Das Wichtigste in Kürze
- TAME ist eine historische Airline aus Ecuador: 1962 von der Luftwaffe gegründet, im Mai 2020 per Dekret liquidiert.
- Codes: IATA EQ, ICAO TAE, Rufzeichen „TAME“.
- Vom Militär zur Staatsfirma: Erst 2011 löste sich TAME von der Luftwaffe und wurde zum staatlichen Unternehmen TAME EP.
- Breite Flottengeschichte: von DC-3 und Electra über Boeing 727 und Fokker F28 bis zu Embraer 190, A320 und A330-200.
- Galápagos und Anden: TAME verband das Festland mit Baltra und San Cristóbal und flog viele schwierige Bergflughäfen an.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | EQ |
|---|---|
| ICAO-Code | TAE |
| Rufzeichen | TAME |
| Drehkreuze | UIO, GYE |
| Status | Historisch – Liquidation im Mai 2020 per Präsidialdekret beschlossen |
| Gegründet | 17. Dezember 1962 als Transportes Aéreos Militares Ecuatorianos, Gründung durch die ecuadorianische Luftwaffe |
| Rechtsform | Ab 2011 staatliches Unternehmen (Empresa Pública) unter dem Namen TAME EP Línea Aérea del Ecuador |
| Sitz | Quito, Ecuador |
| Drehkreuze | Quito Mariscal Sucre (UIO), dazu Guayaquil José Joaquín de Olmedo (GYE) |
| Geschäftsmodell | Staatliche Netzwerk-Airline mit Inlands-, Galápagos- und Auslandsverkehr |
| Allianz | keine; Codeshares unter anderem mit Copa Airlines ab 2010 |
| Flottentypen (Auswahl) | DC-3/C-47, HS 748, L-188 Electra, Boeing 727, Fokker F28, Embraer 170/190, Airbus A319, A320, A330-200 und ATR 42 |
| Letzte Flotte (März 2020) | Je ein Airbus A319 und A320 sowie drei ATR 42-500 |
| Ende | Dekret 1061 von Präsident Lenín Moreno vom 19. Mai 2020 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich TAME?
- Farbwelt aus Blau, Hellblau und Gold
- Bis 2009 ein Vogel im Flug vor einer Sonne am Leitwerk, danach ein aufsteigender Vogel in Himmelblau
- Ecuadorianisches Kennzeichen mit HC- am Heck
- Flugnummer mit EQ, im Flugplan der Flugsicherung TAE bzw. „TAME“
- In den letzten Jahren vor allem Airbus A319/A320, Embraer 190 und ATR 42
- Typische Fotoorte: Quito, Guayaquil, Cuenca und die Galápagos-Flughäfen Baltra und San Cristóbal
Wer alte Spotterarchive aus Südamerika durchblättert, stößt früher oder später auf TAME. Fast sechs Jahrzehnte lang war die Airline aus Quito für viele Ecuadorianer der Inbegriff des Fliegens: Sie verband Hauptstadt, Küste, Amazonasgebiet und die Galápagos-Inseln, und ihre Flotte reichte von der DC-3 bis zum Airbus A330. Seit Mai 2020 ist TAME Geschichte. Diese Seite zeigt dir, wie aus einem Militärdienst eine Staatsairline wurde, welche Typen du auf alten Fotos findest und woran du eine TAME-Maschine sicher erkennst.
Dein Archiv im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline fest – auch historische Aufnahmen aus deinem Fotoarchiv. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
TAME im Überblick
TAME war die staatliche Airline Ecuadors mit Sitz in Quito. Der Name ist eine Abkürzung für Transportes Aéreos Militares Ecuatorianos – und verrät die Herkunft: Gegründet wurde die Gesellschaft am 17. Dezember 1962 von der ecuadorianischen Luftwaffe. Die Idee wird Oberst Luis A. Ortega zugeschrieben, unterstützt von Oberst Guillermo Freile Posso. Die ersten Flüge fanden schon Anfang Dezember 1962 mit Douglas C-47 statt.
Jahrzehntelang blieb TAME eng mit dem Militär verbunden. Erst 2011 wurde sie in ein ziviles staatliches Unternehmen umgewandelt, eine sogenannte Empresa Pública. Von da an trat sie als TAME EP Línea Aérea del Ecuador auf. Das wichtigste Drehkreuz war der Flughafen Mariscal Sucre in Quito, zweiter Schwerpunkt war Guayaquil an der Pazifikküste.
