Den richtigen Spot fürs Motiv wählen: Seitenansicht, Front, Touchdown und Rotation

Jedes Motiv hat seinen Platz an der Piste: Seitenansichten entstehen parallel zur Bahn, Frontalbilder in der Anflugachse, Touchdowns am Aufsetzpunkt und Rotationen dort, wo die Nase hochgeht. So ordnest du Spots den Motiven zu.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst das Motiv, dann der Spot: Seitenansicht, Frontalbild, Touchdown und Rotation entstehen an ganz unterschiedlichen Stellen entlang der Piste. Wer vorher weiß, was er will, wählt den Standort gezielt.
  • Seitenansichten brauchen Parallelität: Je genauer du im rechten Winkel zur Flugbahn stehst, desto sauberer wird das Profil – ideal an Hügeln oder Terrassen auf Höhe der Pistenmitte oder seitlich des Endanflugs.
  • Frontalbilder entstehen in der Achse: Unter oder vor dem Anflug kommen die Flugzeuge direkt auf dich zu. Mit langer Brennweite aus größerer Entfernung wirkt das Bild verdichtet und spektakulär.
  • Touchdown und Rotation sind ortsgebunden: Aufgesetzt wird einige hundert Meter hinter der Schwelle, abgehoben je nach Typ und Gewicht an sehr unterschiedlichen Stellen. Dein Spot muss genau dort Sicht auf die Bahn haben.
  • Betriebsrichtung und Licht entscheiden mit: Ein Touchdown-Spot ist bei der Gegenrichtung ein Rotations-Spot – oder gar keiner. Prüfe Wind und Sonnenstand, bevor du losfährst.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort: Motiv bestimmt Position
  2. 2.Die Geometrie hinter jedem Spot
  3. 3.Motiv 1: Die klassische Seitenansicht
  4. 4.Motiv 2: Das Frontalbild
  5. 5.Motiv 3: Der Touchdown
  6. 6.Motiv 4: Die Rotation
  7. 7.Spots nach Motiv sortieren
  8. 8.Welches Motiv passt zu deinem Tag?
  9. 9.Wenn die Betriebsrichtung dreht
  10. 10.Brennweite und Abstand zusammen denken
  11. 11.Fazit

Du stehst am Zaun, die Sonne passt, die Betriebsrichtung auch – und trotzdem sieht jedes Bild gleich aus: ein Flugzeug in mittlerer Entfernung, irgendwo zwischen Profil und Schrägansicht. Der Grund ist fast immer derselbe: Der Spot wurde nach Erreichbarkeit gewählt, nicht nach Motiv. Wer den richtigen Spot für das Motiv wählen will, beginnt mit der Frage, welches Bild am Ende auf der Karte sein soll. Seitenansicht, Frontalbild, Touchdown und Rotation entstehen an ganz verschiedenen Stellen rund um die Piste. Dieser Guide zeigt dir, wo genau – und wie du Betriebsrichtung, Licht und Brennweite dazu passend kombinierst.

Spots nach Motiv finden

Auf der Spot-Karte von Planetrack siehst du zu jedem Standort Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos – so erkennst du auf einen Blick, welche Perspektive dich dort erwartet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die kurze Antwort: Motiv bestimmt Position

Jedes Grundmotiv hat eine typische Position relativ zur Piste. Seitenansichten entstehen, wenn du rechtwinklig zur Flugbahn blickst – also seitlich der Bahn oder seitlich des Endanflugs. Frontalbilder gelingen in der Verlängerung der Pistenachse, unter oder vor dem Anflug. Touchdowns fotografierst du seitlich des Aufsetzbereichs im ersten Drittel der Landebahn, Rotationen dort, wo die Maschinen typischerweise die Nase heben. Welches Pistenende gerade Anflug und welches Abflug ist, entscheidet der Wind.

