Schatten und Rumpfunterseite aufhellen, Lichter retten

Weißer Rumpf oben, fast schwarzer Bauch unten: Flugzeugfotos haben einen extremen Kontrastumfang. Wie du Lichter zuerst sicherst, Schatten gezielt öffnest und dabei Halos, Rauschen und den flauen HDR-Look vermeidest.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst die Lichter, dann die Schatten: Ein weißer Rumpf verzeiht keine Überbelichtung. Sichere zuerst die Zeichnung in den hellen Flächen und öffne danach die dunklen Bereiche.
  • Was ausgefressen ist, bleibt weg: Sind im RAW alle drei Farbkanäle abgeschnitten, kann keine Software echte Struktur zurückholen – Rekonstruktionsverfahren kaschieren nur.
  • Global moderat, lokal gezielt: Der Tiefen-Regler hebt das ganze Bild an. Für die Rumpfunterseite ist eine Maske auf das Flugzeug oder ein Pinsel meist sauberer.
  • Halos sind das Warnsignal: Ein heller Saum zwischen Rumpf und Himmel zeigt, dass du zu weit gegangen bist. Ein Schritt zurück wirkt fast immer natürlicher.
  • Aufhellen kostet Rauschen: Wer stark knapp belichtete Schatten öffnet, holt Rauschen und Farbstiche mit nach oben. Rauschreduzierung gehört dann in denselben Arbeitsgang.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Schatten aufhellen und Lichter retten: die kurze Antwort
  2. 2.Warum Flugzeuge so schwierig sind
  3. 3.Was „Lichter retten“ wirklich bedeutet
  4. 4.Die Reihenfolge in der Praxis
  5. 5.Die Rumpfunterseite gezielt aufhellen
  6. 6.Die drei typischen Nebenwirkungen
  7. 7.Sonderfälle am Flughafen
  8. 8.Fotodatenbanken und Screening
  9. 9.Das Problem schon bei der Aufnahme kleiner machen
  10. 10.Fazit

Der Airbus kommt sauber im Anflug, die Schärfe sitzt, das Kennzeichen ist lesbar – und trotzdem stimmt etwas nicht. Die Rumpfoberseite leuchtet fast weiß, Triebwerke, Fahrwerk und Bauch versinken in einem dunklen Grau. Genau dieses Problem kennt jeder, der bei Sonne Landungen fotografiert. In diesem Guide lernst du, wie du Schatten und die Rumpfunterseite aufhellst und gleichzeitig die Lichter rettest, in welcher Reihenfolge du die Regler bedienst und wo die Grenze zwischen sauberer Entwicklung und künstlichem HDR-Look verläuft.

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Schatten aufhellen und Lichter retten: die kurze Antwort

Du arbeitest von oben nach unten: Zuerst setzt du die Gesamthelligkeit, dann ziehst du Lichter und Weiß zurück, bis der helle Rumpf wieder Struktur zeigt. Erst danach öffnest du die Schatten – global nur moderat, für die Rumpfunterseite gezielt mit einer Maske oder einem Pinsel. Zum Schluss setzt du den Schwarzpunkt neu, damit das Bild nicht flau wirkt, und prüfst die Kanten auf Halos. Grundlage für all das ist eine RAW-Datei, denn nur sie hat genug Reserven in hellen und dunklen Tönen.

Warum die Reihenfolge so wichtig ist: Jede Schattenkorrektur verändert auch die Mitteltöne und damit indirekt die Wirkung der Lichter. Wer zuerst die Schatten aufreißt und danach die Lichter rettet, dreht sich im Kreis und landet fast immer bei einem flachen, grauen Bild.

3Farbkanäle pro Pixel – erst wenn alle abgeschnitten sind, ist die Zeichnung endgültig weg
Lichter → Schattendie Reihenfolge, die das Bild stabil hält
100 %Zoomstufe für den Halo-Check an den Rumpfkanten

Warum Flugzeuge so schwierig sind

Ein Verkehrsflugzeug ist für die Tonwerte deines Sensors ein Härtetest. Viele Airlines fliegen mit überwiegend weißen Rümpfen – warum das so ist, erklärt der Artikel Warum Flugzeuge weiß lackiert sind. Weiß reflektiert die Sonne stark, und die gewölbte Rumpfoberseite liegt bei hohem Sonnenstand im direkten Licht. Die Unterseite dagegen wendet sich vom Licht ab und bekommt nur noch Streulicht vom Boden und vom Himmel.

