Das Wichtigste in Kürze
- Ravn Alaska war eine Regionalairline aus Anchorage, die Städte und Dörfer in ganz Alaska mit Turboprops und kleinen Buschflugzeugen anflog.
- Codes: IATA 7H, ICAO RVF, Rufzeichen „RAVN FLIGHT“; die Marke ging aus Era Aviation und Era Alaska hervor.
- Insolvenz 2020: Am 5. April 2020 stellte die RavnAir Group mitten in der Corona-Krise den Betrieb ein und beantragte Gläubigerschutz.
- Neustart: FLOAT Alaska kaufte Teile aus der Insolvenzmasse; ab November 2020 flog Ravn Alaska wieder, nun vor allem mit Dash 8-100.
- Das Ende: Nach Kürzungen ab 2023 stellte Ravn 2025 den Flugbetrieb ein, im Januar 2026 meldete die Mutter FLOAT Alaska Insolvenz an.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 7H |
|---|---|
| ICAO-Code | RVF |
| Rufzeichen | RAVN FLIGHT |
| Drehkreuze | ANC |
| Status | Historisch – Flugbetrieb 2025 eingestellt; Muttergesellschaft FLOAT Alaska seit Januar 2026 im Chapter-11-Verfahren |
| Geschäftsmodell | Regionalairline für den ländlichen Raum Alaskas, Linien- und Charterflüge |
| Wurzeln | Era Aviation, hervorgegangen aus dem 1948 von Carl Brady gegründeten Hubschrauberbetrieb Economy Helicopters (später Era Helicopters) |
| Name Ravn Alaska | Seit Januar 2014, zuvor Era Alaska (ab 2009) |
| Sitz und Drehkreuz | Anchorage, Ted Stevens Anchorage International Airport (ANC) |
| Insolvenz | Betriebseinstellung und Chapter-11-Antrag am 5. April 2020 |
| Neustart | Unter FLOAT Alaska: Charterflüge ab 13. November 2020, Linienflüge ab 30. November 2020 |
| Flotte nach dem Neustart | De Havilland Canada Dash 8-100 (29 bis 37 Sitze) und eine Dash 8-300 (50 Sitze) |
| Schwesterfirma | Northern Pacific Airways, später New Pacific Airlines, mit Boeing 757-200 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Ravn Alaska?
- Schulterdecker-Turboprop Dash 8-100 mit T-Leitwerk und kurzem Rumpf – das typische Ravn-Flugzeug nach 2020
- Eine längere Dash 8-300 mit 50 Sitzen als größter Turboprop der späten Flotte
- Schriftzug „Ravn Alaska“ am Rumpf; der Name spielt auf den Raben an
- Vor 2014 der Titel „Era Alaska“ bzw. „Era Aviation“, vor 2020 bei kleinen Maschinen auch „Ravn Connect“
- US-Kennzeichen mit N, Flugnummern mit 7H, auf dem Tracker RVF
- Typische Motive: Anchorage, Kenai, Homer, Valdez, Dutch Harbor und weitere Orte im ländlichen Alaska
Alaska ist das Land, in dem das Flugzeug den Bus ersetzt. Viele Orte haben keine Straßenverbindung zum Rest des Bundesstaats, und wer von einem Fischerdorf an der Beringsee nach Anchorage will, steigt in einen Turboprop. Genau dafür stand Ravn Alaska: eine Regionalairline aus Anchorage, die jahrzehntelang unter wechselnden Namen das Hinterland mit der Großstadt verband. Ihre Geschichte reicht von Hubschraubern der 1940er-Jahre über eine Pleite mitten in der Pandemie bis zu einem Neustart, der nur wenige Jahre hielt. Diese Seite ordnet ein, was hinter dem Namen steckte, welche Flugzeuge du auf alten Fotos findest und warum Ravn heute ein Fall fürs Archiv ist.
