Air Luxor

Historische portugiesische Airline aus Lissabon: 1988 als Lufttaxi der Familie Mirpuri gegründet, später mit Business-Jets, TriStars, A320 und A330-300 im Charter- und Wet-Lease-Geschäft unterwegs – bis zum Entzug der Betriebsgenehmigung im Oktober 2006.

Auch bekannt als: Air Luxor S.A. · NetJets – Transportes Aéreos · LK

PortugalPortugalCharter & Wet-LeaseIATA: LKICAO: LXR11 Min. Lesezeit

LK

IATA-Code

LXR

ICAO-Code

8

Flugzeuge im Frühjahr 2005

1988–2006

Bestehen der Airline

Das Wichtigste in Kürze

  • Air Luxor war eine historische portugiesische Airline aus Lissabon, die 2006 nach Verkauf und Entzug der Betriebsgenehmigung verschwand.
  • Codes: IATA LK, ICAO LXR, Rufzeichen „AIRLUXOR“.
  • Vom Lufttaxi zum Widebody: Die Familie Mirpuri startete 1989 mit zwei Aero Commander und einer Cessna – 2002 und 2003 kamen zwei Airbus A330-300.
  • Geschäftsmodell Wet Lease: Air Luxor vermietete Flugzeuge samt Crew an andere Airlines und flog Charter, Linienflüge spielten nur eine Nebenrolle.
  • Wurzel von Hi Fly: Paulo Mirpuri gründete 2005 Hi Fly und verlagerte das Chartergeschäft in die neue Gesellschaft.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Air Luxor im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: vom Lufttaxi zur ACMI-Airline
  4. 4.Die Flotte
  5. 5.Woran du Air Luxor erkennst
  6. 6.Hi Fly: das Erbe von Air Luxor
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeLK
ICAO-CodeLXR
RufzeichenAIRLUXOR
DrehkreuzeLIS
StatusHistorisch – im Juli 2006 verkauft, im Oktober 2006 Entzug des Luftverkehrsbetreiberzeugnisses (AOC) durch die portugiesische Luftfahrtbehörde
GeschäftsmodellAnfangs Lufttaxi und Business-Jets, später Charter- und ACMI-Airline (Wet Lease) mit einem kleinen Linienangebot ab Lissabon
Gegründet1988 in Lissabon von der Familie Mirpuri, Flugbetrieb ab 1989
SitzLissabon, Portugal; Betrieb im Delta Park des Flughafens Lissabon (Gebäude C1, Hangar 7)
HauptbasisLissabon-Portela (LIS)
RechtsformSociedade Anónima (portugiesische Aktiengesellschaft)
Flotte Frühjahr 20058 Flugzeuge: 4 Airbus A320-200, 2 Airbus A330-300, 2 Lockheed L-1011-500 TriStar (an Luzair vermietet)
Frühere TypenAirbus A319, Boeing 767-200ER, Short 330, Antonov An-12 (gemietet), dazu zahlreiche Business-Jets wie Cessna Citation, Dassault Falcon, BAe 125 und Hawker 800
TöchterAir Luxor STP (São Tomé und Príncipe, 49 %) und Air Luxor GB (Guinea-Bissau)
Bezug zu Hi FlyPaulo Mirpuri gründete 2005 Hi Fly und verlagerte das Chartergeschäft dorthin

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Air Luxor?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Portugiesisches Kennzeichen mit CS-, die beiden A330-300 trugen CS-TMT und CS-TQF
  • In Flugplan und Tracker-Archiven der ICAO-Code LXR, im Funk das Rufzeichen „AIRLUXOR“
  • Zuletzt eine kleine Airbus-Flotte aus A320-200 und A330-300, ergänzt um zwei Lockheed TriStar
  • Als ACMI-Anbieter oft für andere Airlines unterwegs – ein Air-Luxor-Jet kann auf Fotos unter fremder Flugnummer auftauchen
  • Vor 2001 viele Business-Jets mit Air-Luxor-Betrieb, vermarktet als NetJets Europe
  • Heute nur noch auf Archivfotos zu sehen – seit Oktober 2006 fliegt keine Air Luxor mehr

Wer Anfang der 2000er-Jahre in Lissabon am Zaun stand, hatte gute Chancen auf eine Überraschung: Neben TAP und Portugália rollten da Airbus-Jets einer kleinen Airline, die mal unter eigenem Namen, mal für fremde Kunden flog – und dazu zwei betagte Lockheed TriStar. Air Luxor war nie groß, aber sie hat die portugiesische Luftfahrt geprägt: als Sprungbrett der Familie Mirpuri, aus der später Hi Fly hervorging. Hier erfährst du, wie die Airline vom Lufttaxi zum Widebody-Betreiber wurde, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.

