Flying Tiger Line

Historische US-Frachtairline (1945–1989): von AVG-Veteranen gegründet, früh mit planmäßigen Frachtflügen quer durch die USA, Pionierin des Schwenkheck-Frachters CL-44, später große 747-Flotte – und 1989 in Federal Express aufgegangen.

Auch bekannt als: Flying Tigers · National Skyway Freight Corporation · Tiger International · FT

USAUSAFracht-AirlinesIATA: FTICAO: FTL11 Min. Lesezeit

FT

IATA-Code

FTL

ICAO-Code

1945–1989

Jahre Flugbetrieb

1980

Übernahme von Seaboard World

Das Wichtigste in Kürze

  • Flying Tiger Line war eine historische US-Frachtairline aus Los Angeles, 1945 von Veteranen der American Volunteer Group gegründet.
  • Codes: IATA FT, ICAO FTL, Rufzeichen „TIGER“.
  • Früher Linienfracht-Pionier: 1949 bekam die Airline – zusammen mit Slick Airways – eine der ersten Lizenzen für planmäßige Frachtflüge quer durch die USA.
  • Technik-Vorreiter: 1961 setzte sie den CL-44 mit Schwenkheck ein, ab 1968 DC-8-63F und ab 1974 die Boeing 747.
  • 1980 größte Frachtairline der Welt nach der Übernahme von Seaboard World – 1989 ging Flying Tigers in Federal Express auf.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flying Tigers im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Von Kriegsveteranen zur Linienfracht
  4. 4.Militärcharter: Korea, Japan und die DEW Line
  5. 5.Technik-Vorreiter: CL-44, DC-8 und 747
  6. 6.1980: Seaboard World und der Gipfel
  7. 7.Unfälle in den 1980er-Jahren
  8. 8.Übernahme durch Federal Express
  9. 9.Woran du Flying-Tigers-Aufnahmen erkennst
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeFT
ICAO-CodeFTL
RufzeichenTIGER
DrehkreuzeLAX, JFK
StatusHistorisch – 1989 mit Federal Express verschmolzen
GeschäftsmodellFrachtairline mit Linien- und Charterverkehr, dazu Militärcharter für Fracht und Passagiere
Gegründet1945 als National Skyway Freight Corporation, 1947 umbenannt in Flying Tiger Line
GründerZehn ehemalige Piloten der American Volunteer Group („Flying Tigers“) um Robert W. Prescott, finanziert mit Hilfe von Samuel B. Mosher
SitzLos Angeles, Kalifornien
DrehkreuzeLos Angeles (LAX) und New York JFK
KonzernTiger International (Muttergesellschaft)
ÜbernahmenSeaboard World Airlines (1. Oktober 1980)
EndeVerkauf an Federal Express im Dezember 1988, Verschmelzung am 7. August 1989
Flotte beim VerkaufUnter anderem Boeing 747-100 und 747-200 sowie Douglas DC-8-73

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Flying Tiger Line?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Flying Tigers“ am Rumpf – so trat die Airline gegenüber Kunden auf
  • US-Kennzeichen mit N, bei vielen Jets mit der Endung FT, etwa N779FT oder N807FT
  • In den 1960ern ein Exot: der Canadair CL-44, ein Turboprop-Frachter mit seitlich aufschwenkbarem Heck
  • Später typische Flotte: DC-8-63F, DC-8-73 und Boeing 747-100/-200
  • Frachtversionen der 747 mit Bugtor und meist ohne Fensterreihe am Hauptdeck
  • Nach 1989 flogen Ex-Tigers-Jets wie 747-100-Frachter und DC-8-73 bei FedEx weiter – das Aufnahmedatum entscheidet über die Zuordnung

Ein Turboprop, dessen ganzes Heck zur Seite schwenkt, eine DC-8 mit endlos langem Rumpf und eine 747, deren Nase sich nach oben öffnet: Wer in alten Frachtfotos blättert, stößt immer wieder auf denselben Schriftzug – Flying Tigers. Die Airline aus Los Angeles hat die Luftfracht in den USA mitgeprägt, war zeitweise die größte Frachtairline der Welt und lebt bis heute im Netz von FedEx Express weiter. Hier erfährst du, woher der Name kommt, welche Flugzeuge die Tigers flogen und wie du historische Aufnahmen sicher einordnest.

