Das Wichtigste in Kürze
- Spotten heißt nicht fotografieren: Die älteste Form des Hobbys ist das Loggen – Kennzeichen notieren, abhaken, sammeln. Eine Kamera ist dafür nicht nötig.
- Das Fernglas ist dein Teleobjektiv: Mit einem handlichen Glas liest du Kennzeichen an rollenden und landenden Maschinen, ohne Kilo an Ausrüstung zu schleppen.
- Ein Eintrag pro Beobachtung: Datum, Ort, Kennzeichen, Typ und Airline sind das Grundgerüst jedes Logbuchs – egal ob Notizblock, Tabelle oder App.
- Ohren und Daten ergänzen die Augen: Flugfunk, ADS-B-Karten und Ankunftstafeln verraten dir, was kommt, bevor du es siehst.
- Sammeln braucht Ziele: Flottenlisten, Typenlisten oder Flughafen-Sammlungen machen aus zufälligen Sichtungen ein Projekt mit Fortschritt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Spotten ohne Kamera: die kurze Antwort
- 2.Logger, Beobachter, Sammler: drei Wege ohne Kamera
- 3.Die Ausrüstung: weniger ist hier wirklich mehr
- 4.Richtig loggen: das Logbuch als Herzstück
- 5.Erkennen lernen: der eigentliche Skill
- 6.Sammelziele: wie aus Sichtungen ein Projekt wird
- 7.Die besten Spots für Beobachter
- 8.Das Smartphone als Kompromiss
- 9.Worauf du achten solltest
- 10.Fazit
Du stehst am Zaun, ein Airbus rollt vorbei, und die Leute neben dir zücken Teleobjektive, die mehr kosten als ein Gebrauchtwagen. Musst du dir so etwas zulegen, um dazuzugehören? Nein. Planespotting ohne Kamera ist nicht die Light-Version des Hobbys, sondern seine ursprünglichste Form. Bevor jeder ein Smartphone in der Tasche hatte, bestand Spotten vor allem aus Hinschauen, Erkennen und Aufschreiben. Dieser Guide zeigt dir, wie du als Beobachter, Logger und Sammler einsteigst, welche Ausrüstung sich lohnt und wie aus vielen kleinen Sichtungen eine Sammlung wird, die über Jahre wächst.
Sichtungen festhalten, auch ohne großes Objektiv
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot und sammelst sie in deinem Hangar – fürs Foto reicht ein schneller Schnappschuss mit dem Smartphone. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Spotten ohne Kamera: die kurze Antwort
Ohne Kamera spottest du, indem du Flugzeuge beobachtest, sie identifizierst und deine Sichtungen dokumentierst. Statt eines Fotos ist der Beleg ein Eintrag im Logbuch: Datum, Ort, Kennzeichen, Typ, Airline. Deine Werkzeuge sind ein Fernglas, ein Notizbuch oder eine App und optional Hilfsmittel wie Flugfunk oder eine Live-Karte. Was du dabei sammelst, ist das gleiche wie bei Fotografen – nur ohne Speicherkarte.
Diese Spielart hat eine lange Tradition. In Großbritannien erscheint mit „Civil Aircraft Markings“ nach Verlagsangaben seit 1950 jährlich ein Taschenbuch, das die Kennzeichen des britischen Luftfahrzeugregisters auflistet – ein klassisches Abhak-Buch für Logger. Das zeigt gut, worum es Loggern seit Jahrzehnten geht: Listen, Vollständigkeit, das gute Gefühl, eine Registrierung endlich selbst gesehen zu haben. Wie sich das Hobby insgesamt entwickelt hat, erzählt der Artikel zur Geschichte des Planespotting.
