Air Sinai

Historische EgyptAir-Tochter aus Kairo: 1982 gegründet, um die im Friedensvertrag vereinbarten Flüge nach Tel Aviv zu fliegen – fast vier Jahrzehnte lang ohne Logo, ohne Fahnen und ohne Eintrag im EgyptAir-Flugplan.

Auch bekannt als: 4D

ÄgyptenÄgyptenRegionalfluggesellschaftenIATA: 4DICAO: ASD11 Min. Lesezeit

4D

IATA-Code

ASD

ICAO-Code

1982

Gründungsjahr

2021

Ende des Flugbetriebs

Das Wichtigste in Kürze

  • Air Sinai war eine Tochter von EgyptAir mit Sitz in Kairo und ist heute eine historische Airline.
  • Codes: IATA 4D, ICAO ASD, Rufzeichen „AIR SINAI“.
  • Ihr Daseinszweck war politisch: Sie flog die im Friedensvertrag von 1979 vorgesehenen Verbindungen nach Israel, ohne dass EgyptAir selbst dort auftauchen musste.
  • Die Flugzeuge waren meist unmarkiert – ohne Logo, ohne Flagge, oft geliehen aus der EgyptAir-Flotte.
  • Am 3. Oktober 2021 landete der erste EgyptAir-Flug unter eigenem Namen in Tel Aviv – damit endete die Air-Sinai-Ära.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Air Sinai im Überblick
  2. 2.Warum es Air Sinai überhaupt gab
  3. 3.Die Geschichte in Etappen
  4. 4.Codes und Rufzeichen
  5. 5.Die Flotte: geliehen, neutral, wechselnd
  6. 6.Woran du Air Sinai auf alten Fotos erkennst
  7. 7.Das Ende 2021: EgyptAir fliegt selbst
  8. 8.Air Sinai im Vergleich
  9. 9.Spotten an den früheren Air-Sinai-Flughäfen
  10. 10.Häufige Missverständnisse
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-Code4D
ICAO-CodeASD
RufzeichenAIR SINAI
DrehkreuzeCAI
StatusHistorisch – Flugbetrieb bis 2021, danach übernahm EgyptAir die Strecke Kairo–Tel Aviv unter eigenem Namen
Gegründet1982 als Tochter von EgyptAir
AnlassÄgyptisch-israelischer Friedensvertrag von 1979, der zivile Flugverbindungen zwischen beiden Ländern vorsah
Sitz und DrehkreuzKairo, Flughafen Kairo (CAI)
HauptstreckeKairo–Tel Aviv Ben Gurion (TLV)
MutterkonzernEgyptAir
Allianzkeine eigene Mitgliedschaft
Eingesetzte Typen (Auswahl)Boeing 737-200, Fokker F27, Boeing 737-500, Embraer 170, zuletzt Airbus A220 von EgyptAir
MarkenzeichenFehlendes Markenzeichen – in den letzten Jahrzehnten flogen meist Flugzeuge ohne Airline-Namen und ohne Flagge

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Air Sinai?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Flugzeug in neutraler, fast weißer Bemalung ohne Airline-Namen und ohne ägyptische Flagge
  • Ägyptisches Kennzeichen mit SU- am Rumpf – oft das einzige klare Merkmal
  • Flugnummer mit 4D statt MS, auf dem Tracker der ICAO-Code ASD
  • Fast immer auf der Strecke Kairo–Tel Aviv, also an CAI oder TLV
  • In den frühen Jahren zumindest zeitweise mit Air-Sinai-Schriftzug, ab 2002 praktisch unsichtbar

Es gibt Airlines, die du an ihrer Bemalung erkennst – und es gab Air Sinai, die du gerade daran erkanntest, dass sie keine hatte. Fast vier Jahrzehnte lang flog die Tochter von EgyptAir zwischen Kairo und Tel Aviv, meist mit Flugzeugen ohne Logo, ohne Airline-Namen und ohne ägyptische Flagge. Diese Seite erklärt dir, warum es Air Sinai gab, welche Flugzeuge sie einsetzte, woran du alte Aufnahmen zuordnest und was aus der Strecke geworden ist.