Dazu kommt die Perspektive. Bei einer Landung fotografierst du oft von schräg unten, also genau auf die verschattete Seite. Bei Rollbildern und Starts siehst du mehr Flanke, aber auch dort liegen Triebwerkseinläufe, Fahrwerksschächte und der Bereich unter den Tragflächen im Schatten. Die Unterschiede zwischen Anflug- und Startbildern beschreibt der Guide Landungen oder Starts? genauer.

Das Ergebnis ist ein Kontrastumfang, den das Auge mühelos verarbeitet, das Foto aber nicht. Belichtest du so, dass der weiße Rumpf noch Zeichnung hat, säuft die Unterseite ab. Belichtest du auf die Unterseite, frisst der Rumpf aus. Die Bearbeitung muss diesen Spagat nachträglich lösen.

Wann das Problem am größten ist

Wie stark der Effekt ausfällt, hängt vor allem vom Sonnenstand ab. Steht die Sonne steil, liegt der Bauch komplett im Schatten. Bei flacher Sonne am Morgen und Abend trifft das Licht auch die Unterseite noch seitlich. Wie du Spot und Uhrzeit danach auswählst, steht im Guide Sonnenstand planen; warum die Randzeiten des Tages so beliebt sind, erklärt Golden Hour und Blaue Stunde.

Was „Lichter retten“ wirklich bedeutet

Bevor du an Regler gehst, lohnt ein Blick darauf, was in der Datei überhaupt noch steckt. Jeder Pixel eines Farbbilds besteht aus drei Kanälen: Rot, Grün und Blau. Ein Bereich kann auf dem Bildschirm weiß aussehen, obwohl nur einer oder zwei Kanäle an ihrer Obergrenze anschlagen. Dann ist noch Information vorhanden, und Entwicklungsprogramme können aus den übrigen Kanälen und benachbarten Pixeln Helligkeit und Farbe rekonstruieren.

Sind dagegen alle drei Kanäle abgeschnitten, gibt es nichts mehr zu retten. Die Dokumentation des freien RAW-Konverters darktable beschreibt ihre Rekonstruktionsverfahren ausdrücklich so, dass große, vollständig abgeschnittene Flächen nur plausibel kaschiert, nicht aber echt repariert werden. Für dich heißt das: Ein komplett ausgebrannter Rumpf bleibt eine strukturlose Fläche, auch wenn sie nach der Korrektur grau statt weiß ist.

Zustand im Bild Was noch geht Was du tun kannst
Rumpf sehr hell, Histogramm berührt den rechten Rand knapp nicht volle Zeichnung vorhanden Lichter und Weiß leicht senken
einzelne Kanäle abgeschnitten (oft leichte Farbverschiebung) Struktur teilweise rekonstruierbar Lichter deutlich senken, Rekonstruktion des Programms nutzen
alle Kanäle abgeschnitten, große Fläche keine echte Struktur mehr Fläche neutral halten, Bild ggf. aussortieren
Unterseite dunkel, aber nicht schwarz Zeichnung im RAW vorhanden Schatten öffnen, Rauschreduzierung mitdenken
Unterseite reines Schwarz kaum noch verwertbare Daten nur sehr begrenzt aufhellbar, wirkt schnell verrauscht

Genau hier zeigt sich der Vorteil von RAW. Das JPEG, das deine Kamera auf dem Display anzeigt, ist bereits mit Kontrast und Tonwertkurve entwickelt und hat weniger Spielraum. In der RAW-Datei steckt oft noch Zeichnung in Bereichen, die die Kameravorschau schon als weiß markiert. Mehr zu dieser Grundsatzfrage findest du im Vergleich RAW oder JPEG beim Planespotting?.

Die Reihenfolge in der Praxis

Die folgenden Schritte funktionieren in Lightroom, Capture One, darktable und den meisten anderen RAW-Konvertern – die Regler heißen nur leicht unterschiedlich. Einen Überblick über die Programme gibt der Vergleich Capture One, Lightroom und DxO, kostenlose Alternativen sammelt der Artikel Kostenlose Bildbearbeitung für Spotter.

