Wie ein Flugzeug lackiert wird: vom Entlacken bis zum Klarlack

Eine neue Livery ist Handwerk im XXL-Format: alten Lack runter, Oberfläche schützen, Schicht für Schicht neu aufbauen. Ablauf, Zeitbedarf, Lackierbetriebe und was das für deine Sichtungen bedeutet.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst runter, dann drauf: Bei einer Komplettlackierung wird der alte Lack in der Regel vollständig entfernt – sonst würde das Flugzeug mit jeder neuen Livery schwerer.
  • Schichten mit Aufgabe: Vorbehandlung und Grundierung schützen vor Korrosion, der Basislack trägt die Farbe, der Klarlack hält UV-Licht, Erosion und Flüssigkeiten ab.
  • Basislack plus Klarlack ist heute Standard: Das System glänzt länger, hält die Farbe stabiler und kann leichter sein als der frühere Aufbau aus vielen Farbschichten.
  • Zwei Wochen sind ein realistischer Rahmen: Für große Jets wie den A380 sind Zeiträume von rund zwei Wochen dokumentiert – kleine Jets und schlichte Designs gehen schneller.
  • Lackierbetriebe sind Spot-Magneten: An Standorten wie Maastricht, Shannon oder Norwich tauchen Flugzeuge auf, die dort nie im Linienverkehr landen – vorher in alten Farben, nachher frisch lackiert.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flugzeug lackieren: die kurze Antwort
  2. 2.Schritt 1: Vorbereitung und Abkleben
  3. 3.Schritt 2: Entlacken
  4. 4.Schritt 3: Reinigung und Inspektion
  5. 5.Schritt 4: Vorbehandlung und Grundierung
  6. 6.Schritt 5: Basislack, Farben und Klarlack
  7. 7.Schritt 6: Beschriftung, Markierungen und Abnahme
  8. 8.Wie lange dauert eine Lackierung?
  9. 9.Wer lackiert Flugzeuge?
  10. 10.Was das für deine Sichtungen bedeutet
  11. 11.Woran du eine frische Lackierung erkennst
  12. 12.Fazit

Freitagabend rollt ein A320 in neutralem Weiß in die Halle, zwei Wochen später kommt er in knalligen Farben wieder heraus – mit neuem Logo, neuem Schriftzug und vielleicht sogar neuem Kennzeichen. Dazwischen liegt ein Ablauf, der mit Autolackierung nur entfernt verwandt ist. Wie ein Flugzeug lackiert wird, ist eine Mischung aus Chemie, Handwerk und Logistik: Der alte Lack muss runter, das Metall braucht Schutz, und jede Schicht muss dünn genug sein, damit das Flugzeug nicht unnötig schwerer wird. Dieser Artikel führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess, zeigt, wie lange das dauert, wer das macht – und warum Lackierbetriebe für Spotter so spannend sind.

Frisch lackiert? Halte es fest

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Flugzeug lackieren: die kurze Antwort

Bei einer Komplettlackierung wird ein Flugzeug abgeklebt, entlackt, gereinigt, inspiziert, vorbehandelt, grundiert und dann Schicht für Schicht neu aufgebaut: Basislack, Farbelemente der Livery, Klarlack, zum Schluss Beschriftungen und Markierungen. Das passiert in klimatisierten Lackierhangars mit Absaugung, weil Lack nur unter kontrollierten Bedingungen sauber haftet und aushärtet. Für große Langstreckenjets sind rund zwei Wochen ein realistischer Rahmen, kleinere Flugzeuge und schlichte Designs gehen schneller.

Der wichtigste Unterschied zum Auto: Gewicht zählt. Jedes Kilogramm Lack fliegt über die gesamte Einsatzzeit mit und kostet Treibstoff. Deshalb werden die Schichten so dünn wie möglich aufgetragen, und alter Lack wird bei einer Neulackierung normalerweise vollständig entfernt, statt einfach überlackiert zu werden.

Die Dimensionen zeigt ein gut dokumentiertes Beispiel: Emirates hat das Entlacken und Neulackieren eines A380 öffentlich beschrieben.