Am 19. Mai 2020 ordnete Präsident Lenín Moreno per Dekret die Liquidation an. Damit endete eine Geschichte von fast 58 Jahren. Wenn du heute eine Maschine im TAME-Design fotografieren willst, bleibt dir nur der Blick ins Archiv – deshalb ist diese Seite vor allem eine Hilfe für die Zuordnung alter Bilder.
Die Geschichte in Etappen
Ecuador ist ein Land mit extremen Höhenunterschieden: Die Hauptstadt Quito liegt hoch in den Anden, Guayaquil auf Meereshöhe, dazu kommen das Amazonastiefland und die rund 1.000 Kilometer entfernten Galápagos-Inseln. Straßenverbindungen waren lange schwierig. Genau in diese Lücke stieß die Luftwaffe mit einem eigenen Transportdienst, der auch zivile Fluggäste mitnahm.
1962
Die ecuadorianische Luftwaffe gründet TAME. Die ersten Flüge laufen mit Douglas C-47, der militärischen Version der DC-3.
1966
Erste regelmäßige Auslandsflüge, unter anderem nach Havanna, Panama und Santiago de Chile.
1970er-Jahre
HS 748 und Lockheed L-188 Electra kommen in die Flotte – Turboprops, die mit kurzen Bergpisten gut zurechtkommen.
1980er-Jahre
Mit Boeing 727 und Fokker F28 beginnt das Jet-Zeitalter auf breiter Front. Kurzzeitig fliegt auch eine Boeing 737-200.
2000er-Jahre
Flottenerneuerung mit Airbus A320 und A319 sowie Embraer 170 und 190. 2009 bekommt TAME ein neues Logo und neue Farben.
2010–2013
Ausbau der Auslandsstrecken, Codeshare mit Copa ab 2010, Umwandlung in ein Staatsunternehmen 2011 und 2013 der Einstieg in die Langstrecke mit dem Airbus A330-200.
2016–2019
Rückzug von vielen Auslandsstrecken, zuerst Buenos Aires, São Paulo und Santiago, später Havanna, Caracas, Lima, Bogotá und New York.
Mai 2020
Mit Dekret 1061 schickt die Regierung TAME in die Liquidation. Die Flotte besteht da nur noch aus fünf Flugzeugen.
In den ersten Jahrzehnten war TAME damit weniger eine klassische Fluggesellschaft als ein staatliches Verkehrsmittel für ein schwer erschlossenes Land. Viele Orte im Süden, an der Küste und im Amazonasgebiet waren per Flugzeug deutlich schneller erreichbar als auf der Straße. Für Spotter erklärt das die bunte Typenvielfalt: Neben großen Jets brauchte TAME immer auch kleine, robuste Flugzeuge für kurze Pisten.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code EQ: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code TAE: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen TAME: so meldeten sich die Crews im Funk.
Wie die beiden Codesysteme zusammenspielen, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes erklärt. Für historische Fotos ist der Unterschied wichtig: Alte Flugpläne und Bordkarten zeigen meist den IATA-Code, Funkmitschnitte und Flugsicherungsdaten den ICAO-Code. Mehr über die Herkunft solcher Funknamen findest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Codes sind keine Ewigkeitsgarantie
Wenn eine Airline verschwindet, können ihre Codes nach einer Wartezeit neu vergeben werden. Ordne ein Foto deshalb nie nur über einen Code zu, sondern immer zusammen mit Kennzeichen, Bemalung und Aufnahmedatum.
Die Flotte von TAME
Kaum eine südamerikanische Airline hat so viele unterschiedliche Typen geflogen wie TAME. Die folgende Übersicht beruht auf Nachschlagewerken und zeigt die wichtigsten Typen; einzelne Jahreszahlen weichen je nach Quelle leicht voneinander ab.