Frachtklassiker im Hangar

Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so landen auch alte Dias einer Tigers-747 oder eines CL-44 sauber sortiert in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Flying Tigers im Überblick

Die Flying Tiger Line war eine historische US-Frachtairline mit Sitz in Los Angeles. Gegründet wurde sie im Juni 1945 – kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs – unter dem nüchternen Namen National Skyway Freight Corporation. 1947 folgte die Umbenennung in Flying Tiger Line, im Alltag sprach man fast immer nur von den „Flying Tigers“ oder kurz „Tigers“.

Die Gründer waren zehn ehemalige Piloten der American Volunteer Group, angeführt von Robert W. Prescott. Zwei Mitarbeiter des Bodenpersonals waren ebenfalls dabei. Die Piloten brachten die Hälfte des Startkapitals auf, den Rest steuerte der kalifornische Ölunternehmer Samuel B. Mosher bei. Prescott führte die Airline als Präsident und Chef bis zu seinem Tod im März 1978.

Die wichtigsten Drehkreuze lagen in Los Angeles und New York JFK. Muttergesellschaft war zuletzt die Holding Tiger International. Nach 44 Jahren endete die Geschichte: Im Dezember 1988 wurde die Airline an Federal Express verkauft, am 7. August 1989 ging sie vollständig im neuen Eigentümer auf.

FTIATA-Code von Flying Tigers
FTLICAO-Code
TIGERRufzeichen im Funk

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code FT: stand in den Flugnummern, auf Frachtbriefen und in Flugplänen.
  • ICAO-Code FTL: kennzeichnete die Airline im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen TIGER: so meldeten sich die Crews im Funk – passend zum Namen.
  • Kennzeichen N: Alle Flugzeuge waren in den USA registriert. Viele Jets trugen die Endung „FT“, etwa die DC-8-63F N779FT oder die 747 N806FT und N807FT.

Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes. Mehr Geschichten hinter Funknamen wie „TIGER“ findest du bei den Airline-Rufzeichen.

Von Kriegsveteranen zur Linienfracht

Die Wurzeln in China

Der Name ist kein Marketing-Gag. Die American Volunteer Group war eine Staffel amerikanischer Freiwilliger, die 1941 und 1942 über Burma und China gegen japanische Luftstreitkräfte flog und unter dem Spitznamen „Flying Tigers“ berühmt wurde. Robert Prescott war einer dieser Piloten: Er quittierte im September 1941 seinen Dienst bei der US Navy, um sich der Gruppe anzuschließen, und kehrte nach ihrer Auflösung 1942 nach Texas zurück. Aus diesem Umfeld entstand nach dem Krieg die Idee einer eigenen Frachtairline.

Start mit Kriegsüberschuss

Die erste Flotte bestand aus 14 Budd RB Conestoga, kleinen Ganzmetall-Transportern, die die Gründer günstig aus Beständen der US Navy kauften. Schnell folgten größere Muster: Im Januar 1952 flogen die Tigers bereits 26 Curtiss C-46 und 12 Douglas DC-4. Die DC-4 war als Militärtransporter C-54 in großen Stückzahlen verfügbar und wurde für viele junge Frachtairlines zum Arbeitstier.

Die Lizenz von 1949

Der entscheidende Schritt kam 1949. Die US-Aufsichtsbehörde Civil Aeronautics Board (CAB) vergab erstmals Lizenzen für planmäßige Frachtflüge quer durch das Land. Flying Tigers erhielt die Strecke von Los Angeles und San Francisco nach Boston, dieselbe Erlaubnis ging auch an den Konkurrenten Slick Airways. Damit gehört Flying Tigers zu den ersten Airlines der USA, die regelmäßig und nach Flugplan reine Fracht über den ganzen Kontinent flogen.

