Flugzeugfotos bearbeiten: Dein Workflow von RAW bis Export

Vom vollen Speicherkartenordner zum fertigen Spotterbild: ein Ablauf für Import, Backup, Auswahl, RAW-Entwicklung, Ausrichtung, Schärfe und Export – zugeschnitten auf weiße Rümpfe, blauen Himmel und Hitzeflimmern.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst sichern, dann sortieren: Die Speicherkarte wird erst formatiert, wenn deine Bilder an zwei unabhängigen Orten liegen.
  • Auswahl vor Entwicklung: Wer zuerst aussortiert, bearbeitet nur noch die Bilder, die es wirklich wert sind – das spart nach einem Spotting-Tag Stunden.
  • Weiße Rümpfe zuerst retten: Bei Flugzeugen entscheiden die Lichter. Ziehe ausgefressene Rumpfpartien zurück, bevor du an Kontrast und Farben gehst.
  • Gerade ist Pflicht: Ein schiefer Horizont fällt bei Flugzeugfotos sofort auf. Richte an senkrechten Gebäudekanten oder am Horizont aus, nicht am Rumpf.
  • Schärfen ganz am Schluss: Geschärft wird für die Ausgabegröße. Ein Bild für 1.280 Pixel Breite braucht eine andere Schärfung als die Vollauflösung.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flugzeugfotos bearbeiten: die kurze Antwort
  2. 2.Warum RAW bei Flugzeugen besonders lohnt
  3. 3.Schritt 1: Import, Benennung und Backup
  4. 4.Schritt 2: Auswahl in zwei Durchgängen
  5. 5.Schritt 3: Die Grundentwicklung
  6. 6.Schritt 4: Ausrichten und Zuschnitt
  7. 7.Schritt 5: Sensorflecken, Rauschen und Schärfe
  8. 8.Schritt 6: Export für jedes Ziel
  9. 9.Wie viel Bearbeitung ist erlaubt?
  10. 10.Schritt 7: Archiv und Dokumentation
  11. 11.Worauf du achten solltest
  12. 12.Fazit

Ein guter Tag am Zaun endet oft mit 500 Aufnahmen auf der Karte – und mit der Frage, wie daraus die zehn Bilder werden, die du wirklich zeigen willst. Wer Flugzeugfotos bearbeiten will, scheitert selten an einem Regler, sondern fast immer an der Reihenfolge: Man fängt beim ersten Bild an zu entwickeln und gibt beim fünfzigsten auf. Dieser Guide zeigt dir einen Ablauf vom RAW bis zum Export, der auch nach einem langen Spotting-Tag funktioniert, und erklärt, worauf es bei weißen Rümpfen, blauem Himmel und flimmerndem Asphalt ankommt.

Vom Zaun direkt in deinen Hangar

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Flugzeugfotos bearbeiten: die kurze Antwort

Ein belastbarer Workflow hat sieben Stationen: Import und Backup, Auswahl, Grundentwicklung, Ausrichten und Zuschnitt, Rauschen und Schärfe, Export, Archiv. Jede Station verkleinert die Bildmenge für die nächste. Einzeln und gründlich bearbeitest du nur die wenigen Bilder, die am Ende übrig bleiben – alles andere läuft über Bewertungen und Stapelverarbeitung.

Die Software ist dabei zweitrangig. Ob Lightroom Classic, Capture One, die kostenlosen Open-Source-Programme darktable und RawTherapee oder die Software deines Kameraherstellers: Wichtig ist, dass das Programm nicht destruktiv arbeitet. Deine Änderungen werden als Anweisungen gespeichert, die Original-RAW-Datei bleibt unverändert, und erst beim Export erzeugt das Programm ein neues Bild.

3-2-1drei Kopien, zwei Speicherorte, eine davon außer Haus
2Auswahldurchgänge: erst ja oder nein, dann die Besten
sRGBFarbraum für alles, was auf Bildschirmen gezeigt wird

Warum RAW bei Flugzeugen besonders lohnt

Flugzeugmotive sind für jede Kamera eine Herausforderung beim Kontrast. Viele Airlines setzen auf weiße Rümpfe – warum, erklärt der Artikel Warum Flugzeuge weiß lackiert sind. Vor einem hellen Himmel und in praller Sonne fressen diese Flächen schnell aus, während die Unterseite von Rumpf und Tragflächen im Schatten liegt. Dunkle Lackierungen wie bei einigen Special Liveries kehren das Problem um.

