Das Wichtigste in Kürze
- Air Malta war von 1973 bis März 2024 die nationale Airline Maltas mit Sitz in Luqa und Heimat am Flughafen Malta.
- Codes: IATA KM, ICAO AMC, Rufzeichen „AIR MALTA“. KM lebt bei der Nachfolgerin weiter, AMC nicht.
- Die Flotte wechselte mehrfach die Generation: Boeing 720B in den Anfangsjahren, dann Boeing 737, ab den 1990ern Airbus und ab 2018 A320neo.
- Das Ende kam über das EU-Beihilferecht: Nachdem Brüssel 2023 weitere Staatshilfen ablehnte, ersetzte die Regierung Air Malta durch KM Malta Airlines.
- Spotter-Falle: Dieselben Flugzeuge flogen erst als AMC, dann als KMM – das Datum der Sichtung entscheidet, welche Airline ins Logbuch gehört.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | KM |
|---|---|
| ICAO-Code | AMC |
| Rufzeichen | AIR MALTA |
| Drehkreuze | MLA |
| Status | Historisch – Flugbetrieb bis 30. März 2024, seit 31. März 2024 fliegt KM Malta Airlines |
| Gegründet | 31. März 1973 auf Beschluss des maltesischen Parlaments, eigener Flugbetrieb ab 1. April 1974 |
| Sitz | Luqa, Malta |
| Eigentümer | Staat Malta; in der Anfangszeit war Pakistan International Airlines Partner und Anteilseigner, 1979 wurde dieser Anteil übernommen |
| Geschäftsmodell | Nationale Airline mit Linienflügen von Malta nach Europa und Nordafrika, dazu Charterverkehr |
| Heimatflughafen | Flughafen Malta in Luqa (MLA) |
| Allianz | keine; Codeshares unter anderem mit Lufthansa, Swiss, Austrian, KLM, Emirates und Turkish Airlines |
| Flottengenerationen | Boeing 720B, Boeing 737-200 und 737-300, Avro RJ70, Airbus A310, A319, A320 und zuletzt A320neo |
| Letzte Flotte | Airbus A320neo und wenige ältere A320, je mit Business und Economy |
| Nachfolgerin | KM Malta Airlines (IATA KM, ICAO KMM) – keine Rechtsnachfolgerin, übernahm aber Flugzeuge und IATA-Code |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Air Malta?
- Das Malteserkreuz als Markenzeichen – das Symbol der Insel begleitete die Airline über Jahrzehnte
- Ab 2012 stand am Rumpf oft nur noch „Malta“ statt „Air Malta“, der Firmenname blieb aber unverändert
- Maltesische Kennzeichen mit 9H-, die A320neo meist in der Serie 9H-NE…
- Flugnummer mit KM, im Flugplan der Flugsicherung AMC und im Funk „AIR MALTA“
- Ab 2023 eine Bemalung mit Rot und Dunkelrot am Heck, deren Optik bei KM Malta Airlines sehr ähnlich weiterlebt
- Sonderbemalungen wie die Retro-Lackierung auf 9H-AEI (2014–2020) zum 40. Jubiläum
Air Malta gibt es seit dem Frühjahr 2024 nicht mehr – und doch begegnet sie dir weiterhin. In alten Fotoarchiven, in Spotter-Logbüchern aus fünf Jahrzehnten und sogar am Himmel, denn viele ihrer letzten Flugzeuge fliegen heute unter neuem Namen weiter. Diese Seite zeigt dir, wie die maltesische Nationalairline aufgebaut war, welche Flugzeuge sie im Lauf der Jahre eingesetzt hat und wie du ihre Sichtungen sauber von denen der Nachfolgerin trennst.
Alte Sichtungen, sauber sortiert
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch die Air-Malta-Bilder aus deinem Archiv. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Air Malta im Überblick
Air Malta war von 1973 bis März 2024 die nationale Airline Maltas. Sitz war Luqa, Heimatbasis der Flughafen Malta direkt nebenan. Die Gesellschaft gehörte dem maltesischen Staat und verband die kleine Inselrepublik vor allem mit Städten in Europa, dazu kamen Ziele in Nordafrika und im Nahen Osten sowie Charterflüge.
