Das Wichtigste in Kürze
- Silver Airways ist eine historische US-Regionalairline aus dem Raum Fort Lauderdale; am 11. Juni 2025 endete der Flugbetrieb.
- Die Wurzeln liegen bei Gulfstream International Airlines, deren Vermögenswerte Victory Park Capital 2011 aus der Insolvenz übernahm.
- Turboprop-Spezialist: Erst Beechcraft 1900D und Saab 340, ab 2019 neue ATR 42-600 und später ATR 72-600.
- Netz in Florida, auf den Bahamas und in der Karibik mit Drehkreuzen in Fort Lauderdale, Tampa und San Juan.
- Codes: IATA 3M, ICAO SIL, Rufzeichen SILVER WINGS – den IATA-Code 3M nutzte schon Gulfstream International.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Silver Airways im Überblick
- 2.Die Vorgeschichte: Gulfstream International Airlines
- 3.Neustart als Silver Airways: 2011 bis 2014
- 4.Wachstum mit Versa: Kuba, Seaborne und die Karibik
- 5.Die Flotte: von der Saab 340 zur ATR
- 6.ATR 42 oder ATR 72? So unterscheidest du sie
- 7.Strecken und Drehkreuze
- 8.Das Ende: Insolvenz und Einstellung 2025
- 9.Woran du Silver Airways erkennst
- 10.Ehemalige Silver-Flugzeuge heute spotten
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | 3M |
|---|---|
| ICAO-Code | SIL |
| Rufzeichen | SILVER WINGS |
| Drehkreuze | FLL, TPA, SJU |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 11. Juni 2025 eingestellt, Liquidation nach Chapter 7 ab Ende Juli 2025 |
| Geschäftsmodell | Regionalairline mit eigenem Netz und Codeshares; anfangs Continental Connection bzw. United Express |
| Betrieb | Gegründet im Mai 2011, Flugbetrieb als Silver Airways ab 15. Dezember 2011 |
| Vorgänger | Gulfstream International Airlines (Flugbetrieb ab 1990, Insolvenz 2010) |
| Letzter Sitz | Großraum Fort Lauderdale, Florida (Broward County) |
| Eigentümer | Ab 2011 Victory Park Capital, ab 2016 mehrheitlich Versa Capital Management |
| Drehkreuze | Fort Lauderdale (FLL), Tampa (TPA) und San Juan, Puerto Rico (SJU) |
| Flotte bei der Einstellung | 3 ATR 42-600 und 5 ATR 72-600 (laut Wikipedia, Stand Juni 2025) |
| Frühere Typen | Beechcraft 1900D (2011–2014), Saab 340 (2011–2022), ATR 72-500F im Auftrag von Amazon Air (2021–2023) |
| Tochter | Seaborne Airlines aus San Juan, übernommen 2018 |
| Codes | IATA 3M, ICAO SIL, Rufzeichen SILVER WINGS |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Silver Airways?
- Zweimotorige Hochdecker-Turboprops mit T-Leitwerk: die ATR 42-600 und ATR 72-600 der letzten Jahre
- Vor 2022 die kleinere, ebenfalls zweimotorige Saab 340 mit Tiefdecker-Flügel – das Silver-Arbeitspferd der ersten Dekade
- Eigener Markenauftritt mit dem Namen „Silver“ am Rumpf statt einer großen Partner-Bemalung
- Auf Trackern das Kürzel SIL, im Funk das Rufzeichen „SILVER WINGS“
- US-Kennzeichen mit N, bei den ATR zum Teil mit der Endung SV – etwa N403SV oder N706SV
- Von 2021 bis 2023 flog Silver außerdem ATR 72-500F für Amazon Air, zwei davon mit dem „Prime Air“-Schriftzug
Wer in den letzten Jahren in Fort Lauderdale, Tampa oder Key West am Zaun stand, kannte sie: die kleinen ATR-Turboprops von Silver Airways, die zwischen den großen Jets der Ferienflieger zu den Bahamas, nach Key West oder in die Karibik abhoben. Silver war über gut 13 Jahre der Spezialist für kurze Inselstrecken rund um Florida – bis die Airline im Juni 2025 nach einem gescheiterten Insolvenzverfahren den Betrieb einstellte. Diese Seite erklärt dir, woher Silver kam, welche Flugzeuge sie flog und wie du ehemalige Silver-Maschinen in deinen Sichtungen einordnest.
