Das Wichtigste in Kürze
- Du kaufst ein Bajonett, kein Gehäuse: Kameras tauschst du alle paar Jahre, Objektive behältst du oft deutlich länger. Die Systemfrage ist deshalb vor allem eine Objektivfrage.
- Alle fünf Systeme taugen fürs Spotting: Canon, Nikon, Sony, Fujifilm und OM System bieten spiegellose Gehäuse mit schnellem Autofokus und lange Telezooms. Schlechte Wahl gibt es kaum, nur unpassende.
- Der Sensor bestimmt die Reichweite: Kleinbild, APS-C mit Faktor 1,5 oder 1,6 und Micro Four Thirds mit Faktor 2 verändern, wie lang ein Objektiv am Zaun wirkt – und wie viel Licht du hast.
- Flugzeugerkennung ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr: Nikon, Fujifilm, OM System und Canon nennen Flugzeuge ausdrücklich als erkannte Motive, auch Sony bietet sie in neueren Modellen.
- Fremdobjektive sind ein echtes Kriterium: Bei Sony E, Nikon Z und Fujifilm X ist die Auswahl an Sigma- und Tamron-Optiken breit, bei Canon RF bislang auf APS-C-Objektive beschränkt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Welches Kamerasystem passt zum Planespotting? Die kurze Antwort
- 2.Die fünf Systeme im Überblick
- 3.Sensorformat: was der Cropfaktor am Zaun bedeutet
- 4.Canon RF: großes Erbe, eigener Weg
- 5.Nikon Z: großer Durchmesser, gute Brücke zur DSLR
- 6.Sony E: das offenste Ökosystem
- 7.Fujifilm X: APS-C ohne Kompromisse
- 8.OM System: Micro Four Thirds und viel Reichweite
- 9.Flugzeugerkennung: was die Motiverkennung bringt
- 10.Teleobjektive: der eigentliche Systemvergleich
- 11.Worauf du bei der Entscheidung achten solltest
- 12.Fazit
Irgendwann kommt jeder Spotter an den Punkt: Das Smartphone reicht nicht mehr, die alte Einsteigerkamera kommt an ihre Grenzen, und die Frage lautet nicht mehr „welche Kamera“, sondern „welches Kamerasystem“. Canon, Nikon, Sony, Fujifilm und OM System bauen alle spiegellose Kameras, die am Flughafen hervorragende Bilder machen. Die Unterschiede liegen woanders: im Bajonett, im Sensorformat, in der Auswahl an Teleobjektiven und darin, wie schwer der Rucksack am Ende wird. Dieser Vergleich sortiert die fünf Systeme aus der Sicht eines Planespotters.
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Welches Kamerasystem passt zum Planespotting? Die kurze Antwort
Alle fünf Systeme sind fürs Planespotting geeignet – entscheidend ist, welches Teleobjektiv du dir im jeweiligen System leisten und tragen willst. Canon, Nikon und Sony decken die größte Spanne ab, vom günstigen APS-C-Einstieg bis zum Profigehäuse mit Kleinbildsensor. Fujifilm ist die erste Wahl, wenn du kompakt im APS-C-Format bleiben willst und gern über Rädchen bedienst. OM System spielt seine Stärke aus, wenn du viel Reichweite bei wenig Gewicht brauchst.
Die Grundregel lautet: Du kaufst ein Bajonett, kein Gehäuse. Kameras werden alle paar Jahre ersetzt, gute Telezooms begleiten dich oft ein Jahrzehnt. Wer heute ein System wählt, wählt vor allem die Objektive, die er in den nächsten Jahren kaufen wird. Ob spiegellos überhaupt der richtige Weg ist, klärt der Vergleich DSLR oder spiegellose Kamera; welche Einzelmodelle sich besonders eignen, steht im Ratgeber zur besten Kamera fürs Planespotting.