Historische Airline

Air Luxor hat den Flugbetrieb 2006 eingestellt, nachdem die portugiesische Luftfahrtbehörde im Oktober 2006 das Luftverkehrsbetreiberzeugnis entzogen hatte. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes LK und LXR stehen hier für Air Luxor.

Air Luxor im Überblick

Air Luxor war eine private portugiesische Airline mit Sitz in Lissabon. Ihren Betrieb wickelte sie im Delta Park des Flughafens Lissabon ab, mit einem Gebäude und einem eigenen Hangar. Gegründet wurde sie 1988 von der Familie Mirpuri, an der Spitze stand Paulo Mirpuri als Geschäftsführer.

Das Geschäftsmodell wandelte sich mehrfach. Zuerst war Air Luxor ein Lufttaxi-Anbieter, dann ein großer Betreiber von Business-Jets, und in den letzten Jahren vor allem eine Charter- und ACMI-Airline. ACMI steht für Aircraft, Crew, Maintenance and Insurance: Air Luxor stellte anderen Airlines Flugzeuge samt Besatzung, Wartung und Versicherung zur Verfügung. Daneben bot sie ab Lissabon auch ein kleines Linienangebot an. Wie dieses Modell funktioniert, erklärt der Artikel Wet Lease erklärt.

LKIATA-Code in der Flugnummer
LXRICAO-Code im Flugplan
LISHeimatbasis Lissabon

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code LK: stand vor den eigenen Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code LXR: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen AIRLUXOR: so meldeten sich die Crews im Funk.
  • Ticketcode 040: die dreistellige IATA-Kennung auf Flugscheinen.

Gerade bei einer ACMI-Airline ist die Flugnummer ein unsicheres Merkmal. Flog ein Air-Luxor-Jet im Auftrag einer anderen Airline, stand oft deren Flugnummer im Plan, obwohl Crew und Flugzeug aus Lissabon kamen. Für die Zuordnung alter Sichtungen ist deshalb das Kennzeichen wichtiger als die Flugnummer. Warum es zwei Code-Systeme gibt, zeigt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.

Portugiesische Airline-Geschichte im Hangar

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Geschichte: vom Lufttaxi zur ACMI-Airline

Die Anfänge als Lufttaxi (1988–1995)

Air Luxor entstand 1988 in Lissabon. Den Flugbetrieb nahm die Familie Mirpuri 1989 mit drei kleinen Propellerflugzeugen auf: zwei Aero Commander (500S und 690B) und einer Cessna P206. Anfang der 1990er-Jahre kam mit einer Cessna Citation I der erste Jet. Das Geschäft war klassisches Lufttaxi – kurzfristige Flüge für einzelne Kunden statt fester Flugpläne.

Business-Jets für NetJets Europe (1996–2001)

Im Frühjahr 1996 kam der Wendepunkt. Paulo Mirpuri tat sich mit der US-Firma Executive Jet Aviation zusammen, dem Pionier der Teileigentümerschaft an Business-Jets. Daraus wurde die Sparte NetJets – Transportes Aéreos. Air Luxor betrieb dafür gemietete Cessna Citation und Citation II, die als NetJets Europe vermarktet wurden. Basen entstanden im britischen Exeter und in Paris-Le Bourget, bis zum Frühjahr 1997 kam London-Luton hinzu. Dazu entstand eine Tochter in Macau, das damals noch portugiesisch verwaltet wurde.

Ab 1999 wuchs die Business-Jet-Flotte um BAe 125, Dassault Falcon 2000 und Hawker 800. Später führten die Flottenlisten auch größere Citation-Modelle wie die Citation Excel und die Citation X. 2001 wurde NetJets als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, und die meisten Business-Jets wechselten dorthin. Wie das heutige Unternehmen aussieht, zeigt das Porträt von NetJets.

TriStar und der Einstieg ins Airliner-Geschäft (1997–2001)

Parallel baute Air Luxor ein zweites Standbein auf. Im Juni 1997 mietete die Airline eine Lockheed L-1011-500 TriStar von Air Madeira und setzte sie im Wet Lease ein, 1999 folgte eine zweite. Damit flog Air Luxor erstmals mit einem dreistrahligen Großraumflugzeug. Um 2000 kamen die ersten Airbus A320 hinzu, und 2001 mietete Air Luxor kurzzeitig eine Boeing 767-200ER von der mosambikanischen LAM.

