Das Wichtigste in Kürze
- Cirrus wurde 1984 gegründet und sitzt seit 1994 in Duluth, Minnesota – heute mit einem zweiten Schwerpunkt in Knoxville.
- Die SR22 ist das Aushängeschild: laut Cirrus seit 24 Jahren in Folge das meistverkaufte leistungsstarke einmotorige Kolbenflugzeug.
- CAPS macht den Unterschied: Jeder Cirrus hat einen Fallschirm für das ganze Flugzeug, laut Hersteller wurden damit 290 Menschen gerettet.
- Der Vision Jet ist ein einstrahliger Personal Jet mit V-Leitwerk, der seit 2016 ausgeliefert wird und die Klasse der Kleinjets anführt.
- Seit 2011 gehört Cirrus mehrheitlich zur chinesischen AVIC-Gruppe, gebaut wird aber weiter in den USA.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Bausatz zum Marktführer
- 8.SR20 und SR22: das moderne Reiseflugzeug
- 9.CAPS: der Fallschirm für das ganze Flugzeug
- 10.Safe Return: Landen ohne Pilot
- 11.Vision Jet: der Jet für Selbstflieger
- 12.Eigentümer und Standorte
- 13.Wo du Cirrus-Flugzeuge siehst
- 14.So erkennst du Cirrus-Typen im Feld
- 15.Cirrus und die Konkurrenz
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle in der Branche | Hersteller von Reiseflugzeugen und Kleinjets für Privatpiloten, Flugschulen und Firmen – laut GAMA 2025 der Hersteller mit den meisten ausgelieferten Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt |
|---|---|
| Gründung | 1984 als Cirrus Design in Baraboo, Wisconsin, durch die Brüder Alan und Dale Klapmeier |
| Sitz | Duluth, Minnesota (seit 1994), zweiter Hauptstandort Knoxville, Tennessee |
| Eigentümer | Seit 2011 mehrheitlich China Aviation Industry General Aircraft (CAIGA), Teil des Staatskonzerns AVIC; seit Juli 2024 an der Börse Hongkong notiert |
| Aktuelle Modelle | SR20, SR22 und SR22T in der Ausbaustufe G7+, dazu der Vision Jet SF50 in der Version G3 (Stand Oktober 2026) |
| Markenzeichen | CAPS – ein Fallschirmsystem, das das ganze Flugzeug abbremst, serienmäßig in jedem Cirrus |
| Auslieferungen 2025 | 691 Flugzeuge der SR-Serie und 106 Vision Jets, zusammen 797 |
| Weitere Standorte | Grand Forks (North Dakota), Großraum Dallas, Phoenix und Orlando sowie Benton Harbor (Michigan) |
| Wichtige ICAO-Typcodes | SR20, SR22, S22T, SF50 |
| Erkennungsweg im Feld | Glatter Kunststoffrumpf, Tiefdecker mit festem Fahrwerk; beim Vision Jet ein Triebwerk oben auf dem Rumpf und V-Leitwerk |
| Offizielle Website | cirrusaircraft.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Cirrus Aircraft aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Cirrus Aircraft
- Eine Cirrus SR22 an einem kleinen Flugplatz an ihrem glatten, nahtlos wirkenden Rumpf erkannt
- Die markante CAPS-Abdeckung hinter der Kabine entdeckt – dort sitzt der Fallschirm
- Eine SR22T per Kennzeichen oder Typcode S22T von einer normalen SR22 unterschieden
- Einen Vision Jet an seinem Triebwerk oben auf dem Rumpf und dem V-Leitwerk erkannt
- Eine Cirrus von einer Diamond DA40 unterschieden – T-Leitwerk heißt Diamond, konventionelles Leitwerk heißt Cirrus
- Einen Cirrus mit D-E- oder D-F-Kennzeichen notiert und die Gewichtsklasse zugeordnet
- Den ICAO-Code im Tracking-Dienst mit deiner Sichtung abgeglichen
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- SR22 und SR20 gehören zu den häufigsten modernen Kleinflugzeugen – auch an deutschen Plätzen
- Der Vision Jet ist optisch unverwechselbar und ein dankbares Motiv
- Klare Typcodes (SR20, SR22, S22T, SF50) erleichtern den Abgleich
- Moderne Maschinen in oft auffälligen Sonderlackierungen der Eigentümer
- An Geschäftsfliegerterminals und GA-Vorfeldern großer Flughäfen regelmäßig zu sehen
Wo es hakt