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Air Sinai im Überblick

Air Sinai war eine ägyptische Airline mit Sitz in Kairo und gehörte vollständig zu EgyptAir. Gegründet wurde sie 1982, ihr Drehkreuz war der Flughafen Kairo. Ihre wichtigste und am Ende einzige Aufgabe: die Verbindung zwischen Kairo und dem Flughafen Tel Aviv Ben Gurion.

Air Sinai ist heute eine historische Airline. Im Oktober 2021 übernahm EgyptAir die Strecke unter eigenem Namen, damit war die Tochter überflüssig. Wenn du heute eine Air-Sinai-Maschine in deinem Archiv hast, besitzt du also ein Stück Luftfahrtgeschichte, das sich nicht mehr wiederholen lässt.

4DIATA-Code in der Flugnummer
ASDICAO-Code auf dem Tracker
SU-Kennzeichen-Präfix Ägyptens

Warum es Air Sinai überhaupt gab

Die Geschichte von Air Sinai beginnt nicht in einem Flugzeughangar, sondern am Verhandlungstisch. 1979 unterzeichneten Ägypten und Israel ihren Friedensvertrag. Teil der Vereinbarungen war, dass beide Länder normale zivile Verbindungen aufnehmen – dazu gehörten auch regelmäßige Flüge zwischen den wichtigsten internationalen Flughäfen.

Für die ägyptische Staatsairline war das ein Dilemma. Israel offen im eigenen Streckennetz zu zeigen, war in Ägypten und in der arabischen Welt politisch heikel. Die Lösung war eine eigene Gesellschaft: Air Sinai übernahm die Flüge, EgyptAir musste Tel Aviv weder in seinen Flugplänen noch auf seinen Streckenkarten oder seiner Website erwähnen. Laut englischsprachigen Nachschlagewerken übernahm Air Sinai dabei Verbindungen, die zuvor die Gesellschaft Nefertiti Aviation geflogen war.

Das Ergebnis war eine Airline, die zwar offiziell existierte, im Alltag aber kaum sichtbar war. Die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ nannte die Verbindung 2011 einen „Phantomflug“ und beschrieb Air Sinai als eigene Abteilung von EgyptAir, die nur für diese Strecke existierte.

Ein Name mit Geschichte

Der Name ist kein Zufall: Die Sinai-Halbinsel war Kern des Friedensprozesses. Israel gab sie im Zuge des Vertrags schrittweise an Ägypten zurück. Eine Airline mit diesem Namen stand damit symbolisch für die neue Verbindung zwischen beiden Ländern.

Die Geschichte in Etappen

1982: Gründung

EgyptAir gründet Air Sinai für die Flüge nach Tel Aviv. Den Anfang macht eine Boeing 737-200 aus der Flotte der Mutter.

1980er: Mehr als nur Tel Aviv

Air Sinai fliegt anfangs auch Charter, die Tel-Aviv-Strecke führt zeitweise über Scharm el-Scheich. Mitte der 1980er-Jahre kommt eine Fokker F27 dazu.

2002: Einschnitt

Während der zweiten Intifada wird der Verkehr unterbrochen und später in kleinerem Rahmen wieder aufgenommen. Air Sinai ist ab dann praktisch eine Papier-Airline, die unmarkierte Flugzeuge von EgyptAir einsetzt.

2019: Wechsel auf den A220

Nach Jahren mit Embraer 170 kommen ab dem 9. Dezember 2019 zwei Airbus A220 von EgyptAir zum Einsatz – ebenfalls ohne Markierung. Im Mai 2021 werden sie wieder abgezogen.

2021: Das Ende

Am 3. Oktober 2021 landet der erste EgyptAir-Flug unter eigenem Namen in Tel Aviv. Air Sinai stellt den Betrieb ein.