1. Belichtung grob setzen

Stell die Gesamthelligkeit so ein, dass die Mitteltöne – Himmel, Flanke im Seitenlicht – natürlich wirken. Noch nicht an die Extreme denken.

2. Lichter und Weiß sichern

Lichter zurücknehmen, bis Rumpfoberseite, Fenstergurt und helle Schriftzüge wieder Struktur zeigen. Den Weißpunkt so setzen, dass gerade nichts Wichtiges mehr abgeschnitten ist. Die Clipping-Anzeige deines Programms zeigt dir die Grenze.

3. Schatten moderat öffnen

Den Tiefen-Regler anheben, bis Fahrwerk und Triebwerke erkennbar werden – aber nicht so weit, dass das ganze Bild grau wird. Global eher zurückhaltend bleiben.

4. Schwarzpunkt neu setzen

Nach dem Aufhellen fehlt dem Bild oft echtes Schwarz. Den Schwarz-Regler leicht absenken, bis die dunkelsten Stellen wieder satt sind – etwa Reifen oder Fahrwerksschächte.

5. Lokal nacharbeiten

Jetzt die Rumpfunterseite gezielt per Maske aufhellen und, falls nötig, einen zu hellen Himmel separat beruhigen.

6. Kanten und Rauschen prüfen

In der 100-Prozent-Ansicht Rumpfober- und -unterkante auf Säume absuchen und in den aufgehellten Bereichen das Rauschen kontrollieren.

Wie sich diese Schritte in die komplette Entwicklung von Import bis Export einfügen, zeigt der Guide Flugzeugfotos bearbeiten. Für Lightroom-Nutzer gibt es mit dem Lightroom-Workflow für Flugzeugfotos eine eigene Anleitung, inklusive Synchronisation über ganze Serien.

Clipping sichtbar machen

Fast jeder RAW-Konverter hat eine Warnanzeige für abgeschnittene Lichter und Schatten, meist als farbige Überlagerung im Bild. In Lightroom Classic kannst du zusätzlich beim Ziehen der Weiß- und Schwarz-Regler die Alt-Taste (Mac: Option) halten – dann siehst du nur die Bereiche, die gerade abgeschnitten werden.

Die Rumpfunterseite gezielt aufhellen

Der globale Tiefen-Regler wirkt auf alle dunklen Bereiche im Bild: Bäume, Zaun, Wolkenschatten, das Vorfeld. Für die Rumpfunterseite brauchst du meist mehr Wirkung, als du dem Rest des Bilds zumuten willst. Deshalb ist die lokale Korrektur das eigentliche Werkzeug.

Motivmaske: der schnelle Weg

Moderne Programme erkennen das Hauptmotiv automatisch. Bei Flugzeugen funktioniert das meist gut, weil sich der Rumpf klar vom Himmel abhebt. Auf diese Maske legst du eine leichte Anhebung von Tiefen oder Belichtung. Vorteil: Der Himmel bleibt unverändert, die Aufhellung wirkt nur auf das Flugzeug. Prüfe aber die Maskenkante – bei Rollbildern mit unruhigem Hintergrund oder Hitzeflimmern greift die Erkennung gelegentlich daneben.

Pinsel oder Verlauf: die präzise Variante

Willst du wirklich nur den Bauch aufhellen, nicht die bereits helle Oberseite, ist ein Pinsel mit weicher Kante oder ein Verlaufsfilter von unten nach oben die genauere Lösung. Beim Anflugbild legst du den Verlauf so, dass er an der Rumpfunterkante voll wirkt und etwa auf Höhe des Fenstergurts ausläuft. Viele Programme erlauben, eine Maske mit einer Helligkeitsbereichs-Auswahl zu kombinieren. So wirkt die Korrektur innerhalb des Verlaufs nur auf die dunklen Töne.