- SR20, SR22 und SR22T sehen von außen fast gleich aus
- Kleinflugzeuge stehen meist am Rand des Flughafens und sind schwer zu fotografieren
- Viele Cirrus fliegen privat und unregelmäßig – planbar ist wenig
- Ältere Generationen lassen sich nur über Kennzeichen und Baujahr sicher bestimmen
- Ohne ADS-B-Kontrolle bleibt die Zuordnung SR22 oder SR22T oft Rätselraten
Stand: Oktober 2026 – Wer an einem Sonntagnachmittag an einem kleinen Flugplatz am Zaun steht, sieht sie früher oder später: einen schnittigen, makellos glatten Tiefdecker mit Propeller vorn und einer schmalen Kabine, die eher an ein Auto als an ein klassisches Kleinflugzeug erinnert. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Cirrus. Der Hersteller aus Duluth in Minnesota hat in knapp vier Jahrzehnten das Bild der Allgemeinen Luftfahrt verändert – mit Kunststoffrümpfen, Glascockpits und vor allem einem Fallschirm, der im Notfall nicht den Piloten, sondern gleich das ganze Flugzeug rettet. Dazu kommt mit dem Vision Jet einer der ungewöhnlichsten Jets am Himmel.
Jede SR22 und jeden Vision Jet festhalten
Poste deine Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Flughafen und sammle die Cirrus-Familie Version für Version in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Vom Bausatz zum Marktführer
Die Geschichte beginnt 1984 im Bundesstaat Wisconsin. Die Brüder Alan und Dale Klapmeier gründen in der Nähe von Baraboo die Firma Cirrus Design. Ihr Ziel ist von Anfang an ehrgeizig: Sie wollen ein Kleinflugzeug bauen, das moderner, schneller und sicherer ist als die Konstruktionen aus den 1950er- und 1960er-Jahren, die damals die Plätze dominierten – Cessna, Piper und Beechcraft hatten über Jahrzehnte kaum Grundlegendes verändert.
Der erste Schritt ist ein Bausatzflugzeug. Die VK-30 wird 1987 auf dem großen Treffen der Experimental Aircraft Association in Oshkosh vorgestellt und fliegt im Februar 1988 zum ersten Mal. Ein Fünfsitzer mit Druckpropeller am Heck, gebaut von Hobbypiloten in der eigenen Garage. Ein Verkaufsschlager wird sie nicht, nur eine kleine Zahl entsteht. Doch das Projekt bringt den Brüdern Erfahrung mit Verbundwerkstoffen – und die Erkenntnis, dass die Zukunft in einem zugelassenen Serienflugzeug liegt.
1994 zieht das Unternehmen nach Duluth am Oberen See in Minnesota. Dort entsteht das Werk, in dem bis heute die Flugzeuge gebaut werden. Nebenbei entwickelt Cirrus mit der ST-50 einen Turboprop-Prototyp im Auftrag eines israelischen Kunden, der aber nicht in Serie geht. Der eigentliche Durchbruch fliegt am 21. März 1995: der Prototyp der SR20.
SR20 und SR22: das moderne Reiseflugzeug
Am 23. Oktober 1998 erhält die SR20 ihre Musterzulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA, im Juli 1999 gehen die ersten Exemplare an Kunden. Das Konzept unterscheidet sich deutlich von den Klassikern: Rumpf und Flügel bestehen aus Verbundwerkstoff statt aus genieteten Aluminiumblechen, die Form ist aerodynamisch glatt, die Kabine breit und mit zwei Türen ausgestattet. Statt eines Steuerhorns gibt es an der Seite einen Steuergriff, den sogenannten Side Yoke. Und hinter der Kabine sitzt, versteckt unter einer Abdeckung, ein Fallschirm.
Die Kunden wünschen sich schnell mehr Leistung. Die SR22 bekommt einen größeren Flügel, mehr Tankvolumen und einen Sechszylinder-Boxermotor von Continental mit 310 PS. Sie wird im November 2000 zugelassen und ab 2001 ausgeliefert – und überholt ihre kleine Schwester rasch. Nach Angaben von Cirrus ist die SR-Serie seit 24 Jahren in Folge das meistverkaufte leistungsstarke einmotorige Kolbenflugzeug der Welt.
