Das Wichtigste in Kürze
- Alle drei rechnen dasselbe: Azimut, Höhe, Auf- und Untergangszeiten, Goldene und Blaue Stunde – die Unterschiede liegen in Bedienung, Zusatzwerkzeugen und Plattformen.
- PhotoPills ist der Werkzeugkasten: Planer auf der Karte, AR-Ansicht und eine ganze Reihe Foto-Rechner von Schärfentiefe bis Zeitraffer in einer App.
- Sun Surveyor ist der schnelle Kompass: 3D-Kompass, Kamera-Ansicht mit eingeblendeter Sonnenbahn und eine kostenlose Lite-Version für den Einstieg.
- The Photographer's Ephemeris denkt von der Karte aus: ideal für die Planung am Schreibtisch, mit Web-App, Sichtlinien-Analyse und einer separaten 3D-App für iOS.
- Für Planespotter zählt vor allem die Karte: Wer Pistenachse und Sonnenlinie auf einem Bild sieht, findet sein Zeitfenster am schnellsten.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Was eine Sonnenstands-App für Spotter leisten muss
- 3.PhotoPills: der Werkzeugkasten
- 4.Sun Surveyor: der schnelle Kompass
- 5.The Photographer’s Ephemeris: die Karten-App
- 6.Die drei im direkten Vergleich
- 7.So nutzt du eine Sonnenstands-App am Flughafen
- 8.Welche App passt zu dir?
- 9.Worauf du achten solltest
- 10.Goldene Stunde, Blaue Stunde und Mond
- 11.Fazit
Die Grundidee kennst du vielleicht schon: Pistenachse plus Sonnenazimut ergibt das Zeitfenster, in dem ein Spot funktioniert. Rechnen musst du das zum Glück nicht selbst – Sonnenstands-Apps zeichnen dir die Sonnenrichtung für jede Uhrzeit und jedes Datum direkt auf die Karte. Drei Namen tauchen in Fotografenkreisen immer wieder auf: PhotoPills, Sun Surveyor und The Photographer’s Ephemeris. Dieser Vergleich zeigt dir, was die drei können, wo sie sich unterscheiden und welche App für das Planespotting am meisten bringt.
Sonnenstand direkt am Spot
Der Sonnenstand-Planer in Planetrack zeigt dir das beste Licht für jeden Spot auf der Spot-Karte – zusammen mit Anreise, Bewertungen und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die kurze Antwort
Alle drei Apps beantworten zuverlässig die Kernfrage jedes Spotters: Aus welcher Richtung und wie hoch steht die Sonne zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort? Die Unterschiede liegen im Drumherum.
- PhotoPills ist die umfangreichste Lösung: Planer auf der Karte, AR-Vorschau und zahlreiche Foto-Rechner in einer App. Ideal, wenn du ohnehin viel fotografierst und gern alles an einem Ort hast.
- Sun Surveyor ist am schnellsten im Feld: 3D-Kompass und Kamera-Ansicht zeigen die Sonnenbahn direkt über dem echten Horizont. Mit der kostenlosen Lite-Version kannst du risikolos einsteigen.
- The Photographer’s Ephemeris (TPE) ist die Karten-App unter den dreien: Sie stammt aus der Landschaftsfotografie, läuft auch im Browser und ist stark bei der Planung am Schreibtisch.
Wenn du noch nicht weißt, wie du Pistennummer, Spotseite und Sonnenrichtung zusammenbringst, lies zuerst den Grundlagen-Guide Sonnenstand planen. Dieser Artikel setzt dort an und vergleicht die Werkzeuge.
Was eine Sonnenstands-App für Spotter leisten muss
Bevor es um einzelne Apps geht, lohnt sich ein Blick auf das, was am Flughafen wirklich zählt. Landschaftsfotografen planen oft Monate im Voraus, ob die Sonne an einem bestimmten Tag hinter einem Berggipfel aufgeht. Beim Planespotting ist die Lage anders: Du kennst die Achse, auf der sich deine Motive bewegen, und willst vor allem wissen, wann die Sonne hinter dir steht.
Daraus ergeben sich vier Anforderungen:
- Azimutlinie auf der Karte. Du willst die Sonnenrichtung über die Piste gelegt sehen. Damit erkennst du sofort, ob du an einem Spot Frontlicht, Seitenlicht oder Gegenlicht hast.
- Zeitregler. Ein Schieberegler, mit dem du durch den Tag scrollst, ist das wichtigste Bedienelement. So findest du in Sekunden, ab wann das Licht kippt.
