VATSIM und IVAO: Online fliegen mit virtueller Flugsicherung

Zwei kostenlose Netzwerke, tausende Freiwillige an den Radarschirmen: Wie VATSIM und IVAO aufgebaut sind, worin sie sich unterscheiden und wie dein erster Flug mit virtuellem Lotsen klappt.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Netzwerke, ein Prinzip: VATSIM und IVAO verbinden Flugsimulatoren zu einem gemeinsamen Luftraum, in dem Freiwillige als Fluglotsen arbeiten. Beide sind kostenlos und gemeinnützig organisiert.
  • Gemeinsame Wurzeln: IVAO entstand im Dezember 1998 aus Mitgliedern, die das Vorgängernetz SATCO verließen; VATSIM wurde 2001 als dessen Nachfolger gegründet.
  • Software ist der Schlüssel: Ein Pilot-Client verbindet deinen Simulator mit dem Netz – bei VATSIM etwa vPilot, xPilot oder swift, bei IVAO der Client Altitude.
  • Regeln sind Teil des Spiels: Nicht auf der Piste verbinden, nicht unbeaufsichtigt fliegen, Anweisungen der Lotsen befolgen – der Verhaltenskodex hält den gemeinsamen Luftraum realistisch.
  • Spotter profitieren doppelt: Wer online fliegt, versteht Flugfunk, Betriebsrichtungen und Anflugverfahren am echten Flughafen deutlich besser.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.VATSIM und IVAO: die kurze Antwort
  2. 2.Woher die beiden Netzwerke kommen
  3. 3.So funktioniert der gemeinsame Luftraum
  4. 4.VATSIM und IVAO im Vergleich
  5. 5.Was du für deinen ersten Online-Flug brauchst
  6. 6.Dein erster Flug Schritt für Schritt
  7. 7.Die Regeln im gemeinsamen Luftraum
  8. 8.Events und Community
  9. 9.Vom Lotsen am Bildschirm zum echten Beruf
  10. 10.Warum Online-Fliegen Spotter besser macht
  11. 11.Worauf du achten solltest
  12. 12.Fazit

Draußen am Zaun hörst du mit, wie der Turm einen Airbus zur Landung freigibt. Zu Hause am Schreibtisch kannst du diese Szene selbst spielen – als Pilot im Cockpit oder als Lotse am Radarschirm. Genau dafür gibt es VATSIM und IVAO: zwei weltweite Netzwerke, die tausende Flugsimulatoren zu einem gemeinsamen Luftraum verbinden und echte Menschen an die virtuellen Funkgeräte setzen. Dieser Guide erklärt, wie die beiden Netze aufgebaut sind, was sie unterscheidet, welche Software du brauchst und wie dein erster Online-Flug ohne Stress gelingt.

Vom Bildschirm an den Zaun

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VATSIM und IVAO: die kurze Antwort

VATSIM und IVAO sind kostenlose, gemeinnützige Netzwerke für Online-Flugsimulation. Über einen kleinen Zusatz-Client meldet sich dein Simulator bei einem Server an. Andere Piloten sehen dein Flugzeug dann an seiner Position, und Freiwillige übernehmen als virtuelle Lotsen die Flugsicherung – mit Freigaben, Rollanweisungen, Radarführung und Sprechfunk. Beide Netze verfolgen dasselbe Ziel: Abläufe, die möglichst nah an der echten Luftfahrt liegen.

Wenn du noch keinen Simulator eingerichtet hast, fang mit dem Guide Einstieg in die Flugsimulation an. Online fliegen lohnt sich erst, wenn du dein Flugzeug sicher vom Gate bis zur Landung bedienen kannst.

1998Gründung von IVAO im Dezember
2001Gründung von VATSIM als Nachfolger von SATCO
0 €Mitgliedsbeitrag in beiden Netzwerken

Woher die beiden Netzwerke kommen

Die Geschichte beginnt Ende der 1990er-Jahre. Damals konnten Simmer über Zusatzprogramme wie SquawkBox erstmals gemeinsam online fliegen, organisiert war das im Netzwerk SATCO. Nach Streit über die Führung verließ eine Gruppe von Mitgliedern das Projekt und gründete am 16. Dezember 1998 die International Virtual Aviation Organisation, kurz IVAO. Sie ist seit 2007 als gemeinnütziger Verein nach belgischem Recht eingetragen und finanziert sich über Spenden. Ihr Motto lautet „As real as it gets“.