15 TageEntlacken und Neulackieren eines Emirates-A380, davon 7 Tage Lackieren
3.076 m²lackierte Oberfläche bei diesem A380
7Lackschichten im Emirates-Beispiel, rund 1.100 kg Lack

Schritt 1: Vorbereitung und Abkleben

Bevor irgendetwas abgeschliffen oder abgebeizt wird, muss das Flugzeug geschützt werden. Fenster, Cockpitscheiben, Sensoren und Sonden, Antennen, Fahrwerksschächte, Triebwerkseinläufe und viele Dichtungen vertragen weder Abbeizmittel noch Schleifstaub. Sie werden sorgfältig abgedeckt und abgeklebt – bei einem Großraumjet eine Arbeit, die allein schon viele Stunden beansprucht.

Auch das Material spielt eine Rolle. Moderne Flugzeuge bestehen nicht mehr nur aus Aluminium: Ruder, Verkleidungen, Radome und bei Typen wie dem Airbus A350-900 große Teile der Struktur sind aus Faserverbundwerkstoff. Solche Oberflächen dürfen nicht mit denselben aggressiven Mitteln behandelt werden wie Metall, weil das Harz Schaden nehmen kann. Die Lackierer arbeiten deshalb nach den Vorgaben des Herstellers, welche Fläche wie behandelt werden darf.

Schritt 2: Entlacken

Danach kommt der schmutzigste Teil der Arbeit: Der alte Lack muss runter. Grundsätzlich gibt es zwei Wege:

  • Chemisch: Ein Abbeizmittel wird aufgetragen, weicht den Lack auf, und die gelöste Schicht wird abgezogen und abgewaschen. Lange waren dafür Lösemittel wie Dichlormethan verbreitet, die wegen ihrer Gesundheitsrisiken zunehmend durch andere Stoffe ersetzt werden.
  • Mechanisch: Der Lack wird abgeschliffen. Das ist arbeitsintensiv und dauert länger, ist aber bei empfindlichen Bauteilen oft der einzig zulässige Weg.

In der Praxis werden beide Verfahren kombiniert: Metallflächen chemisch, Verbundbauteile und kritische Bereiche durch Schleifen. Abfall, Spülwasser und Lösemitteldämpfe müssen aufgefangen und entsorgt werden – ein Grund, warum Entlacken nur in dafür ausgelegten Hallen stattfindet.

Komplett oder nur teilweise?

Nicht jede neue Livery verlangt einen nackten Rumpf. Bleibt der weiße Grundton gleich, reicht es oft, Leitwerk, Schriftzug und einzelne Farbflächen neu aufzubauen. Warum der weiße Rumpf genau diesen Vorteil bringt, erklärt der Artikel Warum sind Flugzeuge meist weiß?.

Schritt 3: Reinigung und Inspektion

Ist die Haut blank, folgt ein Moment, den viele unterschätzen: Das Flugzeug ist jetzt so gut einsehbar wie selten. Ohne Lack lassen sich Korrosion, Risse, Dellen und Reparaturstellen viel leichter erkennen. Deshalb werden Lackierungen gern mit Wartungsarbeiten gekoppelt – etwa mit einem großen Check, bei dem das Flugzeug ohnehin lange im Hangar steht. Wie solche Checks aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Flugzeugwartung: A- bis C-Check.

Anschließend wird die Oberfläche gründlich gereinigt und entfettet. Schon Fingerabdrücke oder Rückstände von Abbeizmittel können später dazu führen, dass der Lack nicht hält.

Schritt 4: Vorbehandlung und Grundierung

Aluminium braucht vor dem Lack eine chemische Vorbehandlung. Klassisch ist eine sogenannte Konversionsbeschichtung: Eine dünne Schicht entsteht durch eine Reaktion mit der Metalloberfläche, verbessert die Haftung und bremst Korrosion. Lange wurden dafür Bäder mit sechswertigem Chrom verwendet. In Europa drängen Chemikalienregeln wie REACH die Industrie, diese Verfahren durch weniger gefährliche Alternativen zu ersetzen, etwa auf Basis von dreiwertigem Chrom.

Darauf folgt die Grundierung. Sie ist die Brücke zwischen Untergrund und Farbe: Sie haftet gut am vorbehandelten Metall oder Verbundwerkstoff und bietet dem darüberliegenden Lack eine gleichmäßige Basis. Bei Neuflugzeugen wird ein Teil dieses Schutzes schon während der Fertigung aufgebracht – deshalb siehst du rund um Endmontagelinien manchmal Rumpfsegmente oder ganze Flugzeuge in einer grünlich-gelblichen Schutzschicht, etwa beim Spotten in Finkenwerder.