Eine RAW-Datei speichert die Sensordaten mit deutlich mehr Tonwertabstufungen als ein JPEG. Das bringt dir drei konkrete Vorteile:

  • Lichter-Reserven: Leicht überbelichtete Rumpfpartien lassen sich oft noch zurückholen, solange der Sensor nicht vollständig gesättigt war.
  • Freier Weißabgleich: Kunstlicht am Vorfeld, Abendsonne oder graues Novemberwetter korrigierst du ohne Qualitätsverlust.
  • Saubere Schatten: Eine dunkle Rumpfunterseite im Anflug lässt sich aufhellen, ohne dass sofort Farbstreifen oder grobes Rauschen entstehen.

Welche Kameraeinstellungen dir dabei die beste Ausgangsbasis liefern, steht im Guide zu den Kamera-Einstellungen fürs Planespotting. Kurz gesagt: lieber minimal knapper belichten, damit die Lichter erhalten bleiben – die Schatten holst du in der Entwicklung leichter zurück.

Was ist eigentlich DNG?

DNG ist ein RAW-Format, das Adobe 2004 mit offengelegter Spezifikation veröffentlicht hat. Manche Programme können deine herstellereigenen RAW-Dateien beim Import in DNG umwandeln. Pflicht ist das nicht – wichtig ist nur, dass du dich für ein System entscheidest und dabei bleibst.

Schritt 1: Import, Benennung und Backup

Der Import ist der Moment, in dem aus einer Dateiflut ein Archiv wird – oder eben nicht. Drei Dinge erledigst du hier sofort:

  • Ordnerstruktur: Ein Ordner pro Tag und Flughafen, zum Beispiel 2026-10-15_EDDF. Der ICAO-Code des Flughafens ist kurz und eindeutig; was hinter den Codes steckt, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes.
  • Metadaten: Urhebervermerk und Basis-Stichworte wie Flughafen und Spot vergibst du direkt beim Einlesen. Kennzeichen und Typ trägst du nach der Auswahl nur bei den Keepern ein – wie du ein Kennzeichen sicher liest, zeigt Flugzeugkennzeichen verstehen.
  • Backup: Bewährt ist die 3-2-1-Regel: drei Kopien deiner Daten auf zwei unterschiedlichen Speichern, eine davon an einem anderen Ort. Eine Kopie auf derselben Festplatte wie das Original zählt nicht.

Die Speicherkarte formatierst du erst, wenn beide Kopien existieren und du stichprobenartig ein paar Bilder aus der Sicherung geöffnet hast – und dann in der Kamera, nicht am Rechner.

Schritt 2: Auswahl in zwei Durchgängen

Der größte Zeitfresser beim Bearbeiten ist das Entwickeln von Bildern, die du am Ende ohnehin löschst. Deshalb sortierst du vor der Entwicklung, und zwar in zwei klar getrennten Runden.

Erster Durchgang – nur ja oder nein. Vollbildansicht, kein Zoom, ein bis zwei Sekunden pro Bild. Raus fliegt, was offensichtlich nicht funktioniert:

  • Flugzeug angeschnitten: Nase, Heck, Tragflächenspitzen oder Triebwerke fehlen
  • Zaun, Lichtmast oder ein anderes Flugzeug verdeckt wichtige Teile
  • starkes Gegenlicht mit dunkler Silhouette, wenn du eine Dokumentaraufnahme wolltest
  • deutlich verwackelt oder klar daneben fokussiert

Zweiter Durchgang – die Besten je Motiv. Jetzt vergleichst du Serien nebeneinander und zoomst auf 100 Prozent. Achte auf scharfe Cockpitfenster und eine lesbare Registrierung, auf Hitzeflimmern, das Details auf langen Distanzen verwischt, und auf die Position des Flugzeugs im Bild. Pro Überflug bleiben meist ein bis zwei Aufnahmen übrig.

Hitzeflimmern lässt sich nicht wegbearbeiten

Wenn Kanten wellig wirken und Schriftzüge verschwimmen, liegt das an der warmen Luft über dem Asphalt, nicht am Objektiv. Keine Schärfung der Welt holt diese Details zurück. Sortiere solche Bilder konsequent aus und plane beim nächsten Mal die kühleren Morgenstunden ein – Tipps dazu stehen im Guide zum [Sonnenstand am Fotospot](/blog/sonnenstand-planen-fotospot).