Die fünf Systeme im Überblick
Bevor es um Details geht, hilft eine nüchterne Übersicht. Sie zeigt, welches Bajonett hinter welchem Hersteller steckt, welche Sensorformate es gibt und wie offen das System für Fremdobjektive ist.
| System | Bajonett | Sensorformate | Cropfaktor APS-C/MFT | Fremdobjektive mit Autofokus | Spiegelreflex-Erbe |
|---|---|---|---|---|---|
| Canon | RF (seit 2018) | Kleinbild und APS-C | 1,6 | bislang nur für APS-C (RF-S-Bildkreis) | EF und EF-S per Canon-Adapter |
| Nikon | Z (seit 2018) | Kleinbild (FX) und APS-C (DX) | 1,5 | u. a. Sigma und Tamron | F per FTZ-Adapter |
| Sony | E (Kleinbild seit 2013) | Kleinbild und APS-C | 1,5 | sehr breite Auswahl | A-Mount nur per Adapter, kaum relevant |
| Fujifilm | X (seit 2012) | APS-C | 1,5 | u. a. Sigma und Tamron | keines |
| OM System | Micro Four Thirds (seit 2008) | Four Thirds | 2,0 | Panasonic-Objektive passen ebenfalls | keines |
Die Tabelle zeigt das eigentliche Muster: Canon und Nikon haben das größte Spiegelreflex-Erbe, Sony das offenste Objektiv-Ökosystem, Fujifilm und OM System jeweils ein klar umrissenes Sensorformat ohne Kompromisse in Richtung Kleinbild. Fujifilms Mittelformat-Linie GFX läuft auf einem eigenen Bajonett und spielt fürs Spotting praktisch keine Rolle.
Sensorformat: was der Cropfaktor am Zaun bedeutet
Der Sensor ist der größte Unterschied zwischen den Systemen – und er wirkt sich am Flughafen direkt aus. Ein kleinerer Sensor schneidet aus dem Bild des Objektivs einen kleineren Ausschnitt. Dadurch wirkt dieselbe Brennweite länger:
- Kleinbild ist die Referenz mit Faktor 1. Ein 400-mm-Objektiv zeigt den Ausschnitt eines 400-mm-Objektivs.
- APS-C liegt bei Nikon, Sony und Fujifilm beim Faktor 1,5, bei Canon bei 1,6. Ein 400-mm-Objektiv wirkt wie rund 600 bzw. 640 mm.
- Micro Four Thirds hat den Faktor 2. Ein 400-mm-Objektiv wirkt wie 800 mm.
Für Planespotter ist das ein echtes Argument. Viele Spots liegen weit von der Piste entfernt, und gerade kleinere Flugzeuge wie ein Airbus A320neo oder Regionaljets füllen das Bild erst mit sehr langer Brennweite. Wie viel Brennweite du an welchem Spot brauchst, rechnet der Guide Objektiv und Brennweite fürs Planespotting im Detail durch; Vor- und Nachteile der Formate vertieft der Vergleich APS-C, MFT oder Vollformat.
Der Preis für den Reichweitengewinn: Kleinere Sensoren fangen bei gleicher Blende weniger Licht insgesamt ein. In der Dämmerung, bei Regenwetter oder bei Nachtaufnahmen rauscht ein APS-C- oder MFT-Bild bei gleichem ISO früher als ein Kleinbild-Foto. Moderne Rauschreduzierung gleicht einiges aus, wie der Artikel zu KI-Denoise zeigt – ganz verschwinden lässt sich der Unterschied aber nicht.
Crop ist nicht gleich Crop
Eine hochauflösende Kleinbildkamera kann im APS-C-Modus fotografieren und liefert dann immer noch genug Pixel für die meisten Zwecke. Umgekehrt kann eine APS-C-Kamera nicht „größer“ werden. Wer zwischen beiden schwankt und das Budget hat, gewinnt mit hoher Auflösung im Kleinbild Flexibilität.
Canon RF: großes Erbe, eigener Weg
Canon hat 2018 mit der EOS R das RF-Bajonett vorgestellt. Es löst das EF-System der Spiegelreflexkameras ab, das unter Spottern über Jahrzehnte extrem verbreitet war. Genau hier liegt die erste Stärke: EF- und EF-S-Objektive laufen per Canon-Adapter an RF-Kameras, auch die langen Teles. Wer aus der Canon-DSLR-Welt kommt, kann schrittweise umsteigen. EF-S-Objektive schneiden dabei automatisch auf den APS-C-Ausschnitt zu.
Für Planespotter interessant ist die Teleauswahl im RF-System selbst, die von kompakten, lichtschwächeren Zooms bis zu langen Supertele-Zooms reicht. Bei der Motiverkennung hat Canon mit der EOS R5 Mark II ausdrücklich Flugzeuge – Jets und Hubschrauber – sowie Züge zur Fahrzeugerkennung hinzugefügt. Nach Canons Angaben lässt sich dabei sogar gezielt auf das Cockpit fokussieren.