Tonwert-Equalizer statt Brechstange

Einige Konverter bieten Werkzeuge, die Helligkeit nach Tonwertzonen verteilen. Der Tonwert-Equalizer in darktable etwa arbeitet mit einer kantenerhaltenden Maske, die das Bild in Bereiche ähnlicher Helligkeit teilt, und verändert die Belichtung pro Helligkeitszone. Laut Dokumentation bleibt dabei der lokale Kontrast weitgehend erhalten. Für Flugzeuge ist das reizvoll: Du kannst die tiefen Zonen gezielt anheben, ohne dass die Rumpfstruktur verflacht.

Besseres Licht, weniger Nacharbeit

Der Sonnenstand-Planer in Planetrack zeigt dir, wann die Sonne an deinem Spot flach genug steht, um auch die Rumpfunterseite noch anzustrahlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die drei typischen Nebenwirkungen

Jede Aufhellung hat ihren Preis. Wer die Nebenwirkungen kennt, erkennt früher, wann es genug ist.

Halos an den Rumpfkanten

Ein heller Saum über dem Rumpfrücken oder ein dunkler Rand unter dem Bauch sind die Klassiker. Sie treten bei Werkzeugen auf, die mit Weichzeichnung und lokalem Kontrast arbeiten, wenn sie zu stark eingestellt sind. Die darktable-Dokumentation nennt für ihr Schatten-und-Lichter-Modul genau diese Gefahren: Halos, übertriebenen lokalen Kontrast in den Lichtern und eine Blauverschiebung in den Schatten bei kräftigen Einstellungen. Gegenmittel: Regler zurücknehmen, Maskenkanten weicher oder präziser setzen, und das Ergebnis immer in voller Auflösung prüfen.

Rauschen und Farbstiche in den Schatten

In dunklen Bildbereichen ist das Verhältnis von Signal zu Rauschen ungünstig. Hellst du sie stark auf, wird das Rauschen sichtbar – oft als farbiges Krisseln in Fahrwerksschächten und unter den Tragflächen. Schatten nehmen außerdem gern einen bläulichen Ton an, weil sie vor allem vom Himmel beleuchtet werden. Bei stark geöffneten Schatten gehört deshalb eine gezielte Rauschreduzierung dazu; moderne KI-Verfahren dafür stellt der Artikel Rauschreduzierung mit KI-Denoise vor. Den Farbstich behebst du lokal mit etwas wärmerer Farbtemperatur in der Maske – mehr dazu im Guide Weißabgleich und Farben korrigieren.

Der flache HDR-Look

Wenn Lichter maximal runter- und Schatten maximal hochgezogen sind, verliert das Bild seine Plastizität. Ein Flugzeug lebt von Licht und Schatten auf der Rumpfrundung. Wird alles gleich hell, sieht es aus wie ausgeschnitten und auf den Himmel geklebt. Ein Rest Schatten unter dem Rumpf ist kein Fehler, sondern zeigt, dass Sonne geschienen hat.

Sonderfälle am Flughafen

Große Maschinen mit langen Flanken

Bei einem Airbus A380 oder einer Boeing 747-8 fällt jede Ungleichmäßigkeit auf, weil die Flanke so groß ist. Eine Motivmaske, die den gesamten Rumpf aufhellt, wirkt hier oft natürlicher als ein Pinsel, der nur den Bauch erwischt und eine sichtbare Grenze auf der Flanke hinterlässt.

Dunkle Lackierungen und Sonderlackierungen

Nicht jedes Flugzeug ist weiß. Bei dunkelblauen oder schwarzen Rümpfen kehrt sich das Problem teilweise um: Die Flanke ist schon dunkel, die Unterseite kaum davon zu unterscheiden. Hier hilft weniger der Tiefen-Regler als eine leichte Anhebung der Mitteltöne über die Gradationskurve. Bei bunten Special Liveries achtest du außerdem darauf, dass aufgehellte Farbflächen nicht in der Sättigung kippen.

Gegenlicht

Steht die Sonne hinter dem Flugzeug, liegt die gesamte dir zugewandte Seite im Schatten. Dann stößt jede Schattenkorrektur schnell an ihre Grenzen. Oft ist es ehrlicher, die Stimmung zu akzeptieren oder bewusst eine Silhouette zu gestalten – Ideen dafür liefert der Artikel Gegenlicht in der Flugzeugfotografie.