Schritt 5: Basislack, Farben und Klarlack

Jetzt wird es bunt. Moderne Flugzeuglackierungen folgen meist einem Basislack-Klarlack-System: Eine farbgebende Schicht – oft das Weiß des Rumpfes – trägt die Optik, ein transparenter Klarlack obendrauf übernimmt den Schutz. Gegenüber dem früheren Aufbau aus mehreren reinen Farbschichten glänzt dieses System länger, hält die Farbe stabiler, trocknet schneller und kann leichter sein.

Die einzelnen Farbelemente der Livery entstehen nacheinander. Für jede Farbe wird abgeklebt, lackiert, getrocknet und neu abgeklebt. Komplexe Linien und große Motive werden mit Schablonen und computergestützten Vorlagen auf den Rumpf übertragen, damit Logos auf beiden Seiten und auf jedem Flugzeug der Flotte gleich sitzen. Kleine, geometrisch schwierige Elemente wie Schriftzüge oder Logos werden teils auch als Aufkleber aufgebracht.

Schicht Aufgabe Worauf es ankommt
Vorbehandlung Haftung und Korrosionsschutz direkt am Metall saubere, fettfreie Oberfläche, geeignetes Verfahren je Werkstoff
Grundierung Bindeglied zwischen Untergrund und Farbe gleichmäßige, dünne Schicht
Basislack Grundfarbe, häufig das Rumpf-Weiß deckend, aber nicht zu dick
Farbelemente Streifen, Leitwerk, Logos, Schriftzug exaktes Abkleben, Schablonen, Übergänge
Klarlack Schutz vor UV-Licht, Erosion und Flüssigkeiten Glanz und Haltbarkeit über Jahre

Die Zahl der Durchgänge hängt stark vom Design ab. British Airways nannte für einen A380 fünf Lackschichten mit rund 2.300 Litern Lack auf rund 3.500 Quadratmetern, das Trockengewicht lag bei etwa 650 Kilogramm. Bei Emirates waren es sieben Schichten und rund 1.100 Kilogramm. Mehr zu Kosten, Gewicht und Haltbarkeit steht im Artikel Was eine Flugzeuglackierung kostet.

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Schritt 6: Beschriftung, Markierungen und Abnahme

Ist der Klarlack ausgehärtet, kommen die Details, die Spotter gern übersehen und Techniker umso genauer prüfen: Kennzeichen, Warnhinweise, Trittflächen, Markierungen für Servicepunkte und Notausgänge. Wo das Kennzeichen sitzen muss und wie groß es sein darf, ist vorgeschrieben – Details dazu im Artikel Wo das Kennzeichen am Flugzeug stehen muss.

Danach wird abgedeckt, was abgedeckt war, wieder freigelegt. Bewegliche Teile wie Ruder werden kontrolliert, weil sich durch den Lack ihr Gewicht verändern kann. Erst wenn alle Prüfungen abgeschlossen sind, geht das Flugzeug zurück an die Airline. Der erste Flug nach der Lackierung ist oft ein Überführungsflug – und für Spotter am Standort des Lackierbetriebs ein echter Fotomoment.

1. Abkleben

Fenster, Sensoren, Antennen und empfindliche Bauteile werden geschützt.

2. Entlacken

Chemisch auf Metall, durch Schleifen auf Verbundbauteilen und an kritischen Stellen.

3. Reinigen und prüfen

Die blanke Haut zeigt Korrosion und Schäden – ideal für eine Inspektion.

4. Vorbehandeln und grundieren

Konversionsschicht und Grundierung sorgen für Haftung und Korrosionsschutz.

5. Basislack, Farben, Klarlack

Die Livery entsteht Farbe für Farbe, der Klarlack schützt das Ergebnis.

6. Beschriften und abnehmen

Kennzeichen und Markierungen, Kontrolle der beweglichen Teile, Übergabe.

Wie lange dauert eine Lackierung?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Drei Faktoren bestimmen die Hallenzeit am stärksten.