Die Schwäche des Systems ist seine Geschlossenheit. Canon erlaubt Fremdherstellern bislang nur Autofokus-Objektive für den APS-C-Bildkreis. Sigma und Tamron haben solche RF-Objektive im Programm, darunter Reisezooms mit langem Telebereich – ein Sigma- oder Tamron-Supertele für Kleinbild-RF gibt es bislang aber nicht. Wer auf günstige Fremd-Teles setzt, schaut daher eher auf die anderen Systeme oder greift zu adaptierten EF-Objektiven.
Nikon Z: großer Durchmesser, gute Brücke zur DSLR
Nikon stellte das Z-Bajonett im August 2018 zusammen mit Z 6 und Z 7 vor. Mit 55 mm Innendurchmesser gehört es zu den größten Kleinbild-Bajonetten. Für Spotter wichtiger ist der FTZ-Adapter, mit dem F-Objektive aus der Spiegelreflexzeit weiterlaufen. Eine Einschränkung solltest du kennen: Autofokus gibt es nur mit Objektiven, die einen eigenen Fokusmotor haben. Ältere Objektive mit Stangenantrieb fokussieren am Adapter nur manuell.
Bei der Motiverkennung war Nikon früh dabei: Die Z 9 erkennt laut Nikon neben Menschen und Tieren auch Autos, Motorräder, Züge und Flugzeuge, ohne dass du im Menü umschalten musst. Viele neuere Z-Gehäuse haben eine vergleichbare Erkennung geerbt. Anders als bei Canon dürfen Fremdhersteller für Z nicht nur APS-C-, sondern auch Kleinbild-Objektive bauen; Tamron hat zum Beispiel ein 150–500 mm für Z im Programm, Sigma ebenfalls eine Reihe von Z-Objektiven. Das macht die Objektivwahl breiter, auch wenn das Angebot nicht ganz an Sony heranreicht.
Nikon bietet beide Sensorformate: FX für Kleinbild und DX für APS-C mit Faktor 1,5. Setzt du ein DX-Objektiv an eine FX-Kamera, schaltet sie automatisch in den DX-Ausschnitt.
Das Licht entscheidet mehr als das Logo
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Sony E: das offenste Ökosystem
Sony war bei spiegellosen Kleinbildkameras Vorreiter: Die ersten Vollformat-Modelle mit E-Bajonett, α7 und α7R, kamen 2013 auf den Markt. Das System hatte damit einige Jahre Vorsprung, und das sieht man an der Objektivauswahl. Sony stellt die Bajonett-Spezifikation Fremdherstellern lizenzfrei zur Verfügung, nach Freigabe und Geheimhaltungsvereinbarung. Ergebnis: Bei keinem anderen System findest du so viele Teleobjektive von Sigma, Tamron und anderen Herstellern – neu wie gebraucht.
Für Spotter mit knappem Budget ist das ein echter Vorteil, weil Fremd-Telezooms oft günstiger sind als Originale. Der Gebrauchtmarkt ist entsprechend groß; worauf du beim Kauf achten solltest, steht im Ratgeber gebrauchte Kamera und Objektive kaufen. Sony bietet Kleinbild und APS-C am gleichen Bajonett, sodass du bei einem späteren Formatwechsel zumindest Vollformat-Objektive weiter nutzen kannst.
Neuere Sony-Gehäuse mit KI-gestützter Motiverkennung erfassen je nach Modell auch Flugzeuge – die α7R V etwa führt „Flugzeug“ als eigene Motivklasse. Da sich die erkannten Motivklassen zwischen den Generationen unterscheiden, lohnt vor dem Kauf ein Blick in das Datenblatt des konkreten Modells.
Fujifilm X: APS-C ohne Kompromisse
Fujifilm hat das X-Bajonett 2012 mit der X-Pro1 eingeführt und ist dem APS-C-Format treu geblieben. Das hat für Planespotter einen klaren Vorteil: Das gesamte Teleprogramm ist auf den kleineren Sensor zugeschnitten und entsprechend kompakt. Das XF100-400mm F4.5-5.6 entspricht an Kleinbild etwa 150 bis 600 mm, das XF150-600mm F5.6-8 sogar rund 225 bis 900 mm. Damit holst du auch Flugzeuge auf der gegenüberliegenden Piste groß ins Bild.
