Das Wichtigste in Kürze
- ATA Airlines war eine historische US-Airline aus Indianapolis, bis 2003 unter dem Namen American Trans Air.
- Codes: IATA TZ, ICAO AMT, Rufzeichen „AMTRAN“.
- ATA war die größte Charterairline Nordamerikas und beförderte lange mehr US-Soldaten als jede andere zivile Airline.
- Flotten-Highlights: L-1011 TriStar, Boeing 757-200 und als erste Betreiberin in Nordamerika die 757-300.
- Das Ende kam abrupt: Nach dem Verlust eines Militär-Chartervertrags stellte ATA am 3. April 2008 den Flugbetrieb ein.
Inhaltsverzeichnis
- 1.ATA Airlines im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Vom Reiseclub zur Charterairline
- 4.Partner des US-Militärs
- 5.Die Flotte: von der 720 bis zur 757-300
- 6.757-200 oder 757-300? So unterscheidest du sie
- 7.Woran du ATA erkennst
- 8.Erste Insolvenz und die Nähe zu Southwest
- 9.Das Ende im April 2008
- 10.ATA heute spotten – geht das noch?
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | TZ |
|---|---|
| ICAO-Code | AMT |
| Rufzeichen | AMTRAN |
| Drehkreuze | IND, MDW |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 3. April 2008 eingestellt, einen Tag nach dem zweiten Insolvenzantrag |
| Geschäftsmodell | Charterairline mit Schwerpunkt Urlaubs- und Militärflüge, später zusätzlich Linienverkehr |
| Gegründet | 24. September 1973 als American Trans Air, zunächst als Flugbetrieb des Reiseclubs Ambassadair |
| Gründer | J. George Mikelsons |
| Sitz | Indianapolis, Indiana |
| Drehkreuze | Indianapolis (IND), später vor allem Chicago-Midway (MDW) |
| Weitere Schwerpunkte | Honolulu und Oakland, dazu Flüge zwischen Westküste und Hawaii |
| Umbenennung | 2003 offiziell in ATA Airlines |
| Größte Flotte | 82 Flugzeuge im Oktober 2004 |
| Flotte bei der Einstellung | 29 Flugzeuge, davon 26 geleast – darunter Boeing 737-800, 757-200, 757-300, L-1011 TriStar und DC-10-30 |
| Erstkundin | Boeing 757-300 – Erstkundin in Nordamerika (2001) |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich ATA Airlines?
- Frühe Jahre: drei Streifen in Gold, Weiß und Blau entlang des Rumpfs und ein großes „Runway“-Logo am Leitwerk
- Ab 1996 die Palmen-Bemalung mit Palme und Sonne am Leitwerk und blauen Triebwerksverkleidungen
- Ab 2001 die Flaggen-Bemalung mit schräg nach oben gestelltem ATA-Logo am Leitwerk, das an eine Flagge erinnert
- Typische Typen: Boeing 757, Lockheed L-1011 TriStar, Boeing 727 und ab 2001 die 737-800
- US-Kennzeichen, bei vielen Neuzugängen ab 2001 mit dem Kürzel TZ am Ende, etwa N301TZ
- Fotos meist aus Indianapolis, Chicago-Midway, Hawaii, Florida oder von Militärflugplätzen
Wer in den 1990er- und 2000er-Jahren durch Archivfotos aus Indianapolis, Chicago-Midway oder Honolulu blättert, stößt immer wieder auf sie: ATA Airlines, lange bekannt als American Trans Air. Die Airline aus dem Mittleren Westen flog Urlauber in die Sonne, Truppen in Krisengebiete und als eine der wenigen Airlines der Welt die lange Boeing 757-300. Hier erfährst du, wie ATA entstand, welche Flugzeuge sie flog, woran du ihre Bemalungen erkennst und warum sie im April 2008 von einem Tag auf den anderen verschwand.
ATA-Fotos aus dem Archiv einsortieren
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so landet auch die ATA-TriStar von damals sauber in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
ATA Airlines im Überblick
ATA Airlines war eine historische US-Airline mit Sitz in Indianapolis, Indiana. Gegründet wurde sie 1973 als American Trans Air, den Namen ATA Airlines trug sie offiziell erst ab 2003. Über weite Strecken ihrer Geschichte war sie vor allem eine Charterairline: Sie flog Pauschalurlauber, Reisegruppen und Soldaten. Zeitweise galt ATA als größte Charterairline Nordamerikas.