Ein weiterer Meilenstein folgt 2003: Die SR22 wird laut Hersteller als erstes Leichtflugzeug ab Werk mit einem vollständigen Glascockpit angeboten, also mit großen Bildschirmen statt Rundinstrumenten. Seit 2008 liefert Garmin die Avionik, die Cirrus unter dem Namen Perspective vermarktet; die aktuelle Fassung heißt Perspective Touch+. 2010 kommt mit der SR22T eine Variante mit Turbomotor hinzu, die mit 315 PS in größere Höhen steigt. Für die SR22T nennt Cirrus eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 213 Knoten und eine Gipfelhöhe von 25.000 Fuß.
| Modell | ICAO-Code | Motor | Was du wissen musst |
|---|---|---|---|
| SR20 | SR20 | Vierzylinder, seit 2017 Lycoming IO-390 mit 215 PS | Das Einstiegsmodell, beliebt bei Flugschulen |
| SR22 | SR22 | Continental IO-550-N, 310 PS | Der Bestseller, größerer Flügel als die SR20 |
| SR22T | S22T | Continental TSIO-550-K, 315 PS, Turbo | Für große Höhen, außen kaum von der SR22 zu trennen |
| Vision Jet SF50 | SF50 | Williams FJ33-5A, ein Turbofan | Der einstrahlige Personal Jet mit V-Leitwerk |
Generationen von G1 bis G7+
Cirrus entwickelt die SR-Serie seit über 20 Jahren in Stufen weiter, die als Generationen bezeichnet werden. Die G2 von 2004 brachte Änderungen am Rumpf, die G3 von 2007 einen überarbeiteten Flügel und mehr Treibstoff. Eine G4 gab es nie – Cirrus sprang 2013 direkt zur G5 mit höherem Abfluggewicht und serienmäßig fünf Sitzen. Die G6 von 2017 verbesserte Avionik und Beleuchtung, die G7 von 2024 brachte ein neu gestaltetes Interieur mit Touchscreen-Cockpit. Seit 2025 ist die G7+ aktuell, die laut Cirrus als erste einmotorige Kolbenmaschine mit einem von der FAA zugelassenen automatischen Notlandesystem ausgeliefert wird.
Für dich als Spotter heißt das: Von außen unterscheiden sich die Generationen nur in Details wie Lampen, Fenstern oder Antennen. Den verlässlichsten Weg zum Baujahr bietet das Kennzeichen – wie du das Alter einer Maschine herausfindest, erklärt der Beitrag Wie alt ist dieses Flugzeug?.
CAPS: der Fallschirm für das ganze Flugzeug
Das Merkmal, mit dem Cirrus berühmt wurde, ist das Cirrus Airframe Parachute System, kurz CAPS. Die Idee: Gerät das Flugzeug in eine Lage, aus der sich der Pilot nicht mehr befreien kann – etwa nach einem Motorausfall über unlandbarem Gelände, bei Orientierungsverlust in Wolken oder nach einer Kollision –, zieht er an einem roten Griff an der Kabinendecke. Eine kleine Rakete schießt daraufhin den Fallschirm aus seinem Fach hinter der Kabine, und das ganze Flugzeug schwebt mitsamt Insassen zu Boden. Entwickelt wurde das System gemeinsam mit dem Spezialisten Ballistic Recovery Systems, erste Tests liefen in den 1990er-Jahren.
Mit der SR20 wurde CAPS von Anfang an Serienausstattung – bei einem zugelassenen Serienflugzeug damals ein Novum. Das Flugzeug ist dafür konstruiert, beim Aufsetzen am Schirm einen Teil der Aufprallenergie über Fahrwerk und Sitze aufzunehmen. Nach Angaben von Cirrus haben CAPS-Auslösungen bis heute 290 Menschen das Leben gerettet. In den USA hat das System den Spitznamen „das Flugzeug mit dem Fallschirm“ eingebracht.
Ganz unumstritten war das Konzept nicht. In den ersten Jahren lag die Rate tödlicher Unfälle bei Cirrus-Flugzeugen höher als erhofft – unter anderem, weil Piloten den Schirm zu spät oder gar nicht zogen. Cirrus und die Halterorganisation reagierten mit intensiver Schulung, die den frühen Griff zum Fallschirm betont. Laut späteren Auswertungen sank die Unfallrate danach deutlich.