- Sonnenhöhe. Für Anflugbilder von schräg unten entscheidet die Elevation, ob die Rumpfunterseite noch Licht bekommt. Die Höhe sollte gut ablesbar sein.
- Horizontkontrolle vor Ort. Terminals, Hallen und Bäume verkürzen jedes berechnete Fenster. Eine Kamera-Ansicht mit eingeblendeter Sonnenbahn zeigt dir am Zaun, wann die tiefe Sonne wirklich verschwindet.
Alles, was darüber hinausgeht – Milchstraße, Sternspuren, Finsternis-Simulation –, ist nett, aber für die meisten Spotter Beiwerk. Ausnahme: Nachtfotografen, die Flugzeuge vor Sternenhimmel oder Mond inszenieren. Für sie lohnen sich die Nachtfunktionen durchaus, mehr dazu im Guide Flugzeuge nachts fotografieren.
PhotoPills: der Werkzeugkasten
PhotoPills kommt vom spanischen Anbieter PhotoPills S.L. und ist so etwas wie das Schweizer Taschenmesser der Fotoplanung. Die App ist in einzelne Module gegliedert, die der Hersteller „Pills“ nennt. Im Zentrum steht der Planer: eine Karte, auf der du einen Kamerastandort und einen Motivpunkt setzt. Die App zeigt dann Richtung und Höhe von Sonne, Mond und Milchstraße für jede gewählte Zeit.
Laut Beschreibung im App Store kommen dazu:
- eine AR-Ansicht, die Sonne, Mond und Milchstraße, aber auch Himmelsäquator und Polarstern ins Kamerabild einblendet,
- Zeiten für Sonnenauf- und -untergang, Dämmerung, Goldene und Blaue Stunde sowie Mondauf- und -untergang mit Mondkalender,
- Foto-Rechner für Zeitraffer, Sternspuren, Langzeitbelichtung, hyperfokale Distanz, Schärfentiefe und Bildwinkel,
- eine Aufgabenliste für geplante Aufnahmen und gespeicherte Orte mit Fotos und Notizen.
Für Spotter ist der Planer der eigentliche Gewinn. Setzt du den Kamerapunkt an deinen Spotterplatz und den Motivpunkt mitten auf die Piste, zeigt die App sofort, wie die Sonne zur Blickachse steht. Der Bildwinkel-Rechner ist ein netter Bonus, wenn du abschätzen willst, ob ein Großraumjet mit deiner Brennweite noch komplett ins Bild passt – hilfreich auch bei der Wahl der Ausrüstung, siehe Beste Kamera fürs Planespotting.
Dafür spricht
- sehr großer Funktionsumfang in einer App
- Planer mit Kamera- und Motivpunkt passt gut zur Pistengeometrie
- AR-Ansicht mit Sonnen- und Mondbahn
- auf Deutsch verfügbar
Dagegen spricht
- viele Funktionen bedeuten eine längere Einarbeitung
- für reine Sonnen-Checks fast schon überdimensioniert
- keine kostenlose Vollversion zum Testen
Preis und Plattform: Im deutschen App Store kostet PhotoPills einen einmaligen Betrag von 12,99 Euro (Stand Oktober 2026), die App setzt mindestens iOS 15 voraus. Für Android bietet der Hersteller ebenfalls eine Version an; prüf Preis und Funktionsumfang dort direkt bei Google Play. Welche weiteren Apps sich für dein Smartphone lohnen, zeigen die Übersichten Spotter-Apps fürs iPhone und Spotter-Apps für Android.
Sun Surveyor: der schnelle Kompass
Sun Surveyor stammt vom unabhängigen Entwickler Adam Ratana. Die App setzt stärker auf die Ansicht vor Ort als auf die Kartenplanung. Ihr Markenzeichen ist der 3D-Kompass: Du hältst das Smartphone hoch und siehst die Bahn der Sonne über den Tag als Bogen um dich herum. In der Kamera-Ansicht wird diese Bahn direkt ins Live-Bild projiziert.
Die Vollversion bietet laut Store-Beschreibung außerdem:
- eine interaktive Karte mit Sonnen- und Mondlinien sowie Street-View-Panoramen,
- eine ausführliche Ephemeride mit Zeiten für Goldene und Blaue Stunde, Auf- und Untergänge von Sonne und Mond,
- einen Zeitmaschinen-Regler, mit dem du das Licht über einen Tag oder ein Jahr durchspielst,
- eine Schattenprojektion,
- Kompensation der magnetischen Deklination,
- Offline-Betrieb, ausgenommen die Kartenansicht.
