Viva Air Colombia

Historische Low-Cost-Airline aus Kolumbien: 2012 als VivaColombia gestartet, mit reiner A320-Flotte und Ablegern in Peru – im Februar 2023 eingestellt, nachdem die Übernahme durch Avianca nicht rechtzeitig genehmigt wurde.

Auch bekannt als: VivaColombia · Viva Air · Viva · Fast Colombia S.A.S. · VH

KolumbienKolumbienLow-Cost-AirlinesIATA: VHICAO: VVC11 Min. Lesezeit

VH

IATA-Code

VVC

ICAO-Code

2012–2023

Flugbetrieb

27.02.2023

Flugbetrieb eingestellt

Das Wichtigste in Kürze

  • Viva Air Colombia ist eine historische kolumbianische Low-Cost-Airline: Start 2012 als VivaColombia, Flugbetrieb am 27. Februar 2023 eingestellt.
  • Codes: IATA VH, ICAO VVC, Rufzeichen „VIVA COLOMBIA“.
  • Die Flotte bestand nur aus Airbus A320 – erst A320-200, ab 2020 zusätzlich A320neo.
  • Die Übernahme durch Avianca scheiterte: angekündigt im April 2022, unter Auflagen genehmigt im März 2023, im Mai 2023 von Avianca abgesagt.
  • Seit Juni 2023 läuft die Liquidation der Gesellschaft Fast Colombia S.A.S.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Viva Air Colombia im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Vom Start in Medellín zum Netz mit drei Drehkreuzen
  4. 4.Viva Air Perú: der Ableger in Lima
  5. 5.Die Flotte: nur Airbus A320
  6. 6.A320 oder A320neo? So sortierst du alte Viva-Fotos
  7. 7.Die gescheiterte Übernahme durch Avianca
  8. 8.Woran du Viva Air Colombia erkennst
  9. 9.Ehemalige Viva-Maschinen heute
  10. 10.Der kolumbianische Markt nach Viva
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeVH
ICAO-CodeVVC
RufzeichenVIVA COLOMBIA
DrehkreuzeMDE, BOG, CLO
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 27. Februar 2023 eingestellt, Liquidation seit Juni 2023
Rechtlicher NameFast Colombia S.A.S.
GegründetAm 16. September 2009, erster Linienflug am 25. Mai 2012 (Rionegro/Medellín–Bogotá)
SitzRionegro bei Medellín, Departamento Antioquia
EigentümerIrelandia Aviation (Investmentgesellschaft, die mehrere Low-Cost-Airlines in Amerika mit aufgebaut hat)
GeschäftsmodellUltra-Low-Cost-Airline mit Inlands- und Regionalnetz
DrehkreuzeMedellín-Rionegro (MDE), Bogotá (BOG) ab 2014, Cali (CLO) ab 2020; dazu Basen in Santa Marta und Cartagena
NamenVivaColombia bis April 2018, danach Viva Air, ab Mai 2021 nur noch „Viva“
Flotte im Lauf der JahreAirbus A320-200 (ab 2012) und A320neo (ab 2020) – nur ein Flugzeugtyp
Schwester-AirlineViva Air Perú (IATA VV, ICAO VPE), Betrieb von Mai 2017 bis Februar 2023
Allianzkeine

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Viva Air Colombia?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Ausschließlich Airbus A320: erst die klassische A320-200, ab 2020 auch die A320neo mit großen Triebwerken
  • Kolumbianisches Kennzeichen mit HK-, zum Beispiel HK-5051 oder HK-5273
  • Schriftzug „Viva“ am Rumpf; ältere Fotos zeigen noch die Marke „VivaColombia“
  • HK-5273 flog komplett in Rosa als Sonderlackierung für die Brustkrebs-Aufklärung
  • Flugnummern mit VH, im Flugplan der Flugsicherung VVC bzw. „VIVA COLOMBIA“
  • Nicht zu verwechseln mit der mexikanischen Viva Aerobus – ähnlicher Name, eigene Airline

Viva Air Colombia war mehr als eine weitere Billig-Airline. Mit der Marke VivaColombia kam 2012 das Ultra-Low-Cost-Modell nach Kolumbien – günstige Tickets, eine einzige Flugzeugfamilie, Zusatzkosten für fast alles außer dem Sitz. Elf Jahre lang gehörten die Airbus A320 von Viva in Medellín, Bogotá und Cali zum Alltag. Im Februar 2023 war plötzlich Schluss: Die geplante Übernahme durch Avianca hing bei der Behörde fest, das Geld war aufgebraucht. Diese Seite zeigt dir, wer Viva war, warum der Deal mit Avianca scheiterte und worauf du achtest, wenn dir heute ein Foto oder eine ehemalige Viva-Maschine begegnet.