4Grundmotive mit jeweils eigener Position zur Piste
~3°übliche Neigung des Gleitwegs im Endanflug
300–400 mtypischer Abstand des Zielpunkts hinter der Landeschwelle

Die Geometrie hinter jedem Spot

Bevor es um einzelne Motive geht, lohnt ein Blick auf die Achse, um die sich alles dreht. Die Piste hat zwei Enden, und je nach Betriebsrichtung ist das eine Ende Anflug- und das andere Abflugseite. Flugzeuge kommen im Endanflug auf einem flachen Gleitweg herein – meist um die drei Grad, wie der Guide zum ILS-Anflug erklärt. Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Ein Kilometer vor der Schwelle ist eine Maschine auf diesem Gleitweg nur noch etwa 50 bis 70 Meter hoch. Spots in den letzten zwei, drei Kilometern vor der Bahn bringen dir die Flugzeuge deshalb so nah, dass auch moderate Brennweiten reichen.

Relativ zu dieser Achse gibt es drei Grundpositionen:

  • In der Achse (vor oder unter dem Anflug): Die Maschine kommt auf dich zu. Ergebnis: Front- und Unterseitenansichten.
  • Seitlich der Achse (neben Anflug oder Piste): Die Maschine zieht quer an dir vorbei. Ergebnis: Profile, Schrägansichten von vorn oder hinten.
  • Erhöht seitlich (Hügel, Terrasse, Parkhaus): Du schaust auf die Maschine herab. Ergebnis: Draufsichten mit Flügeloberseite, dazu Rollverkehr und Vorfeld.

Die Pistenbezeichnungen verraten dir, in welche Himmelsrichtung diese Achse zeigt. Mit einer Karte und den Nummern der Bahn weißt du bereits vor der Anreise, wo die Anflugachse verläuft und welche öffentlichen Flächen seitlich davon liegen.

Motiv 1: Die klassische Seitenansicht

Die Seitenansicht ist das Brot-und-Butter-Bild jeder Sammlung. Kennzeichen, Lackierung, Triebwerke, Fahrwerk – alles ist auf einen Blick zu erkennen. Für Datenbanken und den eigenen Hangar ist sie das wichtigste Motiv überhaupt.

Wo du stehst: möglichst rechtwinklig zur Bewegungsrichtung des Flugzeugs. Am Boden ist das der Abschnitt der Piste oder des Rollwegs direkt vor dir, in der Luft der Endanflug seitlich der Achse. Je kleiner der Winkel zwischen Blickrichtung und Flugbahn, desto mehr rutschst du ins Schräge.

Ein gutes Beispiel ist der Spotterhügel am Flughafen Wien: Von der Kuppe östlich der Piste 16/34 ziehen Starts und Landungen in beiden Richtungen seitlich an dir vorbei, und ein Telezoom im mittleren Bereich deckt fast alles ab. Auch an der Aussichtsplattform Zeppelinheim in Frankfurt stehst du seitlich der Anflugachse auf die Südbahn 25L und bekommst die landenden Maschinen im Profil oder leicht von vorn.

Drei Details machen aus einer Seitenansicht eine gute:

  • Leichte Erhöhung: Wenige Meter über Pistenniveau verschwinden Zaun und Grasnarbe aus dem Bild, ohne dass die Perspektive kippt. Hügel und Erdwälle sind deshalb so beliebt.
  • Frontlicht auf der Flanke: Die Sonne sollte ungefähr in deinem Rücken stehen. Wie du das vorab berechnest, steht im Guide Sonnenstand planen.
  • Ruhige Luft: Über langen Asphaltflächen flimmert es an warmen Tagen stark. Je weiter du über die Piste hinweg fotografierst, desto mehr leidet die Schärfe – mehr dazu im Beitrag über Hitzeflimmern.

Profil in der Luft schlägt Profil am Boden

Ein Flugzeug im kurzen Endanflug mit ausgefahrenem Fahrwerk und Klappen wirkt in der Seitenansicht lebendiger als eine rollende Maschine. Spots seitlich der letzten ein, zwei Kilometer vor der Schwelle liefern genau dieses Bild – oft vor einem ruhigeren Hintergrund als auf dem Flughafengelände.

Motiv 2: Das Frontalbild

Frontalbilder sind die dramatischen Motive: Nase, Cockpitfenster, beide Triebwerke, ausgefahrenes Fahrwerk – alles symmetrisch auf dich gerichtet. Sie entstehen nur an einer Stelle: in der Verlängerung der Pistenachse.

