Das Wichtigste in Kürze
- Die An-22 Antei ist das größte in Serie gebaute Propellerflugzeug der Welt – ein sowjetischer Schwertransporter mit bis zu 80 t Nutzlast.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Turboprops mit gegenläufigen Doppelpropellern plus doppeltes Seitenleitwerk – diese Kombination hat kein anderer Transporter.
- Gebaut wurden nur 68 Exemplare, alle in Taschkent, die Serie endete 1976.
- Im Flugbetrieb ist die An-22 praktisch Geschichte: Die letzte Maschine der russischen Streitkräfte stürzte im Dezember 2025 ab, die einzige zivile Maschine von Antonov Airlines wurde 2022 in Hostomel beschädigt.
- In Deutschland siehst du eine An-22 im Technik Museum Speyer, wo sie 1999 auf dem kleinen Flugplatz landete.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Antonov (Konstruktionsbüro in Kiew), Serienbau in Taschkent |
|---|---|
| Beiname | Antei (nach dem Riesen Antaios), NATO-Codename „Cock“ |
| ICAO-Typcode | AN22 |
| Erstflug | 27. Februar 1965 |
| Erste öffentliche Vorstellung | Pariser Luftfahrtschau, Juni 1965 |
| Indienststellung | 1967 (sowjetische Luftstreitkräfte) |
| Produktion | Taschkent, Mitte der 1960er-Jahre bis 1976 |
| Gebaute Flugzeuge | 68 (inklusive Prototypen), davon 28 An-22A |
| Triebwerke | 4 × Kusnezow NK-12MA (Turboprop) |
| Propeller | je Triebwerk zwei gegenläufige Vierblattpropeller, rund 6,2 m Durchmesser |
| Länge | rund 58 m |
| Spannweite | 64,4 m |
| Höhe | rund 12,5 m |
| Laderaum | rund 33 m lang, 4,4 m breit, 4,4 m hoch |
| Max. Nutzlast | 80 t |
| Max. Startgewicht | 250 t |
| Reichweite mit max. Nutzlast | rund 5.000 km |
| Fahrwerk | 14 Räder, ausgelegt für unbefestigte Pisten |
| Status (Stand Oktober 2026) | nicht mehr im Flugbetrieb, Exemplare in Museen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Turboprops mit gegenläufigen Doppelpropellern – pro Triebwerk zwei Propeller hintereinander, insgesamt 32 Blätter
- Doppeltes Seitenleitwerk: zwei große Flossen weit außen am Höhenleitwerk, die nach oben und unten herausragen
- Hochdecker mit sehr dickem, rundem Rumpf und großer Heckrampe
- Massive Fahrwerksverkleidungen an beiden Rumpfseiten mit drei Fahrwerksbeinen pro Seite
- Radarnase an der Rumpfspitze; nur die Prototypen hatten eine komplett verglaste Bugspitze
Aktualisiert: Oktober 2026 – Wer zum ersten Mal unter einer An-22 steht, legt unwillkürlich den Kopf in den Nacken. Ein Rumpf so dick wie ein Tunnel, darüber Flügel mit über 64 Metern Spannweite und an jedem der vier Triebwerke nicht ein, sondern zwei Propeller hintereinander. Die Antonov An-22 Antei ist das größte Propellerflugzeug, das je in Serie gebaut wurde. Als sie 1965 in Paris landete, staunte die westliche Luftfahrtwelt. Heute ist sie ein Stück Geschichte: Im Flugbetrieb ist sie praktisch verschwunden, in Museen dafür umso eindrucksvoller. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, was sie technisch besonders macht und wo du sie noch zu sehen bekommst.
Antei für deinen Hangar
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Was ist die Antonov An-22?