Spannend für Spotter ist die Kombination aus Kamera-Ansicht und Zeitregler. Am Zaun hältst du das Telefon in Richtung Hangar und siehst, um welche Uhrzeit die Sonne hinter dem Dach verschwindet. Genau diese Information fehlt in jeder reinen Kartenberechnung. Der Street-View-Modus hilft dir, einen unbekannten Spot schon zu Hause aus Bodenperspektive abzuschätzen.
Erst Lite, dann Vollversion
Sun Surveyor Lite ist kostenlos und liefert Sonnenrichtung, Sonnenhöhe, Auf- und Untergang, Dämmerungszeiten und den 3D-Kompass. Kamera-Ansicht, Karte, Street View und Mondfunktionen gibt es erst in der Vollversion. Für einen ersten Test am Hausflughafen reicht Lite völlig.
Dafür spricht
- sehr schnelle Orientierung vor Ort
- Kamera-Ansicht zeigt echte Horizonthindernisse
- kostenlose Lite-Version zum Einstieg
- für iOS und Android, viele Sprachen inklusive Deutsch
Dagegen spricht
- Kartenplanung weniger zentral als bei TPE
- Karte und Street View brauchen eine Datenverbindung
- kaum zusätzliche Foto-Rechner
Preis und Plattform: Die iOS-Vollversion kostet im deutschen App Store einmalig 9,99 Euro, die Lite-Version ist kostenlos (Stand Oktober 2026). Sun Surveyor gibt es laut offizieller Website auch bei Google Play.
The Photographer’s Ephemeris: die Karten-App
The Photographer’s Ephemeris, kurz TPE, ist der Pionier unter den dreien. Die Idee entstand 2008 nach einem Landschaftsfotografie-Kurs in den Rocky Mountains, im März 2009 erschien eine erste Desktop-Version als Beta. Hinter dem Projekt stehen Stephen Trainor und Alison Craig mit ihrer Firma Crookneck Consulting LLC.
TPE denkt konsequent von der Karte aus. Du setzt einen roten Pin für deinen Standort, und die App zieht Linien in Richtung Sonnen- und Mondauf- und -untergang sowie für die aktuelle Position. Eine Zeitleiste unten zeigt Dämmerung, Goldene Stunde und Mondphase im Tagesverlauf. Laut App-Store-Beschreibung der iOS-App gehören außerdem dazu:
- sieben Kartentypen, darunter zwei offline nutzbare und zwei topografische,
- Sichtlinien-Analyse (Geodetics) mit Abstand, Peilung und Höhenwinkel zwischen zwei Punkten, um abzuschätzen, ob zwischen Standort und Motiv freie Sicht besteht,
- eine visuelle Suche, die Tage und Uhrzeiten findet, an denen Sonne oder Mond mit deinem Motiv in einer Linie stehen,
- Augmented Reality für die Kontrolle vor Ort,
- ein Nachtmodus mit Milchstraße und Sternbildern sowie Schattenlängen im Kartenmaßstab.
Für Spotter ist besonders die Web-App interessant: Du planst am großen Bildschirm, legst die Azimutlinie über die Pistenachse und speicherst den Spot. Gespeicherte Orte synchronisiert TPE zwischen Web und iOS. Die visuelle Suche ist ein Spezialwerkzeug für ambitionierte Motive, etwa wenn du einen Jet im Endanflug vor der aufgehenden Sonne oder dem Mond haben willst – dann suchst du gezielt den Tag, an dem die Sonne in Verlängerung der Anflugachse steht.
Daneben gibt es TPE 3D als eigene iOS-App. Sie simuliert Sonnen- und Mondlicht samt Schatten über dem echten Gelände. Laut Store-Beschreibung zeigt die App weder Satellitenbilder noch Gebäude – am Flughafen, wo eher Hangars als Berge das Licht blockieren, ist ihr Nutzen deshalb begrenzt.
Dafür spricht
- sehr übersichtliche Kartenplanung mit klaren Azimutlinien
- kostenloser Einstieg im Browser
- Sichtlinien-Analyse und visuelle Suche für besondere Motive
- Sync zwischen Web und iOS
Dagegen spricht
- keine Android-App auf der offiziellen Website beworben
- Farbprognosen nur im Abo
- 3D-Ansicht kennt keine Gebäude
Preis und Plattform: Die iOS-App kostet im deutschen App Store einmalig 9,99 Euro, TPE 3D 12,99 Euro (Stand Oktober 2026). In der iOS-App gibt es zusätzlich Abos für die Skyfire-Prognosen zu Sonnenauf- und -untergangsfarben. TPE Web lässt sich kostenlos nutzen, für erweiterte Funktionen bietet der Anbieter ein PRO-Abo an.