| Typ | Zeitraum (ungefähr) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Douglas C-47 / DC-3 | 1960er–1980er | Gründungsflotte, Inland | Klassiker der ersten Jahre |
| Hawker Siddeley HS 748 | ab 1970 | Inland, Bergpisten | Hochdecker-Turboprop |
| Lockheed L-188 Electra | 1970er–1980er | Inland | Viermotoriger Turboprop |
| Boeing 727-100 / -200 | 1980er–2000er | Inland und Ausland | Dreistrahler mit Hecktriebwerken |
| Fokker F28 | 1980er–2000er | Inland | Kleiner Jet mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk |
| Embraer 170 / 190 | 2006–2019 | Inland und Nachbarländer | Moderne Regionaljets |
| Airbus A320 / A319 | 2000er–2020 | Inland, Galápagos, Ausland | Rückgrat der letzten Jahre |
| Airbus A330-200 | 2013–2019 | Langstrecke nach New York | Gebrauchte Maschinen |
| ATR 42-500 | 2011–2020 | Regionalverkehr | Teil der letzten Flotte |
Die frühen Jahre gehören der Douglas DC-3 / C-47. Danach folgten Turboprops wie die HS 748 und die Lockheed L-188 Electra. Für Spotter mit Faible für Klassiker sind gerade die Electra-Bilder spannend: Der viermotorige Turboprop ist heute im Linienverkehr praktisch verschwunden.
Mit der Boeing 727-100 und der 727-200 kam die Jet-Ära. Sie war über Jahrzehnte das Arbeitspferd für längere Inlands- und Auslandsstrecken. Ergänzt wurde sie von der Fokker F28 Fellowship, einem kleinen Jet, der auf kurzen Pisten zu Hause war. Eine einzelne Boeing 737-200 blieb dagegen nur eine kurze Episode Anfang der 1980er-Jahre. Um die Jahreswende 1998/99 mietete TAME zudem kurzzeitig eine Boeing 757-200.
Ab der Jahrtausendwende stellte TAME auf moderne Typen um: Airbus A320 und A319 von Airbus, dazu die Embraer E170 und die Embraer E190 des brasilianischen Herstellers Embraer. Für die Langstrecke nach New York kamen 2013 gebrauchte Airbus A330-200 in die Flotte. Am Ende, im März 2020, waren nur noch ein A319, ein A320 und drei ATR 42-500 übrig.
Electra, 727 oder E190?
Setz seltene Typen auf deine Wunschliste und sieh im Hangar auf einen Blick, welche Klassiker dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du TAME erkennst
TAME setzte über die Jahrzehnte auf eine Farbwelt aus Blau, Hellblau und Gold. Das ursprüngliche Logo stammte von Gründer Luis A. Ortega: ein Vogel im Flug vor einer Sonne, platziert am Leitwerk. 2009 bekam die Airline einen neuen Auftritt mit einem aufsteigenden Vogel in Himmelblau, der das bisherige Dunkelblau ablöste. Der erste A320 im neuen Design wurde im August 2009 übernommen.
Für die Datierung eines Fotos ist dieser Wechsel Gold wert: Zeigt das Leitwerk Vogel und Sonne, stammt das Bild sehr wahrscheinlich aus der Zeit vor 2009 oder kurz danach. Siehst du den himmelblauen Vogel, ist es eher eine Aufnahme aus den letzten gut zehn Jahren der Airline. Wie Liverys grundsätzlich aufgebaut sind, zeigt der Artikel Livery-Design erklärt.
Zeigt dein altes Foto wirklich TAME?
- Ecuadorianisches Kennzeichen mit HC- am Heck
- Farben Blau, Hellblau und Gold
- Vogel-Logo am Leitwerk, mit oder ohne Sonne
- Typ aus der bekannten Flotte, etwa 727, F28, E190, A320 oder A319
- Aufnahme aus der Zeit vor Mitte 2020
- Ort wie Quito, Guayaquil, Cuenca, Baltra oder San Cristóbal
Das HC-Kennzeichen allein reicht nicht, denn es steht für Ecuador insgesamt und findet sich auch bei anderen Gesellschaften des Landes. Wie Länderpräfixe funktionieren, erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen. Und wenn du das Kennzeichen auf einem alten Bild kaum entziffern kannst, hilft dir der Guide Unlesbares Kennzeichen ermitteln.
Drehkreuze und Strecken
Das Herz von TAME schlug in Quito. Vom Flughafen Mariscal Sucre aus verband die Airline die Hauptstadt mit den Städten des Landes, darunter Guayaquil, Cuenca, Manta, Esmeraldas und Loja. Guayaquil an der Pazifikküste war der zweite Schwerpunkt im Netz.
Besonders prägend waren die Flüge zu den Galápagos-Inseln. TAME flog die Flughäfen auf Baltra (Seymour) und San Cristóbal an – bis zum Ende 2020. Auf alten Galápagos-Fotos sind deshalb oft TAME-Airbusse zu sehen.