Aus SATCO selbst wurde 2001 das Virtual Air Traffic Simulation Network, VATSIM. Seit 2023 ist der Träger in den USA als gemeinnützige Organisation aufgestellt. Nach eigenen Angaben hat VATSIM fast 200.000 aktive Mitglieder; IVAO meldet mehr als 250.000 registrierte Konten, von denen allerdings ein großer Teil inaktiv ist. Solche Zahlen sind Momentaufnahmen und schwanken – entscheidend ist für dich ohnehin, wie viel in deiner Region abends los ist.

So funktioniert der gemeinsame Luftraum

Technisch ist das Prinzip bei beiden Netzen gleich:

  • Der Pilot-Client läuft neben deinem Simulator, liest Position, Höhe, Geschwindigkeit und Transpondercode aus und schickt sie an das Netz. Umgekehrt zeichnet er die anderen Flugzeuge in deine Szenerie.
  • Die Lotsen arbeiten mit eigener Radarsoftware, sehen alle verbundenen Flugzeuge mit Rufzeichen und Flugplan und steuern den Verkehr auf ihrer Position – vom Vorfeld bis zur Streckenkontrolle.
  • Der Funk läuft über Sprache oder Text. VATSIM simuliert seit 2019 mit „Audio for VATSIM“ die Reichweite echter UKW-Funkgeräte: Wer weit weg ist, wird schwächer und kratziger, wie im echten Flugfunk.

Ist keine Position besetzt, fliegst du trotzdem nicht im Funkloch. Bei VATSIM hörst du dann laut Verhaltenskodex die vorgesehene Advisory-Frequenz ab – ist keine eigene festgelegt, ist das 122,800 MHz („Unicom“) – und gibst dort deine Absichten durch, damit andere Piloten wissen, was du vorhast.

Erst zuhören, dann sprechen

Verbinde dich bei deinen ersten Sessions am Boden auf einer Parkposition und hör einfach eine Weile auf der Frequenz von Delivery oder Ground zu. So lernst du den Rhythmus der Funksprüche kennen, bevor du selbst den ersten Spruch absetzt.

VATSIM und IVAO im Vergleich

Wer nur die Grundidee kennt, hält die beiden Netze leicht für austauschbar. Im Detail unterscheiden sie sich bei Software, Struktur und Bewertungssystem.

Merkmal VATSIM IVAO
Gründung 2001, Nachfolger von SATCO Dezember 1998, Abspaltung von SATCO
Rechtsform gemeinnützig, Freiwilligenbetrieb gemeinnütziger Verein nach belgischem Recht
Kosten kostenlos kostenlos
Pilot-Clients vPilot, xPilot, swift Altitude
Lotsen-Software u. a. EuroScope, vatSys, CRC Aurora
Struktur Regionen, Divisionen, lokale Einheiten (in Deutschland VATSIM Germany) Länderdivisionen (in Deutschland IVAO Deutschland)
Pilotenstufen P0 bis P4 FS1 bis ATP
Lotsenstufen S1 bis C1, dazu C3 und Instruktor-Stufen AS1 bis SEC

Die alten IVAO-Programme IvAp und IvAc werden seit Januar 2025 nicht mehr unterstützt; wer ältere Anleitungen findet, sollte auf die aktuellen Clients achten. Bei VATSIM gilt Ähnliches für einige ältere Radarprogramme, die 2023 abgelöst wurden.

Die Struktur in Deutschland, Österreich und der Schweiz

VATSIM ordnet Europa mehreren Divisionen zu, die größte heißt VATEUD. Darunter arbeiten lokale Einheiten, sogenannte vACCs. Deutschland, Österreich und die Schweiz waren früher gemeinsam organisiert; Österreich trennte sich Ende 2008, die Schweiz im März 2009. Seitdem betreibt VATSIM Germany (auch VATGER) den deutschen Luftraum mit den drei Fluginformationsgebieten Bremen, Langen und München – wie in der Realität, wo die DFS Deutsche Flugsicherung zuständig ist. Österreich und die Schweiz haben eigene vACCs, analog zu Austro Control und Skyguide.

