Drohnenpiloten der passende Kompetenznachweis A1/A3 und eine Drohnen-Haftpflichtversicherung.
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Fazit
Remote ID schließt eine Lücke, die es bei bemannten Flugzeugen nie gab: Drohnen tragen jetzt ein digitales Kennzeichen, das jeder in der Nähe auslesen kann. In der EU betrifft die Pflicht Klassendrohnen über 250 Gramm, also C1 bis C3. Mini-Drohnen, C4-Modelle, Eigenbauten und Bestandsgeräte sind in der offenen Kategorie ausgenommen. Für dich als Pilot ist die Umsetzung kurz: e-ID mit PIN in der App eintragen, ohne PIN an die Drohne kleben, Funktion aktiv halten. Und als Spotter weißt du jetzt, warum Drohnen auf deinem Flugradar fehlen – und warum Remote ID am Flughafen nichts erlaubt, was vorher verboten war.
Kurzfazit
Remote ID ist das Nummernschild am Himmel, keine Fluggenehmigung. Prüfe, ob deine Drohne sie braucht, trag die e-ID vollständig ein und halte sie aktuell. Wo du fliegen darfst, entscheiden weiterhin die Geozonen – und rund um Flughäfen bleibt die Drohne am Boden.
Zusammenfassung
- Die direkte Fernidentifizierung ist in der Delegierten Verordnung (EU) 2019/945 festgelegt und Teil der technischen Anforderungen für die Klassen C1, C2 und C3 sowie der Klassen C5 und C6.
- Gesendet werden unter anderem Betreiber-Registrierungsnummer, Seriennummer der Drohne, Zeitstempel, Position und Höhe, Kurs und Geschwindigkeit, Standort des Piloten oder Startpunkt sowie ein Notfallstatus.
- Mini-Drohnen der Klasse C0 und Bestandsdrohnen ohne Klassenlabel brauchen in der offenen Kategorie keine Fernidentifizierung. Besteht eine Registrierungspflicht, muss die e-ID aber trotzdem sichtbar am Gerät kleben.
- In den USA gilt mit der FAA-Regel Part 89 ein eigenes Remote-ID-System mit Standard Remote ID, Nachrüstmodulen und besonderen Flugflächen ohne Remote ID.
Häufige Fragen
Was ist Remote ID bei Drohnen?
Remote ID, auf Deutsch Fernidentifizierung, ist eine Funktion, mit der eine Drohne im Flug laufend Daten zu ihrer Identität und Position aussendet. Wer ein passendes Empfangsgerät in der Nähe hat, sieht, welche Drohne wo fliegt, wem sie zugeordnet ist und wo ungefähr der Pilot steht. Man spricht oft vom digitalen Nummernschild.
Welche Drohnen brauchen Remote ID?
In der EU müssen Drohnen mit Klassenkennzeichnung nach der Verordnung (EU) 2019/945 über 250 Gramm eine direkte Fernidentifizierung haben, also die Klassen C1, C2 und C3. Ausnahmen nennt das Luftfahrt-Bundesamt für die Klasse C4 und für privat gebaute Drohnen. C0-Drohnen unter 250 Gramm und Bestandsdrohnen ohne Klassenlabel müssen in der offenen Kategorie keine Fernidentifizierung aussenden.
Welche Daten sendet die Drohne?
Ausgestrahlt werden die Registrierungsnummer des Betreibers, die eindeutige Seriennummer des Fluggeräts, ein Zeitstempel, Position und Höhe der Drohne, Kurs und Geschwindigkeit über Grund, die Position des Piloten oder alternativ des Startpunkts und ein Notfallstatus. Name und Adresse des Betreibers werden nicht gesendet.
Gebe ich die e-ID mit oder ohne PIN ein?
Mit PIN. Das System prüft die vollständige Nummer auf Plausibilität, sendet anschließend aber nur den öffentlichen Teil ohne die drei geheimen Zeichen aus. Auf den Aufkleber an der Drohne gehört dagegen ausschließlich die Nummer ohne PIN.
Kann ich Drohnen mit dem Smartphone erkennen?
Grundsätzlich ja. Die direkte Fernidentifizierung nutzt offen dokumentierte Funkprotokolle über Bluetooth und WLAN, die viele Smartphones empfangen können. Dafür gibt es Empfänger-Apps, etwa die quelloffene OpenDroneID-App für Android. Welche Übertragungsarten dein Gerät tatsächlich empfängt, hängt stark vom Modell ab.
Sehe ich Drohnen auf Flugradar-Diensten?
In der Regel nicht. Flugradar-Dienste werten vor allem ADS-B- und Mode-S-Signale bemannter Luftfahrzeuge aus, die über 1090 MHz laufen. Remote ID ist ein eigenes Nahbereichssignal über Bluetooth und WLAN und landet nicht in diesen Netzwerken.
Darf ich mit Remote ID in der Nähe eines Flughafens fliegen?
Nein, die Fernidentifizierung ist keine Erlaubnis. Rund um Flughäfen gelten in Deutschland geografische Gebiete, in denen Hobbyflüge in der offenen Kategorie nicht zulässig sind. In Kontrollzonen ist zusätzlich eine Freigabe der Flugverkehrskontrolle nötig. Wo du fliegen darfst, zeigt die dipul-Karte.
Was gilt in den USA?
Die FAA verlangt Remote ID nach 14 CFR Part 89 für Drohnen, die registriert werden müssen. Erfüllen lässt sich das mit einer eingebauten Standard Remote ID, mit einem Nachrüstmodul oder durch Flüge in besonderen, von der FAA anerkannten Flächen ohne Remote ID. Die Regeln weichen im Detail vom EU-System ab.
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