Deine Alaska-Sichtungen sauber dokumentiert
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Ravn Alaska im Überblick
Ravn Alaska war eine US-amerikanische Regionalairline mit Sitz und Drehkreuz in Anchorage, am Ted Stevens Anchorage International Airport. Unter diesem Namen flog sie ab Januar 2014, davor hieß der Verbund Era Alaska, und noch früher stand Era Aviation am Rumpf. Der Name Ravn ist an das englische Wort für Rabe angelehnt – ausgesprochen wird Ravn wie der Vogel. Auch der Betriebsname Corvus Airlines passt dazu, denn Corvus ist die wissenschaftliche Gattung der Raben.
Wichtig für die Einordnung: „Ravn Alaska“ war über weite Strecken eher eine Marke als eine einzelne Firma. Vor 2020 stand dahinter die RavnAir Group mit mehreren Flugbetrieben, die unterschiedliche Lizenzen und Flugzeuggrößen hatten. Nach der Insolvenz 2020 lebte die Marke unter neuen Eigentümern weiter, deutlich kleiner und fast nur noch mit Dash 8. 2025 war endgültig Schluss.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 7H: stand in der Flugnummer und auf der Anzeigetafel. Ab Juni 2019 liefen auch die Flüge von PenAir unter 7H.
- ICAO-Code RVF: im Flugplan der Flugsicherung und auf ADS-B-Trackern.
- Rufzeichen „RAVN FLIGHT“: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Weil hinter der Marke vor 2020 mehrere Flugbetriebe standen, passen Flugnummer und tatsächlicher Betreiber auf alten Daten nicht immer eins zu eins zusammen. Wenn du ältere Sichtungen nachträglich zuordnen willst, hilft dir der Grundlagenartikel zu IATA- und ICAO-Codes. Wie man historische Positionsdaten liest, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Von Hubschraubern zur Regionalairline: die Geschichte
Era: Wurzeln seit 1948
Die Linie beginnt mit Carl Brady, der 1948 den ersten kommerziellen Hubschrauber nach Alaska brachte, für ein Vermessungsprojekt der Regierung. Aus seiner Firma Economy Helicopters wurde Era Helicopters. 1967 übernahm das texanische Unternehmen Rowan Companies den Betrieb. Eine Flächenflugzeug-Sparte entstand in den 1970er-Jahren, als die Trans-Alaska-Pipeline gebaut wurde und viel Personal und Material ins Hinterland musste. Ab Mai 1983 bot Era auch Linienflüge für Passagiere an – überwiegend als Zubringer für Alaska Airlines, mit deren Flugnummern.
1988 wurde aus Era Helicopters die Era Aviation mit einer eigenen Hubschraubersparte. Ende 2004 übernahm der Konzern SEACOR das Unternehmen, trennte die Hubschrauber ab und verkaufte die Flächenflugzeug-Sparte weiter. Diese geriet kurz darauf in ein Insolvenzverfahren, aus dem sie im Dezember 2006 wieder herauskam.
Era Alaska: der neue Verbund
2009 kam die entscheidende Weichenstellung: Die Holding HoTH, Eigentümerin von Frontier Flying Service und Hageland Aviation, kaufte Era Aviation. Frontier und Hageland waren klassische Buschflug-Betriebe, die mit kleinen Maschinen Dörfer anflogen, die oft nur eine Schotterpiste haben. Der neue Verbund trat als Era Alaska auf; im Oktober 2009 kam noch Arctic Circle Air Service dazu. Bekannt wurde die Airline auch außerhalb Alaskas durch die Dokumentarserie „Flying Wild Alaska“, die von 2011 bis 2012 den Alltag der Piloten zeigte.
Ravn Alaska und RavnAir Group
Im Januar 2014 folgte der Namenswechsel zu Ravn Alaska. Der Betrieb mit den größeren Turboprops hieß nun Corvus Airlines, während Hageland und Frontier unter der Marke Ravn Connect flogen. 2016 stieg die Investmentgesellschaft J.F. Lehman mehrheitlich ein. 2017 übernahm Ravn die Vermögenswerte der eingestellten Yute Air und deren Strecken.