Bei IVAO heißen die regionalen Einheiten Divisionen. IVAO Deutschland organisiert Ausbildung, Events und Lotsenbesetzung für den deutschen Luftraum.

Typisch VATSIM

  • mehrere Pilot-Clients für verschiedene Simulatoren
  • realistischer Funk mit simulierter UKW-Reichweite
  • große Events wie Cross the Pond über den Atlantik
  • dichte lokale Struktur mit eigenen Foren, Discord und Teamspeak

Typisch IVAO

  • ein einheitlicher Pilot-Client und eine einheitliche Lotsen-Software
  • fein abgestufte Ratings mit praktischen Prüfungen
  • starke Divisionen in einigen Ländern, etwa in Brasilien
  • Events wie „Crowded Skies“ mit tausenden gleichzeitigen Verbindungen

Was du für deinen ersten Online-Flug brauchst

Die Einstiegshürde ist niedriger, als viele denken. Du brauchst keine Lizenz und kein teures Cockpit, aber eine solide Grundausstattung.

  • Einen unterstützten Simulator: Microsoft Flight Simulator, X-Plane oder Prepar3D – welche Version welcher Client unterstützt, steht auf den Seiten der Netzwerke.
  • Einen Account: Die Registrierung ist kostenlos. Beide Netze stellen Neulingen Einstiegs- und Trainingsmaterial bereit; bei IVAO erhältst du mit der Registrierung automatisch die Einstiegsstufe FS1.
  • Den passenden Client: bei VATSIM vPilot (Microsoft-Simulatoren, Prepar3D), xPilot (X-Plane) oder swift (mehrere Plattformen), bei IVAO Altitude.
  • Ein Headset mit Mikrofon: Textfunk geht auch, ist für Lotsen aber mehr Arbeit. Sprache ist der Standard.
  • Kartenmaterial und Wetter: Echte Anflugkarten, aktuelles Wetter und ein Flugplan gehören dazu. VATSIM verlangt, dass du realitätsnahe Wind-, Druck- und Temperaturwerte verwendest.

Hardware-Ideen vom Joystick bis zum Throttle findest du im Artikel Flugsimulator-Hardware verschenken.

Erst virtuell, dann live am Flughafen

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Dein erster Flug Schritt für Schritt

Der Ablauf ist in beiden Netzen sehr ähnlich. Plane für den ersten Flug lieber eine kurze Inlandsstrecke zwischen zwei Flughäfen mit Lotsen ein als einen Langstreckenflug.

1. Verkehr und Lotsen prüfen

Mit Karten-Tools wie VATSpy (VATSIM) oder Webeye (IVAO) siehst du, welche Positionen besetzt sind. Für den Anfang ist ein ruhiger Flughafen mit Lotsen ideal – dort bleibt mehr Zeit für Rückfragen.

2. Flugplan aufgeben

Für Instrumentenflüge ist ein Flugplan Pflicht. Route, Reiseflughöhe und Ausweichflughafen planst du wie in der Realität; welche Regeln für Sicht- und Instrumentenflug gelten, erklärt der Artikel Sichtflug und Instrumentenflug.

3. Auf der Parkposition verbinden

Lade deinen Simulator an einem Gate oder Abstellplatz – niemals auf Piste oder Rollweg. Steht dort schon ein anderer Pilot, suchst du dir einen freien Platz.

4. ATIS hören und Freigabe holen

Die ATIS liefert aktive Piste, Wetter und Kennbuchstaben. Mit diesen Infos fragst du bei Delivery deine Streckenfreigabe an – inklusive Abflugroute und Transpondercode.

5. Rollen, starten, übergeben werden

Ground schickt dich zur Piste, Tower gibt den Start frei, danach reicht dich jede Position an die nächste weiter. Lies jede Anweisung zurück und folge ihr zügig.

6. Anflug und Abmelden

Im Anflug führt dich der Radarlotse auf das Endteil, häufig für einen ILS-Anflug. Nach der Landung rollst du zur Parkposition und trennst die Verbindung erst dort.