Die An-22 ist ein schwerer viermotoriger Turboprop-Transporter aus dem Konstruktionsbüro Antonov in Kiew. Die sowjetischen Luftstreitkräfte brauchten in den frühen 1960er-Jahren ein Flugzeug, das schweres Gerät wie Panzer, Raketen und Radaranlagen über große Strecken transportieren und auch auf einfachen Feldflugplätzen landen konnte. Die bis dahin genutzte An-12 war dafür zu klein.
Der Erstflug fand am 27. Februar 1965 statt. Nur wenige Monate später, im Juni 1965, stand die Maschine auf der Pariser Luftfahrtschau in Le Bourget – ein bewusster Auftritt vor internationalem Publikum. Antonov stellte dort sogar eine Passagierversion für mehrere hundert Fluggäste in Aussicht, die allerdings nie gebaut wurde. 1967 kam die An-22 zu den sowjetischen Luftstreitkräften.
Gebaut wurden die drei Prototypen in Kiew, die Serie lief im Flugzeugwerk Taschkent im heutigen Usbekistan. Bis 1976 entstanden insgesamt 68 Flugzeuge: zunächst die Grundversion, dann 28 Exemplare der verbesserten An-22A mit modernisierten Systemen. Für einen Transporter dieser Größe ist das eine kleine Stückzahl – entsprechend selten war die An-22 schon zu ihren besten Zeiten.
Der Name passt zum Auftrag: Antei ist die russische Form von Antaios, einem Riesen aus der griechischen Sage, der seine Kraft aus dem Kontakt mit der Erde schöpfte. Die NATO gab dem Typ den nüchternen Codenamen „Cock“.
Technik: Propellerkraft im XXL-Format
Das auffälligste Bauteil der An-22 sind ihre Triebwerke. Vier Kusnezow NK-12MA leisten jeweils rund 15.000 PS – es sind Abkömmlinge derselben Triebwerksfamilie, die auch den Langstreckenbomber Tupolew Tu-95 antreibt. Jedes Triebwerk dreht zwei gegenläufige Vierblattpropeller mit rund 6,2 Metern Durchmesser. Gegenläufig heißt: Der vordere Propeller dreht in die eine Richtung, der hintere in die andere. So bringt das Triebwerk seine Leistung auf die Luft, ohne dass ein einzelner, noch größerer Propeller nötig wäre.
Dazu kommen Details, die die An-22 zum vielseitigen Arbeitspferd machten:
- Großer Laderaum: Rund 33 Meter lang und je 4,4 Meter breit und hoch. Das reichte für Kettenfahrzeuge, Raketen oder große Industriekomponenten.
- Heckrampe: Der Rumpf öffnet sich hinten mit einer großen Rampe, die sich auch im Flug öffnen lässt – wichtig für das Absetzen von Lasten.
- Bordkräne: Unter der Laderaumdecke laufen Kräne, mit denen die Besatzung schwere Teile ohne fremde Hilfe bewegt.
- Fahrwerk für schlechte Pisten: 14 Räder verteilen das Gewicht, sodass die An-22 auch auf unbefestigten Flugplätzen landen konnte.
- Mitfahrer: Hinter dem Cockpit gibt es eine eigene Kabine für Begleitpersonal.
Maximal trägt die An-22 80 Tonnen Nutzlast, mit voller Ladung kommt sie rund 5.000 Kilometer weit. In den Jahren nach ihrer Einführung stellte sie rund 40 Weltrekorde für Nutzlast und Höhe auf. Zwei Maschinen wurden später zur An-22PZ umgebaut: Sie transportierten auf dem Rumpf große Bauteile wie Tragflächensegmente der An-124 und der An-225 zwischen den Werken.
Propeller im Bild
Bei einem Museumsexponat stehen die Propeller still – das ist die Chance, die gegenläufigen Doppelpropeller in Ruhe von der Seite zu fotografieren. Ein schräger Blickwinkel von vorn zeigt die beiden Blattkränze am deutlichsten hintereinander.
Woran du die An-22 erkennst
Ein großer Hochdecker mit vier Propellern – das trifft auf mehrere Transporter zu. Bei der An-22 machen zwei Merkmale die Bestimmung aber praktisch eindeutig.