„Erste“ richtig einordnen

Flying Tigers wird oft als „erste Frachtairline der USA“ bezeichnet. Genauer ist: Sie war eine der beiden ersten Airlines mit CAB-Lizenz für planmäßige transkontinentale Nur-Fracht-Flüge – zusammen mit Slick Airways. Frachtflüge gab es auch vorher, aber nicht als eigene Linienkategorie.

Militärcharter: Korea, Japan und die DEW Line

Neben der Linienfracht lebte Flying Tigers stark vom Charterverkehr für das US-Militär. Im Koreakrieg flogen die Tigers Soldaten und Material nach Asien – die Erfahrung im Pazifikraum zahlte sich später aus, als die Airline zu einem wichtigen Frachtcarrier zwischen den USA und Asien wurde.

Weitere Einsätze führten in die Arktis: Für den Bau der Distant Early Warning Line, einer Kette von Radarstationen, transportierten die Tigers Ausrüstung zu entlegenen Stationen im hohen Norden. In den 1970er-Jahren flogen DC-8 im Auftrag des Militärs zwischen der Travis Air Force Base in Kalifornien und Japan, in den 1980ern gab es sogar wöchentliche Passagierflüge mit der 747 zwischen der Clark Air Base auf den Philippinen und St. Louis.

Ein Kapitel aus dieser Zeit ist tragisch: Am 16. März 1962 verschwand Flug 739, eine Lockheed L-1049 Super Constellation im Militärcharter, mit 107 Menschen an Bord über dem Pazifik zwischen Guam und den Philippinen. Die Besatzung eines Tankers meldete einen hellen Lichtblitz, vermutlich explodierte die Maschine in der Luft. Trümmer wurden nie gefunden.

Technik-Vorreiter: CL-44, DC-8 und 747

Flying Tigers war bekannt dafür, neue Frachtflugzeuge früh einzusetzen. Für Spotter ist das der spannendste Teil der Geschichte, denn die Flotte spiegelt die Entwicklung der Luftfracht über vier Jahrzehnte.

Canadair CL-44: das Heck, das zur Seite schwenkt

1961 führte Flying Tigers den Canadair CL-44D4 ein, einen viermotorigen Turboprop mit Rolls-Royce-Tyne-Triebwerken. Sein Clou: Das komplette Heck war über Hydraulik seitlich aufschwenkbar. Sperrige Güter und vorbereitete Paletten ließen sich so in gerader Linie in den Rumpf schieben. Ursprünglich 13 Exemplare wurden für die Tigers gebaut – die Airline gehörte damit zu den ersten weltweit, die Luftfracht auf Paletten anboten. Ein Prinzip, das heute selbstverständlich ist.

Boeing 707 und die Polarumrundung

Im September 1965 kam die erste Boeing 707 in die Flotte. Eine modifizierte 707-349C machte im November 1965 Schlagzeilen: Sie umrundete die Erde über beide Pole – in 62 Stunden und 27 Minuten. Mehr zur Geschichte des Typs liest du im Artikel zur Boeing 707.

DC-8-63F: der lange Frachter

Am 26. Juni 1968 übernahm Flying Tigers die erste DC-8-63F, die N779FT. Bis 1972 folgten 18 weitere, insgesamt also 19 Exemplare. Die stark gestreckte Douglas DC-8 bot viel Frachtraum auf dem Hauptdeck und wurde zum Rückgrat der Langstrecke, bevor die 747 übernahm. Zuletzt flogen die Tigers auch die DC-8-73, eine modernisierte Variante der -63 mit neuen, leiseren Triebwerken.

Die Boeing 747

1974 erhielt Flying Tigers die erste Boeing 747. Spätere Bestellungen betrafen den reinen Frachter 747-249F mit Pratt-&-Whitney-JT9D-Triebwerken. Beim Verkauf an FedEx gehörten acht Boeing 747-100 und dreizehn Boeing 747-200 zur Flotte – die Tigers waren damit einer der großen 747-Frachtbetreiber ihrer Zeit. Wie der Jumbo die Luftfracht verändert hat, zeigt die Geschichte der Boeing 747.