Logger, Beobachter, Sammler: drei Wege ohne Kamera
Wer ohne Kamera spottet, tut das selten aus Verlegenheit. Meist steckt eine von drei Motivationen dahinter, und oft mischen sie sich. Eine ausführliche Einordnung aller Spotter-Typen findest du unter Logger, Fotografen, Videografen.
| Spielart | Worum es geht | Wichtigstes Werkzeug | Typisches Ziel |
|---|---|---|---|
| Logger | Kennzeichen sehen und notieren | Fernglas und Logbuch | komplette Flotten oder Register abhaken |
| Beobachter | Betrieb verstehen und genießen | Fernglas, Flugfunk, Live-Karte | Abläufe, Typen und Verfahren erkennen |
| Sammler | Kategorien vervollständigen | Listen und Statistik | alle Typen, Airlines oder Flughäfen einer Liste |
| Mitflieger | eigene Flüge dokumentieren | Bordkarte und Notizen | geflogene Kennzeichen, Typen und Strecken |
Der Logger
Logger sind die Buchhalter der Szene, und das ist liebevoll gemeint. Sie interessieren sich für das einzelne Flugzeug, nicht für das schönste Bild davon. Zwei Maschinen desselben Typs in derselben Lackierung sind für einen Logger zwei verschiedene Sichtungen, weil sie zwei verschiedene Kennzeichen tragen. Wer so sammelt, schaut genauer hin und lernt schnell, wie Flugzeugkennzeichen aufgebaut sind – etwa dass bei deutschen Kennzeichen der Buchstabe nach dem „D-“ etwas über die Gewichtsklasse verrät, große Verkehrsflugzeuge tragen D-A. Wie andere Länder das handhaben, zeigt der Überblick über Länderkennungen von Flugzeugen.
Der Beobachter
Beobachter interessiert der Betrieb als Ganzes: Welche Piste ist aktiv, warum dreht die Maschine noch eine Runde, wie lange dauert der Turnaround am Gate? Für sie ist der Flughafen eine Bühne, und das Fernglas ist der Opernglas-Ersatz. Wer sich für diese Abläufe interessiert, findet in den Guides zur Betriebsrichtung und zum Turnaround gute Hintergründe.
Der Sammler
Sammler denken in Kategorien. Nicht jedes Kennzeichen zählt, sondern jeder neue Typ, jede neue Airline, jeder neue Flughafen oder jede Sonderlackierung. Das macht die Sammlung überschaubarer als ein komplettes Register und sorgt für regelmäßige Erfolgserlebnisse. Mehr dazu weiter unten im Abschnitt über Sammelziele.
Die Ausrüstung: weniger ist hier wirklich mehr
Ohne Kamera reduziert sich deine Ausrüstung auf eine Handvoll Dinge. Das ist einer der größten Vorteile: Du bist leicht, schnell und unauffällig, und ein spontaner Abstecher zum Flughafen nach Feierabend ist kein logistisches Projekt.
Das Fernglas
Das Fernglas ist für Beobachter, was das Teleobjektiv für Fotografen ist. Bewährt haben sich Modelle mit 8- bis 10-facher Vergrößerung. Sie zeigen genug Detail, um Kennzeichen an rollenden Maschinen oder im kurzen Endanflug zu lesen, und lassen sich trotzdem ruhig aus der Hand halten. Ein Objektivdurchmesser um 32 bis 42 Millimeter bringt genug Licht für Morgen- und Abendstunden. Stärkere Gläser jenseits der 12-fachen Vergrößerung verwackeln ohne Stativ leicht, und das Mitschwenken mit einem schnellen Flugzeug wird mühsam. Eine ausführliche Kaufberatung steht im Artikel Das richtige Fernglas zum Planespotting.
Erst finden, dann vergrößern
Ein klassischer Anfängerfehler: das Fernglas an die Augen nehmen und dann den Flieger suchen. Besser umgekehrt – Flugzeug mit bloßem Auge fixieren, Blick nicht abwenden, Fernglas vor die Augen heben. So landest du fast immer direkt auf dem Motiv.
Notizbuch oder App
Für den Einstieg genügt ein kleines Notizbuch mit festem Einband und ein Bleistift, der auch bei Kälte und Nieselregen schreibt. Wer mehr will, wechselt auf eine Tabelle oder eine App. Die Vor- und Nachteile beider Welten vergleicht der Artikel Notizbuch, Tabelle oder App. Entscheidend ist nicht das Medium, sondern dass du jede Sichtung gleich aufbaust.