Jede Sichtung sauber zugeordnet
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Silver Airways im Überblick
Silver Airways war eine US-amerikanische Regionalairline mit Sitz im Großraum Fort Lauderdale in Florida. Anders als viele US-Regionalairlines flog sie die meiste Zeit nicht nur im Auftrag einer großen Netzwerk-Airline, sondern verkaufte ihre Flüge unter eigenem Namen und eigener Flugnummer. Über Codeshares und Interline-Abkommen waren die Strecken trotzdem an die großen Netze angebunden – unter anderem an United Airlines, American Airlines, Delta, JetBlue und Bahamasair.
Das Geschäft waren kurze Strecken mit wenig Passagieren pro Flug: von Florida auf die Bahamas, innerhalb Floridas und ab Puerto Rico zu den Inseln der Karibik. Dafür setzte Silver auf Turboprops – erst Beechcraft 1900D und Saab 340, ab 2019 dann neue ATR-Flugzeuge.
Der Flugbetrieb ist inzwischen Geschichte: Am 11. Juni 2025 stellte Silver den Betrieb ein, nachdem das Ende 2024 begonnene Insolvenzverfahren keinen Käufer hervorgebracht hatte, der weiterfliegen wollte. Wenn du heute „Silver Airways“ in einem Logbuch oder in der Historie eines Kennzeichens liest, geht es also immer um die Vergangenheit.
Die Vorgeschichte: Gulfstream International Airlines
Silver Airways fing nicht bei null an. Die Wurzeln liegen bei Gulfstream International Airlines, die im Oktober 1988 von Thomas L. Cooper gegründet wurde, einem früheren Boeing-727-Kapitän von Eastern Air Lines. Am 1. Dezember 1990 nahm Gulfstream den Flugbetrieb auf. Mit dem gleichnamigen Business-Jet-Hersteller Gulfstream Aerospace hatte die Airline nichts zu tun.
Gulfstream flog zunächst von Miami aus, der Firmensitz lag später im Raum Fort Lauderdale; Ziele auf den Bahamas gehörten schon in den 1990er-Jahren zum Netz. Ab 2004 trat die Airline auf Basis eines Codeshare-Abkommens als Continental Connection für Continental Airlines auf; einige Beechcraft 1900D und Embraer EMB-120 trugen deren Bemalung. Im Laufe der Jahre flog Gulfstream eine bunte Mischung kleiner Muster, darunter Beechcraft C99 und 1900, EMB-120 Brasilia, Dash 7, Short 360 und die kolbengetriebene Cessna 402.
Die späten Jahre waren belastet. 2009 verhängte die US-Luftfahrtbehörde FAA eine Strafe von 1,3 Millionen US-Dollar, unter anderem wegen falsch dokumentierter Flugzeiten, zu langer Dienstzeiten von Crews und Mängeln bei der Wartung. Außerdem geriet die angeschlossene Flugschule, bei der angehende Piloten für ihre Ausbildung bezahlten, in die Schlagzeilen, nachdem bekannt wurde, dass der Kapitän des Absturzes von Colgan Air Flug 3407 im Februar 2009 dort ausgebildet worden war. Am 4. November 2010 meldete Gulfstream Insolvenz nach Chapter 11 an.
Alte Fotos richtig beschriften
Gulfstream International und Silver Airways nutzten denselben IATA-Code 3M, aber unterschiedliche ICAO-Codes: GFT bei Gulfstream, SIL bei Silver. Für Sichtungen vor Dezember 2011 ist deshalb Gulfstream der richtige Betreiber. Notiere Marke und durchführende Airline am besten getrennt – wie du alte Daten abgleichst, zeigt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Neustart als Silver Airways: 2011 bis 2014
Im Mai 2011 kaufte die Investmentgesellschaft Victory Park Capital die Vermögenswerte von Gulfstream, darunter 21 Beechcraft 1900D. Die neue Gesellschaft wurde im Mai 2011 gegründet und flog ab dem 15. Dezember 2011 unter dem Namen Silver Airways. Am selben Tag kam die erste Saab 340 dazu – der Auftakt zum Wechsel auf das größere Turboprop-Muster.