Später kam immer mehr Linienverkehr dazu. Das erste Drehkreuz lag in Indianapolis, in den letzten Jahren rückte Chicago-Midway ins Zentrum. Wichtige Schwerpunkte waren außerdem Honolulu und Oakland, denn ATA bot viele Flüge zwischen der US-Westküste und Hawaii an. Auf dem Höhepunkt flog die Airline rund 35 Ziele an, 2004 umfasste die Flotte 82 Flugzeuge.
Das Ende kam abrupt: Am 2. April 2008 beantragte ATA zum zweiten Mal Gläubigerschutz, am 3. April 2008 um 4 Uhr Ostküstenzeit stellte sie den Flugbetrieb ein. Der letzte Flug war unterwegs von Honolulu nach Phoenix.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code TZ: stand in den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code AMT: kennzeichnete ATA im Flugplan der Flugsicherung – abgeleitet von American Trans Air.
- Rufzeichen AMTRAN: so meldeten sich die Crews im Funk.
Das Rufzeichen erinnert an die Amtran Inc., die 1984 als Holding für den Reiseclub Ambassadair, die Airline und weitere Töchter entstand. Die Holding hieß später ATA Holdings – der Funkname blieb bis zum Schluss. Der IATA-Code TZ tauchte übrigens auch in vielen Kennzeichen auf: Die neuen 737-800 und 757-300 ab 2001 trugen Registrierungen wie N301TZ oder N550TZ. Wie solche Codes grundsätzlich vergeben werden, erklärt der Beitrag zu IATA- und ICAO-Codes, weitere Funknamen mit Geschichte findest du bei den Airline-Rufzeichen.
Vom Reiseclub zur Charterairline
Die Wurzeln von ATA liegen in einer typisch amerikanischen Form des Reisens der 1970er-Jahre: dem Reiseclub. Mitglieder zahlten einen Beitrag und konnten dafür günstige Gruppenreisen buchen. J. George Mikelsons, zuvor Chefpilot eines solchen Clubs in Indianapolis, gründete im September 1973 gleich zwei Gesellschaften: den gemeinnützigen Club Ambassadair und die Firma American Trans Air, die den Flugbetrieb übernahm. Ende 1973 ging der erste Flug mit einer Boeing 720 nach Orlando.
1981 erhielt ATA die Genehmigung, als eigenständige Charterairline zu fliegen. Damit wuchs die Flotte schnell: Zum Start standen acht Boeing 707 bereit, ab 1984 folgten Boeing 727-100, ab 1985 die ersten Lockheed TriStar. Den Unterschied zwischen beiden Geschäftsmodellen erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1973 | Gründung von Ambassadair und American Trans Air in Indianapolis |
| 1981 | Eigenes Betriebszeugnis als Charterairline, Flotte aus Boeing 707 |
| 1984 | Holding Amtran entsteht, erste Boeing 727-100 |
| 1985 | Erste Lockheed L-1011 TriStar |
| 1989 | Erste Boeing 757-200 (N757AT) |
| 1991 | Golfkrieg: 108.000 Soldaten auf 494 Flügen |
| 2001 | Erste 737-800 und erste 757-300 in Nordamerika, neue Flaggen-Bemalung |
| 2003 | Offizielle Umbenennung in ATA Airlines |
| 2004 | Erste Insolvenz im Oktober, Abkommen mit Southwest im Dezember |
| 2006 | Ende der Insolvenz am 28. Februar |
| 2007 | Die Holding kauft World Airways und North American Airlines |
| 2008 | Zweite Insolvenz und Einstellung des Flugbetriebs am 3. April |
Anfang der 1990er-Jahre wagte ATA auch Auslandsabenteuer: Ab 1990 flog sie von New York-JFK nach Belfast und Riga, später nach Lagos. Diese Strecken hielten sich aber nur wenige Jahre.