Für eine Insel ohne Bahn- und Straßenanbindung ans Festland war die Airline mehr als ein Unternehmen. Sie war Verbindung für Einheimische, Lieferant von Touristen und ein nationales Symbol – sichtbar am Malteserkreuz, das über Jahrzehnte zum Erscheinungsbild gehörte. Genau diese Rolle erklärt, warum der Staat Air Malta immer wieder stützte, und auch, warum er nach dem Aus sofort eine neue Gesellschaft an ihre Stelle setzte.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code KM: stand in der Flugnummer, also auf Anzeigetafeln, Tickets und in Flugplänen. Diesen Code nutzt heute KM Malta Airlines weiter – daher auch ihr Name.
- ICAO-Code AMC: stand im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern. Mit dem Ende von Air Malta verschwand er; die Nachfolgerin fliegt als KMM.
- Rufzeichen AIR MALTA: so meldete sich die Besatzung im Funk. Heute hörst du stattdessen „SKY KNIGHT“.
Gerade weil der IATA-Code geblieben ist, kommt es leicht zu Verwirrung: Eine KM-Flugnummer sagt dir allein nicht, ob Air Malta oder KM Malta Airlines geflogen ist. Den Unterschied zwischen beiden Code-Systemen erklärt der Beitrag zu IATA- und ICAO-Codes.
Stichtag merken
Alles bis einschließlich 30. März 2024 ist Air Malta (AMC), alles ab dem 31. März 2024 ist KM Malta Airlines (KMM). Wenn du alte Fotos nachträgst, ist das Aufnahmedatum in den EXIF-Daten dein wichtigster Anhaltspunkt.
Geschichte: von der Boeing 720B bis zur A320neo
Die Anfänge mit PIA
Gegründet wurde Air Malta am 31. März 1973 auf Beschluss des maltesischen Parlaments. Als internationalen Partner holte die Regierung Pakistan International Airlines an Bord. Bis die neue Airline eigene Flugzeuge hatte, wickelte die britische BEA den Malta-Verkehr im Auftrag ab.
Am 1. April 1974 startete Air Malta den eigenen Flugbetrieb – mit zwei Boeing 720B, die PIA samt Besatzung zur Verfügung stellte. Angeflogen wurden unter anderem Rom, Tripolis, London, Manchester, Frankfurt und Paris, dazu Dublin. 1979 übernahm Malta den Anteil von PIA. Die 720B blieb bis Ende der 1980er-Jahre im Einsatz und prägte die frühe Air Malta.
Die Boeing-737-Jahre
Ab 1980 kamen Boeing 737 dazu: zunächst drei geleaste 737-200, 1983 die ersten eigenen Exemplare. Die 737-200 blieb bis 2004 Teil der Flotte. Anfang der 1990er bestellte Air Malta die modernere 737-300, die von 1993 bis 2008 flog, und für kürzere Strecken nach Sizilien und Tunesien die Avro RJ70, einen vierstrahligen Regionaljet, der allerdings nur von 1994 bis 1998 blieb.
Kurz darauf folgte ein Ausflug in die Großraumklasse: Von 1994 bis 1996 setzte Air Malta zwei geleaste Airbus A310 ein, unter anderem auf der Strecke nach Dubai. Neben dem Linienverkehr baute die Airline weitere Geschäftsfelder auf. Über die Tochter Malta Air Charter lief von Anfang der 1990er bis Herbst 2004 ein Hubschrauber-Pendel zur Nachbarinsel Gozo, zudem war Air Malta an Medavia beteiligt, einer Gesellschaft mit Turboprops für die Ölindustrie in Libyen.
Umstellung auf Airbus
Die erste Airbus A320 bestellte Air Malta bereits 1987. Ab 2001 kam die kürzere A319 dazu, die bis 2019 flog. Mit dem Abschied der letzten 737 im Jahr 2008 setzte Air Malta im Kern nur noch auf Airbus. Ab dem Winter 2006/07 arbeitete sie im Codeshare mit Lufthansa zusammen und teilte sich mit ihr eine Wartungsbasis am Flughafen Malta.
Rettungspakete und ein Lichtblick
Wirtschaftlich blieb Air Malta ein Sorgenkind. Im Juli 2012 genehmigte die EU-Kommission ein Rettungspaket von 130 Millionen Euro, im selben Monat bekam die Airline ein neues Erscheinungsbild. 2016 kündigte Alitalia an, 49 Prozent übernehmen zu wollen – im Januar 2017 war der Plan wieder vom Tisch.
