Miami Air International

Historische US-Charterairline aus Miami (Flugbetrieb ab 1991, eingestellt 2020): Miami Air flog Sportteams, Kreuzfahrtgäste und US-Soldaten – zuerst mit Boeing 727, zuletzt mit einer kleinen Flotte Boeing 737-800.

Auch bekannt als: Miami Air · LL · BSK

USAUSACharter & Wet-LeaseIATA: LLICAO: BSK10 Min. Lesezeit

LL

IATA-Code

BSK

ICAO-Code

1991–2020

Jahre Flugbetrieb

N732MA

Kennzeichen der Flug-293-Maschine

Das Wichtigste in Kürze

  • Miami Air International war eine historische US-Charterairline aus Miami: gegründet 1990, Flugbetrieb von 1991 bis Mai 2020.
  • Codes: IATA LL, ICAO BSK, Rufzeichen „BISCAYNE“.
  • Kein Linienverkehr: Die Airline flog ausschließlich Charter – für Sportteams, Firmen, Kreuzfahrt- und Reiseveranstalter, Wahlkampfteams und das US-Militär.
  • Flottenwechsel: Von der Boeing 727-200 der Gründerjahre ging es nach 2000 zur Boeing 737-800, die bis zum Ende das Rückgrat blieb.
  • Flug 293: 2019 rutschte eine 737-800 bei Starkregen in Jacksonville in den St. Johns River – alle Menschen an Bord überlebten.
  • Das Aus kam 2020: Insolvenz nach Chapter 11 im März, Ende des Flugbetriebs im Mai, danach Umwandlung in ein Liquidationsverfahren.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Miami Air International im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: von der 727 zur 737-800
  4. 4.Sportteams, Kreuzfahrten und Militär: die Kunden
  5. 5.Flug 293: der Unfall in Jacksonville
  6. 6.Das Ende 2020
  7. 7.Woran du Miami-Air-Flugzeuge in alten Fotos erkennst
  8. 8.Häufige Verwechslungen
  9. 9.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeLL
ICAO-CodeBSK
RufzeichenBISCAYNE
DrehkreuzeMIA
StatusHistorisch – Insolvenz im März 2020, Flugbetrieb im Mai 2020 eingestellt
GeschäftsmodellReine Charterairline (Ad-hoc- und Vertragscharter) für Sportteams, Unternehmen, Reiseveranstalter, Kreuzfahrtgesellschaften und das US-Militär
Gegründet1990, Flugbetrieb ab Oktober 1991 mit geleasten Boeing 727-200
Sitz und BasisMiami-Dade County, Florida; Heimatbasis am Flughafen Miami (MIA)
GründungsteamEhemalige Manager von Eastern Air Lines, Pan Am und People Express; Chairman war George Lyall
Eigentümer (zuletzt)TSI Holding Company, nach dem Ausstieg eines Konsortiums um den Logistiker Eagle Global Logistics (EGL)
Flotte (Auswahl, historisch)Boeing 727-200, McDonnell Douglas MD-87, Boeing 737-400, kurzzeitig eine Boeing 767-200, zuletzt Boeing 737-800
MilitärverträgeTruppen- und Frachtflüge für das Air Mobility Command der US Air Force im Rahmen der Civil Reserve Air Fleet (CRAF)
Bekanntester ZwischenfallFlug 293 am 3. Mai 2019: Boeing 737-800 N732MA schießt in Jacksonville über die Piste hinaus in den St. Johns River, keine Todesopfer

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Miami Air International?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zuletzt fast nur Boeing 737-800 mit Winglets – keine Linienflüge, nur Charter
  • Rufzeichen im Funk: „BISCAYNE“ – der Name erinnert an die Biscayne Bay vor Miami
  • ICAO-Code BSK auf Flugtrackern, Flugnummern mit dem IATA-Code LL
  • US-Kennzeichen mit N – die Unfallmaschine von Flug 293 trug N732MA
  • Typische Einsatzorte abseits des Linienverkehrs: Militärflugplätze, Stadion-nahe Flughäfen und Kreuzfahrthäfen
  • In den 1990er-Jahren war die Flotte von dreistrahligen Boeing 727-200 geprägt