Die drei im direkten Vergleich
| Kriterium | PhotoPills | Sun Surveyor | The Photographer’s Ephemeris |
|---|---|---|---|
| Schwerpunkt | Planer plus Foto-Rechner | Orientierung vor Ort | Kartenplanung |
| Kartenansicht mit Sonnenlinien | ja | ja (Vollversion) | ja, Kernfunktion |
| AR- bzw. Kamera-Ansicht | ja | ja (Vollversion) | ja (iOS) |
| 3D-Kompass | – | ja | – |
| Street View | – | ja | – |
| Sichtlinien-Analyse | – | – | ja (Geodetics) |
| Foto-Rechner (Schärfentiefe, Bildwinkel) | umfangreich | Schattenprojektion | Schattenlängen auf der Karte |
| Plattformen | iOS, Android (laut Hersteller) | iOS, Android | iOS, Web, TPE 3D für iOS |
| Kostenloser Einstieg | – | Lite-Version | Web-App |
| Preis iOS (DE, Stand Okt. 2026) | 12,99 € einmalig | 9,99 € einmalig | 9,99 € einmalig, optionale Abos |
| Deutsche Oberfläche | ja | ja | ja |
Die Tabelle beschränkt sich auf Angaben aus den Store-Beschreibungen und den offiziellen Websites. Preise und Funktionsumfang ändern sich mit Updates, prüfe sie vor dem Kauf im Store.
Licht passt – und der Flieger?
Planetrack meldet dir per Sichtungs-Alarm, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
So nutzt du eine Sonnenstands-App am Flughafen
Egal, für welche App du dich entscheidest – der Ablauf für einen neuen Spot ist immer derselbe.
1. Standort auf der Karte setzen
Setz den Pin genau auf deinen Spotterplatz, nicht auf das Flughafenzentrum. Schon ein paar hundert Meter Versatz können die Blickachse merklich verändern.
2. Blickrichtung zur Piste bestimmen
Lies auf der Satellitenkarte ab, in welche Richtung du von dort auf Piste oder Rollweg schaust. In PhotoPills setzt du dafür einen Motivpunkt, in TPE reicht ein zweiter Pin.
3. Datum wählen und durch den Tag scrollen
Bewege den Zeitregler, bis die Sonnenlinie ungefähr in deinem Rücken liegt. Notier dir Beginn und Ende dieses Fensters.
4. Sonnenhöhe prüfen
Für Anflugbilder sind flachere Sonnenstände günstiger, weil die Unterseite dann noch Licht bekommt. Für Rollbilder ist die Höhe weniger kritisch.
5. Betriebsrichtung und Wetter abgleichen
Das schönste Lichtfenster hilft nichts, wenn auf der anderen Bahn gelandet wird. Wind und Pisten prüfst du mit Wetterdiensten oder direkt in Planetrack.
6. Vor Ort mit AR kontrollieren
Halte die Kamera-Ansicht in Richtung tiefer Sonne und prüf, ob Hangars, Terminals oder Bäume dein Fenster verkürzen.
Für Schritt 5 helfen dir der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen und der Überblick über Wetter-Apps für Spotter. Wie du ein Lichtfenster an einem konkreten Spot findest, zeigen zwei Beispiele aus der Praxis: Am Besucherhügel München mit seinem Blick auf das Ost-West-Bahnsystem des Flughafens München zeigt dir jede der drei Apps sofort, dass die Sonne tagsüber im Süden und damit bei Blick nach Norden im Rücken steht. An der Besucherterrasse Düsseldorf mit der Nordost-Südwest-Achse des Flughafens Düsseldorf verschiebt sich das Fenster deutlich – genau dafür lohnt der Zeitregler.
Welche App passt zu dir?