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Viva Air Colombia im Überblick

Viva Air Colombia war eine kolumbianische Low-Cost-Airline mit Sitz in Rionegro, dem Standort des Flughafens von Medellín. Die Gesellschaft dahinter hieß Fast Colombia S.A.S. und wurde am 16. September 2009 gegründet. Den ersten Linienflug gab es am 25. Mai 2012 zwischen Rionegro und Bogotá. Hinter dem Projekt stand Irelandia Aviation, eine Investmentgesellschaft, die das Ryanair-Prinzip nach Lateinamerika brachte und auch an der Gründung der mexikanischen Viva Aerobus beteiligt war. Irelandia hielt die Anteile an Viva Air Colombia vollständig.

Die Idee war klar am Vorbild aus Europa ausgerichtet: ein einziger Flugzeugtyp, hohe Auslastung, kurze Bodenzeiten und ein Grundpreis, der nur den Sitz enthält. Wie dieses Modell wirtschaftlich funktioniert, erklärt der Artikel Wie Billigflieger funktionieren. Viva setzte es in einem Land um, in dem viele Strecken über Land extrem lange dauern – ideal für günstige Inlandsflüge.

Der Name wandelte sich mehrmals. Bis April 2018 trat die Airline als VivaColombia auf, dann als Viva Air. Ab Mai 2021 nutzte sie im Marketing nur noch den kurzen Namen Viva. Die Codes blieben dagegen gleich.

VHIATA-Code in der Flugnummer
VVCICAO-Code im Flugplan
HK-Kennzeichen-Präfix Kolumbiens

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code VH: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code VVC: stand im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
  • Rufzeichen VIVA COLOMBIA: so meldete sich die Besatzung im Funk.

Die peruanische Schwester Viva Air Perú hatte eigene Kennungen, nämlich IATA VV und ICAO VPE mit dem Rufzeichen „VIVA PERÚ“. Wenn du alte Flugdaten oder Fotos sortierst, hilft dir diese Trennung, die beiden Gesellschaften auseinanderzuhalten.

Alte Daten richtig lesen

In historischen Tracker-Aufzeichnungen taucht Viva unter VVC auf, nicht unter dem Markennamen. Wie Kennzeichen und Codes zusammenhängen, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.

Vom Start in Medellín zum Netz mit drei Drehkreuzen

Viva begann in Medellín, genauer am Flughafen José María Córdova in Rionegro. Die erste A320 traf schon im März 2012 in Medellín ein, wenige Wochen vor dem ersten Linienflug. Im Juni 2014 kam Bogotá als zweites Drehkreuz dazu, im Dezember 2020 Cali. Daneben eröffnete Viva im Oktober 2018 eine Basis in Santa Marta an der Karibikküste, und Cartagena wurde zu einem wichtigen Ziel mit eigenem Gewicht im Netz.

Ab 2014 ging es auch ins Ausland. Zuerst kamen Panama, Lima und Quito dazu, 2015 dann Miami. Bis zum Ende im Februar 2023 standen unter anderem Buenos Aires, Cancún, Mexiko-Stadt, Punta Cana, Orlando, Lima und Miami im Flugplan, einige frühere Auslandsziele hatte Viva bereits wieder gestrichen. Im Inland reichte das Netz von den großen Städten bis zu Zielen wie San Andrés, Leticia, Riohacha oder Villavicencio.

Wichtig für das Verständnis: Viva war eine Punkt-zu-Punkt-Airline, auch wenn sie mehrere Drehkreuze nannte. Die Flugzeuge waren an den Basen stationiert und flogen von dort direkte Strecken. Umsteigeverbindungen wie bei Avianca standen nicht im Mittelpunkt. Zeitweise gab es Interline-Vereinbarungen, unter anderem mit Viva Aerobus und der kanadischen Air Transat.