Miami Air International gehörte zu den Airlines, die du nie in einer Abflughalle auf der Anzeigetafel gesehen hast. Keine Linienflüge, keine Tickets für Privatleute – stattdessen eine 737-800, die mit einem Football-Team im Bauch auf einem Provinzflughafen landete oder Soldaten von einem Militärstützpunkt abholte. Fast drei Jahrzehnte lang flog die Charterairline aus Florida quer durch die USA und weit darüber hinaus, bis sie im Frühjahr 2020 aufgeben musste. Hier erfährst du, wer Miami Air war, welche Flugzeuge sie hatte, was bei Flug 293 in Jacksonville passierte und wie du alte Sichtungen sauber zuordnest.

Historische Airlines im Hangar

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Miami Air International im Überblick

Miami Air International war eine US-amerikanische Charterairline mit Sitz im Miami-Dade County und Heimatbasis am Flughafen Miami. Gegründet wurde sie im August 1990, im Oktober 1991 hob der erste Flug ab. Die Airline ist heute historisch: Im März 2020 meldete sie Insolvenz an, im Mai 2020 endete der Flugbetrieb.

Das Gründungsteam kam aus der US-Luftfahrt der 1980er-Jahre. Chairman George Lyall hatte zuvor bei Eastern Air Lines und Pan Am gearbeitet, Präsident Ross Fischer hatte den Systembetrieb von People Express geleitet. Weitere Gründer stammten ebenfalls von Eastern, das Anfang 1991 den Betrieb eingestellt hatte. Miami Air war damit eine der Airlines, die aus dem Know-how untergegangener Gesellschaften neu entstanden – ganz ähnlich wie in den Jahrzehnten davor Florida-Airlines wie Air Florida.

Das Geschäftsmodell war von Anfang an klar: Charter, nicht Linie. Miami Air verkaufte keine Einzelplätze, sondern ganze Flugzeuge – an Sportteams, Unternehmen, Reiseveranstalter, Kreuzfahrtreedereien, Musiker auf Tournee, Wahlkampfteams und an das US-Militär. Wer den Unterschied zwischen beiden Welten genauer verstehen will, findet ihn im Artikel Charterflug und Linienflug.

LLIATA-Code der Airline
BSKICAO-Code auf dem Tracker
BISCAYNERufzeichen im Funk

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code LL: stand in den Flugnummern der Charterflüge. Eigentlich war GL vorgesehen, doch der Code war schon an Air Greenland vergeben.
  • ICAO-Code BSK: erschien im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
  • Rufzeichen BISCAYNE: So meldeten sich die Crews im Funk. Der Name erinnert an die Biscayne Bay, die Bucht vor Miami.

Gerade das Rufzeichen ist ein schönes Beispiel dafür, wie Airlines ihre Herkunft in den Funk tragen. Mehr solcher Geschichten findest du im Artikel über Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.

Alte Tracker-Daten richtig deuten

Weil Miami Air nur Charter flog, tauchten ihre Flüge selten in öffentlichen Flugplänen auf. In alten Log-Einträgen oder Screenshots erkennst du sie am zuverlässigsten am ICAO-Code BSK – nicht an der Flugnummer.

Geschichte: von der 727 zur 737-800

Die Gründerjahre mit der Boeing 727

Miami Air startete 1991 mit Boeing 727-200, die von Xerox Credit Corporation geleast waren. Der dreistrahlige Jet war damals auf dem Gebrauchtmarkt reichlich verfügbar – auch wegen der Pleiten von Eastern und Pan Am. Bis 2000 besaß Miami Air acht 727 und meldete einen Umsatz von über 100 Millionen US-Dollar. Insgesamt flogen im Lauf der Jahre zehn 727-200 für die Airline, die letzten bis 2005.

Der Umbau unter EGL

Im Jahr 2000 übernahm ein Konsortium um den Logistikkonzern Eagle Global Logistics (EGL) die Mehrheit. Der Plan: Die 727 sollten zu Frachtern umgebaut werden und unter dem Namen Quest International ein Frachtdrehkreuz in Austin (Texas) bedienen, während für den Passagierverkehr geleaste Boeing 737-800 kamen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und der Vergabe des großen Luftpostauftrags der US-Post an FedEx brachen die Werte der 727 ein. Anfang 2002 gab EGL die Quest-Frachter auf, die Flugzeuge wurden verkauft.