PhotoPills, wenn …
- du neben dem Spotten viel Landschaft, Nacht oder Zeitraffer fotografierst
- du gern Bildwinkel und Schärfentiefe vorab durchrechnest
- dir eine Einarbeitung nichts ausmacht
Sun Surveyor, wenn …
- du vor allem spontan am Zaun prüfen willst, wo die Sonne gleich steht
- du erst kostenlos testen möchtest
- du mit Android unterwegs bist und eine native App willst
The Photographer's Ephemeris, wenn …
- du am liebsten zu Hause am großen Bildschirm planst
- du besondere Motive wie Sonne oder Mond hinter einem Anflug suchst
- dir eine klare Kartenansicht wichtiger ist als Zusatzrechner
Viele erfahrene Spotter nutzen übrigens zwei Werkzeuge: eine Karten-App für die Planung am Vorabend und eine AR-App für den Kontrollblick vor Ort. Das klingt doppelt, spart aber Fehlfahrten. Einen größeren Überblick über Tracking-, Logbuch- und Foto-Apps findest du im Planespotting-Apps-Vergleich.
Worauf du achten solltest
- Standort-Genauigkeit: Die Berechnung gilt für den gesetzten Pin. Verschiebst du dich am Zaun um einige hundert Meter, ändert sich die Blickachse – die Sonnenrichtung bleibt gleich, aber dein Motiv steht anders.
- Kompass kalibrieren: AR-Ansichten verlassen sich auf den Magnetsensor des Smartphones. In der Nähe von Metallzäunen oder Autos kann er spürbar danebenliegen. Kalibriere ihn vor Ort und gleich die Anzeige mit einer bekannten Richtung ab, etwa der Pistenachse.
- Freier Horizont ist ein Idealfall: Berechnete Auf- und Untergangszeiten gelten für einen ebenen Horizont. Hallen, Terminals und Lärmschutzwälle verkürzen das Fenster, deshalb ist die Kontrolle vor Ort so wertvoll.
- Sonnenhöhe nicht vergessen: Wer nur auf den Azimut achtet, steht mittags mit perfekter Richtung, aber hartem Licht und dunkler Rumpfunterseite da. Wie du das in der Bearbeitung rettest, steht im Artikel Schatten und Rumpfunterseite aufhellen.
- Nie direkt in die Sonne zielen: Teleobjektiv oder Blick direkt in die Sonne können Augen und Sensor schädigen. Gegenlichtaufnahmen nur mit der Sonne knapp außerhalb des Bildes oder hinter dem Flugzeug – Ideen dazu im Guide Gegenlicht in der Flugzeugfotografie.
Goldene Stunde, Blaue Stunde und Mond
Alle drei Apps liefern die Zeiten für Goldene und Blaue Stunde. Beim Planespotting sind diese Phasen besonders reizvoll, weil das warme, flache Licht Rumpfflanken plastisch modelliert und weiße Lackierungen nicht ausfressen. Gleichzeitig ist das Fenster kurz – wer es nutzen will, muss genau wissen, wann es beginnt. Hier spielen die Apps ihre Stärke aus: Ein Blick auf die Zeitleiste reicht, und du weißt, ob sich die Fahrt nach Feierabend noch lohnt. Mehr zu diesem Licht im Artikel Golden Hour und Blaue Stunde, allgemeine Tipps zur Tageszeit im Guide Die beste Tageszeit fürs Planespotting.
Der Mond ist das Spezialprojekt. Ein Flugzeug vor der vollen Mondscheibe gehört zu den aufwendigsten Motiven überhaupt: Du brauchst einen Standort, an dem der Mond in Verlängerung einer Anflug- oder Abflugroute steht, die richtige Betriebsrichtung und Verkehr genau in diesem Moment. Die visuelle Suche von TPE und der Planer von PhotoPills sind dafür gemacht, solche Konstellationen zu finden. Ob dann tatsächlich eine Maschine durch die Scheibe zieht, bleibt Glückssache – aber die Chancen steigen erheblich.
Bist du bereit für die Lichtplanung per App?
- Ich habe eine Sonnenstands-App installiert oder die Web-Version geöffnet.
- Ich habe meinen Spot als gespeicherten Ort angelegt.
- Ich kenne die Blickrichtung von meinem Spot zur Piste.
- Ich habe das Lichtfenster für mein Wunschdatum mit dem Zeitregler gesucht.
- Ich habe die Sonnenhöhe für Anflugbilder geprüft.
- Ich habe den Kompass meines Smartphones kalibriert.