Die frühen Jahre

In den Anfangsjahren war Air Sinai noch eine Airline mit eigenem Gesicht. Neben der Tel-Aviv-Strecke flog sie anfangs auch Charterflüge, und 1982 setzte sie zusätzlich eine geleaste Boeing 707-320C auf Europastrecken von EgyptAir ein, etwa nach Kopenhagen. Aufnahmen aus dieser frühen Phase sind für Sammler besonders reizvoll, weil die Airline damals noch nicht ganz im Verborgenen flog.

Zu dieser Zeit gehört auch das schwerste Kapitel der Airline: Am 10. Juni 1986 verunglückte eine Fokker F27 von Air Sinai (Kennzeichen SU-GAD) im Anflug auf Kairo bei einem Sandsturm. Die Maschine traf ein Gebäude und fing Feuer, nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia kamen 23 der 26 Menschen an Bord ums Leben.

Jahrzehnte im Verborgenen

Ab den 2000er-Jahren wurde Air Sinai immer unsichtbarer. Es gab keine eigene Website, keinen öffentlichen Flugplan und lange auch keine Online-Buchung. Ein Reporter des „Globe and Mail“ berichtete 2011, dass er sein Ticket nur über einen Vermittler bekam, dass sein Rückflug in Kairo auf keinem Abflugmonitor stand und dass ihn ein Flughafenmitarbeiter zunächst ins falsche Terminal schickte. An Bord gab es dann EgyptAir-Uniformen, EgyptAir-Servietten und EgyptAir-Magazine – nur die Flugnummer begann mit 4D.

Laut dem Bericht bestand die Flotte damals aus einer einzigen älteren Boeing 737, weiß, ohne Logo und ohne Namen, abgestellt in einer abgelegenen Ecke des Flughafens Kairo. Erst ab Februar 2020 ließen sich die Flüge über die Website eines britischen Reiseanbieters online buchen.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code 4D: stand in der Flugnummer, also auf Ticket und – wenn überhaupt – auf der Anzeigetafel.
  • ICAO-Code ASD: stand im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
  • Rufzeichen AIR SINAI: so meldete sich die Besatzung im Funk.

Für Spotter war das die wichtigste Spur. Weil das Flugzeug selbst kaum etwas verriet, half oft nur der Blick auf den Tracker oder ins Flugplanprotokoll: Stand dort ASD statt MSR, flog Air Sinai – auch wenn die Maschine aus der EgyptAir-Flotte kam. Wie Flugnummer und Rufzeichen zusammenhängen, erklärt der Artikel zum Unterschied zwischen Callsign und Flugnummer; weitere ungewöhnliche Funknamen findest du bei den Airline-Rufzeichen und ihrer Geschichte.

Alte Tracker-Daten richtig lesen

Wenn du in Archiven von Flugtrackern nach Air-Sinai-Flügen suchst, filtere nach dem ICAO-Code ASD. Die Flugnummern mit 4D findest du in alten Flugplänen dagegen selten, weil EgyptAir die Strecke nicht offen führte. Wie du ADS-B-Daten auswertest, zeigt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.

Die Flotte: geliehen, neutral, wechselnd

Eine große eigene Flotte hatte Air Sinai nie. Die meisten Flugzeuge stammten von EgyptAir und wurden je nach Bedarf eingesetzt – ein Modell, das an einen Wet-Lease innerhalb des Konzerns erinnert. Im Laufe der Jahre waren unter anderem diese Typen im Einsatz:

Typ Zeitraum (ungefähr) Spotter-Hinweis
Boeing 737-200 ab 1982 Erstes Flugzeug, von EgyptAir geleast; schlanke Triebwerke unter dem Flügel
Fokker F27 Friendship Mitte der 1980er Schulterdecker-Turboprop, auch für Ziele innerhalb Ägyptens
Boeing 737-500 später Kurze Classic-737 mit den typisch abgeflachten Triebwerkseinläufen
Embraer 170 bis 2019 Regionaljet, bis zum Wechsel auf den A220 im Einsatz
Airbus A220-300 Dezember 2019 bis Mai 2021 Zwei unmarkierte Maschinen aus der EgyptAir-Flotte

Zuletzt waren laut englischsprachigen Nachschlagewerken zwei unmarkierte A220 mit den Kennzeichen SU-GFA und SU-GFD für Air Sinai unterwegs; nach ihrem Abzug im Mai 2021 flogen sie später für die nigerianische Ibom Air. Genaue Flottenlisten über alle Jahrzehnte gibt es kaum, weil die Airline so zurückhaltend auftrat.