Ein weiterer Baustein war PenAir (Peninsula Airways), 1955 gegründet und lange bekannt für ihre Saab 340 und Saab 2000. PenAir war im August 2017 selbst in die Insolvenz gegangen und gehörte danach zur Ravn-Gruppe. Ab Juni 2019 verkaufte PenAir keine Tickets mehr unter eigener Marke, sondern unter Ravn-Flugnummern. Damit spannte die Gruppe ein Netz über ganz Alaska: nach Ravn-Angaben mehr als 100 Gemeinden, darunter viele kleine Dörfer abseits jeder Straße.
April 2020: der Zusammenbruch
Die Corona-Pandemie traf ein ohnehin knapp kalkuliertes Geschäft. Am 5. April 2020 stellte die RavnAir Group alle Flüge ein, entließ das Personal und beantragte Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts. Für viele Gemeinden fiel damit über Nacht eine wichtige Verbindung weg. Auch PenAir endete an diesem Tag.
Im Juli 2020 wurden die Teile der Gruppe versteigert. Die Buschflug-Betriebe von Ravn Connect gingen stückweise an verschiedene Käufer. Corvus und PenAir mit ihren Lizenzen für größere Flugzeuge kaufte die Gruppe um FLOAT Shuttle, einen Kurzstreckenanbieter aus Los Angeles. Dachgesellschaft wurde FLOAT Alaska mit Rob McKinney als Chef.
Insolvenz ist nicht gleich Ende
Chapter 11 ist in den USA ein Sanierungsverfahren: Eine Airline kann darin weiterfliegen, umstrukturieren oder – wie Ravn 2020 – ihre Teile an neue Eigentümer verkaufen. Deshalb tauchen Markennamen nach einer Pleite manchmal wieder auf, mit anderen Flugzeugen, anderer Größe und anderem Netz.
Der Neustart im November 2020
Im Oktober 2020 erteilte die Luftfahrtbehörde FAA die nötigen Genehmigungen. Am 13. November 2020 flog Ravn Alaska wieder Charter, ab dem 30. November 2020 auch Linie. Die neue Ravn war deutlich schlanker: Statt über 100 Gemeinden standen nun ausgewählte Ziele im Flugplan, die sich mit Turboprops wirtschaftlich bedienen ließen. Anfang 2022 zählten dazu laut Berichten aus Alaska tägliche Flüge nach Dutch Harbor, Homer und Kenai sowie Verbindungen nach Aniak, Cold Bay, Valdez, King Salmon, Sand Point, St. Mary’s, St. Paul und Unalakleet.
2021 wurde aus Corvus Airlines die Northern Pacific Airways. Unter diesem Namen wollte FLOAT Alaska eine Billigairline mit Boeing 757 aufbauen, die Asien und das US-Festland mit Zwischenstopp in Anchorage verbindet. Innerhalb Alaskas blieb es bei der Marke Ravn.
Kürzungen und das Aus
Das Geschäft wurde nicht stabil. Im Oktober 2023 strich Ravn alle Flüge nach Kenai und Aniak und nannte den Pilotenmangel als Grund. Im Februar 2024 verloren 130 Beschäftigte ihre Stelle; Rob McKinney verwies auf Inflation, Personalmangel und unerwartete Konkurrenz auf einigen Strecken. Anfang 2025 bediente Ravn nur noch sechs Gemeinden plus Charterflüge. Im Laufe des Jahres 2025 stellte Ravn Alaska den Flugbetrieb ein; nach verfügbaren Angaben führte der letzte Flug Anfang August 2025 von Valdez nach Anchorage.