Partner des US-Militärs
Ein Geschäftsfeld prägte ATA stärker als alles andere: Truppentransporte. Im Golfkrieg 1991 beförderte die Airline auf 494 Flügen rund 108.000 Soldaten. Auch später war ATA Teil der zivilen Reserveflotte, auf die das Pentagon in Krisen zurückgreift, und bis zu ihrem Ende transportierte sie mehr US-Soldaten als jede andere zivile Airline. Die Militärflüge führten Soldaten unter anderem zu Stützpunkten in Übersee und zurück in die USA.
Daneben gab es Spezialaufträge: Von 1991 bis Ende 1992 pendelten ATA-727 zwischen der Nellis Air Force Base bei Las Vegas und der Tonopah Test Range in der Wüste von Nevada.
Gerade dieses Geschäft wurde ATA am Ende zum Verhängnis. Die Militärcharter flog ATA als Subunternehmerin von FedEx Express. Als dieser Vertrag 2008 überraschend wegfiel, brach eine der wichtigsten Einnahmen weg. Heute übernehmen andere Charterairlines wie Omni Air International einen großen Teil solcher Flüge; auch Miami Air International war in diesem Markt aktiv.
Die Flotte: von der 720 bis zur 757-300
Kaum eine US-Airline ihrer Größe hatte eine so wechselhafte Flotte. Für Spotter macht genau das ATA-Fotos spannend.
| Typ | Zeitraum bei ATA | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Boeing 720 | 1973 bis 1981 | Erstes Flugzeug des Reiseclubs |
| Boeing 707 | 1981 bis 1984 | Acht Maschinen zum Start als Charterairline |
| Boeing 727-100 | 1984 bis 1993 | Kurze Trijets, auch im Militär-Pendelverkehr |
| Boeing 727-200 | 1993 bis 2001 | Gestreckte 727, u. a. N772AT in Sonderbemalung |
| McDonnell Douglas DC-10-10/-40 | ab 1983 bzw. 1984 | Eine abgestellte DC-10-40 brannte 1986 in O’Hare aus |
| Lockheed L-1011 TriStar | ab 1985 | Ex-Delta- und TWA-Maschinen, ab 1998 auch die kurze -500 |
| Boeing 757-200 | ab 1989 | Erste Maschine N757AT, bis zum Ende im Dienst |
| Boeing 737-800 | ab 2001 | Erste Maschine N301TZ, bis zum Ende im Dienst |
| Boeing 757-300 | ab 2001 | Erstkundin in Nordamerika, bis zum Ende im Dienst |
| Boeing 737-300 | 2005 bis 2007 | Drei geleaste Ex-United-Maschinen |
| McDonnell Douglas DC-10-30 | ab Ende 2006 | Gebraucht von Northwest übernommen |
Die TriStar – das Langstreckenpferd
Die Lockheed L-1011 TriStar war lange das Gesicht von ATA. Die ersten Maschinen kamen ab 1985, überwiegend gebraucht von Delta und TWA. 1998 traf mit N163AT die erste L-1011-500 ein, die verkürzte Langstreckenversion. Aus dem Linienverkehr verschwand die TriStar 2002, einige Maschinen flogen aber bis zum Ende 2008 weiter. Mehr zum Hersteller findest du bei Lockheed Martin.
Die 757 – und die seltene 757-300
1989 kam die erste Boeing 757-200 mit dem Kennzeichen N757AT. Im Jahr 2000 bestellte ATA dann in großem Stil: 39 Boeing 737-800 und 12 Boeing 757-300. Die erste 757-300 traf im August 2001 ein (N550TZ) – ATA war damit Erstkundin der gestreckten 757 in Nordamerika. Weil nur wenige Airlines die 757-300 bestellten, gehören diese Fotos zu den gesuchteren Motiven. Wie du 757 und 767 sicher auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Zurück zur DC-10
Zum Schluss griff ATA noch einmal auf einen Klassiker zurück: Ende Dezember 2006 kam die erste gebrauchte DC-10-30 aus der Flotte von Northwest, einige der dafür vorgesehenen Maschinen gingen später an die Schwester World Airways. Hersteller war McDonnell Douglas, die 727, 737 und 757 stammten von Boeing.
Die 757-300 fehlt dir noch?
Setz die Boeing 757-300 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
757-200 oder 757-300? So unterscheidest du sie
Auf Fotos aus den 2000er-Jahren stehen bei ATA oft beide 757-Versionen nebeneinander. Mit etwas Übung trennst du sie sofort.