Wo du stehst: vor oder unter dem Anflug. Zwei Varianten unterscheiden sich deutlich:

  • Aus der Distanz mit langer Brennweite: Du stehst ein, zwei Kilometer vor der Schwelle in der Achse oder leicht versetzt und fotografierst mit 400 Millimetern und mehr. Die lange Brennweite verdichtet den Raum, das Flugzeug wirkt groß und schwer vor dem Hintergrund. Bei warmem Wetter dämpft Flimmern über diese Distanz allerdings die Schärfe.
  • Direkt unter der Schneise: Hier ziehen die Maschinen über deinen Kopf. Du bekommst Bilder schräg von vorn-unten und – mit kurzer Brennweite – den Bauch mit Fahrwerk. Die Myrtle Avenue in Heathrow liegt genau so unter dem Endanflug auf die 27L; wenige Meter zur Seite gehen dort zudem Seitenansichten im letzten Abschnitt des Anflugs.

Das extreme Beispiel ist Maho Beach auf Sint Maarten: Die Maschinen überqueren den Strand vor der Piste 10 sehr tief und kommen frontal auf dich zu. Ähnlich, aber kleiner, funktioniert das Pistenende in Skiathos. Beide Spots zeigen aber auch die Kehrseite: Am Pistenanfang starten Flugzeuge mit vollem Schub, und der Triebwerksstrahl ist gefährlich. Stell dich nie hinter ein startendes Flugzeug.

Für Frontalbilder gilt außerdem: Weil die Maschine direkt auf dich zukommt, ändert sich der Abstand rasant. Ein Autofokus mit Nachführung und eine kurze Verschlusszeit sind Pflicht. Welche Einstellungen sich bewährt haben, steht in den Kamera-Einstellungen fürs Planespotting.

Der Spot steht – kommt auch der Flieger?

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Motiv 3: Der Touchdown

Der Moment, in dem die Hauptfahrwerksräder den Asphalt berühren, ist einer der Höhepunkte der Flugzeugfotografie: kleine Rauchwolken an den Reifen, die Nase noch in der Luft, Klappen voll ausgefahren. Bei Seitenwind kommen schräg angesetzte Landungen dazu, die besonders dynamisch wirken.

Wo du stehst: seitlich des Aufsetzbereichs. Hinter der Landeschwelle markieren Streifen auf der Piste den Aufsetzbereich, der deutlich sichtbare Zielpunkt liegt je nach Pistenlänge typischerweise rund 300 bis 400 Meter hinter der Schwelle – auf langen Bahnen großer Flughäfen eher am oberen Ende. Die tatsächliche Aufsetzstelle schwankt mit Typ, Gewicht und Wind, liegt aber fast immer im ersten Drittel der Bahn. Ein Spot seitlich dieses Abschnitts ist dein Touchdown-Spot.

Drei Dinge musst du dabei beachten:

  • Sicht auf die Bahnoberfläche: Ohne Blick auf den Asphalt gibt es keinen Touchdown. Ein erhöhter Standpunkt oder ein Spot ohne Zaun im Sichtfeld ist hier noch wichtiger als bei Anflugbildern.
  • Versetzte Schwellen: An manchen Pisten liegt die Landeschwelle nicht am Bahnanfang, sondern weiter innen. Der Aufsetzbereich verschiebt sich dann entsprechend. Ein Blick auf die Flugplatzkarte klärt das.
  • Serienbild ab dem Flare: Der Kontakt dauert nur einen Augenblick. Beginne die Serie, wenn die Maschine kurz vor dem Aufsetzen die Nase hebt, und halte sie bis zum Aufsetzen des Bugrads.

Am Affenfelsen in Hamburg etwa liegt dein Blick ungefähr auf halber Länge der Piste 15/33 – für reine Touchdowns ist das oft schon zu weit hinten, für Rollbilder und Starts dagegen ideal. Solche Unterschiede zeigen, warum du jeden Spot nach seiner Lage entlang der Bahn einordnen solltest.

Motiv 4: Die Rotation

Die Rotation ist der Moment, in dem der Pilot beim Startlauf die Nase hebt und das Flugzeug kurz darauf abhebt. Bilder mit angehobenem Bugrad, noch rollendem Hauptfahrwerk und durchgebogenen Tragflächen zeigen Kraft wie kein anderes Motiv.