Die X-H2S erkennt laut Fujifilm neben Tieren, Vögeln, Autos und Motorrädern auch Flugzeuge und Züge. Dazu kommt das typische Bedienkonzept mit Rädern für Verschlusszeit, ISO und Belichtungskorrektur, das viele Fotografen schätzen. Sigma und Tamron bieten inzwischen auch für X-Mount Objektive an, darunter Telezooms wie ein 100–400 mm von Sigma und ein 150–500 mm von Tamron.
Die Kehrseite: Wer irgendwann auf Kleinbild umsteigen will, kann das bei Fujifilm nicht im selben Bajonett tun. Die Mittelformat-Linie GFX ist für Spotting kaum geeignet.
OM System: Micro Four Thirds und viel Reichweite
OM System ist die Marke von OM Digital Solutions, die das Kamerageschäft von Olympus fortführt. Grundlage ist der 2008 von Olympus und Panasonic vorgestellte Standard Micro Four Thirds. Der Sensor misst rund 17,3 × 13 mm und ist damit deutlich kleiner als APS-C – daraus ergibt sich der Faktor 2.
Für Planespotter ist das die stärkste Reichweiten-Karte im Vergleich. Ein 100–400-mm-Zoom deckt umgerechnet 200 bis 800 mm ab, in einem Format, das du stundenlang am Zaun tragen kannst. Weil Panasonic dasselbe Bajonett nutzt, passen auch Panasonic-Objektive. Die OM-1 erkennt laut OM System unter anderem Flugzeuge, Hubschrauber, Züge, Formel- und Rallyeautos sowie Vögel. OM System war mit dieser Art von Erkennung früh dran und legt bis heute viel Gewicht auf Motorsport- und Luftfahrtmotive.
Die Grenzen liegen beim Licht: In der Dämmerung und bei Golden Hour und Blauer Stunde stößt der kleine Sensor früher an seine Rauschgrenze. Für Nachtfotografie und schwache Lichtsituationen ist Kleinbild im Vorteil.
Für ein kleines Sensorformat (APS-C, MFT) spricht
- mehr wirksame Brennweite bei gleichem Objektiv
- leichtere und kompaktere Teleobjektive
- meist günstigerer Einstieg ins System
- große Schärfentiefe bei gleicher Blende und gleichem Bildausschnitt
Dagegen spricht
- früheres Rauschen bei wenig Licht
- weniger Reserven fürs Zuschneiden bei Bildern mit geringer Auflösung
- weniger Freistellungspotenzial
- bei Fujifilm und OM System kein Upgrade auf Kleinbild im selben Bajonett
Flugzeugerkennung: was die Motiverkennung bringt
Moderne Autofokussysteme suchen nicht mehr nur nach Kontrasten, sondern erkennen Motive. Für Flugzeuge heißt das: Die Kamera findet den Rumpf und häufig die Nase oder das Cockpit und hält den Fokus darauf, auch wenn die Maschine durch den Bildausschnitt wandert. Bei startenden Jets, bei denen du schwenkst, oder bei Flugzeugen vor unruhigem Hintergrund ist das ein spürbarer Gewinn.
Die Erkennung ist aber kein Ersatz für eine saubere Grundeinstellung. Gegen Zäune, Masten oder vor sehr hellem Himmel kann sie ins Stolpern kommen, und die Hersteller weisen selbst darauf hin, dass nicht jedes Fahrzeug zuverlässig erkannt wird. Welche AF-Modi und Feldgrößen am Flughafen funktionieren, erklärt der Artikel Autofokus für Flugzeuge, die passenden Belichtungswerte stehen im Guide zu den Kamera-Einstellungen fürs Planespotting.
Teleobjektive: der eigentliche Systemvergleich
Am Ende entscheidet sich die Systemfrage beim Teleobjektiv. Drei Klassen sind für Planespotter besonders relevant:
- 100–400 mm: Der Allrounder für die meisten Besucherterrassen und Spotterhügel. Alle fünf Systeme haben passende Zooms, an APS-C und MFT mit entsprechend mehr wirksamer Reichweite. Einen Vergleich der Modelle findest du unter 100-400-mm-Telezooms im Vergleich.
- 150–600 mm und länger: Für weit entfernte Pisten und Anflüge in großer Höhe. Hier spielen Fremdhersteller eine große Rolle, mehr dazu unter 150-600-mm-Objektive im Vergleich.