  • Flugzeuggröße: Ein Großraumjet hat ein Vielfaches der Oberfläche eines Regionaljets. British Airways setzte für einen A380 nach eigenen Angaben 24 Lackierer zwei Wochen lang ein, Emirates nannte 34 Beteiligte und 15 Tage.
  • Design: Jede zusätzliche Farbe bedeutet abkleben, lackieren, trocknen, neu abkleben. Ein schlichtes Eurowhite-Design ist schneller fertig als eine Sonderlackierung mit Farbverläufen und großflächigen Motiven.
  • Umfang: Eine Komplettlackierung mit Entlacken dauert länger als eine Teillackierung, bei der nur Leitwerk und Schriftzug neu kommen.

Weil ein Flugzeug in der Halle kein Geld verdient, legen Airlines Lackierungen gern in Phasen mit geringerer Nachfrage oder koppeln sie mit ohnehin fälligen Wartungen. Wenn eine Airline ihr Design ändert, wird die Flotte deshalb meist schrittweise umgestellt – wie das abläuft, zeigt der Artikel Wenn Airlines ihr Design wechseln.

Lack oder Folie?

Für befristete Werbedesigns greifen manche Airlines auf Folien statt Lack zurück. Folien lassen sich schneller aufbringen und wieder entfernen, haben aber eigene Grenzen bei Haltbarkeit und Flächen. Den Vergleich findest du im Artikel Folie oder Lack.

Wer lackiert Flugzeuge?

Neue Flugzeuge bekommen ihre erste Livery in der Regel vor der Auslieferung, entweder beim Hersteller wie Airbus oder Boeing oder bei spezialisierten Partnern, die für Hersteller arbeiten. Für Neulackierungen im laufenden Betrieb gibt es eigene Lackierbetriebe sowie Wartungsunternehmen mit eigenen Lackierhallen. Einige Namen, die du als Spotter kennen solltest (Stand Oktober 2026):

Betrieb Wichtige Standorte Was für Spotter interessant ist
IAC (International Aerospace Coatings) Europazentrale am Flughafen Shannon, US-Zentrale in Kalifornien, insgesamt zehn Standorte in den USA und Europa nach eigenen Angaben mehr als 800 Lackierungen pro Jahr; 2026 ging ein Großraum-Hangar in Amarillo in Betrieb, zudem mietet IAC eine Halle in Malta an
MAAS Aviation Lackierhallen in den Niederlanden (u. a. Maastricht), Deutschland, Litauen und in Mobile (USA) für Herstelleraufträge nach eigenen Angaben 13 Lackierhallen für Schmalrumpfjets und Kapazität für rund 580 Flugzeuge im Jahr
Air Livery Norwich (Großbritannien) und Châteauroux (Frankreich) in Châteauroux Hallen für Großraumjets bis zur Größe von A330 und Boeing 777
Sabena technics Standort Dinard (Frankreich) mit Lackierhalle Wartungs- und Lackiergäste in der Bretagne, abseits der großen Drehkreuze

Gerade bei Leasinggesellschaften ist der Lackierbetrieb ein fester Teil des Betreiberwechsels: Läuft ein Vertrag aus, geht das Flugzeug zur Lackierung, bevor der nächste Mieter es übernimmt. Wie dieses Geschäft funktioniert, erklärt der Artikel Flugzeugleasing.

Lackierhallen sind Sperrgebiet

Lackierbetriebe liegen auf dem Flughafengelände oder direkt daneben. Fotografiere nur von öffentlichen Wegen und ausgewiesenen Spots aus, auch wenn die Hallentore offen stehen. Was am Zaun erlaubt ist, steht im Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

Was das für deine Sichtungen bedeutet

Für Spotter sind Lackierungen ein doppelter Glücksfall. Erstens bringen Lackierbetriebe Flugzeuge an Flughäfen, die sie im Liniendienst nie anfliegen. Am Flughafen Maastricht-Aachen etwa landen regelmäßig Maschinen nur wegen der ansässigen Lackiererei – vom Spotterplatz Maastricht aus kannst du sie in alten Farben, in neutralem Weiß oder frisch lackiert erwischen. Ähnliches gilt für den Flughafen Shannon. Eine Übersicht weiterer Werftstandorte findest du im Artikel Wartungsbetriebe und Werften in Europa spotten.