Die Schwester New Pacific Airlines folgte im November 2025. Im Januar 2026 beantragte die Muttergesellschaft FLOAT Alaska Gläubigerschutz nach Chapter 11; im März 2026 kamen die verbliebenen Boeing 757 unter den Hammer.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1948 | Carl Brady gründet Economy Helicopters, später Era Helicopters |
| 1983 | Era beginnt Linienflüge mit Flächenflugzeugen |
| 2009 | Zusammenschluss mit Frontier Flying Service und Hageland zu Era Alaska |
| 2014 | Umbenennung in Ravn Alaska, Betrieb Corvus Airlines und Ravn Connect |
| 2019 | PenAir fliegt unter Ravn-Flugnummern |
| 2020 | Betriebseinstellung am 5. April, Neustart ab November unter FLOAT Alaska |
| 2021 | Corvus wird zu Northern Pacific Airways, Dash 8-300 kommt dazu |
| 2024 | Abbau von 130 Stellen |
| 2025 | Einstellung des Flugbetriebs |
| 2026 | Chapter-11-Antrag der Mutter FLOAT Alaska |
Die Flotte im Wandel
Ravn ist für Spotter vor allem wegen der Typenvielfalt über die Jahrzehnte interessant. Je nachdem, aus welchem Jahr ein Foto stammt, siehst du ganz andere Flugzeuge.
| Zeitraum | Typen | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Era Aviation (bis 2009) | Convair 580, DHC-6 Twin Otter, Dash 7, Dash 8-100, Beechcraft 1900C/D | Bei der Fusion 2009 zehn Dash 8-100 und drei Beech 1900D |
| Ravn Connect (2014–2020) | Kleine Buschflugzeuge, u. a. Cessna 208 Caravan | Einmotorige Maschinen für kurze Pisten |
| PenAir in der Gruppe (2019–2020) | Saab 340B, Saab 2000 | Saab 2000 war in den USA im Linienverkehr eine Rarität |
| Neustart (2020–2025) | Dash 8-100 (29–37 Sitze), eine Dash 8-300 (50 Sitze) | Die -300 kam im Juli 2021 dazu |
Dash 8-100: das Rückgrat
Die Dash 8-100 von De Havilland Canada war über alle Namenswechsel hinweg das Arbeitstier. Der Schulterdecker mit T-Leitwerk startet und landet auf vergleichsweise kurzen Bahnen und kommt mit rauem Wetter zurecht – genau das, was in Alaska zählt. Nach dem Neustart 2020 flog Ravn praktisch nur noch diesen Typ, je nach Bestuhlung mit 29 bis 37 Sitzen.
Dash 8-300: die Verlängerte
Im Juli 2021 kam eine Dash 8-300 mit 50 Sitzen dazu. Sie ist deutlich länger als die -100 und war das größte Flugzeug der späten Ravn-Flotte. Die viel größere Dash 8-400 gehörte nie dazu.
Ältere Typen aus der Era-Zeit
Wer in Fotoarchiven stöbert, findet unter Era-Titeln eine bemerkenswerte Bandbreite: die Twin Otter für kurze Pisten, die viermotorige Dash 7, die Convair 580 mit ihren Turboprops und die Beechcraft 1900. Die Buschflug-Betriebe von Ravn Connect setzten unter anderem die einmotorige Cessna 208 Caravan ein.
Dash 8 auf der Wunschliste?
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Bush-Flugbetrieb: warum Alaska anders fliegt
Um Ravn zu verstehen, hilft ein Blick auf die Besonderheiten Alaskas. Viele Gemeinden liegen an Flüssen, an der Küste oder in der Tundra, ohne Anschluss an das Straßennetz. Lebensmittel, Post, Medikamente und Menschen kommen per Flugzeug. Die Pisten sind oft kurz, teils nicht asphaltiert, und das Wetter wechselt schnell: Nebel an der Beringsee, Vereisung im Winter, starker Wind in den Aleuten.