Wo du stehst: seitlich des Pistenabschnitts, in dem die Maschinen typischerweise abheben. Und genau das ist die Schwierigkeit: Die Startstrecke hängt stark von Typ, Gewicht, Temperatur und Pistenlänge ab. Ein Turboprop oder Regionaljet ist oft schon nach einem kurzen Stück in der Luft, ein voll beladener Langstreckenjet nutzt einen großen Teil der Bahn. Ein Spot in der Pistenmitte liefert deshalb Rotationen der Mittelstrecke, während die schweren Großraumflugzeuge dort meist noch rollen.

Flugzeugklasse Wo die Rotation tendenziell liegt Passende Spot-Lage
Turboprops, Regionaljets früh, im ersten Teil der Startbahn nahe dem Pistenanfang auf der Startseite
Mittelstrecke (A320-Familie, 737) eher im mittleren Bereich, je nach Gewicht Pistenmitte
Langstrecke, voll beladen oft in der hinteren Hälfte zweite Pistenhälfte, Richtung Abflugende
Frachter, schwere Vierstrahler häufig spät Pistenende auf der Abflugseite

Die Tabelle beschreibt Tendenzen, keine festen Werte – an heißen Tagen und auf hoch gelegenen Flughäfen brauchen Flugzeuge mehr Strecke. Im Westen des Flughafens Zürich etwa weist der Flughafen eigene Positionen aus, die er für Starts auf bestimmten Pisten empfiehlt; welche Spots dort heute legal zugänglich sind, steht im Eintrag zum Butzenbüel.

1. Motiv festlegen

Entscheide vor der Abfahrt, ob du heute Seitenansichten, Frontalbilder, Touchdowns oder Rotationen willst. Ein klares Hauptmotiv macht die Spotwahl einfach.

2. Betriebsrichtung prüfen

Aus der Windvorhersage folgt, welches Pistenende Anflug- und welches Abflugseite ist. Damit weißt du, wo Aufsetzbereich und Rotationsabschnitt heute liegen.

3. Spot entlang der Achse wählen

Ordne die öffentlich zugänglichen Spots ihrer Lage zu: in der Anflugachse, am ersten Drittel, an der Pistenmitte oder am Abflugende.

4. Licht abgleichen

Prüfe, ob die Sonne zur geplanten Zeit hinter dir steht. Sonst wechselst du die Pistenseite oder das Zeitfenster.

5. Brennweite einpacken

Aus Abstand und Motiv ergibt sich die Brennweite. Nahe Spots unter dem Anflug brauchen kurze, entfernte Hügel lange Brennweiten.

Spots nach Motiv sortieren

Wer häufiger am selben Flughafen steht, profitiert von einer einfachen Übersicht: Welcher Spot liefert bei welcher Betriebsrichtung welches Motiv? Die folgende Tabelle zeigt das Prinzip an Spots aus unseren Steckbriefen.

Spot Lage zur Piste Starke Motive Hinweis
Spotterhügel Wien östlich der 16/34, erhöht Seitenansichten von Starts und Landungen morgens Sonne im Rücken
Zeppelinheim Frankfurt seitlich der Anflugachse 25L Anflug im Profil oder leicht von vorn lohnt bei Westwind
Myrtle Avenue Heathrow unter dem Endanflug 27L Frontal- und Unterseitenbilder Runway-Wechsel beachten
Affenfelsen Hamburg etwa halbe Länge der 15/33, Rollweg davor Rollverkehr, Starts Licht am Vormittag
Besucherhügel München erhöht zwischen den Bahnen Übersicht, Rollverkehr, Pistenverkehr mit Tele lange Brennweite nötig

Solche Listen ersetzen nicht den Blick auf die aktuelle Lage, sparen aber am Morgen viel Grübelei. Für längere Touren hilft dir die Übersicht der besten Spotting-Spots in Deutschland.

Welches Motiv passt zu deinem Tag?

Welches Motiv lohnt sich heute?

Drei Fragen – am Ende bekommst du eine Empfehlung für Motiv und Spot-Lage.

Empfehlung

Seitenansichten

Such dir einen leicht erhöhten Spot rechtwinklig zur Piste oder zum Endanflug und stell dich so, dass die Sonne hinter dir steht.

Empfehlung

Frontal- und Anflugbilder

Geh in die Verlängerung der Pistenachse auf der Anflugseite. Achte auf kurze Verschlusszeiten und halte Abstand zu Startbereichen mit Triebwerksstrahl.

Empfehlung

Touchdowns

Stell dich seitlich des ersten Pistendrittels mit freier Sicht auf den Asphalt und starte die Serie, sobald die Maschine die Nase zum Aufsetzen hebt.

Empfehlung

Rotationen

Wähle einen Spot in der hinteren Pistenhälfte auf der Abflugseite – dort heben gerade die schweren Langstreckenjets ab.

Wenn die Betriebsrichtung dreht

Der vielleicht wichtigste Gedanke dieses Artikels: Ein Spot ist nie nur ein Touchdown- oder Rotations-Spot. Er ist es nur für eine bestimmte Betriebsrichtung. Steht der Wind andersherum, wird aus dem Aufsetzbereich das Abflugende – und an deinem Touchdown-Spot heben plötzlich die Langstreckenjets ab. Ein Spot unter dem Anflug wiederum sieht bei Gegenrichtung nur noch abfliegende Maschinen, die längst hoch über dir sind.

Spot behalten, wenn …

  • er seitlich der Pistenmitte liegt und in beiden Richtungen Seitenansichten liefert
  • das neue Motiv (etwa Rotation statt Touchdown) dich ebenso reizt
  • das Licht auch zur Gegenrichtung passt

Pistenende wechseln, wenn …

  • du gezielt Frontalbilder oder Touchdowns willst
  • es am anderen Ende einen öffentlichen Spot gibt
  • die Wettervorhersage eine stabile Lage für den Rest des Tages zeigt

Tag umplanen, wenn …

  • nur Spots auf der falschen Seite zugänglich sind
  • die Betriebsrichtung bei böigem Wind ständig wechselt
  • das Licht in der neuen Richtung nur noch Gegenlicht bietet

Wie du Windrichtung und Betriebsrichtung vorab einschätzt, beschreibt der Guide zur Betriebsrichtung. Und wenn das Licht nicht mehr passt, lohnt manchmal das bewusste Spiel mit Gegenlicht – gerade bei Starts mit sichtbaren Abgasen.

Brennweite und Abstand zusammen denken

Das Motiv bestimmt die Position, die Position den Abstand, der Abstand die Brennweite. Diese Kette ist der Grund, warum manche Spotter für einen bestimmten Flughafen ganz andere Objektive einpacken als für einen anderen. Ein paar Tendenzen:

  • Unter dem Anflug: kurze bis mittlere Brennweiten, oft schon unter 100 Millimetern für Bilder mit Umgebung.
  • Seitlich nahe der Piste: ein Telezoom bis etwa 300 Millimeter reicht für die meisten Maschinen.
  • Hügel und Terrassen mit Abstand: 400 Millimeter und mehr, vor allem für Touchdowns und Rotationen auf der entfernteren Bahn.

Wer tiefer einsteigen will, findet im Beitrag zur richtigen Brennweite fürs Planespotting eine ausführliche Übersicht. Und wenn der Zaun im Weg ist: Was am Flughafenrand erlaubt ist, steht im Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Passt dein Spot zum Motiv?

Hak ab, was du vor der Abfahrt geklärt hast.

  • Ich weiß, welches Hauptmotiv ich heute fotografieren will.
  • Ich kenne die Betriebsrichtung und damit Anflug- und Abflugseite.
  • Mein Spot liegt an der passenden Stelle entlang der Piste.
  • Ich habe freie Sicht auf den Abschnitt, in dem das Motiv passiert.
  • Die Sonne steht zur geplanten Zeit ungefähr in meinem Rücken.
  • Ich habe die passende Brennweite für den Abstand dabei.