Aufhellen lohnt sich, wenn …

  • die Unterseite dunkel, aber nicht tiefschwarz ist
  • du in RAW fotografiert hast
  • die Lichter noch Zeichnung haben

Mit Vorsicht, wenn …

  • du mit hoher ISO fotografiert hast
  • nur einzelne Farbkanäle im Rumpf abgeschnitten sind
  • das Bild für eine Fotodatenbank gedacht ist

Lieber aussortieren, wenn …

  • große Rumpfflächen komplett ausgebrannt sind
  • die Regler am Anschlag stehen und das Bild trotzdem nicht trägt
  • Halos sich nicht ohne neue Probleme beseitigen lassen

Fotodatenbanken und Screening

Wer seine Bilder bei Plattformen wie JetPhotos einreicht, stößt beim Screening schnell auf dieses Thema. Sowohl zu dunkle Bildbereiche als auch sichtbare Bearbeitungsspuren wie Halos oder kräftiges Rauschen können dort zu einer Ablehnung führen. Die genauen Kriterien unterscheiden sich je nach Plattform; eine Übersicht findest du in den Artikeln Häufige Ablehnungsgründe beim Foto-Screening und Fotos für JetPhotos und Co. bearbeiten. Als Faustregel gilt: Die Unterseite muss erkennbar sein, aber das Bild muss weiterhin nach Sonnenlicht aussehen.

Das Problem schon bei der Aufnahme kleiner machen

Die wirksamste Schattenkorrektur ist die, die du nicht brauchst. Drei Dinge helfen schon am Zaun:

  • RAW fotografieren: Nur so hast du die Reserven, die dieser Guide voraussetzt.
  • Auf die Lichter belichten: Lieber etwas knapper belichten, sodass der weiße Rumpf nicht abschneidet. Dunkle Bereiche lassen sich im RAW leichter öffnen, als ausgebrannte zurückzuholen sind. Welche Kameraeinstellungen sich bewährt haben, steht im Guide Kamera-Einstellungen fürs Planespotting.
  • Licht und Spot wählen: Flache Sonne und ein Spot mit der Sonne im Rücken entschärfen den Kontrast deutlich. Am Besucherhügel München oder am Affenfelsen Hamburg lohnt es sich, die Tageszeit auf die Lichtrichtung abzustimmen.

Bei leichter Bewölkung wirkt der Himmel zudem wie ein großer Diffusor, der auch die Unterseite mit aufhellt. Graue Tage sind für dieses Problem deshalb oft dankbarer als strahlender Sonnenschein.

Bearbeitest du ganze Anflugserien mit gleicher Lichtsituation, entwickelst du ein Bild sorgfältig und überträgst die Einstellungen auf die anderen. Wie das effizient klappt, zeigt Serienbilder effizient bearbeiten. Lokale Masken kontrollierst du nach dem Übertragen aber immer, denn das Flugzeug sitzt in jedem Bild etwas anders.

Ist dein Bild sauber entwickelt?

Hak ab, was du geprüft hast – am Ende siehst du, ob das Bild bereit für den Export ist.

  • Der weiße Rumpf zeigt Struktur, die Clipping-Warnung ist auf dem Flugzeug aus.
  • Fahrwerk, Triebwerke und Unterseite sind erkennbar.
  • Das Bild hat noch echtes Schwarz und wirkt nicht flau.
  • An den Rumpfkanten ist in der 100-Prozent-Ansicht kein Halo zu sehen.
  • Die aufgehellten Schatten rauschen nicht sichtbar und haben keinen Blaustich.
  • Das Flugzeug sieht noch so aus, als hätte die Sonne geschienen.

Vom Zaun direkt in deinen Hangar

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Fazit

Ein Flugzeug in der Sonne verlangt der Bearbeitung einen Spagat ab: Der weiße Rumpf braucht Zurückhaltung in den Lichtern, die verschattete Unterseite braucht Aufhellung. Wer zuerst die Lichter sichert, die Schatten global nur moderat und lokal gezielt öffnet und danach den Schwarzpunkt neu setzt, bekommt Bilder mit Zeichnung oben und unten, ohne dass sie flach wirken. Halos, Rauschen und Blaustich sind die Warnsignale, dass du zu weit gegangen bist. Und das meiste lässt sich schon am Zaun entschärfen: RAW, knappe Belichtung und das richtige Licht.