CAPS-Abdeckung als Erkennungsmerkmal
Schau dir bei einer SR20 oder SR22 den Rumpfrücken direkt hinter der Kabine an. Dort siehst du eine rechteckige Abdeckung, oft mit einem Warnhinweis vor der Rakete. Sie ist ein typisches Detail, das Cirrus von anderen modernen Kunststoff-Einmots unterscheidet. Am Boden gilt: Abstand halten und nichts anfassen – auch nicht beim Flugplatzfest.
Safe Return: Landen ohne Pilot
Seit 2020 hat Cirrus eine zweite Sicherheitsebene. Das gemeinsam mit Garmin entwickelte Notlandesystem Safe Return übernimmt auf Knopfdruck das Flugzeug, wenn der Pilot handlungsunfähig ist. Ein Passagier drückt einen Schalter an der Kabinendecke, das System wählt einen geeigneten Flughafen, umfliegt Gelände und Wetter, meldet sich bei der Flugsicherung, landet und bremst bis zum Stillstand. Beim Vision Jet erhielt es im August 2020 die Zulassung der FAA – als erster Jet mit einem solchen System.
Mit der G7+ kam Safe Return 2025 auch in die SR-Serie. Seitdem kombiniert jedes neue Cirrus-Flugzeug drei Bausteine: den Fallschirm CAPS, das Notlandesystem und die Perspective-Touch+-Avionik mit Warnfunktionen. Für die Ausbildung bietet Cirrus eigene Programme und ein Trainingszentrum in Scottsdale, Arizona.
SF50 und SR22 auf die Wunschliste
Setz den Vision Jet, die SR22 oder einzelne Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars – Planetrack meldet sich per Sichtungs-Alarm, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Vision Jet: der Jet für Selbstflieger
Schon Mitte der 2000er-Jahre plante Cirrus den nächsten großen Schritt: einen Jet, den ein Privatpilot genauso selbst fliegt wie seine SR22. Am 3. Juli 2008 hob in Duluth der erste Prototyp des Vision Jet ab. Der Weg zur Zulassung zog sich allerdings hin – es fehlte Geld. Erst mit dem neuen Eigentümer ab 2011 ging es zügig weiter: 2014 flog das erste zulassungskonforme Flugzeug, am 28. Oktober 2016 erteilte die FAA die Musterzulassung, und am 19. Dezember 2016 übernahm der erste Kunde seine Maschine.
Der Vision Jet ist anders als alle anderen Businessjets. Er hat nur ein Triebwerk, einen Williams-FJ33-Turbofan, der oben auf dem hinteren Rumpf sitzt. Das Leitwerk ist V-förmig, damit es nicht im Abgasstrahl liegt. Und natürlich hat auch der Jet einen Fallschirm, der aus der Rumpfnase ausgeschossen wird. Für 2017 erhielt das Projekt die Collier Trophy (verliehen 2018), einen der renommiertesten Luftfahrtpreise der USA.
Seit dem Start hat Cirrus den Jet mehrfach überarbeitet:
- G2 (2019): Autothrottle, Zulassung für den reduzierten Höhenstaffelungsraum (RVSM) und eine maximale Flughöhe von 31.000 Fuß statt zuvor 28.000.
- G2+ (2021): bessere Startleistung, vor allem an heißen und hoch gelegenen Plätzen, dazu WLAN an Bord.
- G3 (2026): im Februar 2026 vorgestellt, mit überarbeiteter Kabine für bis zu sieben Insassen. Für diese Version nennt Cirrus bis zu 317 Knoten Reisegeschwindigkeit und bis zu 1.275 Seemeilen Reichweite.
2025 lieferte Cirrus mit 106 Vision Jets so viele aus wie nie zuvor. Laut Hersteller ist er seit acht Jahren in Folge der meistverkaufte Jet der Allgemeinen Luftfahrt. Bis Ende 2025 hatte Cirrus insgesamt mehr als 700 Exemplare ausgeliefert.