Station IATA Rolle bei Viva
Medellín-Rionegro (José María Córdova) MDE Heimatbasis seit 2012, Sitz der Airline
Bogotá (El Dorado) BOG Drehkreuz ab Juni 2014
Cali (Alfonso Bonilla Aragón) CLO Drehkreuz ab Dezember 2020
Santa Marta SMR Basis ab Oktober 2018
Cartagena (Rafael Núñez) CTG wichtiges Ziel an der Karibikküste

Viva Air Perú: der Ableger in Lima

Im Mai 2017 startete die Schwester-Airline Viva Air Perú. Sie hatte ihr Drehkreuz am Flughafen Jorge Chávez in Lima und flog vor allem im peruanischen Inland. Die Flotte war klein und bestand aus A320, die Viva Air Colombia betrieb. Peru war damals ein wachsender Markt für Billigflieger – dort ist heute unter anderem Sky Airline Peru aktiv.

Das Schicksal beider Viva-Airlines war am Ende verbunden: Am 27. Februar 2023 stellte auch Viva Air Perú den Betrieb ein, am selben Tag wie die kolumbianische Mutter.

Die Flotte: nur Airbus A320

Die Flotte war der Kern des Low-Cost-Modells. Viva flog ausschließlich die Airbus A320 des Herstellers Airbus – zum Start mit 188 Sitzen in einer einzigen Klasse. 2017 vereinbarte Viva mit Airbus eine Bestellung über 50 Flugzeuge der A320-Familie, im Dezember 2017 wurde sie fest. Ab 2020 kamen die ersten A320neo in die Flotte.

Typ Im Einsatz Anzahl über die Jahre Spotter-Hinweis
Airbus A320-200 2012–2023 rund 29 Klassische Triebwerke, teils mit Sharklets
Airbus A320neo 2020–2023 12 Deutlich größere Triebwerke, neuere Generation

Diese Zahlen beziehen sich auf alle Flugzeuge, die Viva im Lauf der Jahre betrieb – gleichzeitig im Einsatz waren deutlich weniger. Zum Zeitpunkt des Stillstands war die Flotte bereits geschrumpft: Laut Berichten aus dem Februar 2023 hatte Viva mehrere Maschinen an Leasinggeber zurückgegeben, weitere standen am Boden. Wie Leasing funktioniert und warum es für junge Airlines so wichtig ist, erklärt der Artikel Flugzeugleasing.

Wo fliegt die alte Viva-A320 heute?

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A320 oder A320neo? So sortierst du alte Viva-Fotos

Weil Viva nur einen Typ flog, ist die Generation die eigentliche Spotter-Frage. Die Bemalung hilft dabei nicht, die Technik schon.

Das spricht für die A320neo

  • Sehr große, runde Triebwerke, die fast bis zum Boden reichen
  • Foto ab 2020 – vorher hatte Viva keine neo
  • Auf Trackern als A20N geführt

Das spricht für die A320-200

  • Kleinere, schlankere Triebwerke mit mehr Bodenfreiheit
  • Ältere Fotos mit dem Schriftzug „VivaColombia“
  • Auf Trackern als A320 geführt

Die Sharklets an den Flügelspitzen sind kein sicheres Merkmal, denn auch viele A320 der ersten Generation tragen sie. Am zuverlässigsten bleibt der Blick auf die Triebwerke. Alle Details dazu findest du im Guide A320neo oder ceo?.

Die gescheiterte Übernahme durch Avianca

Das Ende von Viva ist eng mit Avianca verknüpft, der größten Airline Kolumbiens. Am 29. April 2022 kündigte Avianca an, Viva übernehmen zu wollen. Kurz darauf, im Mai 2022, stellten die Haupteigentümer von Avianca und der brasilianischen GOL die neue Holding Abra Group vor. Laut der Ankündigung sollte Abra auch wirtschaftliche Beteiligungen an Viva Air Colombia und Viva Air Perú übernehmen.

Damit begann ein langes Genehmigungsverfahren bei der kolumbianischen Luftfahrtbehörde Aerocivil. Die Sorge: Avianca und Viva zusammen hätten auf vielen Inlandsstrecken kaum noch Konkurrenz gehabt. Ende 2022 sprach sich die Behörde zunächst gegen die Fusion aus. Auch die Konkurrenz meldete sich zu Wort: Im Februar 2023 bekundeten JetSMART und LATAM Airlines Colombia öffentlich Interesse an Viva als Alternative zu Avianca.