Epoche Typen Einsatz
ab 1945 Budd RB Conestoga Erste Flotte aus Navy-Überschuss
späte 1940er–1950er Curtiss C-46, Douglas DC-4 Inlandsfracht und Militärcharter
1950er–1960er Lockheed L-1049H Super Constellation Fracht und Militärcharter
ab 1961 Canadair CL-44D4 Palettenfracht mit Schwenkheck
ab 1965 Boeing 707 Erste Jets, u. a. Polarumrundung
ab 1968 Douglas DC-8-63F, später DC-8-73 Langstreckenfracht
ab 1974 Boeing 747-100 und 747-200F Großraumfracht weltweit

Frachter-Alarm für deinen Spot

Tigers-Jets fliegen nicht mehr – aber heutige 747-Frachter schon. Beobachte Typen, Airlines oder Kennzeichen und lass dich bei Anflug oder Landung benachrichtigen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

1980: Seaboard World und der Gipfel

Am 1. Oktober 1980 übernahm Flying Tigers den Konkurrenten Seaboard World Airlines, eine Frachtairline mit Basis am New Yorker JFK und starkem Transatlantik-Netz. Seaboard hatte unter anderem DC-8-Frachter und Boeing 747F betrieben. Durch den Zusammenschluss überholte Flying Tigers Pan Am und wurde zur größten Frachtairline der Welt. Mitte der 1980er-Jahre bot die Airline planmäßige Fracht auf sechs Kontinenten und in 58 Ländern an.

Der Erfolg hatte Schattenseiten. Nach der Deregulierung des US-Luftverkehrs wuchs der Wettbewerb, und ab 1981 schrieb die Airline Verluste. Die Passagierrechte von Seaboard nutzte die Gruppe kurzzeitig für eine eigene Charterfirma, Metro International Airways, die nur von 1981 bis 1983 bestand.

Was die Tigers stark machte

  • Frühe Linienlizenz für Fracht seit 1949
  • Verkehrsrechte in Asien aus der Militärcharter-Zeit
  • Moderne Frachter wie CL-44, DC-8-63F und 747
  • Weltweites Netz nach der Seaboard-Übernahme

Was die Tigers schwächte

  • Verluste ab 1981
  • Mehr Wettbewerb nach der Deregulierung
  • Konkurrenz durch Express-Dienste mit Haus-zu-Haus-Service
  • Hoher Kapitalbedarf einer großen 747-Flotte

Unfälle in den 1980er-Jahren

Zwei Ereignisse aus der späten Phase solltest du kennen, weil sie oft in Fotoarchiven und Unfallberichten auftauchen:

  • Flug 9014 (11. Oktober 1983): Eine Boeing 747 mit dem Kennzeichen N806FT kam am Flughafen Frankfurt von der Bahn ab, nachdem sich eine Frachtpalette gelöst hatte. Alle an Bord überlebten.
  • Flug 66 (19. Februar 1989): Eine 747-249F mit dem Kennzeichen N807FT war von Singapur über Kuala Lumpur nach Hongkong unterwegs, Ziel war der alte Flughafen Kai Tak. Im Anflug auf Kuala Lumpur prallte sie gegen einen Hügel. Ursache war ein Missverständnis bei der freigegebenen Flughöhe, Warnungen wurden ignoriert. Alle vier Menschen an Bord kamen ums Leben. Der Flug fand bereits nach dem Verkauf an Federal Express statt, aber noch unter dem Namen Flying Tigers.

Übernahme durch Federal Express

Im Dezember 1988 verkaufte Konzernchef Stephen Wolf die Flying Tiger Line an Federal Express. Für FedEx war das ein strategischer Sprung: Der Expressdienst aus Memphis war bis dahin vor allem in Nordamerika stark. Mit den Tigers kamen auf einen Schlag internationale Verkehrsrechte, vor allem in Asien, erfahrene Crews und eine Flotte großer Frachter hinzu. Am 7. August 1989 war die Verschmelzung abgeschlossen, der Name Flying Tigers verschwand aus dem Flugplan.