Sprechfunk: die größte Hürde

Die meisten Einsteiger fürchten weniger das Fliegen als das Funken. Die gute Nachricht: Die Standardsätze wiederholen sich, und Lotsen auf beiden Netzen sind Neulinge gewohnt. Mit drei Grundlagen bist du gut vorbereitet:

  • Die Sprechfunk-Phraseologie mit ihren festen Formulierungen für Freigaben, Rollanweisungen und Höhenänderungen.
  • Das ICAO-Buchstabieralphabet und die Aussprache der Zahlen – ohne „Delta Lima Hotel“ kommst du nicht weit.
  • Den Unterschied zwischen Rufzeichen und Flugnummer, denn online meldest du dich mit dem ICAO-Rufzeichen deiner virtuellen Airline.

In Deutschland wird im echten Sprechfunk sowohl Englisch als auch Deutsch verwendet; was wann üblich ist, steht im Artikel Englisch oder Deutsch im Flugfunk. Ein hervorragendes Training ist es auch, echten Funkverkehr mitzuhören – Möglichkeiten und Grenzen dazu beschreiben Flugfunk online hören und Flugfunk hören: die Rechtslage.

Die Regeln im gemeinsamen Luftraum

Ein Netz mit tausenden Teilnehmern funktioniert nur, wenn sich alle an dieselben Spielregeln halten. Der Verhaltenskodex von VATSIM ist dabei recht konkret, IVAO hat vergleichbare Regeln:

  • Nicht auf Piste oder Rollweg verbinden. Wer mitten auf der Startbahn auftaucht, blockiert den Verkehr.
  • Nicht unbeaufsichtigt fliegen. Wer länger weg muss, trennt die Verbindung. Kurze Pausen unter Lotsenkontrolle nur mit Erlaubnis; insgesamt darf eine Verbindung bei VATSIM nicht länger als 30 Minuten unbeaufsichtigt bleiben.
  • Pausieren nur mit Zustimmung. Den Simulator anhalten darfst du nur, wenn der Lotse es ausdrücklich erlaubt.
  • Anweisungen befolgen. Kurs, Höhe, Geschwindigkeit, Warteschleife – grundlegende Anweisungen setzt du zügig um.
  • Keine Vorfahrt erzwingen. Kein Flug darf sich selbst Priorität einräumen. Notfälle werden nur unter Lotsenkontrolle erklärt und auf Bitte des Lotsen sofort beendet.
  • Transponder korrekt nutzen. Ein zugewiesener Code bleibt gesetzt, bis der Lotse etwas anderes sagt. Was die Notfallcodes bedeuten, zeigt der Artikel zu Squawk 7500, 7600 und 7700.
  • Realistische Namen und Flugzeuge. Verbunden wird mit echtem Namen oder Mitgliedsnummer; fiktive Flugzeugmuster sind nicht erlaubt.

Events sind kein Einsteigerterrain

Große Events füllen einzelne Flughäfen mit Hunderten Flugzeugen. Die Lotsen arbeiten dann am Limit, Slots und feste Abflugzeiten sind üblich. Sammle vorher ein paar ruhige Flüge, damit Funk und Bedienung sitzen.

Events und Community

Was die Netzwerke lebendig macht, sind die Events. Bei VATSIM ist Cross the Pond der bekannteste Termin: Zweimal im Jahr fliegen Tausende zwischen Europa und Nordamerika, im Wechsel einmal west- und einmal ostwärts, während Lotsen auf beiden Seiten des Atlantiks besetzt sind. Worldflight ist eine Benefiz-Weltumrundung. Bei IVAO zählt „Crowded Skies“ zu den größten Veranstaltungen. Dazu kommen unzählige regionale Events, etwa vollbesetzte Abende an großen deutschen Drehkreuzen wie dem Flughafen Frankfurt oder dem Flughafen München.

Der Austausch läuft vor allem über Foren, Teamspeak und Discord der regionalen Einheiten. Wenn du generell wissen willst, wie Luftfahrt-Discords funktionieren, lies Discord für Planespotter; den Weg in die Spotter-Szene vor Ort beschreibt Anschluss finden.