International wuchs das Netz vor allem um 2010. Neue Verbindungen führten nach Lima, Caracas, Havanna, Panama und Buenos Aires, 2013 kam São Paulo hinzu. Mit dem A330-200 flog TAME nach New York, ab 2015 außerdem nach Fort Lauderdale in Florida. Nach Kolumbien bestanden Strecken nach Bogotá und Cali. Ab 2016 schrumpfte das Auslandsnetz deutlich: Buenos Aires, São Paulo und Santiago fielen weg, bis 2019 auch Caracas, Havanna, Lima, Bogotá und New York.
Partner statt Allianz
TAME gehörte keiner der großen Allianzen an. Stattdessen setzte die Airline auf einzelne Codeshares, etwa ab Dezember 2010 mit Copa Airlines.
Unfälle in der Geschichte von TAME
Fliegen in den Anden ist anspruchsvoll: Hoch gelegene Flughäfen, enge Täler, schnell wechselndes Wetter und Nebel stellen Crews vor besondere Aufgaben. In der Geschichte von TAME gab es mehrere schwere Unfälle, bei denen Flugzeuge im An- oder Abflug in Gelände flogen.
- 11. Juli 1983: Eine Boeing 737-200 (HC-BIG) verunglückte im Anflug auf Cuenca in dichtem Nebel. Alle 119 Menschen an Bord kamen ums Leben. Es gilt als das schwerste Unglück der ecuadorianischen Luftfahrt.
- 20. April 1998: Eine von TAME betriebene Boeing 727-200 stürzte als Air-France-Flug 422 kurz nach dem Start in Bogotá ab, 53 Menschen starben.
- 28. Januar 2002: Flug 120, eine Boeing 727-100 (HC-BLF), prallte im Anflug auf Tulcán gegen den Vulkan Cumbal auf kolumbianischer Seite. Alle 94 Insassen starben.
In späteren Jahren kam es zu Zwischenfällen, bei denen Embraer 190 von der Piste abkamen, unter anderem 2016 in Cuenca – dabei gab es keine Todesopfer. Auch diese Ereignisse gehören zur Geschichte der Airline, wenn du dich mit TAME beschäftigst.
Das Ende 2020
Die Probleme von TAME begannen lange vor der Pandemie. Das Auslandsnetz wurde ab 2016 Schritt für Schritt zusammengestrichen, die Flotte schrumpfte. 2019 kritisierte der ecuadorianische Rechnungshof Verluste von rund 16,2 Millionen US-Dollar aus drei Leasingverträgen im Zeitraum von 2015 bis 2018. Kritiker warfen der Regierung zudem Missmanagement bei der Staatsairline vor.
Schrumpfendes Netz
Ab 2016 gibt TAME eine Auslandsstrecke nach der anderen auf, bis 2019 auch New York.
Kritik am Leasing
Der Rechnungshof beanstandet 2019 Millionenverluste aus Leasingverträgen.
Pandemie
Im Frühjahr 2020 bricht der Luftverkehr weltweit ein – für die angeschlagene Airline der letzte Schlag.
Dekret 1061
Am 19. Mai 2020 ordnet Präsident Lenín Moreno die Liquidation an. Damit endet TAME nach fast 58 Jahren.
Ähnlich ist es vielen staatlichen Fluggesellschaften in Lateinamerika ergangen. Auch VIASA in Venezuela, Lloyd Aéreo Boliviano und PLUNA aus Uruguay verschwanden nach Jahren der Krise vom Markt. Der Vergleich lohnt sich, wenn du ein Archiv südamerikanischer Airlines aufbaust.
Vorsicht bei Fundstücken im Netz
Auf Bilderplattformen findest du viele TAME-Fotos mit falschen Angaben zu Typ oder Datum. Gleiche Kennzeichen und Bemalung immer mit einer zweiten Quelle ab, bevor du ein Bild in dein Logbuch übernimmst.
TAME im Spotter-Alltag heute
Live wirst du TAME nicht mehr sehen. Spannend bleibt die Airline trotzdem, und zwar auf drei Ebenen. Erstens im Archiv: Fotos von TAME-Flugzeugen, vor allem aus der Electra- und 727-Zeit, sind selten und gefragt. Zweitens bei den Flugzeugen selbst: Gebrauchte Maschinen wechseln nach dem Ende einer Airline oft zu neuen Betreibern. Wenn du ein früheres TAME-Kennzeichen in einer Datenbank verfolgst, findest du manche Flugzeuge unter neuem Kennzeichen wieder – mehr dazu im Artikel über Umregistrierungen. Drittens beim heutigen Markt in Ecuador: Nach dem Ende von TAME fliegen unter anderem LATAM Airlines Ecuador und die 2021 gegründete Equair im Inland, auf Auslandsstrecken kommen ausländische Airlines wie Avianca und Copa Airlines hinzu.