- Telekonverter: Viele Systeme bieten 1,4- und 2-fach-Konverter für ausgewählte Teles. Wann sich das lohnt, beschreibt der Artikel zu Telekonvertern.
Wie viel Brennweite du brauchst, hängt stark vom Spot ab: Vom Besucherhügel München blickst du über Rollwege und Vorfeld auf den Pistenverkehr und brauchst für formatfüllende Bilder ein ordentliches Tele. An der Aussichtsplattform Zeppelinheim schweben die Landungen auf die Südbahn dagegen recht nah vorbei. Prüfe vor dem Kauf, welche Objektive in deinem Wunschsystem diese Distanzen abdecken – neu und auf dem Gebrauchtmarkt. Und denk an die Transportfrage: Ein großes Supertele braucht einen passenden Kamerarucksack.
Welches Kamerasystem passt zu dir?
Canon RF oder Nikon Z mit Kleinbild
Du nutzt deine vorhandenen Objektive per Adapter weiter und bekommst Reserven bei wenig Licht. Spätere Wechsel ins APS-C-Format sind im selben Bajonett möglich.
Sony E oder Nikon Z
Beide Systeme haben eine breite Auswahl an Fremdobjektiven und einen großen Gebrauchtmarkt. Starte mit APS-C und einem Telezoom, das Bajonett bleibt beim Wechsel auf Kleinbild gleich.
OM System oder Fujifilm X
Faktor 2 bzw. 1,5 bringt viel Reichweite in kompakten Objektiven. Plane bei wenig Licht etwas mehr ISO-Reserven ein.
Worauf du bei der Entscheidung achten solltest
- Erst das Objektiv, dann das Gehäuse. Such dir das Telezoom aus, das zu deinen Spots passt, und wähle dann das Gehäuse dazu.
- Gewicht ehrlich einschätzen. Ein schweres Supertele, das zu Hause bleibt, macht keine Bilder. Wer viel zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu Spots fährt, profitiert von APS-C oder MFT.
- Das Erbe mitrechnen. Vorhandene Canon-EF- oder Nikon-F-Objektive sind bares Geld wert, wenn du im selben Hersteller bleibst.
- Serienbilder brauchen Speicher. Schnelle Gehäuse erzeugen große Datenmengen. Passende Karten findest du im Artikel zu Speicherkarten für Serienbilder.
- Ausprobieren, wenn möglich. Griff, Sucher und Menüs entscheiden mit darüber, ob du nach drei Stunden am Zaun noch Spaß hast.
Wer mit kleinem Budget startet, findet konkrete Kombinationen im Ratgeber zur Einsteiger-Ausrüstung unter 1.000 Euro. Und wer gar kein Wechselobjektiv-System will, schaut sich Bridgekameras und Superzooms an.
Bist du bereit für die Systementscheidung?
- Ich weiß, welche Brennweite ich an meinem Hausflughafen typischerweise brauche.
- Ich habe mir das passende Telezoom im Wunschsystem angesehen.
- Ich weiß, ob ich vorhandene Objektive per Adapter weiter nutzen kann.
- Ich habe entschieden, ob mir Kleinbild, APS-C oder MFT wichtiger ist.
- Ich habe geprüft, ob mein Wunschgehäuse Flugzeuge als Motiv erkennt.
- Ich habe die Kamera in der Hand gehabt oder ausprobiert.
Kein Wunschflieger mehr verpassen
Mit den Sichtungs-Alarmen von Planetrack beobachtest du Kennzeichen, Typen, Airlines und Special Liveries und wirst bei Anflug oder Landung benachrichtigt – damit deine neue Kamera auch das richtige Motiv vor die Linse bekommt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Canon, Nikon, Sony, Fujifilm und OM System liefern alle Kameras, mit denen du am Flughafen hervorragende Bilder machst. Canon und Nikon sind stark für alle, die aus der Spiegelreflexwelt kommen und ihre Objektive weiter nutzen wollen. Sony punktet mit der größten Auswahl an Fremdobjektiven. Fujifilm bietet ein stimmiges, kompaktes APS-C-System mit viel Reichweite, OM System die leichteste Art, auf sehr lange Brennweiten zu kommen. Die Motiverkennung für Flugzeuge ist inzwischen bei allen fünf Herstellern angekommen – das eigentliche Unterscheidungsmerkmal bleibt das Teleobjektiv.