Ein schwarzer Tag fällt in diese Zeit: Am 4. Februar 1998 stürzte eine Antonov An-12, die Air Luxor samt Crew von Air Sofia gemietet hatte, kurz nach dem Start in Lajes auf den Azoren ab. Die Maschine transportierte Post zwischen Lissabon und den Azoren, alle sieben Menschen an Bord starben.

Airbus-Flotte und Afrika-Töchter (2002–2005)

Im Frühjahr 2002 flog Air Luxor mit fünf A320 und den beiden TriStar im Charter- und ACMI-Geschäft. Ein paar Business-Jets blieben noch auf die Airline registriert. Am 4. Dezember 2002 kam der erste Airbus A330-300, am 30. Juni 2003 der zweite – für eine Airline dieser Größe ein bemerkenswerter Schritt.

In Afrika entstanden zwei Ableger. Im September 2002 beteiligte sich Air Luxor mit 49 Prozent an Air Luxor STP in São Tomé und Príncipe, 2003 folgte Air Luxor GB in Guinea-Bissau. Beide flogen gemietete A320, vor allem im Linienverkehr nach Lissabon. Im Frühjahr 2005 bestand die eigene Flotte aus vier A320, zwei A330-300 und zwei TriStar, die damals an die Charterairline Luzair vermietet waren.

Umbenennung, Verkauf und Ende (2005–2006)

Im Oktober 2005 kündigte Air Luxor an, sich im folgenden Jahr in Hi Fly umzubenennen. Der Grund: Der Name war zu leicht mit der luxemburgischen Luxair und mit Luxor Air zu verwechseln. Fast gleichzeitig meldete sich mit der Longstock Financial Group ein Kaufinteressent, der vor allem am ACMI-Geschäft interessiert war. Während der Verhandlungen gründete Paulo Mirpuri eine neue Gesellschaft namens Hi Fly und verlagerte das Chartergeschäft dorthin. Aus der Umbenennung wurde also eine Abspaltung.

Anfang Juli 2006 kaufte Longstock Air Luxor für 150 Millionen Euro, einschließlich zweier A320, die seit Mai 2004 von AWAS gemietet waren. Danach ging es schnell bergab. Im September 2006 wurden zwei Flugzeuge, die für die französische Aigle Azur flogen, am Flughafen Paris-Orly wegen ausstehender Leasingzahlungen kurz festgesetzt. Im Oktober 2006 wurden beide Maschinen aus demselben Grund erneut festgesetzt. Im selben Monat entzog die portugiesische Luftfahrtbehörde Air Luxor das AOC, und auch die beiden Afrika-Töchter stellten den Betrieb ein. Einordnung zu ähnlichen Fällen bietet der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.

1988–1995: Lufttaxi

Gründung durch die Familie Mirpuri, Start mit Aero Commander und Cessna, erster Jet Anfang der 1990er.

1996–2001: NetJets Europe

Business-Jets mit Executive Jet Aviation, Basen in Le Bourget, Exeter und Luton, 2001 Ausgliederung von NetJets.

1997–2005: Airliner und ACMI

Zwei TriStar, A320, ab 2002 zwei A330-300, Töchter in São Tomé und Guinea-Bissau.

2005–2006: Hi Fly und Ende

Gründung von Hi Fly, Verkauf an Longstock im Juli 2006, Entzug des AOC im Oktober 2006.

Die Flotte

Air Luxor betrieb nie mehr als eine Handvoll Verkehrsflugzeuge, dafür aber eine bunte Mischung. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Typen der Airliner-Jahre:

Typ Zeitraum (ungefähr) Einsatz Spotter-Hinweis
Airbus A320-200 ab 2000 bis 2006 Charter, ACMI, Linie Rückgrat der Flotte, Frühjahr 2005 vier Stück
Airbus A330-300 ab Dezember 2002 Charter und ACMI, Langstrecke Zwei Exemplare, CS-TMT und CS-TQF
Lockheed L-1011-500 TriStar ab 1997 Wet Lease, Charter Zwei Exemplare, 2005 an Luzair vermietet
Airbus A319-100 um 2002/2003 Kurz- und Mittelstrecke Nur kurz in der Flotte
Boeing 767-200ER 2001 Wet Lease Kurz von LAM gemietet
Short 330 um 1999/2000 kurzzeitig in der Flotte Kleiner Turboprop, nur kurz

Dazu kommen die Business-Jets der NetJets-Jahre: Cessna Citation in mehreren Varianten, Dassault Falcon 20, 900 und 2000, BAe 125 und Hawker 800. Hersteller der späten Airliner-Flotte war bis auf die TriStar durchgehend Airbus; die TriStar stammt von Lockheed, heute Teil von Lockheed Martin.