Die frühere Air-Sinai-Strecke im Blick

Richte Sichtungs-Alarme für EgyptAir oder einzelne Kennzeichen ein und lass dich benachrichtigen, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Woran du Air Sinai auf alten Fotos erkennst

Air Sinai zu bestimmen, ist Detektivarbeit. Je nach Epoche helfen dir unterschiedliche Merkmale.

Spricht für Air Sinai

  • Flugzeug mit SU-Kennzeichen, aber ohne Airline-Namen und ohne Flagge
  • Aufnahme in Tel Aviv oder Kairo, Flugnummer mit 4D
  • Tracker-Eintrag mit ICAO-Code ASD oder Rufzeichen AIR SINAI
  • In den frühen Jahren: Schriftzug „Air Sinai“ am Rumpf

Spricht eher gegen Air Sinai

  • Vollständige EgyptAir-Bemalung mit Horus-Kopf am Leitwerk und MS-Flugnummer
  • Aufnahme nach Oktober 2021
  • Flugzeug mit Kennzeichen eines anderen Landes
  • Strecke ohne Bezug zu Tel Aviv in den späteren Jahrzehnten

Das Kennzeichen ist dabei dein wichtigstes Werkzeug. Alle ägyptischen Flugzeuge tragen das Präfix SU-. Ein unbemaltes Flugzeug mit SU-Kennzeichen in Tel Aviv war über viele Jahre ein starkes Indiz für Air Sinai. Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Artikel Flugzeug-Kennzeichen verstehen. Gleich danach kommt der Kontext: Ort, Datum und Flugnummer. Notier diese Angaben bei Archivfotos immer mit, sonst lässt sich die Aufnahme später kaum noch eindeutig zuordnen. Wie du so etwas sauber festhältst, zeigt der Guide zum Sichtungen dokumentieren im Logbuch, und wie du alte Bilder ordnest, der Beitrag zum Archivieren von Flugzeugfotos.

Achtung Verwechslung

Ein unbemaltes Flugzeug ist nicht automatisch Air Sinai. Auch neue Maschinen vor der Auslieferung, Leasing-Rückläufer oder Flugzeuge im Wartungsprozess sind oft weiß. Erst die Kombination aus SU-Kennzeichen, Ort und Code ASD macht die Zuordnung sicher.

Das Ende 2021: EgyptAir fliegt selbst

Im September 2021 trafen sich der israelische Premierminister Naftali Bennett und der ägyptische Präsident Abdel Fattah el-Sisi in Scharm el-Scheich. Am selben Tag, dem 13. September 2021, wurde bekannt, dass EgyptAir die Strecke nach Tel Aviv ab Oktober unter eigenem Namen übernimmt. Am 3. Oktober 2021 landete dann der erste EgyptAir-Flug zwischen Kairo und Tel Aviv am Flughafen Ben Gurion – in voller Bemalung und mit der ägyptischen Flagge. Zum Start waren vier Flüge pro Woche angekündigt.

Damit hatte Air Sinai ihren Zweck erfüllt. Die Airline stellte den Betrieb ein, die Strecke ging in den regulären EgyptAir-Flugplan über. Für Spotter änderte sich viel: Aus dem anonymen Flugzeug wurde ein klar erkennbarer EgyptAir-Jet, der sich in der Star Alliance mit voller Sichtbarkeit zeigt.

Wie häufig EgyptAir heute zwischen Kairo und Tel Aviv fliegt, hängt stark von der politischen und sicherheitspolitischen Lage in der Region ab. Prüf deshalb vor jeder Tour den aktuellen Flugplan, statt dich auf ältere Angaben zu verlassen.