Dafür gibt es in der Praxis zwei Klassen von Betrieben. Die kleinen Buschflieger mit einmotorigen oder leichten zweimotorigen Maschinen fliegen nach den US-Regeln für Bedarfs- und Kleinlinienverkehr (Part 135) in die Dörfer. Die Regionalairlines mit größeren Turboprops wie der Dash 8 fliegen nach den strengeren Regeln für Linienairlines (Part 121) zwischen den größeren Orten und Anchorage. Ravn vereinte vor 2020 beides unter einem Dach: Corvus und PenAir auf den Hauptstrecken, Ravn Connect in die Fläche. Nach dem Neustart blieb nur der Teil mit den größeren Turboprops übrig.
Diese harten Bedingungen zeigen sich auch in der Unfallgeschichte. Unter den Lizenzen der Ravn-Gruppe gab es mehrere tödliche Unfälle mit kleinen Maschinen, etwa 2013 bei St. Mary’s und 2016 zwei Unfälle mit Cessna Caravan aus dem Buschflug-Bereich der Gruppe. Bei PenAir rutschte im Oktober 2019 eine Saab 2000 bei der Landung in Unalaska über das Pistenende hinaus; ein Passagier starb.
Propeller richtig einfrieren – oder eben nicht
Bei Turboprops wie der Dash 8 wirkt ein Foto mit komplett stehendem Propeller schnell unnatürlich. Eine etwas längere Verschlusszeit lässt die Blätter verwischen. Wie du die richtige Zeit findest, zeigt der Artikel Propellerflugzeuge fotografieren.
Woran du Ravn auf Fotos erkennst
Da Ravn nicht mehr fliegt, geht es vor allem darum, Archivbilder oder alte Sichtungen richtig einzuordnen. Drei Fragen helfen dir dabei.
Titel lesen
„Era Aviation“ oder „Era Alaska“ heißt: vor 2014. „Ravn Connect“ deutet auf ein kleines Buschflugzeug vor 2020. „Ravn Alaska“ auf einer Dash 8 kann vor oder nach 2020 sein.
Typ bestimmen
Schulterdecker mit T-Leitwerk und zwei Propellern: Dash 8. Kurzer Rumpf: -100. Deutlich längerer Rumpf mit 50 Sitzen: -300.
Kennzeichen prüfen
Das N-Kennzeichen ist bei so ähnlichen Maschinen das sicherste Merkmal und hilft, das Flugzeug über Registerdaten zeitlich einzuordnen.
Ort und Datum einbeziehen
Ab 2020 flog Ravn nur noch eine Auswahl an Zielen, ab Ende 2023 immer weniger. Ein Foto aus einem kleinen Dorf stammt sehr wahrscheinlich aus der Zeit vor 2020.
Wie du Dash 8 und andere Turboprops sicher auseinanderhältst, zeigt der Guide Turboprops unterscheiden. Den Aufbau der US-Kennzeichen erklärt der Artikel US-amerikanische N-Nummern.
Das spricht für die Dash 8-100
- Kurzer, gedrungener Rumpf
- Typisch für Ravn nach dem Neustart 2020
Das spricht für die Dash 8-300
- Sichtbar längerer Rumpf bei gleichem Grundaufbau
- 50 Sitze statt höchstens 37
- Bei Ravn nur ein einzelnes Exemplar ab Juli 2021
Spotten in Alaska heute
Ravn selbst kannst du nicht mehr vor die Linse bekommen. Ein Grund, Alaska zu meiden, ist das aber nicht – im Gegenteil. Anchorage ist einer der wichtigsten Frachtflughäfen der Welt, weil viele Frachter zwischen Asien und Nordamerika hier zwischenlanden. Dazu kommen lokale Betreiber wie Northern Air Cargo, Lynden Air Cargo mit Hercules-Frachtern und Everts Air Cargo, bei der noch Kolbenmotor-Klassiker wie die DC-6 fliegen. Im Passagierverkehr dominiert Alaska Airlines, die zur Alaska Air Group gehört.