A320: das Arbeitstier

Die A320 trug den Großteil der Arbeit, sowohl im eigenen Charter- und Linienverkehr als auch im Wet Lease für andere Airlines. Alle Maschinen gehörten zur ersten Generation, eine neo hat Air Luxor nie betrieben – die gab es damals noch gar nicht. Einzelne Quellen nennen außerdem eine A321 und eine A319 für kurze Zeit. Wie du die Familienmitglieder auf Fotos auseinanderhältst, zeigt A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.

A330-300: der Sprung zum Widebody

Die beiden A330-300 waren für eine so kleine Airline ungewöhnlich. Mit ihnen konnte Air Luxor auch Langstrecken-Aufträge annehmen. Wer alte Fotos sortiert, sollte die A330 nicht mit der vierstrahligen A340 verwechseln, die später bei Hi Fly eine Rolle spielte – Hilfe gibt A330 oder A340?. Laut der englischsprachigen Wikipedia flog bei Hi Fly als erstes Flugzeug ein A330-300, den zuvor Air Luxor betrieben hatte.

TriStar: der Exot

Die TriStar ist für viele Spotter das spannendste Kapitel. Der dreistrahlige Lockheed-Jet war in Europa nie ein alltäglicher Anblick, und die verkürzte Langstreckenversion -500 erst recht nicht. Air Luxor setzte ihre beiden Exemplare im Wet Lease ein und vermietete sie zuletzt an Luzair. Eine Air-Luxor-TriStar auf einem Foto ist ein echter Archivschatz.

Ex-Air-Luxor-Jets auf der Wunschliste

Manche frühere Maschine fliegt bei anderen Betreibern weiter. Setz ihre Kennzeichen auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eines davon in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Woran du Air Luxor erkennst

Bei einer ACMI-Airline ist die Bemalung kein verlässliches Merkmal. Air-Luxor-Flugzeuge flogen oft im Auftrag anderer Airlines, und bei Wet-Lease-Einsätzen ist es in der Branche üblich, dass Kundenaufkleber oder Mischlackierungen auftauchen. Achte deshalb vor allem auf drei Dinge: das Kennzeichen, den Typ und den Zeitraum des Fotos. Wenn du ein Foto mit Schriftzug „Air Luxor“ hast, vergleich es mit datierten Archivbildern derselben Maschine.

Spricht für Air Luxor

  • Portugiesisches CS-Kennzeichen an A320, A330-300 oder TriStar
  • A330-300 mit CS-TMT oder CS-TQF zwischen Ende 2002 und 2006
  • ICAO-Code LXR in Funk- oder Flugplan-Archiven
  • Aufnahme aus Lissabon zwischen etwa 2000 und 2006

Spricht dagegen

  • Aufnahme nach Oktober 2006 – dann fliegt die Maschine für einen anderen Betreiber
  • Code HFY oder 5K – dann ist es Hi Fly, nicht Air Luxor
  • Schriftzug „Luxair“ – das ist die Airline aus Luxemburg

Ein Sonderfall sind Fotos aus Wet-Lease-Einsätzen. Trägt ein Flugzeug noch Reste einer alten Bemalung oder die Farben eines Kunden, hilft dir der Guide Hybrid- und Mischlackierungen erkennen. Und weil Air Luxor anfangs fast nur Business-Jets flog, lohnt bei Fotos aus den 1990ern ein Blick in Gulfstream, Global, Falcon, Citation und Challenger unterscheiden.

Welches Flugzeug, welches Jahr?

Eine grobe Regel für alte Fotos: Business-Jets deuten auf die Jahre bis 2001, TriStar auf 1997 bis etwa 2005, eine Boeing 767 auf 2001, ein A330-300 auf Ende 2002 bis 2006. A320 begleiten die gesamte Airliner-Phase.