Eigentümer und Standorte
Kapital war für Cirrus lange ein Engpass. 2001 stieg ein Finanzinvestor mit einer Mehrheitsbeteiligung ein, der die Produktion der SR-Serie absicherte. Die Finanzkrise traf die Allgemeine Luftfahrt ab 2008 schwer, und das teure Jetprogramm stand auf der Kippe. 2011 übernahm schließlich China Aviation Industry General Aircraft (CAIGA), eine Tochter des chinesischen Staatskonzerns AVIC, das Unternehmen. Das Management blieb in den USA, Dale Klapmeier führte Cirrus noch bis 2019. Seit Juni 2019 ist Zean Nielsen Vorstandschef, der erste Chef ohne den Familiennamen Klapmeier. Im Juli 2024 ging ein Teil der Aktien an die Börse Hongkong.
Gebaut wird in Duluth, wo Cirrus seinen Sitz am Flughafen hat. Verbundbauteile kommen aus Grand Forks in North Dakota, wo das Werk derzeit erweitert wird. In Knoxville, Tennessee, steht seit 2017 das Vision Center für Auslieferungen, Wartung und Schulung. Dazu kommen Kundenzentren im Großraum Dallas, Phoenix und Orlando sowie in Benton Harbor, Michigan. In Europa ist Cirrus mit Verkaufsbüros in Frankreich und den Niederlanden vertreten.
Wo du Cirrus-Flugzeuge siehst
Anders als Airliner folgen Cirrus-Flugzeuge keinem Flugplan. Viele gehören Privatpiloten, Haltergemeinschaften oder Flugschulen und fliegen, wann es das Wetter und der Terminkalender erlauben. Trotzdem gibt es Orte, an denen deine Chancen gut stehen:
- Verkehrslandeplätze und kleine Regionalflughäfen: Hier stehen SR20 und SR22 oft neben Cessna, Piper und Diamond. Wie du dort am besten vorgehst, steht im Beitrag General Aviation spotten.
- GA-Vorfelder großer Flughäfen: Reisende Cirrus-Piloten nutzen auch größere Plätze, meist abseits der Airline-Terminals.
- Geschäftsfliegerterminals: Der Vision Jet steht oft zwischen deutlich größeren Businessjets. Tipps dazu gibt der Beitrag Businessjets spotten.
- Flugplatzfeste und Messen: Bei Fly-ins siehst du die Flugzeuge aus der Nähe und kannst Details wie die CAPS-Abdeckung in Ruhe ansehen.
- Oshkosh: Die EAA AirVenture in Wisconsin ist für Cirrus traditionell ein Heimspiel – hier wurde 1987 die VK-30 gezeigt. Alles zur Reise steht im Beitrag Planespotting in Oshkosh.
Flugschulen sind ein weiterer großer Kunde. Die US Air Force Academy setzt die SR20 unter der Bezeichnung T-53A für die Grundschulung ein, und auch zivile Airline-Akademien nutzen sie. Wer selbst ans Steuer will, findet die Grundlagen im Beitrag zur Privatpilotenlizenz PPL.
An kleinen Plätzen besonders rücksichtsvoll
Verkehrslandeplätze haben selten offizielle Spotterpunkte. Bleib außerhalb von Zäunen und Bewegungsflächen, frag im Zweifel im Flugleiterturm oder im Vereinsheim nach und fotografiere private Flugzeuge mit Respekt vor den Eigentümern.
So erkennst du Cirrus-Typen im Feld
Moderne Kunststoff-Einmots sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Mit ein paar Fragen bekommst du Cirrus aber schnell in den Griff.
Leitwerk ansehen
Konventionelles Leitwerk mit tief angesetztem Höhenruder: SR-Serie. T-Leitwerk: eher eine Diamond DA40. V-Leitwerk mit Triebwerk oben: Vision Jet.
Fahrwerk prüfen
Die SR-Serie hat ein festes Fahrwerk mit Radverkleidungen. Eine Bonanza oder Piper Malibu zieht ihr Fahrwerk dagegen ein.
Rumpf und Türen beachten
Cirrus-Flugzeuge haben zwei große Flügeltüren und einen glatten, nahtlos wirkenden Rumpf ohne sichtbare Nietreihen.
Rumpfrücken checken
Die rechteckige CAPS-Abdeckung hinter der Kabine ist ein sicherer Hinweis auf die SR-Serie.
Code abgleichen
SR20, SR22, S22T oder SF50 im Tracking-Dienst bestätigen deine Einschätzung – besonders wichtig bei SR22 und SR22T.
Schnellbestimmung: Welcher Cirrus ist das?
Cirrus SR20
Das Einstiegsmodell mit Vierzylindermotor, oft bei Flugschulen. Außen der SR22 sehr ähnlich, der Typcode schafft Klarheit.