Zunächst flog Silver weiter für Continental. Als Continental im April 2012 in United aufging, wurde daraus United Express; diese Zusammenarbeit endete im Juli 2013. Parallel wuchs die Saab-Flotte, die Wartung zog 2012 nach Gainesville in Nordflorida, und Silver flog zeitweise auch weit weg von Florida: Von Ende 2011 bis Mitte 2013 bediente die Airline von Billings in Montana aus vor allem Strecken des staatlich bezuschussten Programms Essential Air Service, das kleine US-Gemeinden an das Luftverkehrsnetz anbindet.
Im Mai 2014 wurde Silver eigenständig: Die Airline bekam ein eigenes Reservierungssystem und verkaufte ihre Flüge fortan unter eigenem Namen, blieb aber mit United verbunden und vereinbarte im selben Monat eine Partnerschaft mit JetBlue. Die Beechcraft 1900D verschwanden im selben Jahr aus der Flotte.
| Zeitraum | Eigentümer | Auftritt | Codes (IATA / ICAO / Rufzeichen) |
|---|---|---|---|
| 1990–2010 | Gulfstream International | Gulfstream, Continental Connection | 3M / GFT / GULF FLIGHT |
| 2011–2013 | Victory Park Capital | Continental Connection, dann United Express | 3M / SIL / SILVER WINGS |
| 2014–2016 | Victory Park Capital | eigene Marke Silver, Codeshares | 3M / SIL / SILVER WINGS |
| 2016–2025 | Versa Capital Management (Mehrheit) | eigene Marke Silver, Codeshares | 3M / SIL / SILVER WINGS |
Wachstum mit Versa: Kuba, Seaborne und die Karibik
Im September 2016 übernahm Versa Capital Management die Mehrheit an Silver. In diese Jahre fallen einige ungewöhnliche Kapitel: 2016 beantragte die Airline Linienflüge nach Kuba und erhielt Rechte für neun kubanische Städte, Havanna blieb ihr aber verwehrt. Im selben Jahr startete ein Codeshare mit Avianca, Silvers erster mit einer ausländischen Airline.
Im April 2018 kaufte Silver die Seaborne Airlines aus San Juan, eine Regionalairline mit Karibiknetz. Ab März 2020 baute Silver in mehreren Stufen bis Juli 2020 ein eigenes Netz ab San Juan auf und übernahm dabei frühere Seaborne-Strecken. Damit hatte die Airline drei Standbeine: Fort Lauderdale, Tampa und San Juan. Im November 2019 kamen Codeshares mit Delta und American dazu.
Von San Juan aus flog Silver zu Inseln wie St. Thomas und St. Croix auf den Amerikanischen Jungferninseln, nach Tortola, St. Kitts und St. Maarten. In dieser Region begegneten die Silver-ATR anderen Turboprop-Betreibern wie interCaribbean Airways, Air Antilles oder früher LIAT.
Die Flotte: von der Saab 340 zur ATR
Die Flotte erzählt die Geschichte der Airline in drei Etappen.
Beechcraft 1900D (2011–2014): Die 19-Sitzer kamen mit dem Gulfstream-Erbe. Sie waren für den Start nützlich, wurden aber schnell durch größere Flugzeuge ersetzt.
Saab 340 (2011–2022): Das eigentliche Arbeitspferd der ersten Silver-Jahre. Insgesamt flog Silver laut Wikipedia 28 Exemplare der schwedischen Turboprops. Die letzte Saab 340 schied im September 2022 aus.