Spot, Licht und Sichtung in einer App
Mit Planetrack findest du Spots mit dem besten Licht, prüfst Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und hältst deine Sichtungen mit Foto, Kennzeichen und Airline im Hangar fest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
PhotoPills, Sun Surveyor und The Photographer’s Ephemeris rechnen alle zuverlässig, unterscheiden sich aber deutlich im Charakter. PhotoPills ist der große Werkzeugkasten für Fotografen, die viel mehr als Flugzeuge fotografieren. Sun Surveyor punktet mit schneller Orientierung vor Ort und einem kostenlosen Einstieg. TPE ist die klarste Karten-App und lässt sich sogar im Browser nutzen. Für das Planespotting entscheidet am Ende weniger die App als die Routine: Spot setzen, Blickachse bestimmen, Zeitregler bewegen, vor Ort kontrollieren.
Kurzfazit
Zum Ausprobieren starte mit Sun Surveyor Lite oder TPE Web, beide kostenlos. Wer gern zu Hause plant, bleibt bei TPE, wer viele Foto-Rechner möchte, greift zu PhotoPills, und wer vor allem am Zaun schnell Klarheit will, nimmt die Vollversion von Sun Surveyor. Entscheidend ist, dass du die Pistenachse und die Sonnenlinie zusammen siehst – dann findest du dein Lichtfenster in Sekunden.
Zusammenfassung
- PhotoPills, Sun Surveyor und The Photographer's Ephemeris (TPE) sind etablierte Sonnenstands-Apps für Fotografen, die auch beim Planespotting zuverlässig helfen.
- Die Kernberechnung ist bei allen ähnlich; entscheidend sind Kartenansicht, Augmented Reality, Offline-Nutzung, Plattform und Preismodell.
- Laut App Store kosten die Vollversionen in Deutschland jeweils einen einmaligen Betrag im unteren zweistelligen Bereich, TPE bietet zusätzlich kostenpflichtige Abos für Farbprognosen, Sun Surveyor eine kostenlose Lite-Version (Stand Oktober 2026).
- Für Spotter lohnt sich vor allem die Kombination aus Kartenplanung zu Hause und kurzer AR-Kontrolle vor Ort.
Häufige Fragen
Welche Sonnenstand-App ist die beste für Planespotter?
Eine pauschal beste gibt es nicht. Wer hauptsächlich zu Hause plant, kommt mit der Kartenansicht von The Photographer's Ephemeris oder dem Planer von PhotoPills gut zurecht. Wer vor allem am Zaun schnell prüfen will, wo die Sonne in zwei Stunden steht, schätzt die Kamera-Ansicht und den 3D-Kompass von Sun Surveyor. Teste am besten mit einer kostenlosen Option, ob dir das Grundprinzip liegt.
Gibt es eine kostenlose Sonnenstand-App?
Ja. Sun Surveyor gibt es als kostenlose Lite-Version mit Sonnenrichtung, Sonnenhöhe, Auf- und Untergang, Dämmerung und 3D-Kompass. The Photographer's Ephemeris lässt sich im Browser kostenlos nutzen; erweiterte Funktionen gibt es dort mit einem PRO-Abo. Für einfache Spot-Checks reicht das oft schon.
Brauche ich Augmented Reality für die Lichtplanung am Flughafen?
Nicht zwingend. Für die Frage, ob die Sonne zu einer Uhrzeit hinter dir steht, reicht die Kartenansicht mit Azimutlinie. AR hilft vor Ort, wenn Hangars, Bäume oder Lärmschutzwälle den Horizont verdecken und du sehen willst, wann die Sonne tatsächlich dahinter verschwindet.
Funktionieren die Apps auch offline am Spot?
Teilweise. Die Vollversion von Sun Surveyor arbeitet laut Store-Beschreibung offline, mit Ausnahme der Kartenansicht. Die iOS-App von TPE bietet zwei Offline-Kartentypen. Wer an einem Spot mit schlechtem Netz steht, sollte die Planung vorher erledigen und die Karte vorab laden.
Gibt es The Photographer's Ephemeris für Android?
Auf der offiziellen Website führt der Anbieter aktuell die Web-App, die iOS-App und TPE 3D für iOS auf. Eine Android-App wird dort nicht beworben. Android-Nutzer greifen auf die Web-Version im Browser zurück.
Kann ich mit diesen Apps auch den Mond hinter einem Flugzeug planen?
Ja, alle drei berechnen neben der Sonne auch Mondauf- und -untergang, Mondrichtung und Mondphase. Damit lässt sich abschätzen, wann der Mond in Verlängerung einer Anflugschneise steht. Ob dann tatsächlich ein Flugzeug durchs Bild fliegt, hängt von Betriebsrichtung und Verkehr ab.
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