In dieser Phase flogen auch zwei McDonnell Douglas MD-87 für Miami Air, ungefähr von Ende 2000 bis Anfang 2002. Danach wechselten sie zu Allegiant Air.

Die 737-800-Jahre

Bis 2005 war die Flotte auf acht Boeing 737-800 angewachsen, die letzten 727 schieden im selben Jahr aus. Im selben Jahr kaufte die TSI Holding Company das EGL-Konsortium und die verbliebenen Gründungsgesellschafter heraus; Miami Air gehörte danach vollständig TSI. Im Frühjahr 2007 beschäftigte die Airline gut 400 Menschen.

Zwischen 2006 und 2017 ergänzten zwei Boeing 737-400 die Flotte, 2011 und 2012 kurzzeitig eine von Dynamic Airways geleaste Boeing 767-200 für größere Gruppen und längere Strecken. Das Rückgrat aber blieb die 737-800 von Boeing. Bei der Einstellung 2020 waren noch rund sechs dieser Jets im Dienst; einige davon hatte Miami Air von TUI fly Belgium geleast.

Typ Zeitraum bei Miami Air Rolle Spotter-Hinweis
Boeing 727-200 1991–2005 Erstausstattung, bis zu zehn Flugzeuge Drei Hecktriebwerke, T-Leitwerk – das Gesicht der 1990er
McDonnell Douglas MD-87 ca. 2000–2002 Zwei Flugzeuge, kurzes Gastspiel Danach bei Allegiant Air
Boeing 737-800 ab ca. 2000 bis 2020 Kern der Flotte Next Generation mit Winglets
Boeing 737-400 2006–2017 Zwei Flugzeuge als Ergänzung Classic-Generation, kürzer als die -800
Boeing 767-200 2011–2012 Eine geleaste Maschine Einziger Großraumjet der Airline

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Sportteams, Kreuzfahrten und Militär: die Kunden

Für Spotter macht genau dieser Kundenmix den Reiz der Airline aus. Charterflugzeuge tauchen dort auf, wo der Linienverkehr nicht hinkommt – und das zu Zeiten, die kein Flugplan verrät.

Sportcharter

Profi- und Hochschulteams buchten ganze Flugzeuge für Auswärtsspiele. Berichten zufolge flogen zur Saison 2017 etwa die Miami Dolphins und die Pittsburgh Steelers mit Miami Air.

Kreuzfahrt und Reisegruppen

Kreuzfahrtgesellschaften und Reiseveranstalter nutzten die Jets für Gruppenflüge zu und von den Häfen – Miami ist einer der größten Kreuzfahrthäfen der Welt.

Firmen, Künstler, Wahlkampf

Fortune-500-Unternehmen, Incentive-Reisen, Tourneen und Wahlkampfteams gehörten ebenfalls zur Kundschaft – Kabine und Service ließen sich auf die jeweilige Gruppe zuschneiden.

US-Militär

Über die Civil Reserve Air Fleet flog Miami Air Truppen und Fracht für das Air Mobility Command der US Air Force, etwa von und nach Guantánamo Bay.

Die Kabinen waren auf diese Kunden zugeschnitten. Für Sportteams sind großzügige Sitze wichtiger als möglichst viele Plätze; deshalb flog Miami Air einen Teil ihrer 737-800 mit einem hohen Anteil an Business-Sitzen statt in der dichten Bestuhlung eines Ferienfliegers. Daneben gab es dichter bestuhlte Konfigurationen mit deutlich mehr Plätzen.

Im US-Chartermarkt stand Miami Air damit neben Gesellschaften wie Omni Air International, die mit größeren Jets vor allem Militärflüge übernimmt, und Ferien- und Charterairlines wie Sun Country Airlines, die ebenfalls Sportteams fliegt. Historisch gehört auch World Airways in diese Reihe der großen US-Charterbetriebe.