Hi Fly: das Erbe von Air Luxor

Die wichtigste Spur von Air Luxor fliegt bis heute: Hi Fly. Die Gesellschaft wurde im Oktober 2005 gegründet und erhielt im April 2006 ihr Luftverkehrsbetreiberzeugnis. Sie folgt demselben Modell wie Air Luxor in den letzten Jahren – Wet Lease und Charter für Airlines, Regierungen und Unternehmen, ohne eigenes Liniennetz. Wer heute einen Hi-Fly-Widebody in Lissabon oder irgendwo in Europa sieht, sieht in gewisser Weise die Fortsetzung der Air-Luxor-Idee.

Portugal hat sich seitdem zu einem Zentrum des ACMI-Geschäfts entwickelt. Neben Hi Fly sind dort Anbieter wie EuroAtlantic Airways und White Airways aktiv. Den Linienverkehr dominiert TAP Air Portugal, früher ergänzt um Portugália; auf den Azoren fliegen SATA Air Açores und Azores Airlines. Den Unterschied zwischen Charter und Linie erklärt Charterflug und Linienflug.

Gute Chancen auf Air-Luxor-Material, wenn …

  • du Fotoarchive aus Lissabon der Jahre 2000 bis 2006 durchsuchst
  • du alte Bilder von TriStar-Einsätzen in Südeuropa sammelst
  • du Aufnahmen aus Paris-Orly von 2006 hast, als Air Luxor für Aigle Azur flog

Keine Chance, wenn …

  • du Air Luxor live am Zaun erwischen willst – der Flugbetrieb endete 2006

Wenn du heute in Lissabon spottest, findest du die Nachfolger am selben Flughafen. Tipps zu Standorten und Licht gibt der Guide Planespotting in Lissabon.

Häufige Verwechslungen

  • Air Luxor mit Luxair verwechseln – Luxair ist die Airline aus Luxemburg, Air Luxor war portugiesisch. Genau diese Verwechslung war ein Grund für den angekündigten neuen Namen.
  • Air Luxor mit Luxor Air gleichsetzen – trotz ähnlichem Namen zwei verschiedene Unternehmen.
  • Air Luxor und Hi Fly für dieselbe Gesellschaft halten – Hi Fly ist eine 2005 neu gegründete Firma; Air Luxor selbst ging 2006 an Longstock und verlor danach die Lizenz.
  • Air Luxor für eine Linienairline halten – Linienflüge waren nur ein Nebengeschäft, der Kern waren Charter und Wet Lease.
  • Die Flugnummer als Beweis nehmen – bei ACMI-Einsätzen stand oft die Flugnummer des Kunden im Plan.
  • Die A330-300 für A340 halten – zwei Triebwerke statt vier, das ist das sicherste Merkmal.

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Fazit

Air Luxor ist eine Airline mit vielen Gesichtern. Aus einem Lufttaxi mit drei Propellerflugzeugen wurde erst ein Business-Jet-Betreiber für NetJets Europe, dann eine Charter- und ACMI-Airline mit A320, A330-300 und TriStar. Ihr größtes Vermächtnis ist Hi Fly, die Paulo Mirpuri kurz vor dem Verkauf gründete. Air Luxor selbst endete 2006 nur Monate nach der Übernahme durch Longstock mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung. Für Spotter bleibt eine Archiv-Airline, die du über CS-Kennzeichen, den Code LXR und die ungewöhnliche Typenmischung sicher zuordnest.

Kurzfazit

Air Luxor (IATA LK, ICAO LXR) war eine historische portugiesische Charter- und ACMI-Airline aus Lissabon. Zuletzt flog sie mit A320, A330-300 und TriStar, bevor sie im Oktober 2006 ihre Betriebsgenehmigung verlor.

Zusammenfassung

  • Air Luxor durchlief in 18 Jahren mehrere Leben: Lufttaxi, Business-Jet-Betreiber für NetJets Europe, Charter- und ACMI-Airline mit Airbus und TriStar.
  • Die Flotte war nie groß – im Frühjahr 2005 waren es acht Flugzeuge –, aber ungewöhnlich vielfältig.
  • Nach dem Verkauf an die Longstock Financial Group im Juli 2006 ging es schnell: Festsetzungen in Paris-Orly und im Oktober 2006 der Verlust des AOC.
  • Spotter finden Air Luxor nur noch im Archiv; Kennzeichen mit CS-, der Code LXR und die Typenmischung helfen bei der Zuordnung.

Häufige Fragen

Gibt es Air Luxor heute noch?