Propeller zählen
Schau dir ein Triebwerk genau an: Sitzen dort zwei Propeller hintereinander, bist du bei der An-22 (oder der Tu-95). An-12, C-130 und A400M haben pro Triebwerk nur einen Propeller.
Leitwerk ansehen
Die An-22 hat ein doppeltes Seitenleitwerk: zwei große Flossen weit außen am Höhenleitwerk, die nach oben und unten herausragen. Die meisten anderen Transporter tragen eine einzelne Flosse.
Rumpf und Flügel prüfen
Hochdecker, sehr dicker Rumpf, große Fahrwerksverkleidungen an den Seiten. Ein Bomber wie die Tu-95 ist dagegen ein schlanker Mitteldecker mit stark gepfeilten Flügeln.
Achte auch auf die Nase: Die Serienmaschinen tragen an der Bugspitze eine Radarverkleidung. Nur die Prototypen hatten eine vollständig verglaste Bugspitze. Auf historischen Fotos aus der Erprobungszeit kann die An-22 deshalb etwas anders aussehen als das Exemplar im Museum.
Am Ende hilft das Kennzeichen. Sowjetische Maschinen trugen CCCP-Kennungen, russische später RA- oder RF-Kennungen, ukrainische UR-. Was hinter solchen Präfixen steckt, erklärt der Beitrag zu den Länderkennungen von Flugzeugen. Wie Fahrwerksanordnungen bei der Typbestimmung helfen, zeigt der Guide Fahrwerk als Erkennungsmerkmal.
An-22 oder An-12, Tu-95 oder An-124?
Die An-22 hat Verwandte, die ihr in einzelnen Punkten ähneln. Die Tabelle stellt die wichtigsten nebeneinander.
| Merkmal | An-22 | An-12 | Tu-95 | An-124 |
|---|---|---|---|---|
| Antrieb | 4 Turboprops, gegenläufige Doppelpropeller | 4 Turboprops, Einzelpropeller | 4 Turboprops, gegenläufige Doppelpropeller | 4 Strahltriebwerke |
| Flügel | Hochdecker | Hochdecker | Mitteldecker, stark gepfeilt | Hochdecker, hängend |
| Seitenleitwerk | doppelt | einfach | einfach | einfach |
| Aufgabe | Schwertransporter | Transporter | Bomber | Schwertransporter |
| Status | ausgemustert, Museen | vereinzelt im Einsatz | im Einsatz | im Einsatz |
Mehr zu den Verwandten findest du auf den Seiten zur Antonov An-12, zur Tupolew Tu-95 und zur An-124 Ruslan. Unter den westlichen Transportern teilt keiner die Kombination aus Doppelpropellern und doppeltem Seitenleitwerk: Die Lockheed C-130 Hercules und der Airbus A400M haben eine einzelne Flosse, die Lockheed C-5 Galaxy und die Iljuschin Il-76 sind Jets mit T-Leitwerk. Einen breiteren Überblick gibt der Beitrag Militärtransporter erkennen.
Es spricht für die An-22, wenn …
- jedes Triebwerk zwei gegenläufige Propeller hat
- zwei Seitenleitwerke weit außen am Höhenleitwerk sitzen
- die Flügel oben am sehr dicken Rumpf ansetzen
- an den Rumpfseiten große Fahrwerksverkleidungen mit mehreren Radpaaren hängen
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur ein unscharfes Foto aus großer Entfernung hast – Doppelpropeller sind dann schwer zu erkennen
- du die Maschine nur frontal siehst und das Leitwerk verdeckt ist
Es ist keine An-22, wenn …
- du Strahltriebwerke statt Propeller siehst
- das Heck nur eine einzelne Flosse hat
- die Flügel stark gepfeilt und mittig am Rumpf angesetzt sind – dann ist es eher eine Tu-95
Im Einsatz: von Hilfsflügen bis zum Werkstransport
Den Großteil ihres Lebens verbrachte die An-22 bei den sowjetischen und später russischen Luftstreitkräften. Sie flog Truppen und Gerät, brachte aber auch Hilfsgüter in Katastrophengebiete, etwa nach dem Erdbeben in Peru 1970, nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 und nach dem Erdbeben in Armenien 1988. Auch für den sowjetischen Flugzeugbau selbst war sie wichtig: Die umgebauten An-22PZ brachten übergroße Bauteile von Werk zu Werk.