Gute Chancen auf TAME-Material, wenn …
- du alte Dias, Negative oder Fotos aus Südamerika-Reisen digitalisierst
- du in Spotterforen nach Archivbildern aus Quito oder Guayaquil suchst
- du frühere Kennzeichen in Datenbanken nachverfolgst
Prüf es genau, wenn …
- auf dem Bild nur ein HC-Kennzeichen, aber kein Logo zu sehen ist
- Typ und Datum nicht zur bekannten Flottengeschichte passen
Kein TAME, wenn …
- das Foto nach Mitte 2020 im regulären Linienbetrieb entstanden ist
Damit ein historisches Archiv nicht im Chaos versinkt, lohnt sich eine klare Ablage. Wie du Ordner und Dateinamen sinnvoll aufbaust, zeigt Flugzeugfotos archivieren. Für die Typbestimmung bei Oldtimern hilft dir Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen
- HC-Kennzeichen automatisch TAME zuordnen – HC- steht für ganz Ecuador, nicht für eine Airline.
- TAME für eine reine Militärairline halten – sie begann bei der Luftwaffe, flog aber über Jahrzehnte zivile Fluggäste und wurde 2011 ein ziviles Staatsunternehmen.
- Altes und neues Logo verwechseln – Vogel mit Sonne steht für die Zeit vor 2009, der himmelblaue aufsteigende Vogel für danach.
- TAME-Bilder nach 2020 datieren – nach der Liquidation flog TAME keine regulären Linienflüge mehr.
- TAME mit LATAM Airlines Ecuador vermischen – das sind zwei unterschiedliche Gesellschaften; LATAM Ecuador gehört zur chilenisch geprägten LATAM-Gruppe.
Historische Sichtungen sauber festhalten
Poste deine Archivfotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und teile sie mit der Community – Likes und Kommentare inklusive. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
TAME war mehr als eine Fluggesellschaft: Für Ecuador war sie fast sechs Jahrzehnte lang die Verbindung zwischen Anden, Küste, Amazonas und Galápagos. Ihre Flottengeschichte reicht von der DC-3 über Electra, 727 und F28 bis zu E190, A320 und A330 – ein Paradies für alle, die südamerikanische Luftfahrtgeschichte sammeln. Wer Kennzeichen, Logo-Version und Aufnahmeort zusammen betrachtet, ordnet auch alte TAME-Bilder sicher ein.
Kurzfazit
TAME (IATA EQ, ICAO TAE) war die staatliche Airline Ecuadors, 1962 von der Luftwaffe gegründet und im Mai 2020 liquidiert. Heute ist sie ein Archivthema – das HC-Kennzeichen und das Vogel-Logo helfen bei der Zuordnung.
Zusammenfassung
- TAME begann 1962 als Transportdienst der ecuadorianischen Luftwaffe und war jahrzehntelang die wichtigste Inlandsairline des Landes.
- Nach der Umwandlung in ein staatliches Unternehmen 2011 baute TAME Auslandsstrecken aus – bis New York mit dem Airbus A330-200.
- Finanzielle Probleme, Streckenstreichungen und schließlich die Corona-Krise führten im Mai 2020 zum Liquidationsdekret.
- Für Spotter ist TAME heute ein Archivthema: Fotos mit HC-Kennzeichen, Electra, 727 oder den blau-goldenen Airbussen sind gesuchte Logbuch-Einträge.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte TAME?
TAME flog mit dem IATA-Code EQ in der Flugnummer und dem ICAO-Code TAE. Im Funk meldete sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „TAME“. Für alte Fotos und Logbücher sind diese Codes die beste Hilfe bei der Zuordnung.
Wofür stand der Name TAME?
Ursprünglich für Transportes Aéreos Militares Ecuatorianos, also „Ecuadorianische Militär-Lufttransporte“. Die Airline wurde 1962 von der Luftwaffe gegründet. Nach der Umwandlung in ein staatliches Unternehmen 2011 lautete der Name TAME EP Línea Aérea del Ecuador; die bekannte Abkürzung blieb.
Wann und warum wurde TAME aufgelöst?