Ein klassischer Platz ist Point Woronzof am Westende des Flughafens. Was du sonst über die Spotter-Szene vor Ort wissen musst, steht im Guide Planespotting in Anchorage. Für die Reiseplanung lohnen die Artikel Planespotting-Reise in die USA und Planespotting in den USA: die Regeln.
Lohnend, wenn …
- du Fracht, Turboprops und seltene Kolbenmotor-Typen in Anchorage sehen willst
- du alte Ravn- oder Era-Fotos aus deinem Archiv sauber zuordnen willst
Prüf es vorher, wenn …
- du in kleineren Orten spotten willst – welche Betreiber dort nach dem Ravn-Aus fliegen, ändert sich laufend
- du im Winter reist: Kälte und kurze Tage verlangen gute Planung, siehe Planespotting im Winter
Vergebens, wenn …
- du gezielt eine Ravn-Dash-8 im Linienbetrieb erwischen willst – die Airline fliegt seit 2025 nicht mehr
Stand Oktober 2026
Was mit den einzelnen Dash 8 der früheren Ravn-Flotte geschieht, ist Teil des laufenden Insolvenzverfahrens der Mutter FLOAT Alaska. Einzelne Maschinen können bei anderen Betreibern wieder auftauchen. Prüf bei einer konkreten Sichtung immer das Kennzeichen.
Häufige Verwechslungen
- Ravn Alaska und Alaska Airlines verwechseln – Alaska Airlines ist eine große Netzwerkairline aus Seattle; Era flog früher nur als Zubringer mit deren Flugnummern.
- Ravn Alaska mit Horizon Air gleichsetzen – Horizon Air gehört zur Alaska Air Group und hatte ebenfalls Dash 8 in der Geschichte, aber nichts mit Ravn zu tun.
- Ravn Connect für eigene Airline halten – das war die Marke der Buschflug-Betriebe Hageland und Frontier innerhalb der Ravn-Gruppe.
- Die Boeing 757 von New Pacific für Ravn-Flugzeuge halten – sie gehörten zur Schwester mit eigenem Namen und flogen nicht im Ravn-Netz.
- Dash 8-100 und -300 verwechseln – die -300 ist deutlich länger; bei Ravn gab es davon nach 2021 nur ein Exemplar.
- Ravn nach 2020 im ganzen Bundesstaat suchen – nach dem Neustart flog die Airline nur noch einen Bruchteil der früheren Ziele an.
Wenn dich andere Turboprop-Airlines in rauen Regionen interessieren: Air Inuit versorgt mit Dash 8 die arktischen Gemeinden im Norden Québecs, und Kenmore Air aus Seattle fliegt Wasserflugzeuge an der Pazifikküste.
Seltene Typen nicht verpassen
Beobachte Kennzeichen, Typen und Airlines, werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt und finde auf der Spot-Karte Anreise, bestes Licht und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Ravn Alaska steht für ein Stück Luftfahrt, das es so nur in Alaska gibt: Fliegen als Grundversorgung, über Tundra, Küste und Gebirge. Die Linie reicht von Carl Bradys Hubschrauber 1948 über Era Aviation und den Verbund Era Alaska bis zur RavnAir Group mit über 100 Zielen. Die Pandemie beendete dieses Modell 2020, der Neustart mit Dash 8 hielt nur knapp fünf Jahre. Für Spotter bleibt Ravn damit vor allem ein Archivthema – mit einer Typenvielfalt von Convair 580 bis Dash 8-300, die sich zu sortieren lohnt.
Kurzfazit
Ravn Alaska (IATA 7H, ICAO RVF) war eine Regionalairline aus Anchorage mit Wurzeln bei Era Aviation. Nach der Insolvenz im April 2020 flog sie unter FLOAT Alaska mit Dash 8-100 und einer Dash 8-300 weiter und stellte 2025 den Betrieb ein.