Optional: Ohren und Daten
- Flugfunk: Ein Scanner oder ein Online-Stream verrät, welche Maschine gerade die Landefreigabe bekommt. Wichtig ist vorher ein Blick auf die Rechtslage beim Flugfunk-Hören, denn was erlaubt ist und was nicht, unterscheidet sich von Land zu Land.
- Live-Karte: Flugradar-Dienste zeigen dir, was im Anflug ist und welches Kennzeichen hinter einem Flug steckt. Welche Dienste es gibt, vergleicht der Guide Flugradar-Apps im Vergleich.
- Eigener ADS-B-Empfang: Wer tiefer einsteigen will, empfängt die Positionsmeldungen der Flugzeuge selbst. Wie das funktioniert, erklärt Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.
- Gehörschutz: Unter der Anflugschneise wird es laut, gerade bei längeren Sessions sind einfache Ohrstöpsel sinnvoll.
Wissen, was gleich landet
Planetrack benachrichtigt dich mit Sichtungs-Alarmen, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery im Anflug ist – und zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Richtig loggen: das Logbuch als Herzstück
Ein Logbuch ist mehr als eine Liste. Es ist die Datenbasis, aus der später Statistiken, Lückenlisten und neue Ziele entstehen. Damit das klappt, braucht jede Sichtung dieselbe Struktur.
| Feld | Beispiel | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Datum und Uhrzeit | 12.10.2026, 16:40 | ordnet die Sichtung zeitlich ein und hilft beim Abgleich mit Flugdaten |
| Flughafen und Spot | MUC, Besucherhügel | zeigt später, wo du was gesehen hast |
| Kennzeichen | D-AIXA | identifiziert das einzelne Flugzeug |
| Flugzeugtyp | Airbus A350-900 | Grundlage für Typenstatistik |
| Airline | Lufthansa | Grundlage für Airline-Sammlung |
| Bewegung | Landung 26R | erklärt, in welcher Situation du die Maschine gesehen hast |
| Quelle und Sicherheit | selbst gelesen / per Radar ergänzt | trennt eigene Beobachtung von nachgetragenen Daten |
Das letzte Feld wird oft vergessen, ist aber wertvoll. Ohne Kamera hast du keinen Bildbeweis. Wenn du ein Kennzeichen nur teilweise lesen konntest und den Rest über eine Live-Karte ergänzt hast, gehört das ins Logbuch. Wie du Sichtungen nachträglich mit Daten abgleichst, beschreibt Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen. Viele Logger zählen eine Maschine nur dann, wenn sie das Kennzeichen selbst gelesen haben. Andere akzeptieren eine eindeutige Typ- und Lackierungs-Identifikation plus Flugdaten. Beides ist legitim – entscheidend ist, dass du deine eigene Regel konsequent anwendest.
Schritt für Schritt, mit Vorlagen und Tipps gegen Doppeleinträge, behandelt der Guide Sichtungen dokumentieren: das Spotter-Logbuch. Wenn du lieber am Rechner arbeitest, hilft Spotting-Logbuch in Excel oder Google Sheets beim Aufbau.
1. Vorher vorbereiten
Wirf vor dem Losgehen einen Blick auf die Ankunftstafel und die Betriebsrichtung. Dann weißt du, welche Typen und Airlines zu erwarten sind, und erkennst Überraschungen sofort.
2. Am Spot kurz notieren
Schreib nur das Nötigste: Uhrzeit, Kennzeichen, Kürzel für Typ und Airline. Ausführlich wird es später – sonst verpasst du die nächste Landung.
3. Unsicheres markieren
Hast du ein Kennzeichen nur halb gelesen, setz ein Fragezeichen dahinter, statt zu raten. Ergänzen kannst du später.
4. Zuhause übertragen
Übertrag die Kurznotizen am selben Abend ins eigentliche Logbuch, solange die Erinnerung frisch ist. Schreibweisen für Typen und Airlines immer gleich halten.
5. Abgleichen und abhaken
Prüf Unklarheiten mit Flugdaten oder Flottenlisten nach und hak neue Kennzeichen, Typen oder Airlines in deinen Sammellisten ab.
Für das Notieren am Zaun selbst gibt es ein paar Tricks, etwa feste Abkürzungen für häufige Typen. Mehr dazu im Artikel Sichtungen am Spot schnell erfassen.