Zweitens entstehen rund um Lackierungen Zwischenzustände, die es nur für kurze Zeit gibt: Flugzeuge ohne Titel, mit neuem Leitwerk und altem Rumpf oder mit Resten der vorherigen Airline. Solche Mischformen ordnet der Artikel Hybrid-Liveries erkennen ein. Wer sie fotografiert, dokumentiert ein Kapitel in der Geschichte eines einzelnen Flugzeugs – ideal für alle, die ihre Fotos nach Kennzeichen sammeln.

Hinfahren lohnt sich, wenn …

  • ein Lackierbetrieb am Flughafen sitzt und öffentliche Spots in Sichtweite liegen
  • eine Airline gerade ihre Flotte auf ein neues Design umstellt
  • du ein bestimmtes Kennzeichen verfolgst, das gerade in der Halle steht

Abwarten, wenn …

  • nur Gerüchte über eine neue Livery kursieren
  • der Abflugtermin nach der Lackierung unklar ist
  • das Flugzeug danach ohnehin an deinem Heimatflughafen auftaucht

Lass es, wenn …

  • der Betrieb nur von nicht öffentlichen Flächen aus einsehbar ist
  • du für ein Foto Absperrungen oder Privatgrund betreten müsstest

Ein Tipp aus der Praxis: Verfolge das Kennzeichen eines Flugzeugs, das zur Lackierung fliegt, über Live-Tracking. Der Artikel Flugzeug per Kennzeichen verfolgen zeigt, wie das geht. So erkennst du, wann es die Halle verlässt und wohin der erste Flug in neuen Farben führt.

Woran du eine frische Lackierung erkennst

  • Glanz: Neuer Klarlack spiegelt deutlich stärker als ein Rumpf, der jahrelang Sonne, Regen und Enteisungsmittel abbekommen hat.
  • Gleichmäßiges Weiß: Innerhalb einer Flotte wirken ältere Rümpfe oft leicht gelblich oder grau. Ein auffällig reines Weiß verrät häufig einen frischen Lack.
  • Saubere Kanten: An Triebwerksverkleidungen, Flügelwurzeln und Fahrwerksklappen sammeln sich mit der Zeit Abgasspuren und Abrieb. Direkt nach der Lackierung fehlen sie.
  • Neue Designdetails: Ein geändertes Logo, eine neue Schrift oder eine andere Leitwerksgestaltung sind die offensichtlichsten Hinweise – mehr dazu im Artikel Livery-Design erklärt.

Bereit für die Jagd auf frische Liveries?

Hak ab, was du schon erledigt hast – am Ende siehst du, ob du gut vorbereitet bist.

  • Ich kenne Lackierbetriebe in meiner Nähe und die Spots in ihrer Sichtweite.
  • Ich verfolge die Kennzeichen von Flugzeugen, die gerade umlackiert werden.
  • Ich weiß, welche Airlines aktuell ihr Design umstellen.
  • Ich achte bei Sichtungen auf Glanz, Weißton und saubere Kanten.
  • Ich dokumentiere Zwischenzustände mit Kennzeichen und Datum.

Jede Livery im eigenen Hangar

Sammle Lackierungen in deinem Hangar, setz Exoten auf die Wunschliste und teile frische Liveries mit der Community – mit Likes, Kommentaren und dem Foto der Woche. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Eine Flugzeuglackierung ist kein schneller Farbwechsel, sondern ein mehrstufiger Prozess: abkleben, entlacken, prüfen, vorbehandeln, grundieren und dann Basislack, Farben und Klarlack in möglichst dünnen Schichten aufbauen. Bei großen Jets dauert das rund zwei Wochen, und am Ende hängt ein Teil des Ergebnisses buchstäblich am Gewicht. Für Spotter lohnt es sich, den Ablauf zu kennen: Wer weiß, wo lackiert wird und wann ein Flugzeug die Halle verlässt, hat die besten Chancen auf seltene Gäste und frische Liveries.

Kurzfazit

Alter Lack runter, Schutzschichten drauf, Livery Schicht für Schicht neu aufbauen – in klimatisierten Hallen und mit Blick auf jedes Kilogramm. Behalte Lackierbetriebe wie in Maastricht oder Shannon im Blick und verfolge die Kennzeichen umlackierter Flugzeuge, dann erwischst du neue Farben als Erster.