April 2022

Avianca kündigt die Übernahme von Viva an, kurz darauf wird die Abra Group vorgestellt.

Februar 2023

Viva beantragt ein Insolvenzverfahren, Flugzeuge gehen an Leasinggeber zurück oder bleiben am Boden, CEO Félix Antelo tritt am 23. Februar zurück.

27. Februar 2023

Viva und Viva Air Perú setzen alle Flüge aus.

21. März 2023

Die Aerocivil genehmigt die Integration unter Auflagen.

13. Mai 2023

Avianca zieht sich zurück. Viva erklärt, ohne Finanzierung nicht weiter fliegen zu können.

22. Juni 2023

Die Unternehmensaufsicht teilt mit, dass Viva in die Liquidation geht.

Stillstand am 27. Februar 2023

Im Februar 2023 spitzte sich die Lage zu. Viva beantragte ein Insolvenzverfahren, mehrere Flugzeuge gingen an Leasinggeber zurück, andere blieben am Boden. Am 23. Februar trat Vorstandschef Félix Antelo aus gesundheitlichen Gründen zurück und forderte die Behörde auf, schnell zu entscheiden. Vier Tage später, am 27. Februar 2023, setzte Viva den gesamten Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung aus. Die Airline machte die Verzögerung bei der Aerocivil verantwortlich.

Die Folgen waren groß: Laut Berichten hatten zum Zeitpunkt des Stillstands rund 466.000 Fluggäste bestätigte Buchungen. An Flughäfen wie El Dorado in Bogotá und José María Córdova in Medellín kam es zu Protesten gestrandeter Passagiere. Die Staatsanwaltschaft leitete später Ermittlungen ein, ob Viva weiter Tickets verkauft hatte, obwohl die finanzielle Lage bekannt war.

Genehmigung mit Auflagen – und der Rückzug

Am 21. März 2023 genehmigte die Aerocivil die Integration doch noch, allerdings mit Bedingungen. Dazu gehörten:

  • Rechte der Viva-Kunden wahren: gestrichene Flüge erstatten oder Passagiere mit offenen Tickets befördern
  • Slots am Flughafen Bogotá zu den Hauptverkehrszeiten zurückgeben
  • das Low-Cost-Modell von Viva als eigenes Angebot erhalten
  • Frequenzen auf der Strecke Bogotá–Buenos Aires abgeben
  • Preisobergrenzen auf Strecken, die das fusionierte Unternehmen allein bedient
  • Wettbewerb auf den besonders konzentrierten Strecken sichern

Avianca hielt diese Auflagen für nicht tragbar. Am 13. Mai 2023 gab die Airline das Vorhaben auf: Unter den gestellten Bedingungen sei Viva weder finanziell noch operativ zu retten, außerdem gefährdeten sie die Stabilität von Avianca selbst. Viva erklärte noch am selben Tag, ohne finanzielle Unterstützung nicht mehr am Markt fliegen zu können. Am 22. Juni 2023 teilte die kolumbianische Unternehmensaufsicht (Superintendencia de Sociedades) mit, dass die Gesellschaft liquidiert wird.

Einordnung

Viva ist nicht die einzige Low-Cost-Airline in Amerika, die in kurzer Zeit verschwand. Ähnlich abrupt endeten Interjet in Mexiko und Lynx Air in Kanada. Gemeinsam ist ihnen, dass die Kostenbasis stimmen muss und schon kurze Finanzierungslücken den Betrieb stoppen können.

Woran du Viva Air Colombia erkennst

Viva gibt es nicht mehr, aber auf Fotos aus den Jahren 2012 bis 2023 ist die Airline gut zu bestimmen. Der Rumpf trug den Schriftzug der jeweiligen Marke – auf älteren Bildern „VivaColombia“, später „Viva Air“ und zuletzt nur „Viva“. Das Datum des Fotos und der Markenname bestätigen sich also gegenseitig.