Cirrus SR22 oder SR22T
Propeller vorn, festes Fahrwerk, konventionelles Leitwerk und CAPS-Abdeckung: die SR-Serie. S22T steht für die Turboversion.
Cirrus Vision Jet SF50
Ein Triebwerk oben auf dem Rumpf und V-Leitwerk – das gibt es so nur beim Vision Jet.
Wahrscheinlich kein Cirrus
Ein T-Leitwerk passt eher zu einer Diamond DA40 oder DA42. Vergleiche die Merkmale im Guide zu Kleinflugzeugen.
Mehr Merkmale für die ganze Bandbreite der Kleinflugzeuge findest du im Beitrag Kleinflugzeuge erkennen. Beim Vision Jet lohnt sich der Vergleich mit anderen leichten Jets wie der HondaJet, der Citation Mustang oder der Phenom 100 – die haben alle zwei Triebwerke. Hilfe bei den größeren Typen gibt der Beitrag Businessjets unterscheiden.
Cirrus und die Konkurrenz
Im Markt der modernen Reiseflugzeuge hat Cirrus mehrere starke Mitbewerber. Diamond Aircraft aus Österreich setzt ebenfalls auf Verbundwerkstoffe und ist in Europa an vielen Flugschulen präsent. Textron Aviation vereint unter seinem Dach die Traditionsmarken Cessna und Beechcraft, deren Cessna 172 nach wie vor der Inbegriff des Schulflugzeugs ist. Piper Aircraft bedient ein ähnliches Spektrum vom Schulflugzeug bis zur Turboprop-Malibu.
Beim Vision Jet ist der Vergleich schwieriger, weil es in seiner Klasse kaum direkte Gegenstücke gibt. Wer mehr Geschwindigkeit und Kabine will, schaut auf Turboprops wie die Daher TBM oder auf zweistrahlige Leichtjets, etwa von Embraer. Im Turboprop-Segment ist außerdem Pilatus aus der Schweiz eine feste Größe.
Was Cirrus für Spotter spannend macht
- Häufige Gäste an GA-Plätzen, gut zum Sammeln vieler Kennzeichen
- Der Vision Jet als echtes Unikat unter den Jets
- Oft individuelle Lackierungen der Eigentümer
Wo es knifflig wird
- SR20, SR22 und SR22T sind außen kaum zu trennen
- Generationen nur über Details und Baujahr bestimmbar
- Kein Flugplan – Sichtungen sind schwer planbar
Dein GA-Logbuch an einem Ort
Mit Planetrack hältst du jede Cirrus mit Kennzeichen, Typ und Flugplatz fest, teilst deine Fotos mit der Community und findest auf der Spot-Karte die besten Standorte. Planetrack startet bald – sichere dir deinen Platz auf der Warteliste.
Fazit
Cirrus hat gezeigt, dass sich in der Allgemeinen Luftfahrt auch nach Jahrzehnten des Stillstands noch etwas bewegen lässt. Aus einem Bausatzprojekt zweier Brüder wurde der Hersteller mit den meisten ausgelieferten Flugzeugen seiner Branche. Die SR22 ist heute an vielen Flugplätzen so selbstverständlich wie früher die Cessna, und der Vision Jet hat eine Klasse geschaffen, die es vorher nicht gab.
Für Spotter liegt der Reiz im Detail: SR20 von SR22 trennen, die Turboversion per Typcode bestätigen, die CAPS-Abdeckung erkennen und den Vision Jet zwischen großen Businessjets entdecken. Wer dafür den Blick schärft, findet an fast jedem Flugplatz ein Motiv aus Duluth.
Kurzfazit
Cirrus steht für moderne Kunststoff-Reiseflugzeuge mit Fallschirm und den einstrahligen Vision Jet. Achte auf Leitwerk, Fahrwerk und CAPS-Abdeckung – und gleiche den Typcode ab, dann sitzt jede Sichtung.
Zusammenfassung
- Cirrus begann mit Bausatzflugzeugen und brachte 1998 die SR20 als erstes zugelassenes Serienflugzeug auf den Markt.
- Kunststoffbauweise, Glascockpit und das Fallschirmsystem CAPS haben die SR-Serie zum Standard für moderne Reiseflugzeuge gemacht.