Air Sinai im Vergleich

Air Sinai war nicht die einzige Airline auf der Strecke. Auch die israelische Seite flog zeitweise nach Kairo: El Al bot laut „Globe and Mail“ bis zum Frühjahr 2011 eigene Flüge an, danach blieb Air Sinai für einige Zeit die einzige direkte Verbindung.

Merkmal Air Sinai EgyptAir
Status historisch, bis 2021 aktive Staatsairline
IATA / ICAO 4D / ASD MS / MSR
Bemalung meist neutral, ohne Logo Horus-Kopf am Leitwerk, ägyptische Flagge
Netz fast nur Kairo–Tel Aviv weltweites Netz ab Kairo
Allianz keine eigene Mitgliedschaft Star Alliance seit 2008

Neben EgyptAir prägen heute andere ägyptische Gesellschaften das Bild in Kairo, etwa Air Cairo oder Nile Air. Eine Airline mit einer so ungewöhnlichen Rolle wie Air Sinai gibt es darunter nicht.

Spotten an den früheren Air-Sinai-Flughäfen

Air Sinai selbst kannst du nicht mehr fotografieren, die Flughäfen aber schon. Dabei gibt es große Unterschiede.

Gute Idee, wenn …

  • du Archivfotos mit 4D-Flugnummer und SU-Kennzeichen sauber einordnen willst
  • du die frühere Strecke mit EgyptAir in Tel Aviv dokumentieren möchtest
  • du dich vorab über die lokalen Regeln informiert hast

Prüf es vorher, wenn …

  • du nach Tel Aviv reist – die Sicherheitslage und das Flugangebot ändern sich schnell
  • du dich auf ältere Spotterberichte stützt

Lass es lieber, wenn …

  • du in Kairo ohne Genehmigung mit Teleobjektiv am Zaun stehen willst

Besonders in Ägypten ist Vorsicht angesagt. Fotografieren rund um Flughäfen ist dort heikel und kann schnell Ärger mit den Behörden bringen. Was du wissen solltest, bevor du die Kamera auspackst, erklärt der Artikel zu Fotografierverboten in Ägypten.

Sicherheit und Regeln

Fotografiere nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist, und halte dich an Absperrungen und Anweisungen des Sicherheitspersonals. In Ägypten und Israel gelten rund um Flughäfen strenge Regeln, Drohnenflüge in Flughafennähe sind ohne Genehmigung verboten.

Häufige Missverständnisse

  • Air Sinai für eine eigenständige Airline halten – sie war vollständig eine Tochter von EgyptAir und flog meist deren Flugzeuge.
  • Jedes weiße Flugzeug mit SU-Kennzeichen für Air Sinai halten – auch EgyptAir-Maschinen vor oder nach einer Neulackierung konnten unbemalt sein.
  • Air Sinai für einen Ferienflieger zum Sinai halten – trotz des Namens war die wichtigste Strecke Kairo–Tel Aviv.
  • Glauben, Air Sinai fliege noch – der Betrieb endete 2021, die Strecke fliegt EgyptAir.
  • 4D und MS verwechseln – 4D war der Code von Air Sinai, MS ist EgyptAir.

Fazit

Air Sinai war eine der ungewöhnlichsten Airlines der Luftfahrtgeschichte: gegründet als Folge eines Friedensvertrags, betrieben als diskrete Tochter einer Staatsairline und fast vier Jahrzehnte lang unterwegs mit Flugzeugen, die sich bewusst nicht zu erkennen gaben. Für Spotter macht genau das den Reiz aus. Wer heute ein Foto einer Air-Sinai-Maschine mit Kennzeichen, Ort und Datum im Archiv hat, besitzt ein echtes Stück Zeitgeschichte – und kann die Strecke inzwischen mit EgyptAir ganz offen weiterverfolgen.