Erkennen lernen: der eigentliche Skill
Ohne Foto kannst du nicht in Ruhe am Bildschirm nachschauen, was das eigentlich war. Du musst es im Moment erkennen. Das klingt nach Nachteil, ist aber das beste Training, das es gibt. Wer regelmäßig ohne Kamera spottet, wird erstaunlich schnell sicher in der Typenerkennung.
Die wichtigsten Merkmale lernst du in einer festen Reihenfolge: Anzahl und Lage der Triebwerke, Form der Nase und Cockpitfenster, Flügelspitzen, Fahrwerk und Rumpflänge. Wie du dabei vorgehst, zeigt Flugzeugtypen erkennen für Anfänger. Für die typischen Verwechslungskandidaten gibt es eigene Guides, etwa Airbus oder Boeing unterscheiden – der Klassiker schlechthin.
Ein Fernglas hilft hier enorm, weil du Details wie Winglets oder die Anzahl der Fahrwerksräder sehen kannst, die mit bloßem Auge verschwimmen. Und wer eine Weile dabei ist, erkennt manche Typen sogar am Klang – ein Thema, das der Artikel Flugzeugtypen am Geräusch erkennen vertieft.
Typenkunde mit Steckbriefen
Für die großen Typen findest du bei uns ausführliche Steckbriefe mit Erkennungsmerkmalen, zum Beispiel zum Airbus A350-900 oder zur Boeing 777-300ER. Lies den Steckbrief vor dem Spotting-Tag und achte dann gezielt auf die beschriebenen Merkmale.
Sammelziele: wie aus Sichtungen ein Projekt wird
Der Reiz des kamerafreien Spottens liegt für viele im Sammeln. Ohne Ziel bleibt es bei einer langen Liste. Mit Ziel bekommst du Fortschritt, Lücken und kleine Triumphe. Typische Sammelprojekte sind:
- Flotten komplett erfassen: Alle Maschinen einer Airline oder eines Typs bei einer Airline selbst gesehen haben. Das ist der Klassiker unter Loggern, Tipps dazu im Artikel Flotten komplett erfassen.
- Typen sammeln: Jeden Flugzeugtyp einmal gesehen haben, von der ATR bis zum Airbus A380. Wie man so eine Liste sinnvoll abgrenzt, zeigt Alle Flugzeugtypen sammeln.
- Airlines sammeln: Jede Airline, die du gesehen hast, kommt auf die Liste – ein schönes Projekt für große Drehkreuze wie den Flughafen Frankfurt. Mehr dazu unter Airlines sammeln.
- Kennzeichen sammeln: Die reine Logger-Disziplin, ausführlich beschrieben unter Registrierungen sammeln.
- Special Liveries: Sonderlackierungen sind begehrte Einträge, weil sie oft nur eine Zeit lang fliegen. Wie du sie aufspürst, steht im Guide Special Liveries finden.
- Flughäfen und Spots: Jeder neue Flughafen zählt. Wie du das als Sammlung führst, beschreibt Besuchte Flughäfen und Spots dokumentieren.
Eine wichtige Frage für Sammler ist die Seltenheit: Lohnt sich die Fahrt für eine bestimmte Maschine? Hinweise dazu gibt Seltene Flugzeuge spotten.
Welches Sammelprojekt passt zu dir?
Flotten- und Kennzeichensammlung
Nimm dir die Flotte einer Airline vor, die an deinem Hausflughafen häufig zu Gast ist, und hak Kennzeichen für Kennzeichen ab. Durch regelmäßige Besuche schließt du die Lücken nach und nach.
Typensammlung
Jeder Typ und jede Variante zählt einmal. Das trainiert dein Auge, bleibt überschaubar und belohnt Besuche an Flughäfen mit anderem Verkehrsmix.
Airline-Sammlung
Jede Airline kommt einmal auf die Liste. An großen Drehkreuzen und im Urlaub wächst sie schnell, und Sonderlackierungen sind ein Bonus obendrauf.