Im Zuge der internationalen Expansion baute FedEx auch einen Knotenpunkt in Anchorage auf, dem klassischen Zwischenstopp zwischen Asien und Nordamerika. Das Hauptdrehkreuz blieb Memphis. Wie sich Express-Integratoren von klassischen Frachtairlines unterscheiden, erklärt der Artikel zu DHL, FedEx und UPS.

Ex-Tigers in FedEx-Diensten

Nach 1989 flogen viele ehemalige Tigers-Flugzeuge für FedEx weiter. Belegt sind etwa Boeing 747-100-Frachter und sechs DC-8-73, die FedEx aus der Fusion übernahm und noch einige Jahre einsetzte. Zeigt ein Foto alte Farben mit neuen Details, lohnt der Blick in den Guide zu Hybrid-Lackierungen.

Woran du Flying-Tigers-Aufnahmen erkennst

Die Flotte wechselte über vier Jahrzehnte mehrfach, und auch das Design der Airline änderte sich im Lauf der Zeit. Am sichersten gehst du deshalb schrittweise vor:

Schriftzug suchen

„Flying Tigers“ am Rumpf ist der deutlichste Hinweis. Auf alten Fotos ist er oft nur klein oder unscharf zu sehen.

Typ bestimmen

C-46, Super Constellation, CL-44, DC-8 oder 747? Der Typ grenzt die Epoche ein: Ein CL-44 deutet auf die 1960er, eine 747 auf die Zeit ab 1974.

Kennzeichen lesen

Ein N-Kennzeichen mit der Endung FT ist ein starkes Indiz. Gleiche es mit Registerdaten ab.

Datum prüfen

Liegt das Foto nach August 1989, fliegt das Flugzeug wahrscheinlich schon für FedEx – auch wenn noch Tigers-Farben zu sehen sind.

Bei den Frachtversionen hilft dir außerdem der Blick auf Rumpf und Türen: Eine 747-200F hat ein hochklappbares Bugtor und in der Regel keine Fensterreihe am Hauptdeck. Wie du Frachter allgemein von Passagierjets unterscheidest, zeigt der Guide Frachtflugzeuge erkennen, die Unterschiede innerhalb der Jumbo-Familie erklärt Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen.

Sehr wahrscheinlich Flying Tigers, wenn …

  • der Schriftzug „Flying Tigers“ lesbar ist und das Foto vor August 1989 entstand
  • ein CL-44 mit Schwenkheck in US-Registrierung zu sehen ist
  • eine DC-8-63F oder 747-Frachter ein Kennzeichen mit Endung FT trägt

Genauer prüfen, wenn …

  • eine Ex-Seaboard-Maschine zu sehen ist – Aufnahme vor oder nach Oktober 1980?
  • das Flugzeug Tigers-Farben, aber FedEx-Details trägt

Eher nicht Flying Tigers, wenn …

  • das Foto deutlich nach 1989 entstanden ist und keine Übergangsbemalung zeigt
  • es sich um ein Militärflugzeug mit Tiger-Motiv handelt, etwa beim NATO Tiger Meet

Quellen kritisch prüfen

Zu Flying Tigers kursieren abweichende Angaben, etwa zum genauen Gründungstag im Juni 1945 oder zu Flottenzahlen einzelner Jahre. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Aufnahme endgültig zuordnest.

Häufige Verwechslungen

  • Die Airline mit der Jagdstaffel gleichsetzen – die American Volunteer Group war eine Militäreinheit, die Airline eine spätere zivile Gründung ehemaliger Mitglieder.
  • Tigers-Jets nach 1989 als Flying Tigers notieren – ab August 1989 flog die Flotte für Federal Express.
  • Seaboard und Tigers vermischen – bis Oktober 1980 waren es zwei getrennte Airlines mit eigener Bemalung.
  • Den CL-44 für eine Britannia halten – der CL-44 basiert auf der Bristol Britannia, das Schwenkheck macht die Frachtversion aber eindeutig.
  • Tigerair oder Tiger Moth verwechseln – Namen mit „Tiger“ gibt es in der Luftfahrt viele; die Frachtairline flog mit FT und FTL.