Das spricht für die 757-300
- Auffallend langer, schlanker Rumpf – fast „bleistiftartig“
- Deutlich mehr Fenster vor und hinter dem Flügel
- Hecksporn unter dem Rumpfende zum Schutz beim Rotieren
- In Datenbanken als B753 geführt
Das spricht für die 757-200
- Kürzerer Rumpf mit kompakteren Proportionen
- Weniger Fenster zwischen Cockpit und Flügel
- Bei ATA ältere Kennzeichen mit AT am Ende, etwa N757AT
- In Datenbanken als B752 geführt
Das Kennzeichen ist bei ATA ein guter Zusatzhinweis, aber kein Beweis: Neuzugänge ab 2001 endeten oft auf TZ, ältere Maschinen auf AT. Am zuverlässigsten bleibt die Rumpflänge im Verhältnis zur Flügelposition.
Woran du ATA erkennst
ATA trug in ihrer Geschichte drei Hauptbemalungen. Weil jede einer klaren Zeit zugeordnet ist, helfen sie dir beim Datieren alter Fotos.
Runway-Bemalung (1981–1996)
Drei Streifen in Gold, Weiß und Blau entlang des Rumpfs, darüber „American Trans Air“ und das Runway-Logo, das groß auch das Leitwerk zierte. Die Optik lehnte sich an American Airlines an, von der die ersten Flugzeuge stammten.
Palmen-Bemalung (ab 1996)
Urlaubsoptik mit Palme und Sonne am Leitwerk, blauen Triebwerksverkleidungen mit stilisierter Sonne und dem Slogan „On ATA, You're on Vacation“.
Flaggen-Bemalung (ab 2001)
Mit der neuen 737-800 und 757-300 eingeführt: ein schräg nach oben gestelltes ATA-Logo am Leitwerk, das wie eine Flagge wirkt, dazu ein Goldstreifen an den Triebwerken.
Dazu kamen Sonderbemalungen. Zum 25-jährigen Jubiläum 1998 flogen die 727-200 N772AT und die 757-200 N520AT in überwiegend blauer Farbe mit goldenem Schriftzug. Ab 1994 warben einige L-1011 und später 757-300 für den Reiseveranstalter Pleasant Hawaiian Holidays, bis diese Partnerschaft 2005 endete. Und die allererste 737-800 trug als einziges Flugzeug der Flotte den Schriftzug „American Dream“ an der Nase. Solche Motive passen gut in eine Sammlung von Retro-Lackierungen.
Fotos zeitlich einordnen
Eine 737-800 oder 757-300 in ATA-Farben kann es erst ab 2001 geben, eine Runway-Bemalung kaum nach Mitte der 1990er. Zeigt das Foto eine DC-10-30, stammt es aus den letzten anderthalb Jahren. Mit Kennzeichen und Aufnahmedatum ordnest du die Sichtung eindeutig zu – wie du ein Kennzeichen weiterverfolgst, erklärt Flugzeug per Kennzeichen finden, das Baujahr ermittelst du mit Flugzeugalter herausfinden.
Erste Insolvenz und die Nähe zu Southwest
Die Anschläge vom 11. September 2001 trafen ATA mitten in der Flottenerneuerung: Die neuen 737-800 und 757-300 kamen genau in der Zeit, als die Nachfrage einbrach. Am 26. Oktober 2004 beantragte die Airline Gläubigerschutz nach Chapter 11.
Dann begann ein Bieterwettstreit um die wertvollen 14 Gates in Chicago-Midway. AirTran Airways bot 90 Millionen US-Dollar, doch Southwest Airlines überbot. Im Dezember 2004 einigten sich ATA und Southwest: Southwest erhielt sechs Gates in Midway, ATA bekam Geld und ein Codeshare, das Umsteigeverbindungen zwischen beiden Netzen ermöglichte. Ende 2005 wurde die Vereinbarung angepasst, Southwest hielt danach keine Beteiligung mehr.
Am 28. Februar 2006 verließ ATA die Insolvenz, nachdem der Investor MatlinPatterson und Gläubiger über 100 Millionen US-Dollar eingebracht hatten. Die Airline konzentrierte sich nun auf Midway sowie auf Oakland und Hawaii. 2007 kaufte die Holding – später Global Aero Logistics genannt – zusätzlich die Charterairlines World Airways und North American Airlines.