Danach folgte eine Phase mit neuen Strecken, etwa nach Lissabon, Kiew, Tunis und Casablanca. Für das Geschäftsjahr 2018 meldete Air Malta einen kleinen Gewinn von 1,2 Millionen Euro – laut Airline der erste seit 18 Jahren. Im Juni 2018 kam mit 9H-NEO die erste A320neo in die Flotte.
Das Ende 2024
Im August 2022 erklärte die Regierung, sie werde Air Malta auflösen, falls die EU weitere Hilfen nicht genehmige. Genau das geschah: Im April 2023 lehnte die EU-Kommission eine Kapitalspritze von rund 290 Millionen Euro ab. Am 2. Oktober 2023 verkündete die Regierung das Aus zum 30. März 2024 und gründete gleichzeitig KM Malta Airlines.
1973
Gründung am 31. März, PIA wird Partner und Anteilseigner.
1974
Eigener Flugbetrieb ab 1. April mit zwei von PIA geleasten Boeing 720B.
1980–2008
Boeing-737-Ära mit 737-200 und 737-300, parallel der Einstieg bei Airbus.
2018
Die erste A320neo, 9H-NEO, kommt nach Malta.
30. März 2024
Letzter Betriebstag von Air Malta, am Folgetag fliegt KM Malta Airlines.
Ehemalige Air-Malta-Jets wiederfinden
Leg einen Sichtungs-Alarm für Kennzeichen wie 9H-NEO an und lass dich benachrichtigen, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die Flotte im Wandel
Air Malta hatte nie eine große Flotte, aber eine abwechslungsreiche. Für Spotter mit Archiv lohnt sich der Blick auf die wichtigsten Typen:
| Typ | Zeitraum | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Boeing 720B | 1974 bis Ende der 1980er | Anfangs von PIA geleast, vierstrahlig, heute eine echte Rarität im Fotoarchiv |
| Boeing 737-200 | 1980–2004 | Schlanke, lange Triebwerke unter dem Flügel – der Klassiker der 1980er |
| Boeing 737-300 | 1993–2008 | Dickere CFM-Triebwerke mit abgeflachter Unterseite |
| Avro RJ70 | 1994–1998 | Vier Triebwerke, Schulterdecker, nur wenige Jahre im Dienst |
| Airbus A310 | 1994–1996 | Zwei geleaste Großraumjets, u. a. für Dubai |
| Airbus A319 | 2001–2019 | Kürzer als die A320, mit nur einem Paar Notausgänge über dem Flügel |
| Airbus A320 | nach der Bestellung 1987 bis 2024 | Das Rückgrat der Flotte über Jahrzehnte |
| Airbus A320neo | 2018–2024 | Die letzte Generation, heute bei KM Malta Airlines im Einsatz |
Daneben tauchen in Flottenlisten weitere Typen auf, die Air Malta teils nur kurz oder per Leasing betrieb, darunter die BAC One-Eleven, die Boeing 727 und die McDonnell Douglas MD-90. Für solche Sichtungen lohnt sich besondere Sorgfalt: Oft flogen geleaste Maschinen mit fremdem Kennzeichen und nur teilweise angepasster Bemalung.
Zum Schluss bestand die Flotte fast nur noch aus A320neo, ergänzt um wenige ältere A320. Beide Typen flogen mit einer kleinen Business-Kabine vorn und Economy dahinter. Wie du die Generationen am Spot auseinanderhältst, zeigt der Vergleich A320neo oder ceo.
Typisch Air Malta A320neo
- Große Triebwerke mit deutlich größerem Durchmesser
- Sharklets an den Flügelspitzen
- Kennzeichen meist aus der Serie 9H-NE…
- Ab 2018 ausgeliefert, die letzten beiden 2023 mit vereinfachter Bemalung
Typisch Air Malta A320 (ceo)
- Kleinere Triebwerke, meist kleine Flügelspitzen-Zäune statt Sharklets
- Kennzeichen wie 9H-AEI oder 9H-AEO
- Träger der bekannten Sonderbemalungen wie 9H-AEI und 9H-AEO
- Zum Ende nur noch wenige Exemplare aktiv
Woran du Air Malta erkennst
Das wichtigste Erkennungszeichen war das Malteserkreuz – das Symbol der Insel und ihrer Ritter-Tradition. Es gehörte über die verschiedenen Bemalungsgenerationen hinweg zum Auftritt der Airline. Mit dem neuen Erscheinungsbild ab 2012 verschwand das Wort „Air“ von vielen Rumpftiteln, dort stand dann vor allem „Malta“. Der Firmenname blieb dabei laut Airline unverändert.