Schritt 3: Die Grundentwicklung

Bei der Grundentwicklung arbeitest du von global nach lokal und von technisch nach gestalterisch. Bilder mit derselben Lichtsituation – gleicher Spot, gleiche Tageszeit – bearbeitest du einmal und überträgst die Einstellungen auf die ganze Gruppe.

1. Objektivkorrekturen aktivieren

Profilkorrektur für Verzeichnung und Vignettierung einschalten, chromatische Aberration entfernen. Farbsäume zeigen sich bei Flugzeugen gern an Rumpfkanten und Cockpitfenstern vor hellem Himmel.

2. Weißabgleich setzen

Ein weißer Rumpf oder eine graue Betonfläche eignet sich gut als Referenz für die Pipette. Danach nach Gefühl nachjustieren – Abendlicht darf warm bleiben.

3. Belichtung und Lichter

Zuerst die Gesamthelligkeit, dann die Lichter herunterziehen, bis der Rumpf wieder Zeichnung zeigt. Die Überbelichtungswarnung deines Programms hilft beim Finden der Grenze.

4. Schatten und Kontrast

Schatten moderat anheben, damit Fahrwerk und Unterseite sichtbar werden. Dann Kontrast und Schwarzpunkt setzen, damit das Bild nicht flau wirkt.

5. Farbe dosieren

Dynamik statt Sättigung verwenden. Airline-Farben wirken schnell unnatürlich, wenn das Rot der Heckflosse leuchtet wie ein Warnschild.

6. Lokale Korrekturen

Erst jetzt gezielt arbeiten: eine dunkle Rumpfunterseite per Maske aufhellen, einen zu hellen Himmel per Verlauf beruhigen.

Die typischen Problemfälle am Flughafen und die passenden Gegenmittel im Überblick:

Problem im Bild Ursache Ansatz in der Entwicklung
Rumpf strahlt weiß ohne Struktur Lichter überbelichtet Lichter und Weiß senken, Belichtung leicht zurücknehmen
Unterseite fast schwarz hohe Sonne, Aufnahme von schräg unten Schatten anheben, lokal mit Maske aufhellen
Himmel milchig grau Dunst oder hohe Bewölkung Dunst entfernen sehr sparsam, Schwarzpunkt setzen
Bild wirkt blaustichig Schatten oder bedeckter Himmel Farbtemperatur leicht wärmer
Farbsäume an den Kanten chromatische Aberration des Objektivs Objektivkorrektur und Farbsaum-Entfernung
Regler am Anschlag, Bild trotzdem schlecht Gegenlicht oder Hitzeflimmern aussortieren statt retten

Wenn deine Bilder regelmäßig gegen die Sonne entstehen, lohnt ein Blick in den Artikel zur Gegenlicht-Flugzeugfotografie – manchmal ist eine bewusste Silhouette die bessere Lösung als eine erzwungene Seitenansicht. Für graue Tage gibt es eigene Tricks, die der Guide Planespotting bei schlechtem Wetter sammelt.

Schritt 4: Ausrichten und Zuschnitt

Nichts verrät ein unbearbeitetes Spotterfoto schneller als ein schiefer Horizont. Fotodatenbanken achten darauf, und auch auf Instagram wirkt ein kippendes Terminal unruhig.

  • Die richtige Referenz wählen: Gebäudekanten, Masten, der Tower oder der Horizont sind echte Senkrechte und Waagerechte. Der Rumpf ist es nicht – beim Start hebt das Flugzeug die Nase, im Anflug liegt es leicht schräg im Wind.
  • Flugzeug ohne Bodenbezug: Bei Aufnahmen am blauen Himmel gibt es keine Referenz. Hier richtest du nach der natürlichen Fluglage aus, damit Steigflug oder Kurve glaubwürdig bleiben.
  • Platz in Flugrichtung: Lass vor der Nase etwas mehr Raum als hinter dem Heck. Das Flugzeug wirkt dann, als würde es ins Bild hineinfliegen.
  • Nicht zu eng schneiden: Tragflächenspitzen, Triebwerke und Heckflosse brauchen etwas Luft zum Bildrand. Bei Langstreckenjets wie dem Airbus A350-900 oder der Boeing 777-300ER passiert das schneller, als man denkt.
  • Seitenverhältnis festlegen: Für Seitenansichten von Flugzeugen funktionieren breite Formate wie 3:2 oder 16:9 gut. Fürs Hochformat in sozialen Netzwerken schneidest du lieber eine eigene Variante.