Die Regionaltochter war da bereits Geschichte: Zeitweise flog Chicago Express unter dem Namen ATA Connection mit Jetstream 31 und später Saab 340B Zubringerflüge nach Midway. Am 28. März 2005 endete dieser Betrieb.
Das Ende im April 2008
Kurz vor dem Ende kündigte FedEx überraschend den Militär-Chartervertrag, für den ATA als Subunternehmerin flog. Zusammen mit den steigenden Kerosinpreisen fehlte plötzlich das Geld. Am 2. April 2008 stellte ATA den zweiten Insolvenzantrag, wenige Stunden später standen die Flugzeuge still.
Betrieb eingestellt
Am 3. April 2008 um 4 Uhr Ostküstenzeit endete der Flugbetrieb. Die meisten Fluggäste mussten neue Tickets kaufen, Vielfliegermeilen verfielen.
Letzter Flug
Als letzte Maschine landete Flug 4586 aus Honolulu am Morgen des 3. April in Phoenix.
Folgen
Rund 2.300 Beschäftigte verloren ihre Arbeit, bis zu 10.000 Fluggäste waren betroffen. Von den 29 Flugzeugen der Flotte waren 26 nur geleast.
ATA stand mit ihrem Ende nicht allein: Im Frühjahr 2008 verschwand auch die hawaiianische Aloha Airlines aus dem Passagierverkehr – für Spotter in Honolulu ein doppelter Verlust. Ein juristisches Nachspiel gab es ebenfalls: Später sprach eine Jury in Indianapolis ATA 66 Millionen US-Dollar Schadenersatz von FedEx zu, ein Berufungsgericht in Chicago hob das Urteil im Dezember 2011 wieder auf.
Im November 2008 bot Southwest 7,5 Millionen US-Dollar für die verbliebenen Werte, darunter 14 Slots in New York-LaGuardia sowie Markenrechte und Logos. Flugzeuge, Einrichtungen und Personal gehörten ausdrücklich nicht dazu.
Achtung Verwechslung
„ATA“ ist kein eindeutiger Name: Es gab und gibt andere Airlines mit diesem Kürzel, etwa im Iran. Achte auf den IATA-Code TZ, den ICAO-Code AMT und ein US-Kennzeichen mit N am Anfang – dann hast du die Airline aus Indianapolis.
ATA heute spotten – geht das noch?
Gute Chancen auf ATA-Spuren, wenn …
- du alte Fotos oder Dias aus Indianapolis, Midway, Hawaii oder Florida sortierst
- du ein Kennzeichen kennst und in Datenbanken prüfst, wo die Maschine später flog
Prüf es vorher, wenn …
- du gezielt eine 757-300 oder DC-10 sehen willst – die Typen sind selten geworden
- du dich auf alte Spotterberichte verlässt
Keine Chance, wenn …
- du ATA-Farben im Linienbetrieb erwartest – die Airline ist seit April 2008 verschwunden
Wenn du heute in die USA reist und Charter- oder Militärflieger sehen willst, hilft dir der Artikel Planespotting-Reise in die USA. Ähnliche Ferien- und Charterluft schnupperst du bei Sun Country Airlines, die bis heute Urlaubs- und Charterflüge kombiniert. Im Hawaii-Verkehr triffst du heute vor allem Hawaiian Airlines.
Häufige Verwechslungen
- American Trans Air und ATA Airlines für zwei Firmen halten – es ist dieselbe Airline, 2003 nur umbenannt.
- ATA mit American Airlines verwechseln – die frühe Runway-Bemalung erinnerte an American, weil die ersten Flugzeuge von dort kamen.
- Ambassadair für eine eigene Airline halten – der Reiseclub ließ seine Flüge von ATA durchführen.
- 757-300 als 757-200 notieren – Rumpflänge und Fensterzahl entscheiden.
- ATA Connection für ATA selbst halten – die Zubringerflüge flog die Tochter Chicago Express mit Turboprops.
- ATA-Fotos nach April 2008 datieren – die Airline endete am 3. April 2008.