Zivil spielte die An-22 nur eine Nebenrolle. Antonov Airlines, die Frachtsparte des Herstellers, betrieb über Jahre eine einzige An-22A mit dem Kennzeichen UR-09307. Mit ihr flog Antonov übergroße Fracht auf Charterbasis, und jeder ihrer Besuche war für Spotter ein Ereignis. Sie war bis kurz vor dem Krieg im Einsatz; beim russischen Angriff auf den Antonov-Flughafen Hostomel im Februar 2022 wurde sie beschädigt. Heute fliegt Antonov Airlines mit der An-124 aus Leipzig/Halle – mehr dazu auf der Seite zu Antonov Airlines.
Die russische Flotte schrumpfte über die Jahre auf wenige Maschinen. Am 9. Dezember 2025 stürzte eine An-22 der russischen Streitkräfte nach Reparaturarbeiten bei einem Testflug über einem Stausee in der Region Iwanowo ab, alle Insassen kamen ums Leben. Nach übereinstimmenden Berichten war es die letzte noch flugfähige Maschine.
Historischer Typ
Stand Oktober 2026 ist uns kein regulär fliegendes Exemplar bekannt. Falls du in einem Tracking-Dienst doch einmal den Code AN22 entdeckst, prüf die Angaben kritisch – Fehlzuordnungen kommen vor.
Wo du die An-22 heute siehst
Für Spotter ist die An-22 damit ein Museumsflugzeug. Das hat einen Vorteil: Du kannst dir alle Details in Ruhe ansehen, die bei einem Überflug in Sekunden vorbei wären.
Technik Museum Speyer
Das wichtigste Ziel in Deutschland ist das Technik Museum Speyer. Die dortige An-22 landete am 29. Dezember 1999 aus eigener Kraft auf dem kleinen Flugplatz Speyer – für einen Transporter dieser Größe eine bemerkenswerte Leistung, die zeigt, wofür das robuste Fahrwerk gedacht war. Seitdem steht sie auf dem Freigelände des Museums. Weil sie im Freien steht, hängen deine Fotos von Wetter und Sonnenstand ab.
Zentrales Luftwaffenmuseum Monino
Das Zentrale Luftwaffenmuseum Monino bei Moskau zeigt ebenfalls eine An-22 in seiner großen Freiluftsammlung sowjetischer Militärflugzeuge. Für Reisende aus Deutschland ist ein Besuch derzeit allerdings kaum realistisch.
Weitere Exemplare stehen bzw. standen als Exponate in Russland und der Ukraine; welche davon öffentlich zugänglich sind, ändert sich und lässt sich aus der Ferne schwer verlässlich sagen. Mehr zu den Spuren der Antonov-Familie findest du auf der Seite zum Hersteller Antonov.
Bereit für deinen Museumsbesuch?
- Ich habe Öffnungszeiten und Eintritt auf der Museumsseite geprüft.
- Ich weiß, wo die Sonne zu meiner Besuchszeit steht.
- Ich habe ein Weitwinkel dabei – die An-22 passt sonst nicht aufs Bild.
- Ich plane genug Zeit für Detailfotos von Propellern und Fahrwerk ein.
- Ich kenne die Kennungsgeschichte des Exponats.
Fototipps für die An-22
Ein Museumsexponat zu fotografieren ist eine andere Aufgabe als ein Anflug: Die Maschine steht still, aber Umgebung, Zäune und Besucher machen saubere Bilder schwierig.
