Das Wichtigste in Kürze
- Ukraine International Airlines war die wichtigste Airline der Ukraine und hatte ihr Drehkreuz in Kyjiw-Boryspil.
- Codes: IATA PS, ICAO AUI, Rufzeichen „UKRAINE INTERNATIONAL“.
- Boeing prägte die Flotte: von der 737-200 der Anfangsjahre über 737-800 und 737-900ER bis zu 767-300ER und 777-200ER, ergänzt um Embraer-Jets.
- Flug PS752 wurde am 8. Januar 2020 kurz nach dem Start in Teheran von zwei Raketen der iranischen Revolutionsgarden getroffen; alle 176 Menschen an Bord starben.
- Mit dem russischen Angriff am 24. Februar 2022 endete der Linienbetrieb, Ende 2023 folgte das Insolvenzverfahren.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Ukraine International Airlines im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Flotte: Boeing durch alle Generationen
- 4.737 Classic oder 737 NG? So ordnest du alte UIA-Fotos
- 5.Woran du UIA erkennst
- 6.Flug PS752: der Abschuss über Teheran
- 7.Das Ende: Krieg, Stillstand und Insolvenz
- 8.UIA in Europa: wo die Airline zu sehen war
- 9.Häufige Verwechslungen
- 10.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | PS |
|---|---|
| ICAO-Code | AUI |
| Rufzeichen | UKRAINE INTERNATIONAL |
| Drehkreuze | KBP |
| Status | Historisch – Linienbetrieb seit dem 24. Februar 2022 eingestellt, Ende 2023 Insolvenzverfahren und Verkauf der Markenrechte |
| Geschäftsmodell | Netzwerk-Airline mit Umsteigeverkehr über Kyjiw, Kurz-, Mittel- und Langstrecke |
| Sitz und Drehkreuz | Kyjiw, Drehkreuz am Flughafen Kyjiw-Boryspil (KBP) |
| Gegründet | 1992, erster Linienflug im November 1992 von Kyjiw nach London |
| Frühe Anteilseigner | Ukrainischer Staat, Leasinggeber Guinness Peat Aviation, später Austrian Airlines, Swissair und die Osteuropabank EBRD; 2011 verkaufte der Staat seine Mehrheit |
| Flottentypen (Auswahl) | Boeing 737-200 bis 737-900ER, Boeing 767-300ER, Boeing 777-200ER, Embraer 190 und 195 |
| Allianz | keine; bis Ende 2018 Partner des Vielfliegerprogramms Flying Blue |
| Vielfliegerprogramm | Panorama Club |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Ukraine International Airlines?
- Ukrainisches Kennzeichen mit Präfix UR-, oft mit „PS“ in den Buchstaben wie bei UR-PSR
- Schriftzug „Ukraine International“ am weißen Rumpf, dazu eine überwiegend blaue Gestaltung
- Auf Trackern und im Flugplan früher mit dem ICAO-Code AUI, