Flugzeugfotos in Schwarzweiß: Motive, Licht und Umsetzung

Graues Wetter, harter Kontrast, Oldtimer oder Gegenlicht: Manche Flugzeugmotive werden erst ohne Farbe richtig stark. So erkennst du sie und setzt sie in der Bearbeitung sauber um.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Schwarzweiß ist eine Entscheidung, keine Rettung: Ein Bild wird nicht besser, nur weil die Farbe fehlt. Es funktioniert, wenn Form, Licht und Kontrast das Motiv tragen.
  • Fotografiere in RAW und in Farbe: Die Farbinformation brauchst du später, um über die Farbkanäle zu steuern, wie hell Himmel, Lackierung und Rumpf im Graubild werden.
  • Die Farbkanäle sind deine Filter: Den blauen Kanal abdunkeln wirkt wie ein klassischer Rot- oder Orangefilter – der Himmel wird dunkler, ein weißer Rumpf hebt sich deutlicher ab.
  • Graue Tage sind Schwarzweiß-Tage: Dramatische Wolken, Regen, Gischt, Nebel und Kondensation wirken monochrom oft stärker als in flauen Farben.
  • Für Datenbanken bleibt Farbe Standard: Dokumentarische Bilder mit Kennzeichen und Lackierung zeigst du in Farbe, Schwarzweiß ist die künstlerische Variante daneben.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Schwarzweiß-Flugzeugfotos: die kurze Antwort
  2. 2.Warum Schwarzweiß bei Flugzeugen überhaupt funktioniert
  3. 3.Motive, die monochrom stärker werden
  4. 4.Schon bei der Aufnahme an Schwarzweiß denken
  5. 5.Die Umwandlung: Farbkanäle sind deine Filter
  6. 6.Kontrast und Tonwerte formen
  7. 7.Der Workflow Schritt für Schritt
  8. 8.Werkzeuge im Überblick
  9. 9.Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
  10. 10.Wo Schwarzweiß-Bilder ihren Platz haben
  11. 11.Fazit

Der Himmel ist bleigrau, der Wind treibt Schauer über das Vorfeld, und die Farben des Tages bestehen aus Grau, Grau und etwas schmutzigem Weiß. Viele Spotter packen an so einem Tag ein. Wer Flugzeugfotos in Schwarzweiß denkt, bleibt dagegen stehen: Die Wolkenwand hinter der Piste, die Gischt hinter den Rädern und die Lichtkante auf dem nassen Rumpf ergeben monochrom Bilder, die in Farbe nie so wirken würden. Dieser Guide zeigt dir, welche Motive sich für Schwarzweiß eignen, wie du schon bei der Aufnahme daran denkst und wie du die Umwandlung in der Bearbeitung so steuerst, dass aus einem entsättigten Foto ein echtes Schwarzweiß-Bild wird.

Deine Bilder, deine Sammlung

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Schwarzweiß-Flugzeugfotos: die kurze Antwort

Schwarzweiß funktioniert bei Flugzeugen immer dann, wenn Form, Licht und Kontrast das Bild tragen und die Farbe der Lackierung nicht die Hauptsache ist. Du fotografierst dafür in RAW und in Farbe, wandelst erst in der Bearbeitung um und steuerst über die Helligkeit der einzelnen Farbkanäle, welche Bildteile hell oder dunkel werden. Danach setzt du mit Kurve, lokalen Anpassungen und einer leichten Vignette die Akzente.

Das klingt simpel, ist aber der Kern der Sache: Ein Schwarzweiß-Bild ist keine Farbaufnahme ohne Farbe, sondern eine eigene Übersetzung. Du entscheidest, ob der blaue Himmel fast schwarz wird oder hellgrau bleibt, ob das rote Leitwerk sich vom Himmel abhebt oder darin verschwindet. Diese Entscheidungen nimmt dir kein Sättigungsregler ab.

RAWDateiformat, das die Farbinformation für die Umwandlung erhält
8Farbregler, mit denen Lightroom die Grautöne einer Umwandlung steuert
1Farbversion, die du als Original immer behalten solltest

Warum Schwarzweiß bei Flugzeugen überhaupt funktioniert

Flugzeuge sind dankbare Motive für Monochrom, weil sie aus klaren Formen bestehen: lange Rümpfe, gepfeilte Tragflächen, runde Triebwerkseinläufe, die markante Silhouette eines Leitwerks. Ohne Farbe tritt diese Geometrie in den Vordergrund. Gleichzeitig fallen Ablenkungen weg – das grelle Warnschild am Zaun, das orangefarbene Vorfeldfahrzeug, die bunte Werbung am Terminal.

Dazu kommt das Licht. Am Flughafen hast du oft harte Kontraste: ein weißer Rumpf vor dunklen Wolken, ein heller Himmel hinter einer dunklen Maschine, Spiegelungen auf nassem Asphalt. In Farbe wirken solche Szenen manchmal unruhig oder flau. In Schwarzweiß werden genau diese Helligkeitsunterschiede zum Bildinhalt. Und schließlich verbindet Schwarzweiß Flugzeugbilder mit der Geschichte der Luftfahrtfotografie: Jahrzehntelang war der größte Teil der Luftfahrtbilder monochrom, und dieser Look schwingt bei jedem Graubild mit.

Motive, die monochrom stärker werden

Nicht jedes Spotterbild wird in Schwarzweiß besser. Eine Sonderlackierung bei bestem Frontlicht verliert ohne Farbe genau das, was sie besonders macht. Diese Motive dagegen profitieren oft:

  • Dramatischer Himmel: Gewitterwolken, Schauerböen oder eine aufreißende Wolkendecke liefern Struktur, die monochrom besonders plastisch wirkt.
  • Gegenlicht und Silhouetten: Wenn die Sonne hinter dem Flugzeug steht, bleiben ohnehin kaum Farben übrig. Konturen, Abgasschlieren und Lichtsäume an den Kanten sind das eigentliche Motiv. Mehr dazu im Guide Gegenlicht in der Flugzeugfotografie.
  • Regen, Gischt und Kondensation: Wasserfahnen hinter dem Fahrwerk, Kondensation über den Tragflächen und Wirbel an den Klappen leben von Hell-Dunkel-Kontrasten. Wie du sie erwischst, steht im Artikel über Wirbel und Kondensation über den Flügeln.
  • Nachtszenen: Auf dem beleuchteten Vorfeld mischen sich oft unterschiedliche Lichtfarben, die schwer in den Griff zu bekommen sind. Monochrom löst dieses Problem elegant. Grundlagen findest du in Flugzeuge nachts fotografieren.
  • Details und Strukturen: Triebwerksschaufeln, Fahrwerksbeine, Nieten, Wartungsklappen, der Schatten eines Höhenleitwerks auf dem Rumpf – Nahaufnahmen wirken in Schwarzweiß oft grafisch.
  • Oldtimer und Propellermaschinen: Eine Junkers Ju 52 oder eine Douglas DC-3 bekommt monochrom einen Look, der zu ihrer Epoche passt. Wie du solche Oldtimer sicher bestimmst, zeigt der Guide Oldtimer am Himmel erkennen. Auch Ausstellungsstücke in Museen wie dem Deutschen Museum München eignen sich gut, weil Hallenlicht und Mischbeleuchtung in Farbe oft schwierig sind.

Profi-Tipp

Stell dir vor dem Auslösen die Frage: Was bleibt übrig, wenn die Farbe weg ist? Wenn die Antwort „eine starke Form vor interessantem Licht“ lautet, hast du ein Schwarzweiß-Motiv. Wenn sie „eine Maschine vor gleichmäßig hellgrauem Himmel“ lautet, eher nicht.

Schon bei der Aufnahme an Schwarzweiß denken

RAW statt Monochrom-JPEG

Die wichtigste Regel: Speichere in RAW. Viele Kameras bieten einen Monochrom-Bildstil an. Bei JPEG-Aufnahmen landet dann tatsächlich nur ein Graubild auf der Karte, und die Farbinformation ist weg. Bei RAW wirkt der Bildstil nur auf Vorschau und Display, die Datei selbst enthält weiterhin alle Farbdaten. Diese Kombination ist ideal: Du siehst beim Fotografieren schon in Schwarzweiß, behältst aber volle Kontrolle für die Bearbeitung. Warum RAW für Spotter ohnehin sinnvoll ist, erklärt der Vergleich RAW oder JPEG beim Planespotting.

Belichtung für die Lichter

Bei kontrastreichen Szenen gilt: Lieber etwas knapper belichten, damit helle Rumpfflächen und Wolkenränder nicht ausfressen. Schatten lassen sich aus einer RAW-Datei meist noch aufhellen, komplett weiße Flächen dagegen nicht mehr mit Zeichnung füllen. Im Schwarzweiß-Bild fällt eine strukturlose weiße Fläche besonders auf. Wie du dunkle Rumpfunterseiten nachträglich rettest, steht im Artikel Schatten und Rumpfunterseite aufhellen.

Polfilter für den Himmel

Ein Polfilter dunkelt bei passendem Winkel zur Sonne den blauen Himmel ab und reduziert Spiegelungen auf Lack und Cockpitscheiben. Für Schwarzweiß ist das doppelt nützlich, weil ein dunklerer Himmel später mehr Spielraum bei der Kanalmischung lässt. Was Filter in der Flugzeugfotografie können und wo ihre Grenzen liegen, steht im Guide zum Polfilter beim Planespotting.

Licht suchen, nicht nur Flugzeuge

Für ein starkes Schwarzweiß-Bild ist seitliches oder flaches Licht oft wertvoller als perfektes Frontlicht. Es modelliert den Rumpf, erzeugt Schatten unter den Tragflächen und betont Strukturen. Die Stunden um Sonnenauf- und -untergang liefern dieses Licht zuverlässig, siehe Golden Hour und Blaue Stunde. Und an grauen Tagen lohnt sich der Blick nach oben: Eine Wolkenkante, die gerade aufreißt, kann das ganze Bild tragen. Ideen für solche Tage sammelt der Artikel Planespotting bei schlechtem Wetter.

Das Licht am Spot vorher kennen

Der Sonnenstand-Planer zeigt dir, wann an deinem Spot Seiten- oder Gegenlicht herrscht, und Planetrack liefert Wetter, Wind und Pistenrichtung am Flughafen gleich mit. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die Umwandlung: Farbkanäle sind deine Filter

Warum Entsättigen nicht reicht

Ziehst du die Sättigung auf null, rechnet das Programm jede Farbe nach einer festen Gewichtung in Grau um. Das Ergebnis ist oft flach: Ein mittelblauer Himmel und ein rotes Logo auf dem Leitwerk landen bei ähnlichen Grauwerten und verschmelzen. Eine echte Schwarzweiß-Umwandlung – in Lightroom über die Behandlung „Schwarzweiß“ oder ein Schwarzweiß-Profil – öffnet dagegen eine Mischung, in der du für jede Farbe einzeln festlegst, wie hell sie im Graubild erscheinen soll.

Die Logik der analogen Farbfilter

In der Filmfotografie hat man mit farbigen Glasfiltern gearbeitet, und die Regeln gelten bis heute: Ein Filter hellt die eigene Farbe auf und dunkelt die Komplementärfarbe ab. Digital übernimmst du das mit den Farbreglern:

Analoger Filter Digitales Gegenstück Wirkung am Flughafen
Gelb Blau leicht abdunkeln, Gelb leicht aufhellen natürlich wirkender Himmel mit etwas mehr Wolkenzeichnung
Orange Blau deutlich abdunkeln, Orange aufhellen kräftiger Himmel, weiße Rümpfe heben sich klar ab
Rot Blau und Aqua stark abdunkeln, Rot aufhellen sehr dunkler, dramatischer Himmel, harter Kontrast
Grün Grün aufhellen, Rot abdunkeln Wiesen und Bäume am Pistenrand werden hell, rote Lackteile dunkler
Blau Blau aufhellen, Orange und Rot abdunkeln weicher, heller Himmel, mehr Dunst – eher selten sinnvoll

Die Tabelle beschreibt Richtungen, keine Rezepte. Wie stark du schiebst, hängt vom Bild ab. Beobachte beim Ziehen eines Reglers immer die Kanten zwischen Rumpf und Himmel: Werden sie unruhig oder entsteht ein heller Saum, bist du zu weit gegangen.

Lackierungen gezielt trennen

Bei Airline-Farben lohnt sich ein genauer Blick. Ein rotes Leitwerk vor blauem Himmel kann in Schwarzweiß kräftig herausstechen, wenn du Rot aufhellst und Blau abdunkelst – oder komplett verschwinden, wenn beide auf denselben Grauwert fallen. Mit dem Zielwerkzeug, das viele Programme anbieten, klickst du direkt auf eine Stelle im Bild und ziehst nach oben oder unten. Das Programm erkennt die Farbe darunter und ändert den passenden Regler. Für das Lesen von Kennzeichen gilt: Schrift und Untergrund sollten nach der Umwandlung klar unterscheidbar bleiben.

Kontrast und Tonwerte formen

Die Gradationskurve

Nach der Kanalmischung kommt die globale Tonwertarbeit. Eine sanfte S-Kurve gibt dem Bild Tiefe: Lichter etwas anheben, Schatten etwas absenken, Mitteltöne möglichst unangetastet lassen. Prüfe dabei das Histogramm. Ein kräftiges Schwarzweiß-Bild hat meist echte Schwarz- und echte Weißpunkte, aber nur kleine Flächen davon. Wer Schatten großflächig absaufen lässt, verliert Details im Fahrwerkschacht und unter den Tragflächen.

Lokale Anpassungen

Hier entsteht der Charakter des Bildes. Mit Verlaufsfiltern dunkelst du den oberen Himmel ab, mit Pinsel oder Masken hellst du den Rumpf leicht auf oder betonst ein Triebwerk. Moderne Programme erkennen Himmel und Hauptmotiv automatisch, was bei Flugzeugen meist gut klappt. Kontrolliere die Masken trotzdem an Antennen, Winglets und Fahrwerk. Ein klassisches Mittel ist das Abwedeln und Nachbelichten: Helle Stellen ziehen den Blick an, dunkle Ränder halten ihn im Bild. Eine dezente Vignette unterstützt das.

Struktur, Klarheit und Rauschen

Klarheits- und Strukturregler wirken in Schwarzweiß stärker als in Farbe, weil das Auge nur noch Helligkeitskanten wahrnimmt. Ein wenig mehr Klarheit betont Wolken und Blechstrukturen, zu viel erzeugt dunkle Säume um den Rumpf. Bildrauschen ist dagegen weniger störend als in Farbe, weil das Farbrauschen entfällt. Ein feines Korn kann bei Nacht- und Schlechtwetterbildern sogar passen. Wird es zu grob, hilft eine moderne Rauschreduzierung, siehe Rauschreduzierung mit KI-Denoise. Geschärft wird wie immer zum Schluss, Details dazu in Flugzeugfotos schärfen ohne Artefakte.

Der Workflow Schritt für Schritt

Grundentwicklung in Farbe

Belichtung, Weißabgleich, Ausrichtung und Zuschnitt erledigst du wie bei jedem anderen Bild. Ein sauber ausgerichteter Horizont ist in Schwarzweiß genauso wichtig.

Kopie anlegen

Erstelle eine virtuelle Kopie oder Variante. Die Farbversion bleibt dein dokumentarisches Original, die Kopie wird zur Schwarzweiß-Fassung.

Umwandeln und mischen

Auf Schwarzweiß umschalten, dann mit den Farbreglern Himmel, Rumpf und Lackierung gegeneinander ausbalancieren.

Tonwerte formen

Gradationskurve, Weiß- und Schwarzpunkt setzen, Histogramm prüfen. Lichter dürfen strahlen, aber nicht großflächig ausfressen.

Lokal nacharbeiten

Himmel per Verlauf abdunkeln, Hauptmotiv leicht aufhellen, Ränder mit einer dezenten Vignette beruhigen.

Endkontrolle bei 100 Prozent

Kanten auf Halos prüfen, Rauschen und Schärfe beurteilen, dann exportieren.

Wenn du mehrere Bilder einer Serie umwandelst, speichere deine Einstellungen als eigenes Preset. So bekommen alle Bilder einer Session denselben Look, und du passt nur noch Feinheiten an. Wie du in Lightroom grundsätzlich strukturiert arbeitest, beschreibt der Lightroom-Workflow für Flugzeugfotos. Wer ohne Abo arbeiten möchte, findet Alternativen unter Kostenlose Bildbearbeitung für Spotter. Auch unterwegs geht es: Viele Smartphone-Apps haben eine Schwarzweiß-Mischung mit Farbreglern, siehe Flugzeugfotos am Smartphone bearbeiten.

Werkzeuge im Überblick

Für gute Ergebnisse brauchst du keine Spezialsoftware. Jeder verbreitete RAW-Konverter hat eine Schwarzweiß-Umwandlung mit Farbreglern. In Lightroom findest du außerdem fertige Schwarzweiß-Profile und Vorgaben, die als Ausgangspunkt taugen. Wer tiefer einsteigen will, greift zu einem spezialisierten Plugin: Silver Efex aus der Nik Collection von DxO bietet etwa Kontrastfilter, Tonungen und Simulationen klassischer Filmemulsionen. Solche Filmlooks passen gut zu historischen Maschinen und Airshow-Bildern – Anregungen für Motive liefert der Guide Airshows fotografieren.

Ob Standardregler oder Plugin: Entscheidend ist ein verlässlicher Bildschirm. Graustufen verzeihen falsche Helligkeit kaum, und ein zu hell eingestellter Monitor führt zu Bildern, die anderswo zu dunkel wirken. Ein Blick in den Artikel Monitor kalibrieren lohnt sich, vor allem wenn du deine Schwarzweiß-Bilder drucken möchtest.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Gute Wahl für Schwarzweiß, wenn …

  • der Himmel Struktur hat: Wolken, Schauer, aufreißende Decke.
  • Licht und Schatten den Rumpf modellieren.
  • Regen, Gischt, Abgas oder Kondensation im Bild sind.
  • das Motiv historisch ist oder der Mischlicht-Salat in Farbe stört.

Ausprobieren, wenn …

  • die Lackierung kontrastreich, aber nicht das Hauptthema ist.
  • das Bild in Farbe gut, aber unspektakulär wirkt.

Lieber in Farbe lassen, wenn …

  • eine Sonderlackierung oder Retro-Bemalung das Motiv ist.
  • der Himmel gleichmäßig grau oder milchig ohne Struktur ist.
  • das Bild für eine dokumentarische Datenbank bestimmt ist.
  • Schwarzweiß nur einen technischen Fehler verstecken soll.

Ein Klassiker ist der Rettungsversuch: Ein unscharfes oder stark verrauschtes Bild wird in Schwarzweiß umgewandelt, in der Hoffnung, die Mängel fielen weniger auf. Unschärfe bleibt Unschärfe, und auch Hitzeflimmern verschwindet nicht mit der Farbe. Ebenfalls häufig: zu viel Drama. Ein fast schwarzer Himmel mit leuchtend weißem Saum um den Rumpf wirkt auf den ersten Blick spektakulär, auf den zweiten künstlich. Gerade Retro-Lackierungen wiederum sind ein Grund, Farbe zu behalten – Hintergründe zu solchen Designs findest du unter Retro-Lackierungen.

Ist dein Schwarzweiß-Bild fertig?

Hak ab, was zutrifft – am Ende siehst du, ob du exportieren kannst.

  • Das Motiv lebt von Form, Licht oder Struktur, nicht von der Lackierung.
  • Ich habe über die Farbregler umgewandelt, nicht nur entsättigt.
  • Himmel und Rumpf sind klar voneinander getrennt.
  • Das Bild hat echte Lichter und echte Schatten, ohne große ausgefressene Flächen.
  • An den Kanten sind bei 100 Prozent keine Halos zu sehen.
  • Die Farbversion ist als Original erhalten.

Wo Schwarzweiß-Bilder ihren Platz haben

Fotodatenbanken für Spotter legen meist Wert auf eine möglichst naturgetreue, dokumentarische Wiedergabe, und jede Plattform regelt selbst, welche Bearbeitungen erlaubt sind. Lies die Richtlinien deshalb immer vor dem Upload. Die Farbversion ist dort in der Regel die richtige Wahl. Die Schwarzweiß-Fassung zeigst du auf Social Media, im eigenen Portfolio, bei Fotowettbewerben oder an der Wand. Gerade im Druck entfaltet ein gut abgestimmtes Graubild seine Wirkung – Tipps zu Papier und Format findest du unter Flugzeugfotos drucken. Die Grundlagen der Bearbeitung, auf denen das alles aufbaut, fasst der Guide Flugzeugfotos bearbeiten zusammen.

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Fazit

Schwarzweiß ist in der Flugzeugfotografie kein Filter für schlechte Tage, sondern ein eigenständiges Gestaltungsmittel. Es lohnt sich bei starken Formen, strukturiertem Himmel, Gegenlicht, Nässe, Nacht und historischen Maschinen. Technisch entscheidet sich die Qualität bei der Umwandlung: RAW-Datei in Farbe aufnehmen, über die Farbkanäle steuern, wie Himmel und Rumpf ins Grau übersetzt werden, und dann mit Kurve und lokalen Anpassungen das Licht formen. Die Farbversion bleibt dabei immer als Original erhalten.

Kurzfazit

Fotografiere in RAW, wähle Motive, die von Form und Licht leben, und wandle mit den Farbreglern statt mit dem Sättigungsregler um. Den Himmel steuerst du über den Blaukanal, die Tiefe über Kurve und lokale Masken – und die Farbfassung behältst du für die Dokumentation.

Zusammenfassung

  • Schwarzweiß reduziert ein Flugzeugfoto auf Linien, Flächen, Licht und Struktur. Das lohnt sich bei starken Formen, dramatischem Himmel, Gegenlicht, Nachtszenen und historischen Maschinen.
  • Die eigentliche Arbeit passiert bei der Umwandlung: Über die Helligkeit einzelner Farbkanäle bestimmst du, welche Bildteile hell und welche dunkel werden.
  • Danach formen Gradationskurve, lokale Anpassungen und eine Vignette die Bildwirkung. Rauschen darf sichtbar bleiben, Halos und ausgefressene Lichter nicht.
  • Am besten behältst du immer die Farbversion als Original und legst die Schwarzweiß-Fassung als virtuelle Kopie oder Variante an.

Häufige Fragen

Welche Flugzeugmotive eignen sich für Schwarzweiß?

Vor allem Motive, bei denen Form und Licht wichtiger sind als die Lackierung: Silhouetten im Gegenlicht, Maschinen vor dramatischen Wolken, Kondensation und Gischt bei Regen, Details wie Triebwerke und Fahrwerke, Nachtaufnahmen auf dem Vorfeld sowie Oldtimer und Propellerflugzeuge, die monochrom einen zeitlosen Look bekommen.

Sollte ich direkt in Schwarzweiß fotografieren?

Besser nicht als Datei. Stell die Kamera auf RAW, dann speichert sie die volle Farbinformation, auch wenn du im Sucher oder auf dem Display einen Monochrom-Bildstil als Vorschau nutzt. So kannst du später über die Farbkanäle steuern, wie das Graubild aussieht – und hast immer noch die Farbversion.

Warum reicht es nicht, einfach die Sättigung auf null zu ziehen?

Weil dabei alle Farben nach einer festen Formel in Grau übersetzt werden. Ein blauer Himmel und ein rotes Leitwerkslogo können dann fast denselben Grauton bekommen und verschmelzen. Mit einer echten Schwarzweiß-Umwandlung und den Farbreglern legst du selbst fest, welche Farbe hell und welche dunkel wird.

Wie bekomme ich einen dunklen, dramatischen Himmel?

Indem du in der Schwarzweiß-Mischung die Blau- und eventuell Aquatöne abdunkelst. Das entspricht der Wirkung eines Rot- oder Orangefilters aus der analogen Fotografie. Ein Polfilter bei der Aufnahme verstärkt den Effekt zusätzlich. Übertreib es nicht, sonst entstehen helle Säume an den Rumpfkanten und Rauschen im Himmel.

Werden Schwarzweiß-Bilder in Fotodatenbanken akzeptiert?

Das regelt jede Plattform selbst. Viele Datenbanken legen Wert auf eine naturgetreue, dokumentarische Darstellung von Kennzeichen und Lackierung. Lies vor dem Hochladen die jeweiligen Richtlinien. Für Social Media, Fotowettbewerbe, Drucke und dein Portfolio ist Schwarzweiß dagegen völlig unproblematisch.

Welche Software brauche ich für Schwarzweiß-Umwandlungen?

Jeder gängige RAW-Konverter reicht. In Lightroom wandelst du über die Behandlung Schwarzweiß um und steuerst die Graustufen über die Farbregler. Spezialisierte Plugins wie Silver Efex aus der Nik Collection von DxO bieten zusätzlich Filmsimulationen und Kontrastfilter. Auch kostenlose Programme und viele Smartphone-Apps haben eine Kanalmischung.

PT

Planetrack Redaktion

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