- Mit dem Vision Jet schuf Cirrus eine neue Klasse: einen einstrahligen Jet, den Privatpiloten selbst fliegen.
- Für Spotter sind Cirrus-Flugzeuge häufige Gäste an GA-Plätzen und Geschäftsfliegerterminals – die Kunst liegt darin, die Versionen auseinanderzuhalten.
Häufige Fragen
Was ist das Besondere an Cirrus-Flugzeugen?
Vor allem das Cirrus Airframe Parachute System (CAPS): ein Fallschirm, der im Notfall das gesamte Flugzeug samt Insassen sanft zu Boden bringt. Er ist in jedem Cirrus Serienausstattung. Dazu kommen ein Rumpf aus Verbundwerkstoff, moderne Garmin-Glascockpits und seit 2025 auch in der SR-Serie das Notlandesystem Safe Return.
Wo hat Cirrus seinen Sitz?
In Duluth, Minnesota, am dortigen Flughafen. Das Hauptwerk für die SR-Serie und den Vision Jet steht dort, Verbundbauteile entstehen in Grand Forks, North Dakota. In Knoxville, Tennessee, betreibt Cirrus sein Vision Center für Auslieferung, Service und Schulung.
Gehört Cirrus zu einem chinesischen Konzern?
Ja, mehrheitlich. 2011 übernahm China Aviation Industry General Aircraft (CAIGA), eine Tochter des Staatskonzerns AVIC, das Unternehmen. Seit Juli 2024 ist ein Teil der Aktien an der Börse Hongkong gelistet. Entwicklung und Fertigung liegen weiterhin in den USA.
Was ist der Unterschied zwischen SR22 und SR22T?
Der Motor. Die SR22 fliegt mit einem Saugmotor von Continental mit 310 PS, die SR22T mit dem turboaufgeladenen TSIO-550-K mit 315 PS. Der Turbo erlaubt größere Flughöhen. Von außen sind beide kaum zu unterscheiden; den sicheren Hinweis gibt der ICAO-Code: SR22 oder S22T.
Wie schnell ist der Vision Jet?
Für die aktuelle Version G3 nennt Cirrus eine maximale Reisegeschwindigkeit von 317 Knoten (rund 587 km/h) und eine maximale Reichweite von 1.275 Seemeilen. Die maximale Flughöhe liegt bei 31.000 Fuß. Angetrieben wird er von einem einzigen Williams-FJ33-Turbofan oben auf dem Rumpf.
Was ist Safe Return?
Ein automatisches Notlandesystem, entwickelt zusammen mit Garmin. Fällt der Pilot aus, können Passagiere per Knopfdruck das System aktivieren. Es wählt einen geeigneten Flughafen, informiert die Flugsicherung, landet und bremst das Flugzeug bis zum Stillstand. Beim Vision Jet ist es seit 2020 zugelassen, in der SR-Serie seit der G7+ von 2025.
Welches Kennzeichen tragen Cirrus-Flugzeuge in Deutschland?
Die SR-Serie liegt als einmotoriges Flugzeug unter zwei Tonnen in der Klasse D-E. Der Vision Jet ist mit rund 2,7 Tonnen Höchstabflugmasse schwerer und landet als einmotoriges Flugzeug in der Klasse D-F. Mehr dazu im Guide zu den deutschen Kennzeichenklassen.
Wo sehe ich Cirrus-Flugzeuge als Spotter?
Die SR-Serie an vielen Verkehrslandeplätzen und GA-Vorfeldern, oft als Charter- oder Schulflugzeug. Vision Jets tauchen an Geschäftsfliegerterminals größerer Flughäfen auf. Der Höhepunkt für Fans ist die EAA AirVenture in Oshkosh, wo Cirrus traditionell mit großem Stand vertreten ist.
Sichtungen rund um Cirrus Aircraft sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Typische Flugzeuge
Cirrus SR22
Glatter Verbundrumpf, festes Fahrwerk mit Radverkleidungen und ein Fallschirm für das ganze Flugzeug: Die Cirrus SR22 ist seit Jahren das meistverkaufte Kolben-Reiseflugzeug. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypCirrus SR20
Glatte Verbundzelle, Tiefdecker ohne Streben, starres Fahrwerk und ein Fallschirm für das ganze Flugzeug: Die Cirrus SR20 hat die Reiseflugzeug-Klasse neu definiert. So erkennst du sie und grenzt sie von der SR22 ab.