Luftfracht-Geschichte teilen

Poste deine historischen Aufnahmen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, diskutier sie in der Community und finde andere Fans der Frachtfliegerei. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Die Flying Tiger Line begann mit einer Handvoll Kriegsüberschuss-Flugzeugen und wurde zur größten Frachtairline der Welt. Sie gehörte zu den ersten Airlines mit Linienlizenz für Fracht in den USA, brachte mit dem CL-44 die Palettenfracht voran und setzte früh auf DC-8-Frachter und die Boeing 747. Mit der Übernahme durch Federal Express ging die Airline 1989 auf – ihre Strecken und viele Flugzeuge prägten danach das internationale Netz von FedEx. Für dich als Spotter bleibt Flying Tigers ein faszinierendes Archiv-Thema, bei dem Typ, Kennzeichen und Datum die Zuordnung sicher machen.

Kurzfazit

Flying Tiger Line (IATA FT, ICAO FTL) war eine historische US-Frachtairline aus Los Angeles von 1945 bis 1989. Bekannt für den CL-44 mit Schwenkheck, die DC-8- und 747-Frachter und die Übernahme von Seaboard World – bis sie 1989 in Federal Express aufging.

Zusammenfassung

  • Flying Tigers war über vier Jahrzehnte ein Synonym für Luftfracht aus den USA – von gebrauchten Kriegsflugzeugen bis zur 747-Frachterflotte.
  • Für Spotter ist die Airline ein Archiv-Thema: Fotos von C-46, Super Constellation, CL-44, DC-8 und 747 aus den Jahren 1945 bis 1989.
  • Mit der Übernahme durch Federal Express bekam FedEx auf einen Schlag internationale Strecken und große Frachtflugzeuge.
  • Typ, Kennzeichen und Aufnahmedatum sind die sichersten Merkmale, um eine Tigers-Aufnahme korrekt einzuordnen.

Häufige Fragen

Wann gab es die Flying Tiger Line?

Die Airline wurde im Juni 1945 als National Skyway Freight Corporation gegründet und 1947 in Flying Tiger Line umbenannt. Im Dezember 1988 wurde sie an Federal Express verkauft, am 7. August 1989 ging sie vollständig in FedEx auf. Danach gab es keinen eigenen Flugbetrieb unter dem Namen Flying Tigers mehr.

Welche Codes hatte Flying Tigers?

Die Airline flog mit dem IATA-Code FT, dem ICAO-Code FTL und dem Rufzeichen „TIGER“. Alle Flugzeuge waren in den USA registriert und trugen N-Kennzeichen, viele davon mit der Endung FT.

Warum heißt die Airline Flying Tigers?

Der Name geht auf die American Volunteer Group zurück, eine Freiwilligen-Jagdstaffel amerikanischer Piloten, die 1941 und 1942 über Burma und China kämpfte und als „Flying Tigers“ bekannt wurde. Zehn ehemalige Piloten dieser Einheit um Robert W. Prescott gründeten 1945 die Frachtairline.

War Flying Tigers die erste Frachtairline der USA?

Sie gehört zu den Pionieren. 1949 erhielt Flying Tigers von der Aufsichtsbehörde CAB eine Lizenz für planmäßige Frachtflüge von Los Angeles und San Francisco nach Boston – die gleiche Erlaubnis bekam damals auch Slick Airways. Flying Tigers gilt deshalb als eine der ersten planmäßigen transkontinentalen Nur-Fracht-Airlines der USA.

Was war das Besondere am Canadair CL-44?

Beim CL-44D4 ließ sich das komplette Heck mit Hydraulik zur Seite schwenken. So konnten auch sperrige Güter und Paletten direkt in den Rumpf geschoben werden. Flying Tigers setzte den Typ ab 1961 ein und gehörte damit zu den ersten Airlines weltweit, die Luftfracht auf Paletten anboten. Insgesamt 13 CL-44 wurden ursprünglich für Flying Tigers gebaut.