Wenn du beim Zuschneiden viel Bildfläche wegnehmen musst, war die Brennweite zu kurz. Wie du das beim nächsten Mal vermeidest, steht im Guide zur richtigen Brennweite fürs Planespotting.

Das beste Licht schon vor dem Auslösen

Die Spot-Karte in Planetrack zeigt dir zu jedem Spot Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos – und der Sonnenstand-Planer verrät, wann die Sonne im Rücken steht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Schritt 5: Sensorflecken, Rauschen und Schärfe

Sensorflecken entfernen. Ein gleichmäßig blauer Himmel bei kleiner Blende wie f/8 oder f/11 macht Staub auf dem Sensor als dunkle Punkte sichtbar. Viele Programme haben eine Ansicht, die solche Flecken sichtbar macht. Das Entfernen ist reine Pflege und verändert den Bildinhalt nicht.

Rauschen reduzieren. Bei Abendflügen, grauem Wetter oder Nachtaufnahmen steigt die ISO schnell. Einige aktuelle RAW-Konverter bieten eine KI-gestützte Rauschreduzierung, die oft mehr Details erhält als klassische Regler. Solche Funktionen arbeiten in der Regel direkt auf den RAW-Daten, deshalb setzt du sie früh im Ablauf ein. Klassische Rauschreduzierung dosierst du sparsam: Zu viel macht Rumpfnieten, Schriftzüge und Kennzeichen wachsweich.

Schärfen für die Ausgabe. Die wichtigste Regel: Geschärft wird für die Größe, in der das Bild gezeigt wird. Ein auf 1.280 Pixel verkleinertes Bild braucht eine andere Schärfung als die Vollauflösung. Viele Exportdialoge bieten deshalb eine Ausgabeschärfung für Bildschirm oder Druck. Achte beim Kontrollieren auf helle Säume an den Rumpfkanten vor dem Himmel – solche Halos sind das typische Zeichen für Überschärfung und können bei Fotodatenbanken zur Ablehnung führen.

Schritt 6: Export für jedes Ziel

Der Export ist immer nur eine Ableitung deiner RAW-Datei mit ihren Entwicklungseinstellungen. Leg dir für jedes Ziel eine eigene Exportvorgabe an, dann dauert dieser Schritt Sekunden.

Ziel Format und Farbraum Größe (lange Kante) Hinweis
Social Media und Messenger JPEG, sRGB etwa 1.080 bis 2.048 px die Plattform komprimiert erneut, also nicht zu klein ausgeben
Fotodatenbank JPEG, sRGB nach Vorgabe der Plattform Seitenverhältnis, Dateigröße und Bearbeitungsregeln vorher prüfen
Eigene Website oder Portfolio JPEG oder WebP, sRGB 2.000 bis 2.500 px ausreichend für große Bildschirme, aber noch schnell geladen
Druck und Fotobuch JPEG oder TIFF in voller Auflösung volle Auflösung Farbraum mit dem Druckdienst abstimmen

Fotodatenbanken haben die strengsten Regeln. AirNav Radar nennt in seinen Upload-Richtlinien zum Beispiel (Stand Oktober 2026) eine Auflösung zwischen 768 und 4.000 Pixeln je Kante, ein Seitenverhältnis von höchstens 1,9 zu 1, maximal 4 MB pro Datei und nur Querformat. Dazu kommen inhaltliche Kriterien: scharfe Kanten, keine großen ausgefressenen oder schwarzen Flächen, ein gerader Horizont, ein unauffälliges Wasserzeichen und erhaltene EXIF-Daten. Andere Plattformen setzen eigene Grenzen und prüfen teils jedes Bild von Hand. Lies die aktuellen Regeln, bevor du die Exportvorgabe anlegst.

Metadaten bewusst exportieren. Urhebervermerk und Copyright sollten im exportierten Bild stehen. GPS-Koordinaten verraten dagegen deinen genauen Standort – überlege dir, ob du sie mitgeben willst.

Wie viel Bearbeitung ist erlaubt?

Bei Spotterfotos gilt ein anderer Maßstab als bei freier Fotokunst. Wer dokumentiert, welches Flugzeug wann wo unterwegs war, darf das Bild optimieren, aber nicht verfälschen.