ATR 42-600 und ATR 72-600 (ab 2019): Im August 2017 kündigte Silver an, 20 ATR 42-600 fest zu kaufen, dazu Optionen auf 30 weitere und das Recht, auf die größere ATR 72-600 umzusteigen. Die ersten ATR kamen ab 2019, bis Januar 2023 hatte Silver laut der deutschsprachigen Wikipedia acht ATR 42-600 und vier ATR 72-600 übernommen. Die angekündigte Größenordnung wurde also nie erreicht. Bei der Einstellung im Juni 2025 bestand die Flotte nur noch aus acht Flugzeugen.
| Typ | Sitze (bei Silver) | Zeitraum | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Beechcraft 1900D | 19 | 2011–2014 | Kleiner Turboprop mit Stehhöhe in der Kabine, von Gulfstream übernommen |
| Saab 340 | – | 2011–2022 | Tiefdecker, prägend für die ersten Silver-Jahre |
| ATR 42-600 | 46 | 2019–2025 | Kurzer ATR, im Juni 2025 drei Exemplare |
| ATR 72-600 | 70 | bis 2025 | Gestreckter ATR, im Juni 2025 fünf Exemplare |
| ATR 72-500 (Frachter) | – | 2021–2023 | Für Amazon Air, zwei mit „Prime Air“-Schriftzug |
Ein Exot in der Silver-Geschichte sind die Frachter: Ab November 2021 flog Silver mit ATR 72-500 Fracht für Amazon Air – laut FreightWaves mit fünf Maschinen, zwei davon trugen den „Prime Air“-Schriftzug. Amazon beendete den Vertrag im Sommer 2023.
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ATR 42 oder ATR 72? So unterscheidest du sie
Auf Fotos aus den letzten Silver-Jahren begegnen dir beide ATR-Größen, oft am selben Tag am selben Flughafen. Die Grundform ist identisch: Hochdecker, zwei Propellertriebwerke unter den Flügeln, T-Leitwerk. Ein paar Details helfen dir weiter – ausführlich erklärt im Guide ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden.
Das spricht für die ATR 42-600
- Kurzer, gedrungen wirkender Rumpf
- Weniger Kabinenfenster zwischen Tür und Flügel
- Auf Trackern als AT46 geführt
Das spricht für die ATR 72-600
- Deutlich längerer, schlanker Rumpf
- Lange Fensterreihe vor und hinter dem Flügel
- Auf Trackern als AT76 geführt
Strecken und Drehkreuze
Das Netz von Silver war stark auf Florida ausgerichtet und änderte sich über die Jahre oft. Grob lassen sich drei Bereiche unterscheiden:
- Florida-Inlandsverkehr: Strecken zwischen den Drehkreuzen Fort Lauderdale und Tampa sowie zu kleineren Flughäfen wie Key West, Tallahassee und Pensacola. Orlando war lange ein Ziel und ab 2015 Standort einer großen Wartungshalle, die Flüge dorthin endeten aber Anfang März 2025.
- Bahamas: Ab Fort Lauderdale und Tampa flog Silver auf mehrere Bahamas-Inseln, darunter zeitweise Freeport und George Town. Für viele kleinere Inseln war ein Turboprop die passende Größe.
- Karibik ab San Juan: Das Netz der früheren Seaborne Airlines mit Zielen auf den Jungferninseln und in der Leeward-Inselgruppe.
Für Spotter bedeutete das: Silver war vor allem an Flughäfen präsent, an denen sonst Jets dominieren. In Fort Lauderdale und Tampa brachten die ATR Abwechslung zwischen Airbus- und Boeing-Schmalrumpfjets, in Key West gehörten sie zum Alltag. Wer heute in Südflorida spotten will, findet am Flughafen Miami die großen Jets – die Silver-ATR gehören dort nur noch ins Archiv.
Achtung Verwechslung
Auf den Bahamas fliegt auch Bahamasair ATR-Turboprops, und in der Karibik sind ATR bei mehreren Airlines verbreitet. Eine ATR auf einem Bahamas-Vorfeld ist also nicht automatisch Silver – Kennzeichen und Bemalung entscheiden. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Das Ende: Insolvenz und Einstellung 2025
Ende Dezember 2024 beantragte Silver Gläubigerschutz nach Chapter 11. Zunächst flog die Airline weiter, schrumpfte aber: Anfang März 2025 endeten die Flüge ab Orlando ohne Vorwarnung, im April warnte das Unternehmen, das Verfahren könne in eine Liquidation umschlagen.
Ein Käufer, der den Flugbetrieb fortführen wollte, fand sich nicht. Im Juni 2025 wurden die Vermögenswerte verkauft, und am 11. Juni 2025 stellte Silver den Betrieb ein. Als letzter Linienflug gilt Flug 56 von Tampa nach Fort Lauderdale in der Nacht zum 11. Juni. Ende Juli 2025 genehmigte das Insolvenzgericht die Umwandlung des Verfahrens in eine Liquidation nach Chapter 7.