2023 führte Air Malta eine weitere Bemalung mit Rot und Dunkelrot am Heck ein. Bei KM Malta Airlines lebt eine sehr ähnliche Optik weiter, weshalb die Grenze zwischen alt und neu am Flugzeug selbst kaum zu sehen ist. Die beiden zuletzt ausgelieferten A320neo bekamen aus Kostengründen eine vereinfachte Variante.
Begehrte Motive waren zwei Sonderbemalungen:
- 9H-AEI, eine A320, trug von April 2014 bis Mai 2020 eine Retro-Bemalung im Stil von 1974 – zum 40. Geburtstag der Airline. Mehr zu solchen Lackierungen findest du im Beitrag über Retro-Liveries.
- 9H-AEO, ebenfalls eine A320, warb von 2012 bis 2022 für Valletta als Kulturhauptstadt Europas 2018.
Achtung Verwechslung
Malta Air und Air Malta klingen fast gleich, sind aber zwei völlig verschiedene Airlines. Malta Air gehört zur Ryanair Group und fliegt Boeing 737 meist in Ryanair-Optik, Air Malta war die staatliche Nationalairline mit Airbus-Flotte. Ebenfalls in Malta zugelassen ist Lauda Europe – auch sie hat mit Air Malta nichts zu tun.
Air Malta im deutschsprachigen Raum
Für Spotter in Deutschland, Österreich und der Schweiz war Air Malta kein Alltagsgast, aber ein regelmäßiger. Zu den Zielen gehörten im Lauf der Jahre unter anderem Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle, München, Stuttgart, Wien, Genf und Zürich – nicht alle ganzjährig und nicht alle zur gleichen Zeit. Frankfurt stand schon 1974 im ersten Flugplan.
Weil die Flotte klein war, ließ sich jedes Flugzeug mit etwas Geduld einzeln abhaken. Über Codeshares mit Lufthansa, Swiss und Austrian war Air Malta zudem eng mit den großen Drehkreuzen verbunden. In Italien bestand am Ende ein Codeshare mit ITA Airways.
Air Malta gehört ins Logbuch, wenn …
- die Aufnahme vom 30. März 2024 oder früher stammt
- auf dem Tracker AMC oder im Funk „AIR MALTA“ stand
Genau prüfen, wenn …
- das Foto aus dem Frühjahr 2024 stammt und kein Datum gesichert ist
- eine geleaste Maschine mit fremdem Kennzeichen im Air-Malta-Dienst flog
Kein Air-Malta-Eintrag, wenn …
- die Sichtung ab dem 31. März 2024 stammt – dann ist es KM Malta Airlines
- eine Boeing 737 in Ryanair-Optik mit 9H-Kennzeichen zu sehen ist – das ist Malta Air
Air-Malta-Sichtungen sauber dokumentieren
Bei einer historischen Airline zählt jedes Detail. Mit diesen Schritten bleiben deine Einträge auch Jahre später eindeutig:
Datum sichern
Prüf das Aufnahmedatum. Der Stichtag 30./31. März 2024 trennt Air Malta von KM Malta Airlines.
Kennzeichen lesen
9H- steht für Malta. Notier das vollständige Kennzeichen, denn dieselben A320neo flogen für beide Airlines.
Typ bestimmen
720B, 737, A319, A320 oder A320neo – die Generation verrät oft schon das Jahrzehnt.
Bemalung notieren
Klassisch, ab 2012, Rot ab 2023 oder Sonderlackierung: Das macht dein Archiv später durchsuchbar.
Wenn du ältere Bilder nachträgst, hilft dir der Leitfaden Sichtungen im Logbuch dokumentieren. Warum so viele Flugzeuge überhaupt ein maltesisches 9H-Kennzeichen tragen, auch ohne je für Air Malta geflogen zu sein, erklärt der Beitrag über Registrierungen in Irland, Bermuda und Malta. Und falls ein ehemaliges Air-Malta-Flugzeug heute mit anderem Kennzeichen unterwegs ist, lohnt der Blick in den Artikel zu Umregistrierungen.
Häufige Verwechslungen
- Air Malta mit Malta Air verwechseln – Malta Air ist eine Ryanair-Tochter mit Boeing 737, Air Malta war die staatliche Airline mit Airbus.