Flug 293: der Unfall in Jacksonville

Der bekannteste Tag in der Geschichte der Airline ist der 3. Mai 2019. Die Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen N732MA flog an diesem Abend als Militärcharter von Leeward Point Field in Guantánamo Bay (Kuba) zur Naval Air Station Jacksonville in Florida. An Bord waren rund 140 Menschen – Passagiere aus dem Umfeld des Stützpunkts und sieben Crewmitglieder.

Über Jacksonville zogen Gewitter mit Starkregen durch. Die Crew bat kurzfristig um eine Landung auf Piste 10, deren verfügbare Landestrecke wegen einer Fanganlage am Pistenanfang kürzer war als die volle Pistenlänge. Die 737 setzte spät und zu schnell auf, die Bremsen griffen auf dem Wasserfilm kaum, und die Maschine schoss über das Pistenende hinaus. Sie blieb im flachen Wasser des St. Johns River liegen und ging nicht unter. Alle Menschen an Bord überlebten; mehrere wurden verletzt, niemand schwer. Für mindestens drei Haustiere im Frachtraum kam dagegen jede Hilfe zu spät. Die 737 wurde später geborgen und nach der Untersuchung verschrottet.

Was das NTSB herausfand

Die US-Unfallbehörde NTSB untersuchte den Unfall unter der Nummer DCA19MA143 und legte ihren Abschlussbericht im Sommer 2021 vor. Die Kernaussagen in eigenen Worten:

  • Hauptursache: Die Piste war nicht gerillt. Bei Starkregen stand dort so viel Wasser, dass die Reifen aufschwammen (Aquaplaning) und die Bremswirkung fast vollständig verloren ging.
  • Airline-Vorgaben: Miami Air hatte laut NTSB keine ausreichenden Regeln, wie Crews Bremsbedingungen und die nötige Landestrecke unterwegs bewerten.
  • Cockpit: Der Kapitän hielt bei hoher Arbeitsbelastung – Wetter und zusätzliche Aufgaben als Ausbildungskapitän – an einem instabilen Anflug fest, der Erste Offizier hatte wenig Erfahrung auf dem Muster. Auch die Störklappen wurden nicht sofort ausgefahren.
  • Schubumkehr: Die linke Schubumkehr war schon vor dem Start nach der Mindestausrüstungsliste außer Betrieb – zulässig und im NTSB-Befund nicht als Ursache genannt.

Für Spotter ist Flug 293 vor allem ein Lehrstück, warum Pistenoberflächen, Rillen und Sicherheitsflächen am Pistenende so wichtig sind. Mehr dazu findest du im Artikel über Pistensicherheit.

Fotos von Unfällen

Bilder von verunglückten Flugzeugen sind ein sensibles Thema – vor allem, wenn Menschen zu sehen sind. Was dabei rechtlich und ethisch zu beachten ist, erklärt der Artikel Fotos von Flugunfällen und Notlandungen.

Das Ende 2020

Am 24. März 2020 beantragte Miami Air International Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts. Der Zeitpunkt war kein Zufall: Gerade hatte die Corona-Pandemie Sportligen, Kreuzfahrten und Gruppenreisen fast vollständig zum Erliegen gebracht – also genau die Märkte, von denen eine Charterairline lebt. Anfang Mai 2020 endete der Flugbetrieb, geleaste Flugzeuge gingen an ihre Eigentümer zurück, darunter nach Brüssel zu TUI fly Belgium. Am 11. Mai 2020 wurde das Verfahren in eine Liquidation nach Chapter 7 umgewandelt.

Ende Mai 2020 ersteigerte Tomas Romero, Eigentümer von World Atlantic Airlines, bei der Insolvenzauktion Zertifikate und Markenrechte für 3,3 Millionen US-Dollar. Er kündigte einen Neustart mit demselben Flugzeugtyp und Teilen des früheren Personals an. Die ursprüngliche Miami Air International mit ihrer fast dreißigjährigen Geschichte endete aber 2020 – und so solltest du sie in deiner Sammlung auch führen.