Welche Flugzeuge flog Flying Tigers?

In den ersten Jahren gebrauchte Militärflugzeuge wie Budd Conestoga, Curtiss C-46 und Douglas DC-4, später die Lockheed Super Constellation. Ab 1961 kam der CL-44, ab 1965 die Boeing 707, ab 1968 die DC-8-63F und ab 1974 die Boeing 747. Beim Verkauf an FedEx gehörten unter anderem 747-100, 747-200 und DC-8-73 zur Flotte.

Was passierte mit Seaboard World Airlines?

Flying Tigers übernahm die New Yorker Frachtairline Seaboard World am 1. Oktober 1980. Damit überholte Flying Tigers Pan Am und wurde zur größten Frachtairline der Welt. Seaboard verschwand als eigenständige Marke.

Warum kaufte FedEx die Flying Tiger Line?

Federal Express wollte international wachsen. Mit Flying Tigers erhielt FedEx ein weltweites Streckennetz mit Verkehrsrechten, vor allem in Asien, sowie eine Flotte großer Frachtflugzeuge. Der Verkauf wurde im Dezember 1988 vereinbart, die Integration war am 7. August 1989 abgeschlossen.

Flying Tiger Line im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Boeing 747-100

Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.

Flugzeugtyp

Boeing 747-200

Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.

Flugzeugtyp

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Flugzeugtyp

Boeing 707-320 Intercontinental

Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.

Flugzeugtyp

Lockheed L-1049 Super Constellation

Drei Seitenflossen, ein Rumpf wie ein Delfin und vier dröhnende Sternmotoren: Die Lockheed Super Constellation ist der Inbegriff der Propeller-Ära. Mit ihr startete Lufthansa 1955 in die Langstrecke, und in Basel hielt ein Verein bis 2016 eine Super Connie in der Luft. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du sie heute noch findest.

Flugzeugtyp

Douglas DC-4 / C-54 Skymaster

Vier Sternmotoren, ein einzelnes Seitenleitwerk, Bugradfahrwerk und runde Fenster: Die DC-4 und ihre Militärversion C-54 trugen die Berliner Luftbrücke. So erkennst du den Klassiker und findest die letzten Exemplare.

Weitere Airlines

Fracht

FedEx Express

Die größte Frachtairline der Welt aus Memphis: eine bunte Flotte aus MD-11, Boeing 777F, 767, 757 und A300, dazu Zubringer-Turboprops – und in Europa Drehkreuze in Paris und Köln/Bonn.

Fracht

Seaboard World Airlines

Historische Frachtairline aus New York: Seaboard & Western erhielt 1955 als erste US-Airline die Zulassung für Linienfracht über den Atlantik, flog unter anderem nach Frankfurt, setzte CL-44, DC-8 und Boeing 747F ein und ging 1980 in Flying Tiger auf.

Netzwerk

Pan American World Airways

Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.

Fracht

Evergreen International Airlines

Historische US-Frachtairline aus McMinnville in Oregon (1975–2013): Evergreen flog Boeing 747 im Fracht- und Militärcharter, betrieb die ersten Dreamlifter für Boeing, baute mit dem Supertanker den größten Löschjumbo seiner Zeit – und stand hinter dem Museum mit der Spruce Goose.

Fracht

Kalitta Air

Die Frachtairline des Drag-Racing-Stars Connie Kalitta: Sitz am historischen Flughafen Willow Run bei Detroit, eine der größten verbliebenen 747-Frachterflotten und Erstbetreiberin der umgebauten Boeing 777-300ERSF – auch in Leipzig, Brüssel und East Midlands zu sehen.

Fracht

Polar Air Cargo

Die Jumbo-Frachtairline im Atlas-Konzern: Polar Air Cargo flog ab 1993 mit Boeing 747 über den Pazifik, war von 2007 bis 2025 ein Gemeinschaftsunternehmen mit DHL und ist heute eine hundertprozentige Tochter von Atlas Air Worldwide.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Airlines aus den USA