- KM-Flugnummer automatisch Air Malta zuordnen – seit dem 31. März 2024 fliegt unter KM die Nachfolgerin KM Malta Airlines.
- Rote Heckbemalung als Beweis für KM Malta nehmen – diese Optik führte schon Air Malta 2023 ein.
- Jedes 9H-Kennzeichen für Air Malta halten – in Malta sind zahlreiche Airlines und Leasingflugzeuge registriert.
- A320 und A320neo gleichsetzen – Triebwerksgröße und Sharklets verraten die Generation.
- Air Malta für eine Low-Cost-Airline halten – sie war eine klassische Nationalairline mit Business-Klasse und Codeshare-Partnern.
Dein Malta-Archiv in Planetrack
Poste deine Air-Malta-Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, sammle sie im Hangar und teile Raritäten wie die Retro-A320 mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Air Malta war eine kleine Airline mit großer Bedeutung für ihr Land. In fünfzig Jahren flog sie Boeing 720B, zwei Generationen der Boeing 737, mehrere Airbus-Typen und zuletzt die A320neo. Das Ende kam nicht durch einen Konkurs im klassischen Sinn, sondern durch das EU-Beihilferecht – und mit einem nahtlosen Übergang auf KM Malta Airlines. Für Spotter heißt das: Das Kennzeichen allein reicht nicht, erst Datum und ICAO-Code machen eine Sichtung eindeutig.
Kurzfazit
Air Malta (IATA KM, ICAO AMC) war von 1973 bis März 2024 die nationale Airline Maltas. Ihre letzten A320neo fliegen heute für KM Malta Airlines – alles bis zum 30. März 2024 gehört als Air Malta ins Logbuch.
Zusammenfassung
- Air Malta war über fünf Jahrzehnte Maltas Verbindung zur Welt: eine kleine Netzwerk-Airline mit Heimat Luqa und Flügen vor allem nach Europa und Nordafrika.
- Die Flottengeschichte reicht von der Boeing 720B über Boeing 737-200 und 737-300 bis zur A320neo – ein dankbares Thema für Fotoarchive und historische Logbücher.
- Nach Jahren mit Verlusten und mehreren Rettungspaketen lehnte die EU-Kommission 2023 weitere Hilfen ab. Air Malta flog bis 30. März 2024, am Tag darauf übernahm KM Malta Airlines.
- Wer heute alte Air-Malta-Fotos sortiert, sollte auf Datum, ICAO-Code und Kennzeichen achten – und Air Malta nicht mit der Ryanair-Tochter Malta Air verwechseln.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Air Malta?
Air Malta flog mit dem IATA-Code KM und dem ICAO-Code AMC. Im Funk meldete sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „AIR MALTA“. Den IATA-Code KM nutzt heute die Nachfolgerin KM Malta Airlines weiter, sie hat aber den neuen ICAO-Code KMM und das Rufzeichen „SKY KNIGHT“.
Gibt es Air Malta noch?
Nein. Air Malta hat den Flugbetrieb am 30. März 2024 eingestellt. Seit dem 31. März 2024 fliegt KM Malta Airlines als nationale Airline Maltas. Sie ist keine rechtliche Nachfolgerin, hat aber Flugzeuge und den IATA-Code KM übernommen.
Warum wurde Air Malta eingestellt?
Air Malta schrieb über viele Jahre Verluste und war wiederholt auf Staatsgeld angewiesen. 2012 genehmigte die EU-Kommission noch ein Rettungspaket von 130 Millionen Euro. Eine weitere Kapitalspritze von rund 290 Millionen Euro lehnte sie im April 2023 ab. Die Regierung kündigte daraufhin im Oktober 2023 an, Air Malta zu schließen und durch eine neue Gesellschaft zu ersetzen.
Ist Air Malta dasselbe wie Malta Air?
Nein. Air Malta war die staatliche Nationalairline. Malta Air ist eine Airline der Ryanair Group mit maltesischer Zulassung, die im Ryanair-Netz und meist in Ryanair-Optik fliegt. Die Namen ähneln sich, die Gesellschaften haben aber nichts miteinander zu tun.
Welche Flugzeuge flog Air Malta?
In den Anfangsjahren vor allem die Boeing 720B, zunächst von PIA geleast. Ab 1980 kamen Boeing 737-200 dazu, in den 1990ern Boeing 737-300, Avro RJ70 und für kurze Zeit zwei Airbus A310. Ab den späten 1980ern bestellte Air Malta Airbus A320, ab 2001 kamen A319 dazu. 2018 wurde die erste A320neo übernommen, zum Schluss bestand die Flotte fast nur noch aus A320neo und wenigen älteren A320.