Als Miami Air International (bis 2020) notieren, wenn …

  • das Foto vor Mai 2020 entstanden ist
  • Tracker oder Log den ICAO-Code BSK zeigen
  • Kennzeichen und Datum in Archiven zur alten Flotte passen

Genauer prüfen, wenn …

  • die Aufnahme nach Mitte 2020 entstanden ist
  • nur der Schriftzug, aber kein Kennzeichen zu sehen ist

Nicht Miami Air, wenn …

  • es sich um Fracht- oder Linienairlines handelt, die nur ihren Sitz in Miami haben

Woran du Miami-Air-Flugzeuge in alten Fotos erkennst

Weil Miami Air nie im großen Linienverkehr unterwegs war, findest du ihre Flugzeuge vor allem in Archiven von Spottern aus den USA und der Karibik. Ein paar Merkmale helfen dir beim Zuordnen:

  • Typ und Epoche: Eine 727 deutet auf die 1990er- oder frühen 2000er-Jahre, eine 737-800 auf die Zeit danach. Wie du die Generationen der 737 auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
  • Kennzeichen: Alle Jets waren in den USA registriert und tragen eine N-Nummer. Wie die aufgebaut ist, erklärt der Artikel über US-amerikanische N-Nummern.
  • Ort: Militärflugplätze, Flughäfen nahe großer Stadien und Florida-Flughäfen mit Kreuzfahrtverkehr sind typische Fundorte.
  • Winglets: Die 737-800 der späten Jahre flogen mit Winglets. Welche Flügelspitzen-Varianten es gibt, findest du unter Winglets, Sharklets und Split Scimitar.

Wenn du heute in Miami spottest, siehst du Miami Air natürlich nicht mehr – aber viele andere Charter- und Frachtbetreiber, die in Florida ihre Basis haben. Tipps zu Standorten findest du im Guide Planespotting in Miami. Und falls du in den USA an Militärflugplätzen fotografieren willst, lies vorher den Artikel zu Regeln an Militärflugplätzen.

Häufige Verwechslungen

  • Miami Air mit Air Florida verwechseln – beide stammen aus Miami, Air Florida flog aber bis 1984 Linie und war eine ganz andere Gesellschaft.
  • LL oder BSK für Codes einer anderen Airline halten – in alten Daten gehören sie zu Miami Air International.
  • Jede Charter-737 in Florida Miami Air zuordnen – auch andere US-Charterbetreiber fliegen 737-800 für Sportteams. Kennzeichen und Rufzeichen entscheiden.
  • Den Neustart nach 2020 mit der alten Airline gleichsetzen – die ursprüngliche Gesellschaft wurde 2020 liquidiert.
  • Die 737-400 als 737-800 notieren – die Classic-Version ist deutlich kürzer, hat eine kleinere Spannweite und ab Werk keine Winglets.

Dein Archiv, sauber sortiert

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Fazit

Miami Air International war knapp 30 Jahre lang eine feste Größe im US-Chartermarkt: gegründet von Leuten aus Eastern, Pan Am und People Express, groß geworden mit der 727 und am Ende eine kleine 737-800-Flotte für Sportteams, Reisegruppen und das Militär. Der Unfall von Flug 293 machte sie 2019 weltweit bekannt, die Pandemie beendete 2020 ihr Geschäft. Für Spotter bleibt eine Airline, deren Flugzeuge man nur mit Glück oder gutem Gespür für Charterflüge vor die Linse bekam.

Kurzfazit

Miami Air International (IATA LL, ICAO BSK, Rufzeichen BISCAYNE) war eine historische US-Charterairline aus Miami, die von 1991 bis 2020 flog – zuerst mit der Boeing 727, zuletzt mit der Boeing 737-800.

Zusammenfassung

  • Miami Air International war eine der typischen US-Charterairlines, die du nicht im Flugplan, sondern nur über Charterlisten, Tracker oder Zufall gefunden hast.
  • Für Spotter ist die Airline heute ein Archivthema: Fotos von 727, MD-87, 737-400 und 737-800 aus drei Jahrzehnten, oft an ungewöhnlichen Orten wie Militärbasen oder kleinen Flughäfen nahe Stadien.
  • Der Unfall von Flug 293 ist ein Lehrstück über Aquaplaning auf nicht gerillten Pisten und das Fortsetzen instabiler Anflüge.
  • Wer alte Sichtungen sortiert, sollte Miami Air nicht mit Miami-basierten Fracht- oder Linienairlines verwechseln – der ICAO-Code BSK und das Rufzeichen BISCAYNE schaffen Klarheit.