Die besten Spots für Beobachter
Ohne Kamera brauchst du keinen perfekten Fotostandpunkt mit Sonne im Rücken. Dir reicht gute Sicht auf Piste, Rollwege oder Vorfeld – und die Nähe, um Kennzeichen lesen zu können. Das erweitert die Auswahl deutlich. Besonders geeignet sind:
- Besucherterrassen: Hier siehst du das Vorfeld aus nächster Nähe, Kennzeichen an geparkten Maschinen lassen sich oft schon mit bloßem Auge lesen. Beispiele sind die Besucherterrasse Düsseldorf oder die Besucherterrasse Hamburg.
- Besucherhügel und Aussichtspunkte: Der Besucherhügel am Flughafen München bietet einen weiten Blick über das Vorfeld und die Rollbewegungen.
- Spots an der Piste: Am Affenfelsen in Hamburg bist du nah dran an den Bewegungen und kannst Kennzeichen mit Fernglas gut ablesen.
Eine größere Auswahl findest du in den besten Spotting-Spots in Deutschland. Und unabhängig vom Spot gilt: Bleib auf öffentlichen Flächen und halte dich an die Regeln vor Ort. Was erlaubt ist, fasst Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Vorteile ohne Kamera
- praktisch kein Startbudget nötig
- leichtes Gepäck, spontane Besuche möglich
- unauffälliger am Zaun und im Terminal
- kein Gegenlicht-Problem – jeder Spot und jede Uhrzeit funktioniert
- schnelles Lernen bei der Typenerkennung
Nachteile ohne Kamera
- kein Bildbeleg für seltene Sichtungen
- Kennzeichen auf große Entfernung schwer lesbar
- Erinnerungen sind weniger anschaulich als Fotos
- Fehler beim Notieren lassen sich später schwer prüfen
Das Smartphone als Kompromiss
Ganz ohne Kamera spotten heute die wenigsten – irgendwo in der Tasche steckt fast immer ein Smartphone. Das muss kein Widerspruch sein. Ein schnelles Belegfoto, auf dem das Kennzeichen erkennbar ist, ersetzt kein Fotografen-Equipment, sichert aber deine Sichtung ab. Viele Logger nutzen das Handy genau so: als Notizzettel mit Bild. Wie weit du damit kommst, beschreibt Planespotting mit dem Smartphone.
Und wer merkt, dass ihn das Fotografieren doch reizt, kann jederzeit umsteigen. Was du als Beobachter gelernt hast, ist die halbe Miete: Spotwahl, Betriebsrichtung, Typenkenntnis. Der Einstieg in die Fotografie ist dann nur noch eine Frage der Technik, und die Ausrüstungs-Checkliste hilft bei der Auswahl.
Worauf du achten solltest
- Konsequent bleiben: Leg fest, was als Sichtung zählt, und halte dich daran. Sonst verliert deine Statistik ihren Wert.
- Nicht raten: Ein halb gelesenes Kennzeichen mit Fragezeichen ist besser als ein falscher Eintrag.
- Dem Fernglas Pausen gönnen: Langes Beobachten ermüdet die Augen. Und nie mit dem Fernglas in Richtung Sonne schauen – das kann die Augen ernsthaft schädigen.
- Daten sichern: Ein Notizbuch kann verloren gehen, eine Datei kaputt. Übertrage und sichere dein Logbuch regelmäßig.
- Rücksicht nehmen: Auch ohne Kamera gilt die Spotter-Etikette: Platz machen, Wege freihalten, Anwohner respektieren.
Bist du bereit für deine erste kamerafreie Session?
- Ich habe ein Fernglas mit handlicher Vergrößerung dabei.
- Ich habe ein Notizbuch oder eine App für meine Sichtungen.
- Ich weiß, welche Felder ich pro Sichtung notiere.
- Ich habe die Betriebsrichtung und die Ankünfte grob gecheckt.
- Ich kenne einen öffentlichen Spot mit guter Sicht auf Piste oder Vorfeld.
- Ich habe mir ein erstes Sammelziel überlegt.