Gehörte Air Malta zu einer Allianz?
Nein. Air Malta war in keiner der großen Allianzen Mitglied. Sie arbeitete aber mit vielen Airlines über Codeshares zusammen, ab dem Winter 2006/07 zum Beispiel mit Lufthansa, später auch mit Swiss, Austrian, KLM, Emirates und Turkish Airlines.
Wohin flog Air Malta im deutschsprachigen Raum?
Zu den Zielen gehörten unter anderem Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle, München, Stuttgart, Wien, Genf und Zürich – nicht alle ganzjährig und nicht alle gleichzeitig. Heute fliegt KM Malta Airlines einen Teil dieser Verbindungen weiter.
Welche Sonderbemalungen hatte Air Malta?
Besonders bekannt sind zwei: Die A320 9H-AEI trug von 2014 bis 2020 eine Retro-Bemalung im Stil von 1974 zum 40. Jubiläum. Die A320 9H-AEO warb von 2012 bis 2022 für Valletta als Kulturhauptstadt Europas 2018.
Air Malta im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypBoeing 720
Etwas kürzer, leichter und mit überarbeitetem Flügel: Die Boeing 720 war die Mittelstrecken-Ableitung der 707. United, Western und auch Lufthansa flogen sie, Pratt & Whitney Canada testete damit bis 2010 Triebwerke. So erkennst du den seltenen Vierstrahler und erfährst, wo er heute steht.
FlugzeugtypBoeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypAvro RJ70
Der Avro RJ70 ist die modernisierte Fassung der BAe 146-100 – gleicher kurzer Rumpf, neue Triebwerke, digitales Cockpit. Mit nur zwölf gebauten Exemplaren ist er das seltenste Serienmitglied der ganzen Jumbolino-Familie.
FlugzeugtypAirbus A310
Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.
Weitere Airlines
KM Malta Airlines
Maltas nationale Airline seit dem 31. März 2024: Nachfolgerin von Air Malta, Heimat am Flughafen Luqa, eine kleine und sehr junge Flotte aus Airbus A320neo – und ein neuer ICAO-Code, der alte Logbücher durcheinanderbringt.
Low-CostMalta Air
Die maltesische Schwester von Ryanair: 2019 gegründet, heute eine der größten Gesellschaften der Group – mit Boeing 737-800 und 737-8200, 9H-Kennzeichen und Flügen unter Ryanair-Flugnummern weit über Malta hinaus.
CharterLauda Europe
Die maltesische Tochter der Ryanair Group fliegt als einzige Gesellschaft des Konzerns Airbus A320 – meist im Wet Lease unter Ryanair-Flugnummern, zum Beispiel ab Wien, Palma und Zagreb.
NetzwerkPakistan International Airlines
Die Flag Carrier Pakistans aus Karatschi: Boeing-777-Langstrecke, A320 und ATR, viereinhalb Jahre Flugverbot in Europa und seit 2025 wieder in Paris und Manchester zu sehen.
NetzwerkLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
NetzwerkAlitalia
Historische Nationalairline Italiens: 1946 gegründet, Drehkreuz Rom-Fiumicino, ab 1960 mit DC-8 und Caravelle im Jetzeitalter, später SkyTeam – nach mehreren Pleiten endete der Flugbetrieb am 14. Oktober 2021.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Malta
Malta hat nur einen internationalen Flughafen – und der ist für Spotter weit mehr als ein Ferienflughafen: zwei Bahnen auf engem Raum, große Wartungsbetriebe im Safi Aviation Park, abgestellte Flugzeuge aus aller Welt und Ryanairs Malta Air direkt vor der Haustür.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
Passende Guides aus dem Blog
- Retro-Lackierungen: Heritage-Liveries von Lufthansa, British Airways, American und Co.
- IATA- und ICAO-Codes erklärt: Flughäfen, Airlines und Flugzeugtypen entschlüsseln
- A320neo oder ceo? Triebwerke, Sharklets und weitere Erkennungsmerkmale
- Warum so viele Flugzeuge in Irland, Bermuda oder Malta registriert sind
- Sichtungen dokumentieren: vom Notizbuch zum digitalen Logbuch
- Umregistrierung: Warum Flugzeuge neue Kennzeichen bekommen