1990–2010
Gulfstream International fliegt ab Florida, viele Jahre als Continental Connection.
2011–2016
Neustart als Silver Airways, Saab 340, ab 2014 eigenständig.
2016–2023
Versa übernimmt, Seaborne-Kauf, Netz ab San Juan, ATR-Flotte, Amazon-Frachter.
2024–2025
Chapter 11 Ende 2024, Einstellung im Juni 2025, Liquidation im Juli 2025.
Woran du Silver Airways erkennst
Silver flog seit 2014 unter eigener Marke – Sichtungen sind deshalb leichter zuzuordnen als bei Regionalairlines, die nur in Partnerfarben auftraten. Achte auf diese Punkte:
- ATR 42-600 oder ATR 72-600 mit dem Namen „Silver“ am Rumpf: die Flotte der letzten Jahre von 2019 bis 2025.
- Saab 340 mit Silver-Titeln: die Zeit von 2011 bis 2022.
- Saab 340 oder Beechcraft 1900D in Continental- oder United-Optik an Florida-Flughäfen um 2011 bis 2013: möglicherweise Silver im Auftrag von Continental bzw. United.
- ATR 72-500 als Frachter für Amazon Air zwischen 2021 und 2023: Silver flog mehrere davon, zwei mit „Prime Air“-Schriftzug.
- Auf dem Tracker SIL, im Funk „SILVER WINGS“ – davor bei Gulfstream GFT und „GULF FLIGHT“.
Marke ist nicht immer Betreiber
Bei den Amazon-Frachtern und in der Continental- und United-Zeit stand nicht „Silver“ auf dem Flugzeug. Eindeutig wird eine Sichtung erst mit dem Kennzeichen und dem ICAO-Code im Tracker. Mehr zu Bemalungen nach Betreiberwechseln findest du im Guide zu Hybrid- und Mischlackierungen.
Ehemalige Silver-Flugzeuge heute spotten
Da Silver nicht mehr fliegt, geht es heute um Spurensuche. Nach dem Ende standen die ATR still und wurden im Zuge der Liquidation verwertet; wo welche Maschine heute fliegt, lässt sich nur einzeln über das Kennzeichen klären. Bei einer jungen ATR-600 mit US-Vergangenheit lohnt der Blick in die Historie. Wie das geht, zeigen Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen und Flugzeugalter herausfinden.
Die Saab 340 aus der Silver-Zeit sind älter und verstreuter. Auch hier gilt: Kennzeichen notieren, Historie prüfen. Mehr über die ATR-Familie und ihre Varianten erfährst du auf der Seite des Herstellers ATR, zur Saab 340 auf der Seite von Saab.
Wenn du eine Spotting-Reise nach Florida oder in die Karibik planst, helfen dir die Tipps für eine Planespotting-Reise in die USA, der Überblick zu den Regeln fürs Spotten in den USA und die Hinweise zum Planespotting im Urlaub. Turboprop-Fans finden auf den Inseln mit Bahamasair oder interCaribbean weiterhin ATR, und in Florida fliegt Cape Air als Commuter-Airline mit kleineren Maschinen.
Gute Chancen auf Ex-Silver-Spuren, wenn …
- du eine ATR 42-600 oder 72-600 mit US-Kennzeichen-Historie fotografierst
- du alte Fotos aus Fort Lauderdale, Tampa, Key West oder San Juan sortierst
- du eine Saab 340 in den USA oder der Karibik nachschlägst
Prüf es genau, wenn …
- ein Turboprop in Continental- oder United-Express-Optik um 2012 in Florida fotografiert wurde
- ein Foto aus 2011 stammt, als Gulfstream zu Silver wurde
Kein Silver-Flug, wenn …
- die Sichtung nach dem 11. Juni 2025 als Silver-Flug eingetragen werden müsste
Häufige Verwechslungen
- Silver für eine aktive Airline halten – seit dem 11. Juni 2025 gibt es keinen Flugbetrieb mehr.
- Gulfstream International mit dem Flugzeughersteller Gulfstream verwechseln – die Airline hatte mit den Business-Jets nichts zu tun.