Dein Logbuch, deine Sammlung, deine Community
In Planetrack landen deine Sichtungen im Hangar, deine Wunschliste zeigt, was dir noch fehlt, und auf der Spot-Karte findest du Standorte mit Anreise und Bewertungen. In der Community tauschst du dich per Kommentar und Chat mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Planespotting ohne Kamera ist die ursprüngliche Form des Hobbys und heute so lebendig wie eh und je. Ein Fernglas, ein Logbuch und ein öffentlicher Spot reichen, um einzusteigen. Wer sauber notiert und sich Sammelziele setzt, baut über die Jahre eine Sammlung auf, die genauso viel erzählt wie ein Fotoarchiv – über Flotten, Typen, Airlines und die eigenen Tage am Zaun. Und falls dich irgendwann doch das Fotofieber packt, steigst du mit einem Wissensvorsprung ein. Wenn du ganz am Anfang stehst, hilft dir Planespotting für Einsteiger bei den ersten Schritten.
Kurzfazit
Ohne Kamera spottest du mit Fernglas, Logbuch und offenen Ohren. Notiere jede Sichtung nach demselben Schema, trenne Gesehenes von Ergänztem und gib deiner Sammlung ein Ziel – dann wird aus jedem Besuch am Flughafen ein Fortschritt.
Zusammenfassung
- Planespotting ohne Kamera ist kein Notbehelf, sondern eine eigene Spielart des Hobbys mit langer Tradition: dem Loggen von Kennzeichen.
- Wichtigstes Werkzeug ist ein gutes Fernglas, dazu kommen Notizbuch oder App, eventuell ein Flugfunk-Empfänger und eine Live-Karte.
- Wer sauber dokumentiert, baut über die Jahre eine Sammlung auf, aus der sich Statistiken, Lückenlisten und neue Ziele ergeben.
- Ohne Kamera bist du leichter, unauffälliger und flexibler – und kannst später jederzeit noch mit Fotos einsteigen.
Häufige Fragen
Ist Planespotting ohne Kamera überhaupt richtiges Spotting?
Ja. Ursprünglich bestand das Hobby genau darin: Flugzeuge zu beobachten und ihre Kennzeichen zu notieren. Diese Spotter heißen in der Szene Logger. Fotografen sind historisch gesehen eine spätere Ausprägung. Ob du ein Bild machst oder einen Eintrag ins Logbuch schreibst, ist eine Frage deiner Vorliebe, nicht der Zugehörigkeit.
Was ist ein Logger beim Planespotting?
Ein Logger sammelt Sichtungen, meist anhand der Kennzeichen. Jede gesehene Registrierung wird notiert und in einer Liste abgehakt. Ziel ist oft, möglichst viele Maschinen einer Flotte, eines Typs oder eines Landesregisters selbst gesehen zu haben.
Welches Fernglas eignet sich für Planespotting?
Bewährt haben sich Gläser mit 8- bis 10-facher Vergrößerung und 32 bis 42 Millimeter Objektivdurchmesser. Sie sind noch ruhig aus der Hand zu halten und hell genug für Dämmerung. Stärkere Vergrößerungen zeigen zwar mehr Detail, verwackeln aber leicht und machen es schwer, einem landenden Flugzeug zu folgen.
Wie halte ich Sichtungen ohne Foto fest?
Notiere pro Beobachtung mindestens Datum, Uhrzeit, Flughafen oder Spot, Kennzeichen, Flugzeugtyp und Airline. Ob du dafür ein Notizbuch, eine Tabelle oder eine App nutzt, ist zweitrangig – wichtig ist ein einheitliches Schema, damit du deine Sammlung später durchsuchen und auswerten kannst.
Darf ich am Flughafen Flugfunk mithören?
Die Rechtslage hängt vom Land ab und ist auch in Deutschland nicht ganz trivial, vor allem was die Weitergabe von Gehörtem angeht. Bevor du einen Scanner kaufst, lies dich in die Regeln ein. Einen Überblick gibt unser Artikel zur Rechtslage beim Flugfunk-Hören.
Kann ich später noch mit Fotografieren anfangen?
Jederzeit. Viele Fotografen haben als Beobachter angefangen. Was du ohne Kamera lernst – Betriebsrichtung, Flugplan, Spotwahl, Typenerkennung – ist genau das Wissen, das später über gute Bilder entscheidet.
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Flughafen München
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