Kurzfazit
Wähle das System nach dem Teleobjektiv, das zu deinen Spots passt, nicht nach dem Gehäuse. Mit Spiegelreflex-Erbe liegt Canon RF oder Nikon Z nahe, für maximale Objektivauswahl Sony E, für kompakte Reichweite Fujifilm X oder OM System.
Zusammenfassung
- Die fünf großen Systeme unterscheiden sich weniger in der Bildqualität als in Sensorformat, Objektivauswahl, Gewicht und Bedienkonzept.
- Canon RF und Nikon Z bieten Kleinbild und APS-C, dazu Adapter für das umfangreiche Spiegelreflex-Erbe. Sony E hat die größte Auswahl an Fremdobjektiven.
- Fujifilm X setzt konsequent auf APS-C mit kompakten Telezooms, OM System auf Micro Four Thirds mit Faktor 2 und sehr leichten Supertele-Kombinationen.
- Für die Entscheidung zählen die Brennweite, die du am Hausflughafen wirklich brauchst, dein Budget für Objektive und wie viel Gewicht du tragen willst.
Häufige Fragen
Welches Kamerasystem ist das beste für Planespotting?
Ein objektiv bestes System gibt es nicht. Canon, Nikon und Sony bieten die größte Bandbreite von Einsteiger- bis Profigehäusen mit Kleinbild und APS-C. Fujifilm ist stark, wenn du kompakt im APS-C-Format bleiben willst, OM System, wenn Reichweite bei wenig Gewicht zählt. Entscheidend ist, ob es im System ein Telezoom gibt, das zu deinem Hausflughafen und deinem Budget passt.
Was ist ein Bajonett und warum ist es so wichtig?
Das Bajonett ist der Objektivanschluss der Kamera. Es legt fest, welche Objektive mechanisch und elektronisch passen. Canon nutzt bei spiegellosen Kameras RF, Nikon Z, Sony E, Fujifilm X und OM System Micro Four Thirds. Wer wechselt, muss meist auch die Objektive tauschen – deshalb bindet dich die erste Entscheidung für Jahre.
Ist APS-C oder Kleinbild besser für Flugzeugfotos?
Beides funktioniert. APS-C verlängert die wirksame Brennweite um den Faktor 1,5 (bei Canon 1,6), was bei weit entfernten Flugzeugen hilft und leichtere Ausrüstung erlaubt. Kleinbild bietet bei gleicher Pixelzahl meist bessere Reserven bei wenig Licht und mehr Spielraum beim Zuschneiden großer Dateien. Für Spotter mit begrenztem Budget ist APS-C oft der vernünftigere Einstieg.
Ist Micro Four Thirds für Planespotting zu klein?
Nein. Der kleinere Sensor bringt den Faktor 2, ein 300-mm-Objektiv wirkt also wie 600 mm an Kleinbild. Das macht Teleausrüstung leicht und kompakt. Der Preis dafür sind weniger Reserven bei hohen ISO-Werten, etwa in der Dämmerung oder bei Nachtaufnahmen.
Erkennen Kameras inzwischen Flugzeuge automatisch?
Ja, viele aktuelle Modelle haben eine Motiverkennung für Flugzeuge. Nikon nennt bei der Z 9 Flugzeuge ausdrücklich, Fujifilm bei der X-H2S, OM System bei der OM-1 Flugzeuge und Hubschrauber, Canon bei der EOS R5 Mark II Jets und Hubschrauber. Welche Gehäuse die Funktion haben, unterscheidet sich je nach Modell und Firmware-Stand.
Kann ich meine alten Spiegelreflex-Objektive weiter nutzen?
Bei Canon und Nikon meist ja. Canon bietet Adapter für EF- und EF-S-Objektive an RF-Kameras, Nikon den FTZ-Adapter für F-Objektive an Z-Kameras. Beim FTZ funktioniert der Autofokus allerdings nur mit Objektiven mit eingebautem Motor, ältere Objektive mit Stangenantrieb fokussieren dort nur manuell.
Lohnt sich ein Systemwechsel?
Selten nur wegen eines einzelnen Gehäuses. Ein Wechsel lohnt sich, wenn dir im aktuellen System ein passendes Objektiv fehlt, das Gewicht dauerhaft stört oder dein Bedienkonzept dich ausbremst. Rechne vorher durch, was der Verkauf deiner Objektive bringt und was die Neuanschaffung kostet.
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