Zusammenfassung
- Ravn Alaska ist heute Geschichte: Die Airline flog zuletzt 2025, Fotos mit 7H-Flugnummer sind damit abgeschlossene Archivmotive.
- Vor 2020 war Ravn ein Verbund aus mehreren Flugbetrieben mit Dash 8, PenAir-Saabs und vielen kleinen Buschflugzeugen; danach blieb vor allem die Dash-8-Flotte.
- Für Spotter interessant ist die lange Linie von Era Aviation bis Ravn – mit Convair 580, Twin Otter, Dash 7, Beech 1900 und Dash 8 im Lauf der Jahrzehnte.
- Wer heute in Alaska spottet, findet die Dash 8 der Ravn-Ära eher in Archiven als am Vorfeld – Fracht- und Regionalbetriebe in Anchorage bleiben aber spannend.
Häufige Fragen
Fliegt Ravn Alaska noch?
Nein. Nach schrittweisen Streckenstreichungen stellte Ravn Alaska 2025 den Flugbetrieb ein; nach verfügbaren Angaben ging der letzte Flug Anfang August 2025 von Valdez nach Anchorage. Im Januar 2026 meldete die Muttergesellschaft FLOAT Alaska Insolvenz nach Chapter 11 an.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Ravn Alaska?
Der IATA-Code war 7H, der ICAO-Code RVF, das Rufzeichen im Funk „RAVN FLIGHT“. Auch PenAir verkaufte ihre Flüge ab Juni 2019 unter 7H-Flugnummern.
Was war der Unterschied zwischen Ravn Alaska und Ravn Connect?
Vor 2020 bestand die Gruppe aus mehreren Flugbetrieben. Unter „Ravn Alaska“ flog vor allem Corvus Airlines (das frühere Era Aviation) mit größeren Turboprops wie der Dash 8. „Ravn Connect“ war die Marke der Buschflug-Betriebe Hageland Aviation und Frontier Flying Service mit kleineren Maschinen, die viele Dörfer abseits der Straßen anflogen.
Warum ging Ravn 2020 in die Insolvenz?
Die Corona-Pandemie brach die Nachfrage im Frühjahr 2020 ein. Am 5. April 2020 stellte die RavnAir Group alle Flüge ein, entließ ihr Personal und beantragte Gläubigerschutz nach Chapter 11. Im Sommer 2020 wurden die Teile der Gruppe versteigert.
Wer hat Ravn Alaska nach der Insolvenz übernommen?
Die Betriebe Corvus und PenAir gingen an die Gruppe um FLOAT Shuttle, einen Kurzstreckenanbieter aus Los Angeles; Dachgesellschaft war FLOAT Alaska mit Rob McKinney an der Spitze. Die Buschflug-Betriebe von Ravn Connect wurden einzeln an andere Käufer verkauft.
Welche Flugzeuge flog Ravn Alaska zuletzt?
Nach dem Neustart bestand die Flotte aus De Havilland Canada Dash 8-100 mit 29 bis 37 Sitzen und einer Dash 8-300 mit 50 Sitzen, die im Juli 2021 dazukam. Die Boeing 757 der Schwesterfirma Northern Pacific bzw. New Pacific flogen nicht im Ravn-Netz innerhalb Alaskas.
Was hat Ravn Alaska mit New Pacific Airlines zu tun?
Beide gehörten zu FLOAT Alaska. Die Schwester startete als Northern Pacific Airways mit Boeing 757, musste nach einem Namensstreit mit der Eisenbahn BNSF 2023 in New Pacific Airlines umbenennen, flog nur kurz Linie in den USA und stellte im November 2025 den Betrieb ein.