Unproblematisch

  • Belichtung, Kontrast, Weißabgleich und Farbe korrigieren
  • Horizont geraderichten und zuschneiden
  • Sensorflecken entfernen, Rauschen reduzieren, moderat schärfen

Je nach Ziel

  • starke lokale Aufhellungen oder Himmelsabdunklung
  • kräftige Looks und Farbstimmungen für Social Media
  • Wasserzeichen – erlaubt, aber dezent und abseits des Flugzeugs

Für Dokumentation tabu

  • Zäune, Fahrzeuge, Personen oder andere Flugzeuge wegretuschieren
  • Himmel austauschen oder Wolken einsetzen
  • Lackierung, Kennzeichen oder Logos verändern

Gerade bei seltenen Gästen und Special Liveries ist die Versuchung groß, ein verdecktes Bild zu retten. Für Datenbanken und deine eigene Dokumentation bleibt aber nur das Bild, das so entstanden ist.

Schritt 7: Archiv und Dokumentation

Nach dem Export bleiben die RAW-Dateien mit ihren Entwicklungseinstellungen im Archiv. Die abgelehnten Aufnahmen aus dem ersten Durchgang kannst du nach einer Karenzzeit löschen – Hauptsache, du entscheidest bewusst und nicht aus Platzmangel. Trag bei den Keepern spätestens jetzt Kennzeichen, Typ und Airline ein. So findest du ein Bild von einer bestimmten Lufthansa-Maschine oder einem Emirates-A380 auch Jahre später in Sekunden. Wie du daraus ein echtes Sichtungslogbuch machst, beschreibt der Guide Sichtungen dokumentieren.

Worauf du achten solltest

  • Kalibrierter Bildschirm: Ein zu heller oder farbstichiger Monitor führt dazu, dass deine Bilder überall sonst zu dunkel oder falsch wirken. Eine Kalibrierung oder zumindest eine neutrale Helligkeitseinstellung hilft.
  • Vorher-Nachher-Vergleich: Wechsle regelmäßig zur Ansicht des Originals. Nach einer halben Stunde Bearbeitung gewöhnt sich das Auge an übertriebene Sättigung.
  • Vorgaben pflegen: Eine Grundeinstellung pro Kamera und typischer Lichtsituation – etwa „Terminal Düsseldorf Nachmittag“ – spart dir bei jedem Besuch die ersten Handgriffe.
  • Nicht jedes Bild retten: Wenn alle Regler am Anschlag stehen, war die Aufnahme das Problem. Lerne daraus für den nächsten Tag am Spot, etwa an der Besucherterrasse Düsseldorf oder am Besucherhügel München.
  • Backup prüfen: Eine Sicherung, die du nie testweise zurückgespielt hast, ist nur eine Hoffnung.

Ist dein Bild bereit für den Export?

Hak ab, was du erledigt hast – am Ende siehst du, ob das Bild rausgehen kann.

  • Die RAW-Dateien liegen an mindestens zwei unabhängigen Orten.
  • Der Rumpf zeigt in den hellen Bereichen noch Struktur.
  • Der Horizont ist an einer echten Senkrechten oder Waagerechten ausgerichtet.
  • Nase, Heck, Tragflächen und Triebwerke sind vollständig im Bild.
  • Sensorflecken im Himmel sind entfernt.
  • Es gibt keine hellen Säume an den Rumpfkanten.
  • Die Exportvorgabe passt zu Ziel, Größe und Farbraum sRGB.
  • Kennzeichen, Typ und Urhebervermerk stehen in den Metadaten.

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Fazit

Flugzeugfotos zu bearbeiten ist vor allem eine Frage der Reihenfolge. Wer zuerst sichert, dann in zwei Runden aussortiert und erst danach entwickelt, braucht für einen vollen Spotting-Tag einen Bruchteil der Zeit. In der Entwicklung selbst haben bei Flugzeugen die Lichter Vorrang: weiße Rümpfe retten, Schatten moderat öffnen, Farben nicht übertreiben. Dazu kommen ein sauber ausgerichteter Horizont, eine Schärfung passend zur Ausgabegröße und Exportvorgaben für jedes Ziel. Wenn du außerdem Kennzeichen und Typ in die Metadaten schreibst, wird aus deinem Bilderordner mit der Zeit ein Archiv, das du gern durchblätterst. Wenn du gerade erst anfängst, findest du die Grundlagen im Guide Planespotting für Einsteiger.

Kurzfazit

Sichern, aussortieren, entwickeln, ausrichten, schärfen, exportieren – in genau dieser Reihenfolge. Bei Flugzeugmotiven entscheiden die Lichter auf dem Rumpf und ein gerader Horizont über die Qualität. Exportiere in sRGB, prüfe vor jedem Datenbank-Upload die aktuellen Regeln und behalte die RAW-Datei immer als Original im Archiv.