Häufige Fragen

Wann gab es Miami Air International?

Gegründet wurde Miami Air International im August 1990, der Flugbetrieb begann im Oktober 1991 mit geleasten Boeing 727-200. Am 24. März 2020 beantragte die Airline Gläubigerschutz nach Chapter 11, Anfang Mai 2020 endete der Flugbetrieb. Am 11. Mai 2020 wurde das Verfahren in eine Liquidation nach Chapter 7 umgewandelt.

Welche Codes hatte Miami Air?

Miami Air flog mit dem IATA-Code LL, dem ICAO-Code BSK und dem Rufzeichen „BISCAYNE“. Ursprünglich war als IATA-Code GL vorgesehen, der aber bereits zu Air Greenland gehörte. Alle Flugzeuge trugen US-Kennzeichen mit N.

Für wen ist Miami Air geflogen?

Die Airline war ein reiner Charterbetrieb. Zu den Kunden zählten Sportteams aus Profi- und Hochschulsport, große Unternehmen, Reiseveranstalter, Kreuzfahrtgesellschaften, Incentive-Gruppen, Künstler und Wahlkampfteams. Dazu kamen Truppen- und Frachtflüge für das Air Mobility Command der US Air Force über das CRAF-Programm.

Welche Flugzeuge hatte Miami Air?

Am Anfang stand die Boeing 727-200, die bis 2005 im Einsatz war. Um 2000 bis Anfang 2002 flogen zwei MD-87, die später zu Allegiant Air gingen. Ab etwa 2000 kam die Boeing 737-800 dazu, die zum Kern der Flotte wurde. Zwischen 2006 und 2017 ergänzten zwei 737-400 die Flotte, 2011/12 kurz eine geleaste 767-200. Zum Schluss bestand die Flotte nur noch aus rund sechs 737-800.

Was passierte bei Miami Air Flug 293?

Am 3. Mai 2019 flog die Boeing 737-800 N732MA als Militärcharter von Guantánamo Bay auf Kuba zur Naval Air Station Jacksonville in Florida. Bei Gewitter und Starkregen landete sie auf Piste 10, kam nicht rechtzeitig zum Stehen, überrollte das Pistenende und blieb im flachen Wasser des St. Johns River liegen. Alle rund 140 Menschen an Bord überlebten; mehrere Personen wurden verletzt, niemand schwer. Mindestens drei Haustiere im Frachtraum kamen dagegen ums Leben.

Was war die Ursache des Unfalls von Flug 293?

Die US-Unfallbehörde NTSB (Untersuchung DCA19MA143) sah die Hauptursache in einem extremen Verlust der Bremswirkung: Auf der nicht gerillten Piste stand bei Starkregen so viel Wasser, dass die Reifen aufschwammen. Beigetragen haben laut NTSB unzureichende Vorgaben der Airline zur Bewertung von Bremsbedingungen und Landestrecken, das Festhalten der Crew an einem instabilen Anflug, die hohe Arbeitslast des Kapitäns und die geringe Erfahrung des Ersten Offiziers.

Warum hat Miami Air den Betrieb eingestellt?

Die Airline beantragte im März 2020 Gläubigerschutz – genau in der Phase, in der die Corona-Pandemie Sportligen, Kreuzfahrten und Reisegruppen fast vollständig stoppte und damit das Kerngeschäft einer Charterairline wegbrach. Im Mai 2020 endete der Flugbetrieb; geleaste Flugzeuge, unter anderem von TUI fly Belgium, gingen an ihre Eigentümer zurück.

Gibt es Miami Air heute noch?

Die ursprüngliche Gesellschaft gibt es nicht mehr. Ende Mai 2020 kaufte Tomas Romero, Eigentümer von World Atlantic Airlines, bei einer Insolvenzauktion Zertifikate und Markenrechte für 3,3 Millionen US-Dollar und kündigte einen Neustart mit demselben Flugzeugtyp an. Wie weit dieser Neustart trug, ist in öffentlichen Quellen nur lückenhaft dokumentiert – für deine Sammlung zählt Miami Air International bis 2020 als historische Airline.

Miami Air International im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

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Low-Cost

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