- GFT und SIL vermischen – GFT gehört zu Gulfstream bis 2010, SIL zu Silver ab 2011; der IATA-Code 3M blieb gleich.
- Jede ATR auf den Bahamas Silver zuschreiben – auch Bahamasair und andere Regionalairlines fliegen ATR.
- ATR 42 und ATR 72 verwechseln – die Rumpflänge ist das schnellste Unterscheidungsmerkmal.
- Silver mit CommutAir oder ExpressJet gleichsetzen – die beiden flogen Regionaljets im United-Netz, Silver dagegen Turboprops unter eigener Marke.
Turboprops im Blick behalten
Beobachte Typen wie die ATR 42 oder einzelne Kennzeichen, werde bei Anflug und Landung benachrichtigt und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Silver Airways war der Turboprop-Spezialist Floridas: hervorgegangen aus Gulfstream International, groß geworden mit der Saab 340 und zuletzt mit modernen ATR auf Strecken zu den Bahamas, nach Key West und in die Karibik unterwegs. Der Versuch, sich als eigenständige Regionalairline mit vielen Partnern zu behaupten, endete nach dem Insolvenzantrag Ende 2024 im Juni 2025. Für Spotter lebt Silver in Fotos aus Fort Lauderdale, Tampa und San Juan weiter – und in den Kennzeichen-Historien ihrer ATR.
Kurzfazit
Silver Airways (IATA 3M, ICAO SIL) ist eine historische US-Regionalairline aus Florida: ab 2011 Nachfolgerin von Gulfstream International, ab 2019 mit ATR 42-600 und 72-600, Einstellung am 11. Juni 2025. Ehemalige Silver-Flugzeuge ordnest du heute über das Kennzeichen zu.
Zusammenfassung
- Silver Airways war rund 13,5 Jahre lang der wichtigste Turboprop-Betreiber im Inselverkehr zwischen Florida, den Bahamas und der Karibik.
- Die Airline flog anfangs im Auftrag von Continental und United, wurde 2014 aber eigenständig und baute ein Netz aus Codeshares mit vielen großen Airlines auf.
- Für Spotter ist Silver vor allem wegen der ATR-Flotte, der Saab-340-Ära und der kurzen Episode mit Amazon-Frachtern interessant.
- Nach dem Chapter-11-Antrag Ende 2024 fand sich kein Käufer, der weiterfliegen wollte; im Juni 2025 war Schluss, Ende Juli 2025 folgte die Umwandlung in eine Liquidation.
Häufige Fragen
Gibt es Silver Airways noch?
Nein. Silver Airways hat den Flugbetrieb am 11. Juni 2025 eingestellt. Ende Dezember 2024 hatte die Airline Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Im Juni 2025 wurden die Vermögenswerte verkauft – an einen Investor, der den Flugbetrieb nicht fortführen wollte. Ende Juli 2025 wurde das Verfahren in eine Liquidation nach Chapter 7 umgewandelt.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Silver Airways?
IATA 3M, ICAO SIL, Rufzeichen „SILVER WINGS“. Den IATA-Code 3M hatte schon die Vorgängerin Gulfstream International Airlines verwendet; deren ICAO-Code lautete aber GFT mit dem Rufzeichen „GULF FLIGHT“.
Welche Flugzeuge flog Silver Airways?
Zum Schluss nur ATR-Turboprops: laut Wikipedia drei ATR 42-600 mit 46 Sitzen und fünf ATR 72-600 mit 70 Sitzen. Davor flog Silver die Saab 340 (bis September 2022) und in den ersten Jahren die von Gulfstream übernommene Beechcraft 1900D (bis 2014). Für Amazon Air waren von 2021 bis 2023 zusätzlich mehrere ATR 72-500 als Frachter im Einsatz.
Wohin flog Silver Airways?
Die Airline verband Florida mit den Bahamas und flog innerhalb Floridas, etwa nach Key West, Tallahassee und Pensacola. Ab San Juan in Puerto Rico bediente sie Karibikziele wie die Amerikanischen und Britischen Jungferninseln, St. Kitts und St. Maarten. Das Netz änderte sich häufig; die Flüge ab Orlando endeten bereits Anfang März 2025.