Nein. Die portugiesische Luftfahrtbehörde entzog Air Luxor im Oktober 2006 das Luftverkehrsbetreiberzeugnis. Damit war der Flugbetrieb beendet. Im selben Monat stellten auch die beiden afrikanischen Töchter in São Tomé und Príncipe und Guinea-Bissau den Betrieb ein.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Air Luxor?

Air Luxor flog unter dem IATA-Code LK und dem ICAO-Code LXR. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „AIRLUXOR“. Der IATA-Ticketcode der Airline war 040.

Welche Flugzeuge flog Air Luxor?

Im Frühjahr 2005 bestand die Flotte aus vier Airbus A320-200, zwei A330-300 und zwei Lockheed L-1011-500 TriStar, die an Luzair vermietet waren. Früher flogen unter anderem A319, eine kurz gemietete Boeing 767-200ER, eine Short 330 sowie viele Business-Jets von Cessna, Dassault, BAe und Hawker.

Was hat Air Luxor mit Hi Fly zu tun?

Beide gehen auf die Familie Mirpuri zurück. Im Oktober 2005 kündigte Air Luxor an, sich in Hi Fly umzubenennen. Während der Verkaufsverhandlungen gründete Paulo Mirpuri dann eine neue Gesellschaft namens Hi Fly und verlagerte das Chartergeschäft dorthin. Air Luxor selbst ging an einen neuen Eigentümer.

Wer kaufte Air Luxor?

Anfang Juli 2006 übernahm die portugiesisch-kanadische Longstock Financial Group Air Luxor für 150 Millionen Euro. Sie interessierte sich vor allem für das ACMI-Geschäft. Wenige Monate später verlor die Airline ihre Betriebsgenehmigung.

Warum wollte sich Air Luxor umbenennen?

Der Name war leicht zu verwechseln – mit der luxemburgischen Luxair und mit Luxor Air. Deshalb kündigte die Airline im Oktober 2005 den neuen Namen Hi Fly an.

Was hatte Air Luxor mit NetJets zu tun?

Ab 1996 arbeitete Paulo Mirpuri mit der US-Firma Executive Jet Aviation zusammen. In der Sparte NetJets – Transportes Aéreos betrieb Air Luxor Business-Jets, die als NetJets Europe vermarktet wurden, mit Basen unter anderem in Paris-Le Bourget und London-Luton. 2001 wurde NetJets ausgegliedert und übernahm die meisten Business-Jets.

Gab es Unfälle bei Air Luxor?

Am 4. Februar 1998 stürzte eine Antonov An-12 kurz nach dem Start auf den Azoren ab, alle sieben Menschen an Bord kamen ums Leben. Die Maschine gehörte Air Sofia und war von Air Luxor samt Crew für Postflüge zwischen Lissabon und den Azoren gemietet.

Air Luxor im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Airbus A320 (ceo)

Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

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Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.

Flugzeugtyp

Airbus A321 (ceo)

Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A330-300

Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.

Flugzeugtyp

Lockheed L-1011 TriStar

Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.

Flugzeugtyp

Boeing 767-200/-200ER

Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.

Flugzeugtyp

Antonov An-12

Verglaste Nase, vier brummende Turboprops und ein Heck, an dem früher ein Bordschütze saß: Die An-12 ist ein Frachter aus den 1950ern, der bis heute durch Europa fliegt. So erkennst du sie und so erwischst du sie.

Flugzeugtyp

Dassault Falcon 2000

Zwei Triebwerke am Heck, der Querschnitt einer Falcon 900 und seit 2009 meist Winglets: Die Falcon 2000 ist Dassaults meistgebaute Großraum-Falcon. So erkennst du sie und trennst die Varianten.

Flugzeugtyp

Cessna Citation X

Stark gepfeilter Flügel, T-Leitwerk, riesige Triebwerksgondeln am Heck: Die Citation X war jahrelang das schnellste zivile Serienflugzeug nach der Concorde. Gebaut wird sie nicht mehr, doch die gut 300 Jets fliegen weiter – und sind an Business-Aviation-Flughäfen ein lohnender Fang.

Flugzeugtyp

Cessna Citation Excel/XLS

Gerader Flügel, Kreuzleitwerk, Stehhöhe in der Kabine: Die Citation Excel und ihre XLS-Nachfolger gehören zu den meistgebauten Midsize-Jets überhaupt. In Europa begegnen sie dir oft mit portugiesischem Kennzeichen bei NetJets Europe.

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Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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