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Kurzfazit

Air Sinai (IATA 4D, ICAO ASD) war die historische EgyptAir-Tochter für die Flüge zwischen Kairo und Tel Aviv. Von 1982 bis 2021 flog sie meist mit unmarkierten Flugzeugen – erkennbar vor allem am SU-Kennzeichen, am Ort und am Code ASD.

Zusammenfassung

  • Air Sinai war fast vier Jahrzehnte lang die diskrete Lösung für ein diplomatisches Problem: Flüge zwischen Kairo und Tel Aviv, ohne dass die Staatsairline sie offen zeigen musste.
  • Für Spotter war sie eine der rätselhaftesten Airlines überhaupt – unmarkierte Flugzeuge, keine Anzeige auf manchen Abflugtafeln, kaum öffentliche Flugpläne.
  • Die Flotte bestand überwiegend aus Flugzeugen von EgyptAir, zuletzt aus Embraer 170 und Airbus A220.
  • Fotos einer Air-Sinai-Maschine sind heute Archivstücke; die Strecke selbst fliegt EgyptAir seit Oktober 2021 mit voll bemalten Flugzeugen.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Air Sinai?

Air Sinai flog mit dem IATA-Code 4D und dem ICAO-Code ASD. Im Funk meldete sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „AIR SINAI“. Die Flugnummern begannen also mit 4D, nicht mit dem EgyptAir-Code MS.

Gibt es Air Sinai noch?

Nein. Air Sinai ist eine historische Airline. Im Oktober 2021 übernahm EgyptAir die Verbindung zwischen Kairo und Tel Aviv selbst und flog sie erstmals unter eigenem Namen mit voll bemalten Flugzeugen. Damit endete der Flugbetrieb von Air Sinai.

Warum flog EgyptAir nicht selbst nach Tel Aviv?

Der ägyptisch-israelische Friedensvertrag von 1979 sah zivile Flugverbindungen zwischen beiden Ländern vor. Politisch war es für die Staatsairline lange heikel, Israel offen im Streckennetz zu führen. Die Tochter Air Sinai erfüllte die Vereinbarung, ohne dass Tel Aviv in den EgyptAir-Flugplänen oder auf den Streckenkarten auftauchte.

Warum hatten die Flugzeuge von Air Sinai keine Bemalung?

Die Flüge waren darauf ausgelegt, möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen. Deshalb setzte Air Sinai über viele Jahre Flugzeuge ohne Airline-Namen, ohne Logo und ohne ägyptische Flagge ein. In den frühen Jahren trugen Flugzeuge zumindest zeitweise den Namen Air Sinai, spätestens ab 2002 waren die Maschinen aber neutral weiß und ohne Hinweis auf die Airline.

Welche Flugzeuge setzte Air Sinai ein?

Am Anfang eine Boeing 737-200 von EgyptAir, später unter anderem eine Fokker F27, eine Boeing 737-500 und Embraer 170. Von Dezember 2019 bis Mai 2021 flogen zwei unmarkierte Airbus A220 aus der EgyptAir-Flotte. Eine große eigene Flotte hatte Air Sinai nie – meist stellte EgyptAir die Flugzeuge.

Wer fliegt heute zwischen Kairo und Tel Aviv?

Seit dem 3. Oktober 2021 fliegt EgyptAir die Strecke unter eigenem Namen; zum Start waren vier Flüge pro Woche angekündigt. Wie oft heute geflogen wird, hängt stark von der politischen und sicherheitspolitischen Lage ab. Prüf vor einer Spotting-Tour den aktuellen Flugplan am Flughafen Tel Aviv.

Kann ich Air Sinai noch irgendwo sehen?

Nur noch auf Fotos. Weil der Flugbetrieb 2021 endete, ist eine Live-Sichtung nicht mehr möglich. Ältere Aufnahmen mit SU-Kennzeichen und 4D-Flugnummer sind deshalb beliebte Archivbilder – und die frühere Air-Sinai-Strecke kannst du heute mit EgyptAir-Flugzeugen in voller Bemalung dokumentieren.

Air Sinai im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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