Weitwinkel einpacken
Mit 64 Metern Spannweite und fast 58 Metern Länge sprengt die An-22 jedes Teleobjektiv. Ein Weitwinkel oder ein Standardzoom ist im Museum das wichtigste Werkzeug.
Licht planen
Bei Freiluft-Exponaten entscheidet der Sonnenstand. Ein tiefer Sonnenstand von der Seite bringt die Struktur von Rumpf und Propellern heraus.
Details sammeln
Doppelpropeller, Fahrwerksverkleidungen, Heckrampe und Leitwerk sind eigene Motive. Eine kleine Detailserie erzählt mehr als ein einzelnes Gesamtbild.
Perspektive wechseln
Eine niedrige Kamerahöhe lässt die An-22 noch wuchtiger wirken. Wenn das Museum erhöhte Standpunkte bietet, nutz sie für einen Blick auf Flügel und Leitwerk.
Wann das Licht an deinem Ziel passt, berechnest du vorab; wie das geht, erklärt der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Falls du je eine fliegende Propellermaschine dieser Größe erwischst, hilft dir der Beitrag zur Verschlusszeit bei Propellerflugzeugen – zu kurze Zeiten frieren die Propeller ein und lassen das Bild statisch wirken.
Licht für Speyer planen
Mit dem Sonnenstand-Planer von Planetrack siehst du vorab, wann die Sonne das Freigelände am besten ausleuchtet, und setzt seltene Typen wie die An-22 auf deine Wunschliste. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Einordnung: Riese einer Übergangszeit
Die An-22 entstand in einer Zeit, in der Turboprops für schwere Transportaufgaben noch die naheliegende Wahl waren. Sie verbrauchen weniger Treibstoff als frühe Strahltriebwerke und kommen mit kürzeren Pisten aus. Nur wenige Jahre später setzten sich bei großen Transportern Jets durch – im Westen mit der C-5 Galaxy, in der Sowjetunion mit der Il-76 und schließlich mit Antonovs eigener An-124. Die An-22 blieb damit ein Einzelgänger: das größte Propellerflugzeug, das in nennenswerter Zahl gebaut wurde, und ein direkter Vorfahre der späteren Antonov-Schwertransporter.
Wie sich die Antei im Vergleich zu anderen Riesen schlägt, zeigt die Übersicht Die größten Flugzeuge der Welt. Den historischen Hintergrund des sowjetischen Flugzeugbaus beleuchtet der Beitrag Sowjetische Verkehrsflugzeuge, und Tipps zum Bestimmen älterer Typen findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen. Wenn dich seltene Typen generell reizen, lohnt ein Blick in Seltene Flugzeuge spotten.
Fazit
Die An-22 Antei ist ein Flugzeug der Superlative: größtes Serien-Propellerflugzeug der Welt, 80 Tonnen Nutzlast, 32 Propellerblätter und ein Laderaum, in dem ganze Raketen Platz fanden. Mit nur 68 gebauten Exemplaren war sie immer selten, und Stand Oktober 2026 fliegt sie nicht mehr regulär. Wer sie sehen will, fährt nach Speyer – und erkennt sie dort an den gegenläufigen Doppelpropellern und dem doppelten Seitenleitwerk auf den ersten Blick.
Kurzfazit
Vier Turboprops mit je zwei gegenläufigen Propellern, ein doppeltes Seitenleitwerk und ein riesiger Hochdecker-Rumpf: Das ist die An-22. Im Flugbetrieb ist sie Geschichte, im Technik Museum Speyer kannst du sie in aller Ruhe aus der Nähe erleben.
Zusammenfassung
- Die An-22 flog im Februar 1965 erstmals und wurde wenige Monate später in Paris vorgestellt; als Militärtransporter sollte sie schweres Gerät und Raketen über große Distanzen bewegen.