Zusammenfassung

  • Eine Flugzeuglackierung folgt einem festen Ablauf: Vorbereitung und Abkleben, Entlacken, Reinigung und Inspektion, Vorbehandlung, Grundierung, Basislack, Farbelemente, Klarlack und Beschriftung.
  • Faserverbund-Bauteile, Fenster, Sensoren und Antennen brauchen besondere Behandlung, weil aggressive Abbeizer und Schleifmittel sie beschädigen können.
  • Für die A380-Lackierungen von British Airways und Emirates wurden Zeiträume von zwei Wochen beziehungsweise 15 Tagen und Lackmengen zwischen rund 650 und 1.100 Kilogramm veröffentlicht.
  • Spezialisierte Lackierbetriebe arbeiten für Airlines, Leasinggesellschaften und Hersteller – ihre Standorte sind für Spotter Fundgruben für seltene Gäste und frische Liveries.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, ein Flugzeug zu lackieren?

Das hängt von Größe, Design und Umfang ab. Für große Langstreckenjets sind Zeiträume um zwei Wochen dokumentiert: British Airways nannte für einen A380 zwei Wochen, Emirates für das Entlacken und Neulackieren eines A380 15 Tage, davon sieben Tage reines Lackieren. Schmalrumpfjets mit schlichtem Design sind deutlich schneller fertig, aufwendige Sonderlackierungen mit vielen Farbübergängen brauchen länger.

Wird der alte Lack vor dem Neulackieren entfernt?

Bei einer Komplettlackierung in der Regel ja. Würde man einfach überlackieren, käme mit jeder Livery zusätzliches Gewicht dazu, und die Haftung der neuen Schichten wäre schwerer zu kontrollieren. Entfernt wird der Lack chemisch mit Abbeizmitteln oder mechanisch durch Schleifen. Bei kleineren Änderungen – etwa nur Leitwerk und Schriftzug – wird oft nur ein Teil neu aufgebaut.

Aus welchen Schichten besteht eine Flugzeuglackierung?

Typisch ist ein Aufbau aus Oberflächenvorbehandlung, Grundierung, einem meist weißen oder farbigen Basislack, den eigentlichen Farbelementen der Livery und einem Klarlack obendrauf. Die Vorbehandlung und die Grundierung sorgen für Haftung und Korrosionsschutz, der Klarlack schützt vor UV-Strahlung, Erosion durch den Fahrtwind und aggressiven Flüssigkeiten.

Wie schwer ist der Lack eines Flugzeugs?

Das hängt stark von Flugzeuggröße und Lacksystem ab. Für A380-Lackierungen wurden Werte von rund 650 Kilogramm (British Airways) und rund 1.100 Kilogramm (Emirates) veröffentlicht. Bei kleineren Jets ist es entsprechend weniger. Mehr zu Gewicht und Kosten steht im Artikel über Lackierungskosten.

Wer lackiert Flugzeuge?

Neben den Herstellern, die Neuflugzeuge vor der Auslieferung lackieren lassen, gibt es spezialisierte Lackierbetriebe. Bekannte Namen in Europa sind etwa IAC mit Hauptsitz am Flughafen Shannon, MAAS Aviation mit Standorten unter anderem in Maastricht und Air Livery in Norwich und Châteauroux. Dazu kommen Wartungsbetriebe mit eigenen Lackierhallen.

Wie oft wird ein Flugzeug neu lackiert?

Eine feste Regel gibt es nicht. Häufig genannt werden Zyklen von etwa sieben bis zehn Jahren. Oft gibt aber nicht der Lackzustand den Ausschlag, sondern ein neues Corporate Design, ein Betreiberwechsel nach Leasingende oder eine Sonderlackierung.

Warum werden Flugzeuge in speziellen Hallen lackiert?

Weil Lack nur bei kontrollierter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und sauberer Luft gleichmäßig haftet und aushärtet. Lackierhangars haben deshalb Heizung, Absaugung und Umweltkontrolle. Gleichzeitig schützen sie Mitarbeitende und Umgebung vor Lösemitteldämpfen und Lackstaub.

PT

Planetrack Redaktion

Wir bauen die Planetrack App und spotten selbst – auf Besucherterrassen, an Anflugschneisen und am Zaun. Alle Guides entstehen aus eigener Praxis und werden regelmäßig aktualisiert.

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