Zusammenfassung

  • Ein guter Workflow ist eine feste Reihenfolge: Import und Backup, Auswahl, Grundentwicklung, Ausrichten und Zuschnitt, Rauschen und Schärfe, Export, Archiv.
  • RAW bietet bei Flugzeugmotiven vor allem Reserven in den Lichtern – genau dort, wo weiße Rümpfe vor hellem Himmel am schnellsten ausfressen.
  • Für Web und Social Media exportierst du im Farbraum sRGB; Fotodatenbanken haben eigene Vorgaben zu Größe, Seitenverhältnis und Bearbeitung, die du vor dem Upload prüfst.
  • Die RAW-Datei bleibt unangetastet im Archiv. Jeder Export ist nur eine Ableitung, die du jederzeit neu erzeugen kannst.

Häufige Fragen

Muss ich Flugzeugfotos in RAW aufnehmen, um sie gut zu bearbeiten?

Nicht zwingend, aber es hilft deutlich. Eine RAW-Datei enthält mehr Tonwertinformationen als ein JPEG. Dadurch kannst du Lichter auf hellen Rümpfen, den Weißabgleich und dunkle Unterseiten nachträglich viel weiter korrigieren, ohne dass Farbabrisse oder Rauschen entstehen. Wer nur schnelle Belegfotos von Sichtungen macht, kommt auch mit JPEG aus.

Welche Software brauche ich für die RAW-Entwicklung?

Jeder RAW-Konverter, der nicht destruktiv arbeitet, Bewertungen kennt und Einstellungen auf mehrere Bilder übertragen kann, reicht für diesen Workflow. Verbreitet sind kommerzielle Programme wie Lightroom Classic oder Capture One, die kostenlosen Open-Source-Programme darktable und RawTherapee sowie die Software der Kamerahersteller.

In welcher Reihenfolge bearbeite ich ein Flugzeugfoto?

Bewährt hat sich: Objektivkorrekturen, Weißabgleich, Belichtung und Lichter, Schatten und Kontrast, dann Ausrichten und Zuschnitt, danach Rauschreduzierung und zuletzt das Schärfen für die Ausgabegröße. Lokale Korrekturen, etwa für eine dunkle Rumpfunterseite, kommen nach der globalen Grundentwicklung.

Wie richte ich ein Flugzeugfoto richtig aus?

Nimm eine echte Senkrechte oder Waagerechte als Referenz: Gebäudekanten, Masten, den Tower oder den Horizont. Der Rumpf selbst ist keine gute Referenz, weil das Flugzeug beim Start rotiert, im Anflug leicht nach oben zeigt oder sich in eine Kurve legt. Bei Bildern ohne Bodenbezug, etwa Flugzeugen am blauen Himmel, orientierst du dich an der natürlichen Fluglage.

Welche Exportgröße ist für Flugzeugfotos sinnvoll?

Das hängt vom Ziel ab. Für Social Media und Messenger reicht meist eine lange Kante zwischen 1.080 und 2.048 Pixeln. Fotodatenbanken geben eigene Grenzen vor – AirNav Radar etwa nennt in seinen Upload-Richtlinien eine Auflösung zwischen 768 und 4.000 Pixeln je Kante und maximal 4 MB pro Datei. Prüfe die aktuellen Regeln der jeweiligen Plattform vor jedem Upload.

Darf ich bei Spotterfotos Dinge wegretuschieren?

Für dein privates Bild entscheidest du selbst. Viele Fotodatenbanken verstehen Spotterfotos aber als Dokumentation und lehnen inhaltliche Veränderungen ab – also wegretuschierte Zäune, Fahrzeuge oder Personen, getauschte Himmel oder veränderte Lackierungen. Unproblematisch sind Sensorflecken, Belichtung, Farbe, Ausrichtung und moderates Schärfen.

Was ist der Farbraum sRGB und warum exportiere ich darin?

sRGB ist ein Farbraum, den Hewlett-Packard und Microsoft 1996 gemeinsam definiert haben. Viele Programme und Bildschirme gehen bei 8-Bit-Bildern davon aus, dass sie in sRGB vorliegen. Exportierst du in einem größeren Farbraum wie Adobe RGB, wirken die Farben auf Geräten, die das Profil ignorieren, oft blass. Für alles, was auf Bildschirmen gezeigt wird, ist sRGB deshalb die sichere Wahl.

PT

Planetrack Redaktion

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