Was hat Silver Airways mit Gulfstream International zu tun?
Silver ist aus Gulfstream International Airlines hervorgegangen. Gulfstream flog ab 1990 von Florida aus, unter anderem auf die Bahamas und ab 2004 als Continental Connection, und meldete im November 2010 Insolvenz an. Victory Park Capital kaufte 2011 die Vermögenswerte, darunter Beechcraft 1900D, und startete im Dezember 2011 unter dem neuen Namen Silver Airways.
Was war Seaborne Airlines?
Seaborne war eine Regionalairline mit Sitz in San Juan, die Silver im April 2018 übernahm. Ab 2020 baute Silver ein eigenes Netz ab San Juan auf und flog dabei auch frühere Seaborne-Strecken.
Flog Silver Airways für Amazon?
Ja, als Nebengeschäft. Ab November 2021 flog Silver mit ATR-72-500-Frachtern für Amazon Air – laut dem Fachportal FreightWaves mit fünf Maschinen. Amazon beendete den Vertrag im Sommer 2023.
Kann ich ehemalige Silver-Flugzeuge heute noch sehen?
Möglicherweise, aber nicht mehr bei Silver. Nach der Einstellung standen die Flugzeuge still; wo die einzelnen ATR später fliegen, verrät dir nur die Historie des Kennzeichens. Wenn du irgendwo eine ATR 42-600 oder 72-600 mit US-Vergangenheit fotografierst, lohnt der Blick in die Datenbanken.
Silver Airways im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
ATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
FlugzeugtypATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
Weitere Airlines
Bahamasair
Die staatliche Airline der Bahamas verbindet von Nassau aus die Out Islands und Florida – mit einer kleinen Mischflotte aus Boeing 737-700, ATR 42-600 und ATR 72-600.
RegionalinterCaribbean Airways
Regionalairline aus Providenciales auf den Turks- und Caicosinseln: vom einmotorigen Inselhüpfer zum dichten Karibik-Netz zwischen Havanna, Nassau, Barbados und Guyana – mit ATR-Turboprops, drei Embraer-Familien und Twin Ottern.
RegionalLIAT
Die Inselhüpfer-Airline der Ostkaribik: 1956 auf Montserrat gegründet, jahrzehntelang mit Turboprops zwischen Antigua, Barbados und Trinidad unterwegs, 2020 in die Administration geschickt und Anfang 2024 eingestellt – heute fliegt LIAT 2020 als Liat Air weiter.
RegionalAir Antilles
Historische Regionalairline der französischen Antillen: 2002 als Air Antilles Express gestartet, mit ATR zwischen Guadeloupe, Martinique und Saint-Martin und mit der Twin Otter auf der Kurzpiste von St. Barth unterwegs – bis zur Liquidation im April 2026.
RegionalCape Air
Die Commuter-Airline aus Hyannis fliegt seit 1989 mit neunsitzigen Kolbenmotor-Zweimots zu Inseln und Kleinstädten – von Cape Cod über die Karibik bis nach Montana. Für Spotter ist sie eine der letzten Linien-Airlines mit Cessna 402.
NetzwerkContinental Airlines
Historische US-Netzwerkairline: 1934 als Varney Speed Lines gegründet, später mit Drehkreuzen in Newark, Houston, Cleveland und Guam – und seit der Fusion 2010 bis 2012 in United aufgegangen, deren Globus-Design von Continental stammt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
ATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
HerstellerSaab
Saab aus Schweden hat zwei Gesichter: Für Airline-Spotter steht der Name für die Turboprops Saab 340 und Saab 2000, die bis heute bei Regionalairlines fliegen. Auf Airshows und Militärflugplätzen ist es der Gripen – und mit dem GlobalEye baut Saab ein fliegendes Radar auf Basis eines Businessjets.
FlughafenFlughafen Miami (MIA)
Vom Pan-Am-Flugfeld an der 36th Street zum Tor der USA nach Lateinamerika: American Airlines mit ihrem Karibik-Drehkreuz, Frachter aus Bogotá, Santiago und Lima im Minutentakt und vier Pisten mitten im Großraum Miami – der Flughafen, an dem Frachtspotting zur Hauptsache wird.
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