- Vier NK-12MA mit gegenläufigen Propellern, ein Laderaum von rund 33 m Länge und ein Fahrwerk für unbefestigte Pisten machten sie zum Vorläufer der späteren Strahl-Schwertransporter An-124 und An-225.
- Gegenläufige Doppelpropeller und das doppelte Seitenleitwerk grenzen sie sicher von An-12, C-130 und A400M ab.
- Stand Oktober 2026 fliegt keine An-22 mehr regulär; für Spotter sind Museen wie Speyer und Monino die realistische Chance.
Häufige Fragen
Ist die An-22 das größte Propellerflugzeug der Welt?
Sie ist das größte in Serie gebaute Propellerflugzeug. Einzelstücke wie das Flugboot Hughes H-4 „Spruce Goose“ hatten zwar eine größere Spannweite, wurden aber nie in Serie gefertigt. Unter den Turboprop-Transportern ist die An-22 mit 64,4 m Spannweite und 250 t Startgewicht bis heute das Maß der Dinge.
Warum heißt die An-22 „Antei“?
Antei ist die russische Form von Antaios, einem Riesen aus der griechischen Sage. Er galt als unbesiegbar, solange er Kontakt zur Erde hatte – ein passendes Bild für ein Flugzeug, das enorme Lasten trägt und auch auf unbefestigten Pisten landen kann. Die NATO vergab den Codenamen „Cock“.
Welchen ICAO-Typcode hat die An-22?
Die An-22 läuft unter AN22. Weil kein Exemplar mehr regulär fliegt, wirst du den Code in Tracking-Diensten heute kaum noch finden. Die An-124 hat den Code A124, die An-12 läuft unter AN12.
Was ist das Besondere an den Propellern?
Jedes der vier NK-12MA-Triebwerke treibt zwei gegenläufige Vierblattpropeller mit rund 6,2 m Durchmesser an. Die beiden Propeller drehen in entgegengesetzte Richtungen; so lässt sich die enorme Leistung des Triebwerks in Schub umsetzen, ohne riesige Einzelpropeller zu bauen. Dieselbe Triebwerksfamilie steckt auch im Langstreckenbomber Tu-95.
Wie viele An-22 wurden gebaut?
Insgesamt 68 Flugzeuge. Drei Prototypen entstanden in Kiew, die Serie lief im Flugzeugwerk Taschkent: zunächst die Grundversion An-22, dann 28 Maschinen der verbesserten An-22A. Die Fertigung endete 1976.
Fliegt heute noch eine An-22?
Stand Oktober 2026 nach allen verfügbaren Berichten nicht mehr regulär. Die russischen Streitkräfte hatten zuletzt nur noch eine Handvoll Maschinen; die letzte im Dienst stehende stürzte am 9. Dezember 2025 in der Region Iwanowo ab. Die einzige zivile An-22A von Antonov Airlines (UR-09307) war bis kurz vor dem Krieg im Einsatz und wurde beim russischen Angriff auf den Flughafen Hostomel im Februar 2022 beschädigt.
Wo kann ich eine An-22 in Deutschland sehen?
Im Technik Museum Speyer. Die Maschine landete am 29. Dezember 1999 auf dem kurzen Flugplatz Speyer und steht seitdem auf dem Freigelände. Außerhalb Deutschlands ist unter anderem das Zentrale Luftwaffenmuseum in Monino bei Moskau bekannt für sein An-22-Exponat.
Was ist der Unterschied zwischen An-22 und An-124?
Die An-22 ist ein Turboprop mit vier Propellertriebwerken und doppeltem Seitenleitwerk, die An-124 ein vierstrahliger Jet mit einem einzelnen Seitenleitwerk und hochklappbarer Nase. Die An-124 trägt mit 120 bis 150 t deutlich mehr. Beide stammen aus dem Antonov-Konstruktionsbüro in Kiew; die An-22 ist die ältere Generation.
Antonov An-22 Antei sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Technik Museum Speyer
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MuseumZentrales Luftwaffenmuseum Monino
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