Ehemalige ATA-Maschinen im Blick
Beobachte einzelne Kennzeichen oder seltene Typen wie die 757-300 und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
ATA Airlines war die Airline der Urlauber und Soldaten: Aus dem Flugbetrieb eines Reiseclubs in Indianapolis wurde die größte Charterairline Nordamerikas, mit TriStars nach Hawaii, 727 für Gruppenreisen und als Erstbetreiberin der 757-300 in Nordamerika. Die enge Abhängigkeit vom Militärgeschäft machte sie stark – und am Ende verwundbar. Wer alte ATA-Fotos sortiert, sollte Bemalung, Kennzeichen und Datum gemeinsam betrachten, denn genau dort steckt die Geschichte jeder Maschine.
Kurzfazit
ATA Airlines (IATA TZ, ICAO AMT, Rufzeichen AMTRAN), bis 2003 American Trans Air, war eine historische Charter- und Linienairline aus Indianapolis mit großem Militärgeschäft. Der Flugbetrieb endete am 3. April 2008.
Zusammenfassung
- ATA begann als Flugbetrieb eines Reiseclubs und wuchs zur größten Charterairline Nordamerikas – mit Urlaubsflügen, Hawaii-Verkehr und Truppentransporten.
- Für Spotter steht ATA für eine bunte Flotte aus 727, L-1011, DC-10 und 757 und später für die seltene 757-300.
- Drei Hauptbemalungen helfen beim Datieren alter Fotos: Runway-Streifen bis 1996, Palmen ab 1996 und Flagge ab 2001.
- Nach der ersten Insolvenz 2004 band sich ATA eng an Southwest; der Verlust des Militärgeschäfts beendete die Airline 2008.
Häufige Fragen
Wann gab es ATA Airlines?
American Trans Air wurde am 24. September 1973 in Indianapolis gegründet und flog zunächst für den Reiseclub Ambassadair. 1981 erhielt ATA ein eigenes Betriebszeugnis als Charterairline. 2003 wurde sie offiziell in ATA Airlines umbenannt. Am 2. April 2008 beantragte sie zum zweiten Mal Gläubigerschutz, am 3. April 2008 um 4 Uhr Ostküstenzeit endete der Flugbetrieb.
Welche Codes hatte ATA?
Der IATA-Code war TZ, der ICAO-Code AMT, das Rufzeichen „AMTRAN“. Das Rufzeichen erinnert an die frühere Holding Amtran, die 1984 als Dachgesellschaft für Ambassadair, American Trans Air und weitere Töchter entstand.
Was ist der Unterschied zwischen American Trans Air und ATA Airlines?
Es ist dieselbe Airline. American Trans Air war der ursprüngliche Name, ATA die Abkürzung, die lange schon auf den Flugzeugen stand. 2003 wurde der Firmenname offiziell auf ATA Airlines umgestellt. Auf alten Fotos findest du deshalb beide Namen.
Welche Flugzeuge flog ATA?
Über die Jahre eine ganze Reihe: Boeing 720 und 707 in der Anfangszeit, danach Boeing 727-100 und 727-200, McDonnell Douglas DC-10, Lockheed L-1011 TriStar, Boeing 757-200 und ab 2001 Boeing 737-800 und 757-300. Kurz vor dem Ende kamen gebrauchte DC-10-30 von Northwest dazu. Zur Einstellung 2008 bestand die Flotte aus 29 Maschinen.
Warum war ATA für das US-Militär so wichtig?
ATA flog über Jahrzehnte Truppen für das US-Verteidigungsministerium. Im Golfkrieg 1991 beförderte die Airline auf 494 Flügen rund 108.000 Soldaten. Bis zu ihrem Ende transportierte ATA mehr US-Soldaten als jede andere zivile Fluggesellschaft – das Militärgeschäft war einer der wichtigsten Gewinnbringer.
Warum musste ATA 2008 aufgeben?
ATA flog Militärcharter als Subunternehmerin von FedEx Express. Als FedEx diesen Vertrag 2008 überraschend kündigte, fehlte eine zentrale Einnahmequelle. Zusammen mit stark steigenden Kerosinpreisen fand ATA kein frisches Kapital mehr, beantragte am 2. April 2008 Insolvenz und stellte am nächsten Morgen den Betrieb ein. Rund 2.300 Beschäftigte verloren ihre Arbeit, bis zu 10.000 Fluggäste saßen fest.