Kurzfazit

Lichter zuerst, dann Schatten, dann Schwarzpunkt – und die Rumpfunterseite lieber mit Maske als mit einem globalen Regler am Anschlag aufhellen. Was in allen Farbkanälen ausgebrannt ist, kommt nicht zurück; ein Rest Schatten unter dem Rumpf gehört zu einem natürlichen Sonnenbild dazu.

Zusammenfassung

  • Flugzeugfotos bei Sonne vereinen oft einen fast weißen Rumpf mit einer tief verschatteten Unterseite. Der Kontrastumfang übersteigt dabei leicht das, was ein Bild natürlich wiedergeben kann.
  • Die sinnvolle Reihenfolge lautet: Belichtung setzen, Lichter und Weiß sichern, Schatten moderat öffnen, Schwarzpunkt neu setzen, erst dann lokal nacharbeiten.
  • Für die Rumpfunterseite eignen sich Motivmasken, Pinsel oder Verlaufsfilter besser als ein globaler Regler am Anschlag, weil Himmel und Umgebung unangetastet bleiben.
  • Die beste Bearbeitung beginnt bei der Aufnahme: RAW, knappe Belichtung ohne abgeschnittene Lichter und flaches Licht am Morgen oder Abend ersparen dir die meisten Rettungsversuche.

Häufige Fragen

Warum ist die Rumpfunterseite auf meinen Fotos so dunkel?

Weil die Sonne von oben kommt und der Rumpfbauch im eigenen Schatten liegt. Besonders bei Landeanflügen, die du von schräg unten fotografierst, siehst du fast nur die verschattete Seite. Gleichzeitig belichtest du meist auf den hellen Rumpf oder den Himmel, damit diese nicht ausfressen – die Unterseite rutscht dadurch zusätzlich ins Dunkle.

Kann ich ausgefressene Lichter im Nachhinein retten?

Teilweise. In einer RAW-Datei steckt oft noch Zeichnung in Bereichen, die auf dem Kameradisplay schon weiß aussehen, weil das Vorschau-JPEG weniger Reserven hat. Sind dagegen alle drei Farbkanäle eines Pixels abgeschnitten, fehlt die Information. Rekonstruktionsverfahren können solche Flächen nur plausibel auffüllen, aber keine echte Struktur zurückbringen.

Ist es sinnvoll, den Tiefen-Regler auf +100 zu ziehen?

Selten. Ein voll aufgezogener Tiefen-Regler lässt das ganze Bild flach wirken, holt Rauschen hervor und erzeugt an kontrastreichen Kanten gern Halos. Besser ist ein moderater globaler Wert und zusätzlich eine lokale Korrektur, die nur auf das Flugzeug oder nur auf die Unterseite wirkt.

Was ist ein Halo und wie vermeide ich ihn?

Ein Halo ist ein heller oder dunkler Saum entlang einer Kante, etwa zwischen Rumpfoberseite und blauem Himmel. Er tritt auf, wenn Werkzeuge für lokalen Kontrast oder Schatten-Lichter-Ausgleich zu stark eingestellt sind. Du vermeidest ihn, indem du die Regler zurücknimmst, bei der Masken-Bearbeitung weiche Übergänge prüfst und das Ergebnis in der 100-Prozent-Ansicht an den Rumpfkanten kontrollierst.

Geht das auch mit JPEG-Dateien?

In Grenzen. Ein JPEG hat weniger Tonwertreserven als eine RAW-Datei. Leichtes Aufhellen funktioniert, bei stärkeren Korrekturen zeigen sich schnell Tonwertabrisse, Rauschen und Kompressionsartefakte. Abgeschnittene Lichter lassen sich im JPEG praktisch nicht zurückholen.

Akzeptieren Fotodatenbanken stark aufgehellte Unterseiten?

Die Kriterien unterscheiden sich je nach Plattform und Screener. Grundsätzlich gilt: Eine natürliche Tonwertkorrektur ist Teil der normalen Entwicklung, sichtbare Halos, Rauschen und ein unnatürlicher HDR-Look führen dagegen häufig zu Ablehnungen. Im Zweifel ist die zurückhaltendere Version die sicherere.

PT

Planetrack Redaktion

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