Das zweite Merkmal ist das Kennzeichen. Kolumbianische Flugzeuge tragen das Präfix HK-, gefolgt von einer vierstelligen Zahl. Ein bekanntes Beispiel ist die HK-5273, die komplett in Rosa lackiert war und auf die Aufklärung über Brustkrebs aufmerksam machte – ein besonderes Motiv in der sonst einheitlichen Flotte. Die HK-5051 wurde dagegen 2015 bekannt, als sie auf dem Weg von Bogotá nach Medellín nach einem Triebwerksbrand nach Bogotá zurückkehrte und sicher landete.

Drittens hilft der Typ: Siehst du an einem kolumbianischen Flughafen der Jahre 2012 bis 2023 eine Maschine mit Viva-Schriftzug, ist es immer eine A320. Ein anderer Typ deutet auf eine Verwechslung hin.

Achtung Verwechslung

Die mexikanische Viva Aerobus heißt ähnlich und fliegt ebenfalls Airbus. Sie ist aber eine eigene Airline mit mexikanischen XA-Kennzeichen und fliegt bis heute. Schau also immer aufs Kennzeichen, bevor du ein Foto als Viva Air Colombia einordnest.

Ehemalige Viva-Maschinen heute

Viele Viva-Flugzeuge waren geleast. Nach dem Stillstand gingen sie an ihre Eigentümer zurück und wurden an andere Airlines weitervermietet. Für Spotter ist das die spannendste Spur, die Viva hinterlassen hat: Eine A320, die einst in Medellín startete, fliegt heute womöglich in ganz anderen Farben – mit neuem Kennzeichen, aber derselben Seriennummer (MSN).

So findest du frühere Viva-Maschinen

  • Alte HK-Kennzeichen in Flottenarchiven nachschlagen und die MSN notieren
  • Über die MSN den heutigen Betreiber und das neue Kennzeichen ermitteln
  • Auf Fotos nach Resten alter Bemalung achten, etwa bei Übergangslackierungen

Prüf es genau, wenn …

  • eine Quelle nur das Kennzeichen nennt – Kennzeichen wechseln, die MSN bleibt
  • Viva Air Colombia und Viva Air Perú vermischt werden

Keine Viva-Sichtung, wenn …

  • du nur eine Viva-Aerobus-Maschine aus Mexiko vor der Linse hast

Übergangslackierungen nach einem Betreiberwechsel sind ein eigenes Sammelgebiet. Wie du solche Mischformen erkennst, zeigt der Artikel Hybrid-Liveries erkennen.

Der kolumbianische Markt nach Viva

Mit Viva verschwand einer der wichtigsten Billigflieger Kolumbiens. Im Low-Cost-Segment sind seitdem vor allem andere Anbieter aktiv: Wingo, die Low-Cost-Marke der Gruppe hinter Copa Airlines, JetSMART und LATAM Airlines Colombia. Wer heute in Bogotá oder Medellín spottet, sieht deshalb wieder viele A320 und 737 – nur eben in anderen Farben. Daneben fliegt die staatliche Satena abgelegene Regionen an.

Häufige Verwechslungen

  • Viva Air Colombia mit Viva Aerobus gleichsetzen – gleiche Wurzeln bei Irelandia, aber zwei getrennte Airlines in zwei Ländern.
  • Viva Air Perú unter VH einsortieren – die peruanische Schwester flog mit IATA VV und ICAO VPE.
  • VivaColombia und Viva für zwei Airlines halten – es ist dieselbe Gesellschaft, nur mit neuem Markennamen ab 2018 bzw. 2021.
  • Jede Viva-A320 für eine neo halten – die A320neo kam erst 2020 dazu, der Großteil der Flotte war die klassische A320-200.
  • Viva für eine Avianca-Tochter halten – die Übernahme wurde zwar angekündigt und genehmigt, aber nie vollzogen.

Raritäten mit der Community teilen

Poste deine alten Viva-Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, sammle sie im Hangar und tausch dich in der Community über die Geschichte einzelner Maschinen aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Viva Air Colombia war elf Jahre lang Kolumbiens Antwort auf Ryanair und Co.: eine Airline mit nur einem Flugzeugtyp, günstigen Tickets und einem Netz, das von Medellín aus bis nach Miami, Cancún und Buenos Aires reichte. Ihr Ende zeigt, wie eng Low-Cost-Airlines kalkulieren. Als die Fusion mit Avianca nicht rechtzeitig kam, reichte das Geld nicht mehr. Für Spotter bleibt Viva ein Stück kolumbianischer Luftfahrtgeschichte – und eine Spur von A320, die heute anderswo weiterfliegen.