Vom Spot direkt in den Hangar

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Fazit

Gute Spotwahl beginnt nicht bei der Karte, sondern beim Motiv. Seitenansichten entstehen rechtwinklig zur Flugbahn, Frontalbilder in der Pistenachse, Touchdowns am ersten Drittel der Landebahn und Rotationen dort, wo die Maschinen abheben – bei Langstreckenjets oft weit hinten. Die Betriebsrichtung entscheidet, welches Pistenende welche Rolle spielt, das Licht, ob der Spot zur geplanten Zeit funktioniert. Wer seine Stammspots einmal nach Motiv und Betriebsrichtung sortiert hat, steht am Spotting-Tag nicht mehr irgendwo, sondern genau dort, wo sein Bild entsteht.

Kurzfazit

Leg dein Hauptmotiv fest, prüf die Betriebsrichtung und wähle den Spot nach seiner Lage entlang der Piste: seitlich für Profile, in der Achse für Frontalbilder, am ersten Drittel für Touchdowns, in der hinteren Hälfte für Rotationen schwerer Jets. Licht und Brennweite stimmst du danach ab.

Zusammenfassung

  • Die vier Grundmotive am Flughafen sind Seitenansicht, Frontalbild, Touchdown und Rotation. Jedes verlangt eine eigene Position relativ zur Piste.
  • Seitenansichten gelingen dort, wo du senkrecht zur Flugbahn blickst; Frontalbilder in der Verlängerung der Pistenachse.
  • Für Touchdowns stehst du nahe dem Aufsetzbereich im ersten Drittel der Landebahn, für Rotationen dort, wo die Maschinen typischerweise abheben – bei schweren Langstreckenjets oft weit hinten auf der Bahn.
  • Die Betriebsrichtung dreht die Rollen der Pistenenden um. Wer seine Spots nach Motiv und Betriebsrichtung sortiert, ist an jedem Tag vorbereitet.

Häufige Fragen

Wo stehe ich am besten für eine saubere Seitenansicht?

Möglichst rechtwinklig zur Flugbahn. Auf dem Boden heißt das: seitlich der Piste etwa auf Höhe des Rollwegs oder der Bahnmitte, wo die Maschinen gerade rollen, beschleunigen oder ausrollen. In der Luft bieten Spots seitlich des Endanflugs schöne Profile, weil die Flugzeuge dort schon tief, aber noch nicht aufgesetzt sind. Ein leicht erhöhter Standort hilft, über den Zaun zu schauen.

Wie bekomme ich ein echtes Frontalbild?

Du stellst dich in die Verlängerung der Pistenachse, also unter oder vor den Anflug. Aus größerer Entfernung mit langer Brennweite wirkt das Flugzeug verdichtet und dominant, direkt unter der Schneise entstehen dagegen Bilder von unten mit Weitwinkel. Achte darauf, dass du ausschließlich auf öffentlichen Flächen stehst.

Wo setzen Flugzeuge auf der Piste auf?

Im sogenannten Aufsetzbereich nach der Landeschwelle. Markierungen wie der Zielpunkt liegen je nach Pistenlänge typischerweise rund 300 bis 400 Meter hinter der Schwelle. Die tatsächliche Aufsetzstelle schwankt mit Typ, Gewicht, Wind und Pilot, liegt aber fast immer im ersten Drittel der Bahn.

Wo heben Flugzeuge beim Start ab?

Das hängt stark von Typ, Startgewicht, Temperatur und Pistenlänge ab. Leichte Regionaljets und Turboprops sind oft früh in der Luft, voll beladene Langstreckenflugzeuge nutzen einen großen Teil der Bahn. Für Rotationsbilder von Großraumjets lohnt sich daher meist ein Spot in der hinteren Hälfte der Startbahn.

Welche Brennweite brauche ich für Touchdown und Rotation?

Das hängt vom Abstand zur Piste ab. An nahen Spots reichen oft 100 bis 300 Millimeter, an weiter entfernten Hügeln oder Terrassen brauchst du 400 Millimeter oder mehr. Weil sich das Flugzeug quer zu dir bewegt, ist ein Zoom praktischer als eine Festbrennweite.

Kann ein Spot für alle Motive funktionieren?

Selten. Ein Hügel an der Pistenmitte liefert gute Seitenansichten und je nach Betriebsrichtung Rotationen, ein Spot unter dem Anflug starke Frontal- und Unterseitenbilder. Wer gezielt arbeitet, wählt pro Tag ein Hauptmotiv und dafür den passenden Standort.

PT

Planetrack Redaktion

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