FlugzeugtypCirrus Vision Jet SF50
Ein Triebwerk oben auf dem Rücken, ein V-Leitwerk statt Seitenflosse und ein Fallschirm für das ganze Flugzeug: Der Cirrus Vision Jet ist der kleinste Jet am GA-Vorfeld und sieht aus wie kein anderer.
FlugzeugtypDiamond DA40 Diamond Star
T-Leitwerk, lange schlanke Flügel, eine große Plexiglashaube und ein glatter Kunststoffrumpf: Die Diamond DA40 ist das moderne Schul- und Reiseflugzeug aus Wiener Neustadt. So erkennst du sie und ihre Diesel-Versionen.
FlugzeugtypCessna 172 Skyhawk
Hochdecker, eine Strebe pro Flügel, starres Fahrwerk und ein Zweiblattpropeller: Die Cessna 172 ist das meistgebaute Flugzeug der Welt. So erkennst du sie und ihre Varianten sicher.
FlugzeugtypBeechcraft Bonanza
Seit 1947 gebaut, mit dem berühmten V-Leitwerk oder klassischem Heck: Die Beechcraft Bonanza ist eine Legende der allgemeinen Luftfahrt. So unterscheidest du Model 35, 33 und 36 sicher.
FlugzeugtypHondaJet HA-420
Zwei Triebwerke auf Pylonen über den Flügeln, eine spitz geschwungene Nase und ein Rumpf aus Verbundwerkstoff: Der HondaJet ist der erste Jet des Honda-Konzerns und einer der markantesten Kleinjets am GA-Vorfeld.
FlugzeugtypCessna Citation Mustang
Der kleinste Jet, der je das Citation-Logo trug: Die Mustang brachte Cessna 2006 in die Klasse der Very Light Jets. Gebaut wird sie nicht mehr, am Business-Aviation-Vorfeld in Europa ist sie aber ein Dauergast.
FlugzeugtypEmbraer Phenom 100
Klein, schnell und oft nur mit einem Piloten im Cockpit: Die Phenom 100 ist Embraers Einstieg in die Welt der Very Light Jets. Seit 2008 fliegt sie bei Eignern, Lufttaxi-Firmen, Flugschulen und Luftstreitkräften.
FlugzeugtypDaher TBM 700 bis TBM 960
Ein Propeller, eine schlanke Druckkabine für bis zu sechs Personen und Reisetempo wie ein kleiner Jet: Die TBM aus Tarbes ist einer der schnellsten einmotorigen Turboprops. So erkennst du TBM 700 bis TBM 960.
Weitere Einträge
Diamond Aircraft
Diamond Aircraft aus Wiener Neustadt baut Kleinflugzeuge aus Verbundwerkstoff – vom Zweisitzer DA20 Katana über die Schulflugzeuge DA40 und DA42 bis zur siebensitzigen DA62. Schlanke Segelflieger-Flügel, T-Leitwerk und Kerosin-Diesel machen die Familie an jedem Flugplatz unverwechselbar.
HerstellerPiper Aircraft
Gelber Hochdecker mit Spornrad, Tiefdecker-Schulflugzeug mit einer Tür rechts, Turboprop mit Druckkabine: Hinter all diesen Mustern steht Piper Aircraft aus Vero Beach in Florida. Hier erfährst du, wie aus der Cub eine ganze Flugzeugfamilie wurde, wie du Cherokee, Seminole und M-Klasse auseinanderhältst und wo du Piper-Flugzeuge vor die Linse bekommst.
HerstellerTextron Aviation
Skyhawk auf dem Flugplatz, Citation am Businessjet-Terminal, King Air beim Rettungsdienst, Caravan im Frachtnetz von FedEx: Hinter all diesen Mustern steht Textron Aviation aus Wichita. Hier erfährst du, wie Cessna, Beechcraft und Hawker unter ein Dach kamen, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerPilatus Aircraft
Pilatus aus Stans baut seit 1939 Flugzeuge in der Zentralschweiz – vom Buschflieger PC-6 Porter über die Trainer PC-7, PC-9 und PC-21 bis zum Einmotorer PC-12 und dem Businessjet PC-24. Wer die Familien an Propeller, Cockpit und Leitwerk unterscheiden kann, hat an jedem Business-Aviation-Vorfeld einen Vorsprung.
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