Kurzfazit

Viva Air Colombia (IATA VH, ICAO VVC) war eine kolumbianische Low-Cost-Airline mit reiner Airbus-A320-Flotte. Sie flog von 2012 bis zum 27. Februar 2023; die Übernahme durch Avianca scheiterte im Mai 2023, danach folgte die Liquidation.

Zusammenfassung

  • Viva Air Colombia brachte das Ultra-Low-Cost-Modell nach Kolumbien und flog über zehn Jahre mit einer reinen A320-Flotte ab Medellín, Bogotá und Cali.
  • Die Airline hing am Ende an der Fusion mit Avianca: Weil die Genehmigung auf sich warten ließ und das Geld ausging, stellte Viva den Betrieb im Februar 2023 ein.
  • Für Spotter ist Viva heute ein Fall für das Archiv – und für die Suche nach früheren Viva-Maschinen, die bei anderen Airlines weiterfliegen.
  • Merkmale für alte Fotos: Kennzeichen mit HK-, Schriftzug „Viva“ oder „VivaColombia“, Flugnummern mit VH.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Viva Air Colombia?

Der IATA-Code war VH, der ICAO-Code VVC. Im Funk meldete sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „VIVA COLOMBIA“. Die peruanische Schwester Viva Air Perú hatte eigene Codes: IATA VV und ICAO VPE.

Wann hat Viva Air Colombia den Betrieb eingestellt?

Am 27. Februar 2023. Viva setzte alle Flüge mit sofortiger Wirkung aus und begründete das mit der ausstehenden Entscheidung der Luftfahrtbehörde Aerocivil über die Fusion mit Avianca. Viva Air Perú stellte am selben Tag den Betrieb ein. Im Juni 2023 gab die kolumbianische Unternehmensaufsicht bekannt, dass die Gesellschaft in die Liquidation geht.

Warum ist die Übernahme durch Avianca gescheitert?

Avianca kündigte die Übernahme im April 2022 an. Die Aerocivil genehmigte sie erst am 21. März 2023 – fast vier Wochen nach dem Stillstand von Viva – und knüpfte sie an Auflagen, etwa Erstattungen für gestrichene Flüge, die Rückgabe von Slots in Bogotá, den Erhalt des Low-Cost-Modells und Preisgrenzen auf Strecken ohne Konkurrenz. Am 13. Mai 2023 zog sich Avianca zurück: Unter diesen Bedingungen sei Viva weder finanziell noch operativ zu retten.

Welche Flugzeuge flog Viva Air Colombia?

Nur die Airbus-A320-Familie, genauer die A320 selbst. Ab 2012 flog Viva die klassische A320-200, ab 2020 kam die sparsamere A320neo dazu. Über die gesamte Zeit waren es rund 29 A320-200 und 12 A320neo. Viele Maschinen waren geleast und gingen nach dem Aus an ihre Eigentümer zurück.

Hat Viva Air Colombia etwas mit Viva Aerobus zu tun?

Nur über die Entstehungsgeschichte. Die Investmentgesellschaft Irelandia Aviation war an beiden Gründungen beteiligt. Rechtlich sind die mexikanische Viva Aerobus und die kolumbianische Viva aber getrennte Airlines. Viva Aerobus fliegt weiter, während Viva Air Colombia 2023 eingestellt wurde. Beide arbeiteten zeitweise im Interline-Verfahren zusammen.

Was war Viva Air Perú?

Die peruanische Schwester-Airline von Viva Air Colombia. Sie flog ab dem 9. Mai 2017 von Lima aus, mit wenigen A320, die Viva Air Colombia betrieb. Am 27. Februar 2023 stellte auch Viva Air Perú den Betrieb ein.

Kann ich Viva Air Colombia heute noch spotten?

Nicht mehr als Airline. Interessant bleiben alte Fotos aus den Jahren 2012 bis 2023 und die früheren Viva-Flugzeuge, die heute in anderen Farben unterwegs sind. Über die Seriennummer (MSN) kannst du verfolgen, wo eine Maschine geblieben ist.

Viva Air Colombia im Blick behalten

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