Ravn Alaska im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland Canada Dash 8-100
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)
Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
FlugzeugtypDe Havilland Canada DHC-7 Dash 7
Vier Propeller an einem Hochdecker, ein hohes T-Leitwerk und Landestrecken unter 600 Metern: Der Dash 7 war das Kurzstartflugzeug, mit dem der London City Airport überhaupt erst möglich wurde. Heute ist er eine echte Rarität. So erkennst du ihn und so findest du die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
FlugzeugtypCessna 208 Caravan
Ein einzelner Turboprop in der langen Nase, Flügel oben mit Strebe, starres Fahrwerk und oft eine Frachtgondel unter dem Bauch: Die Cessna 208 Caravan ist Frachter, Zubringer, Absetzmaschine und Wasserflugzeug in einem. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypSaab 2000
Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypConvair CV-580
Aus einem Kolbenmotor-Airliner der 1950er wurde mit Allison-Turboprops ein zäher Dauerläufer: Die CV-580 flog Passagiere, Fracht, Löschmittel und Messgeräte. So erkennst und findest du sie.
Weitere Airlines
Alaska Airlines
Netzwerk-Airline aus Seattle mit dem Gesicht am Leitwerk: große Boeing-737-Flotte, oneworld-Mitglied seit 2021, Übernahmen von Virgin America und Hawaiian – und seit 2026 erstmals Linienflüge nach Europa.
RegionalHorizon Air
Regionaltochter der Alaska Air Group aus dem Großraum Seattle: seit 1981 im Westen der USA unterwegs, heute mit einer reinen Embraer-E175-Flotte – und über zwei Jahrzehnte das Zuhause der Dash 8 Q400.
FrachtNorthern Air Cargo
Nach eigenen Angaben Alaskas größte reine Frachtairline: 1956 in Anchorage mit zwei C-82 gegründet, später DC-6, 727 und 737-200 – heute fliegt NAC 737-300, -400 und -800 als Frachter.
FrachtEverts Air Cargo
Familiengeführte Frachtairline aus Fairbanks, die mit Douglas DC-6 und Curtiss C-46 noch immer Fracht und Treibstoff in abgelegene Orte Alaskas fliegt – lebende Luftfahrtgeschichte mit vier Sternmotoren.
FrachtLynden Air Cargo
Frachtairline aus Anchorage, die mit der zivilen Hercules Lebensmittel, Autos und Baumaterial in Alaskas Busch fliegt – und weltweit Charter und Hilfsflüge übernimmt. Ein seltenes Spotter-Ziel mit vier Turboprops.
RegionalKenmore Air
Seit 1946 starten Kenmore-Air-Wasserflugzeuge mitten in Seattle: Beaver und Turbine Otter vom Lake Union zu den San Juan Islands und nach British Columbia, dazu Caravans ab Boeing Field. Für Spotter eine der schönsten Airlines Nordamerikas.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Anchorage Ted Stevens
Kaum Passagiere von Weltrang, aber Fracht in Weltklasse: Anchorage liegt auf der Großkreisroute zwischen Asien und Nordamerika und ist der Tank- und Umschlagstopp für Hunderte Frachter pro Woche – das Paradies für alle, die Boeing 747 sehen wollen.
HerstellerDe Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
Airline-GruppeAlaska Air Group
Die Alaska Air Group vereint seit 2024 Alaska Airlines und Hawaiian Airlines unter einem Dach, dazu die Regionaltochter Horizon Air. Zwei Marken, ein Betriebszeugnis und seit 2026 ein gemeinsamer Code – für Spotter steckt die Unterscheidung jetzt im Detail.
HerstellerSaab
Saab aus Schweden hat zwei Gesichter: Für Airline-Spotter steht der Name für die Turboprops Saab 340 und Saab 2000, die bis heute bei Regionalairlines fliegen. Auf Airshows und Militärflugplätzen ist es der Gripen – und mit dem GlobalEye baut Saab ein fliegendes Radar auf Basis eines Businessjets.
Wo du Ravn Alaska vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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