Am 19. Mai 2020 ordnete Präsident Lenín Moreno mit dem Exekutivdekret 1061 die Liquidation an. Die Airline steckte schon vorher in finanziellen Schwierigkeiten; der Einbruch des Luftverkehrs durch die Corona-Pandemie gab den letzten Ausschlag. Ecuadors Rechnungshof hatte 2019 zudem Verluste aus Leasingverträgen beanstandet.
Welche Flugzeuge flog TAME?
Die Flotte wechselte über die Jahrzehnte stark: anfangs Douglas C-47/DC-3 und DC-6, dann HS 748, Lockheed L-188 Electra, Boeing 727-100 und -200, Fokker F28. Ab den 2000er-Jahren kamen Airbus A320 und A319 sowie Embraer 170 und 190, später gebrauchte Airbus A330-200 für die Langstrecke und ATR 42 dazu. Im März 2020 bestand die Flotte nur noch aus fünf Flugzeugen.
Flog TAME nach Europa?
Eigene Linienflüge nach Europa sind für TAME nicht belegt. Die Langstrecke führte mit dem A330-200 nach New York. Ansonsten flog TAME im Inland, nach Galápagos, in mehrere südamerikanische Länder, nach Kuba, Panama und nach Fort Lauderdale in Florida.
Welche Airlines fliegen heute in Ecuador?
Nach dem Ende von TAME prägen unter anderem LATAM Airlines Ecuador und die 2021 gegründete Equair den Inlandsmarkt. Dazu kommen ausländische Airlines wie Avianca und Copa auf internationalen Strecken. Die Lage ändert sich laufend; prüf aktuelle Flugpläne, bevor du eine Tour planst.
Woran erkenne ich ein TAME-Flugzeug auf alten Fotos?
Achte auf das HC-Kennzeichen, die Farben Blau, Hellblau und Gold und das Vogel-Logo am Leitwerk. Bis 2009 zeigte es einen Vogel vor einer Sonne, danach einen aufsteigenden Vogel in Himmelblau. In Kombination mit dem Flugzeugtyp und dem Aufnahmeort lässt sich ein Foto meist gut eingrenzen.
TAME im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Embraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypLockheed L-188 Electra
Vier Allison-Turboprops, ein auffällig kurzer Flügel und eine bewegte Geschichte: Die Lockheed L-188 Electra war Amerikas erster großer Turboprop-Airliner, wurde schnell von Jets verdrängt und machte danach Karriere als Frachter und Löschflugzeug. So erkennst du sie und so findest du die letzten Exemplare.
FlugzeugtypATR 42-500
Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.
Weitere Airlines
LATAM Airlines Ecuador
Die ecuadorianische Tochter der LATAM-Gruppe startete 2003 als LAN Ecuador. Heute verbindet sie Quito und Guayaquil mit Cuenca, dem Amazonas-Tiefland und den Galápagos-Inseln – vor allem mit dem Airbus A319.
NetzwerkEquair
Historische Inlandsairline aus Quito: 2020 als EquinoxAir gegründet, ab Januar 2022 mit drei Boeing 737-700 zwischen Quito, Guayaquil und den Galápagos unterwegs – und im September 2023 überraschend eingestellt.
NetzwerkAvianca
Kolumbiens Flag-Carrier mit Drehkreuz Bogotá: 1919 als SCADTA gegründet, nach KLM die zweitälteste noch bestehende Airline der Welt, Star-Alliance-Mitglied und heute Teil der Abra Group – in Europa mit der Boeing 787-8 zu Gast.
NetzwerkCopa Airlines
Panamas Netzwerk-Airline mit dem „Hub of the Americas“ in Tocumen: reine Boeing-737-Flotte, Star-Alliance-Mitglied seit 2012 und ein Streckennetz, das Nord-, Mittel- und Südamerika samt Karibik über Panama-Stadt verknüpft.
NetzwerkVIASA
Historische Nationalairline Venezuelas aus Caracas: 1960 gegründet, mit KLM-Hilfe groß geworden, über Jahrzehnte mit DC-8 und DC-10 auf der Atlantikroute nach Europa – und nach der Übernahme durch Iberia im Januar 1997 am Ende.
NetzwerkLloyd Aéreo Boliviano
Historische Flag-Carrier Boliviens: 1925 von der deutschen Gemeinde in Cochabamba mit einer Junkers F 13 gegründet, ab 1941 in Staatshand, Jahrzehnte mit Boeing 727 unterwegs – und nach Teilprivatisierung, VASP-Jahren und Finanzkrise 2007/08 am Boden.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerEmbraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
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