Was hatte ATA mit Southwest zu tun?
Nach der ersten Insolvenz im Oktober 2004 bot zunächst AirTran für die 14 ATA-Gates in Chicago-Midway, Southwest überbot. Im Dezember 2004 einigten sich ATA und Southwest: Southwest erhielt sechs Gates in Midway, im Gegenzug gab es Geld und ein Codeshare. Nach dem Ende von ATA kaufte Southwest 2008 für 7,5 Millionen US-Dollar unter anderem Slots in New York-LaGuardia und die Markenrechte – ohne Flugzeuge und Personal.
Kann ich ATA-Flugzeuge heute noch sehen?
Im Linienverkehr nicht, ATA ist seit April 2008 Geschichte. Viele frühere ATA-Flugzeuge flogen danach bei anderen Betreibern weiter. Wenn du ein Kennzeichen von einem alten Foto kennst, kannst du es in Datenbanken und auf Flugtrackern suchen und prüfen, wo die Maschine geblieben ist.
ATA Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 757-300
Über 54 Meter lang, aber nur ein Gang in der Kabine: Die 757-300 ist das längste zweistrahlige Schmalrumpfflugzeug, das je gebaut wurde. Nur 55 Exemplare entstanden, Erstkunde war Condor – heute fliegt sie fast nur noch in den USA.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypLockheed L-1011 TriStar
Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
Weitere Airlines
Southwest Airlines
Die Low-Cost-Pionierin aus Dallas: seit 1971 in der Luft, größter Boeing-737-Betreiber der Welt und Vorbild für Ryanair und Co. – mit einer Flotte, die nur aus einem Typ besteht, und Sonderlackierungen für ganze US-Bundesstaaten.
CharterWorld Airways
Historische US-Charterairline (1948–2014): World Airways flog unter Ed Daly Truppen im Vietnamkrieg, holte 1975 Menschen aus Da Nang, flog DC-10 und MD-11 für das US-Militär – und stellte im März 2014 den Betrieb ein.
Low-CostAirTran Airways
Historische US-Low-Cost-Airline mit Sitz in Orlando und Drehkreuz Atlanta: aus ValuJet hervorgegangen, Erstkundin der Boeing 717, ab 2011 Teil von Southwest – der letzte Flug ging am 28. Dezember 2014.
RegionalAloha Airlines
Historische Airline aus Honolulu von 1946 bis 2008: Aloha verband die Inseln Hawaiis mit Boeing 737 – und Flug 243 machte 1988 die Ermüdung alternder Flugzeuge zum Weltthema.
CharterMiami Air International
Historische US-Charterairline aus Miami (Flugbetrieb ab 1991, eingestellt 2020): Miami Air flog Sportteams, Kreuzfahrtgäste und US-Soldaten – zuerst mit Boeing 727, zuletzt mit einer kleinen Flotte Boeing 737-800.
CharterOmni Air International
Die Charterairline aus Tulsa, die Soldaten, Sportteams und Regierungsdelegationen um die Welt fliegt: Omni Air International setzt dafür ältere Boeing 767 und 777-200ER ein – und landet dabei immer wieder auch in Deutschland.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerLockheed Martin
Lockheed Martin baut heute fast nur Militärflugzeuge, doch das Erbe reicht von der dreifach geleitwerkten Constellation über den Großraumjet TriStar bis zur Hercules und zur F-35. Wer die Formen kennt, erkennt Lockheed-Typen am Zaun eines Fliegerhorsts genauso sicher wie im Museum.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
Passende Guides aus dem Blog
- Charterflug und Linienflug: Unterschiede, Geschichte und heutige Ferienflieger
- Boeing 757 und 767 unterscheiden: Schmalrumpf vs. Großraum, Fahrwerk, Proportionen
- Retro-Lackierungen: Heritage-Liveries von Lufthansa, British Airways, American und Co.
- Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte: Speedbird, Shamrock, Dynasty und Co.
- Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen: So findest du jede Maschine
- IATA- und ICAO-Codes erklärt: Flughäfen, Airlines und Flugzeugtypen entschlüsseln
- Planespotting-Reise in die USA: Regeln, Mietwagen, Ausrüstung und lohnende Ziele
- Wie alt ist dieses Flugzeug? Das Alter per Kennzeichen herausfinden