Starte mit VATSIM, wenn …

  • in deiner Region abends regelmäßig Lotsen online sind
  • du mit X-Plane oder mehreren Simulatoren fliegst und einen passenden Client suchst
  • dich große Atlantik-Events reizen

Starte mit IVAO, wenn …

  • deine Freunde oder deine virtuelle Airline dort fliegen
  • du einen klar gestuften Ausbildungsweg mit Prüfungen magst
  • in deiner Zielregion die IVAO-Division besonders aktiv ist

Warte noch, wenn …

  • du dein Flugzeug offline noch nicht sicher landen kannst
  • du Autopilot und Flugmanagement noch nicht im Griff hast
  • du kein Headset oder keine ruhige Umgebung zum Funken hast

Vom Lotsen am Bildschirm zum echten Beruf

Viele Mitglieder wechseln irgendwann die Seite und lernen, wie Lotsen denken. Die Ausbildung ist gestuft: Auf VATSIM beginnt sie bei S1 für Delivery und Ground, führt über Tower und Anflug bis zu C1 für die Streckenkontrolle. Bei IVAO heißen die Stufen ADC (Platzkontrolle), APC (Anflug) und ACC (Bezirkskontrolle). Gelernt wird dabei vieles, was du auch in der Realität brauchst: Luftraumklassen, SID und STAR, Staffelung und Wetterauswertung mit METAR und TAF.

Ein Ersatz für eine echte Ausbildung ist das nicht – die Ratings der Netzwerke haben keinerlei offizielle Gültigkeit. Wer aber mit dem Gedanken spielt, Fluglotse zu werden oder Pilot zu werden, bekommt online ein realistisches Gefühl dafür, wie Funk, Planung und Teamarbeit zusammenspielen.

Warum Online-Fliegen Spotter besser macht

Für Planespotter hat der virtuelle Luftraum einen handfesten Nutzen. Wer selbst schon Dutzende Anflüge über die Bahnen in Frankfurt geflogen hat, versteht am Zaun viel schneller, warum heute auf der anderen Seite gelandet wird. Die Logik hinter Wind und Pistenwahl erklärt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen – online erlebst du sie live.

Auch beim Mithören echter Frequenzen hilft das Training: Freigaben, Übergaben und Anflugverfahren klingen nicht mehr wie Geheimsprache, sondern wie ein Ablauf, den du kennst. An Spots wie der Aussichtsplattform Zeppelinheim oder dem Besucherhügel München erkennst du dann, in welcher Phase des Anflugs sich der Flieger gerade befindet.

Bist du bereit für deinen ersten Online-Flug?

Hak ab, was du schon erledigt hast – am Ende siehst du, ob du loslegen kannst.

  • Ich kann mein Flugzeug offline vom Gate bis zur Landung sicher fliegen.
  • Ich habe einen Account bei VATSIM oder IVAO und den passenden Pilot-Client installiert.
  • Mein Headset funktioniert, und ich habe eine ruhige Umgebung zum Funken.
  • Ich kenne das ICAO-Buchstabieralphabet und die wichtigsten Standardsätze.
  • Ich habe einen Flugplan mit Route und Reiseflughöhe vorbereitet.
  • Ich weiß, dass ich auf einer Parkposition verbinde und nie auf Piste oder Rollweg.

Worauf du achten solltest

  • Klein anfangen. Kurze Strecken, bekannte Flugzeuge, ruhige Flughäfen. Das Netz läuft dir nicht weg.
  • Ehrlich sein. Sag dem Lotsen, dass du neu bist. Fast alle stellen sich darauf ein und sprechen langsamer.
  • Aktuelle Karten nutzen. Veraltete Verfahren führen zu Missverständnissen, gerade bei Abflugrouten.
  • Nur offizielle Software. Lade Clients ausschließlich von den Seiten der Netzwerke herunter.
  • Fair bleiben. Hinter jedem Radarschirm sitzt ein Freiwilliger in seiner Freizeit. Geduld und ein „Danke“ auf der Frequenz gehören zum guten Ton.

Deine Leidenschaft, auch am echten Flughafen

Sammle echte Sichtungen in deinem Hangar, setz Typen auf die Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

VATSIM und IVAO machen aus dem Flugsimulator ein Gemeinschaftserlebnis: echter Funk, echte Menschen als Lotsen, echte Verfahren – und das kostenlos. Die Unterschiede liegen im Detail, bei Software, Ausbildungsstufen und regionaler Aktivität. Probier im Zweifel beide aus und bleib dort, wo in deinem Lieblingsluftraum mehr los ist. Wer sich auf die Regeln einlässt und den Sprechfunk übt, nimmt aus dem virtuellen Cockpit eine Menge Wissen mit an den Zaun.

Kurzfazit

Beide Netze sind kostenlos, gemeinnützig und auf Realismus ausgelegt. Für den Start brauchst du einen unterstützten Simulator, den passenden Client, ein Headset und Grundwissen im Sprechfunk. Verbinde nur auf einer Parkposition, hör erst zu, fang mit kurzen Strecken an – und nutze das Gelernte beim nächsten Spotting-Tag.

Zusammenfassung

  • VATSIM und IVAO sind die beiden großen Netzwerke für Online-Flugsimulation mit virtueller Flugsicherung. Mitgliedschaft und Software sind kostenlos, Lotsen und Ausbilder arbeiten ehrenamtlich.
  • Beide gliedern sich regional: VATSIM in Regionen, Divisionen und lokale Einheiten wie VATSIM Germany, IVAO in Länderdivisionen wie IVAO Deutschland.
  • Für den Start brauchst du einen Account, einen Pilot-Client passend zu deinem Simulator, ein Headset und Grundkenntnisse in Sprechfunk und Flugplanung.
  • Welches Netz passt, hängt vor allem davon ab, wo in deiner Wunschregion mehr Lotsen online sind und welche Community dir liegt – viele fliegen in beiden.

Häufige Fragen

Was ist VATSIM?

VATSIM (Virtual Air Traffic Simulation Network) ist ein gemeinnütziges Netzwerk, das Flugsimulatoren weltweit zu einem gemeinsamen virtuellen Luftraum verbindet. Mitglieder fliegen als Piloten oder arbeiten nach Ausbildung als virtuelle Fluglotsen. Die Teilnahme ist kostenlos, alle Aufgaben übernehmen Freiwillige.

Was ist IVAO?

IVAO (International Virtual Aviation Organisation) ist das zweite große Netzwerk für Online-Flugsimulation mit virtueller Flugsicherung. Es wurde im Dezember 1998 gegründet und ist als gemeinnützige Organisation in Belgien eingetragen. Auch hier ist die Mitgliedschaft kostenlos.

Kostet VATSIM oder IVAO etwas?

Nein. Beide Netzwerke verlangen weder Mitgliedsbeiträge noch Nutzungsgebühren, und die Verbindungssoftware ist ebenfalls kostenlos. Du brauchst lediglich einen eigenen Flugsimulator, der von den Clients unterstützt wird.

Welcher Flugsimulator funktioniert mit VATSIM und IVAO?

Die gängigen Desktop-Simulatoren werden unterstützt, also Microsoft Flight Simulator, X-Plane und Prepar3D. Bei VATSIM verbindet vPilot die Microsoft-Simulatoren und Prepar3D, xPilot ist für X-Plane gedacht, swift deckt mehrere Plattformen ab. Bei IVAO übernimmt der Pilot-Client Altitude diese Rolle. Die jeweils aktuelle Kompatibilität steht auf den Seiten der Netzwerke.

Muss ich Englisch können, um online zu fliegen?

Grundkenntnisse helfen sehr, denn international wird im Funk Englisch gesprochen. In Deutschland ist bei vielen Sichtflügen auch Deutsch üblich. Für den Anfang kannst du außerdem den Textfunk nutzen, den beide Netzwerke unterstützen.

Kann ich auch als Fluglotse mitmachen?

Ja. Beide Netzwerke bilden Lotsen in Stufen aus – vom Vorfeld über Turm und Anflug bis zur Streckenkontrolle. Den Einstieg organisieren die regionalen Einheiten, bei VATSIM in Deutschland etwa VATSIM Germany. Für die Arbeit am virtuellen Radar brauchst du eigene Software wie EuroScope (VATSIM) oder Aurora (IVAO).

Darf ich in VATSIM und IVAO gleichzeitig Mitglied sein?

Ja, viele virtuelle Piloten haben in beiden Netzwerken einen Account und wählen je nach Abend das Netz, in dem in ihrer Wunschregion gerade mehr Lotsen online sind. Gleichzeitig verbunden bist du allerdings immer nur mit einem Netz pro Flug.

PT

Planetrack Redaktion

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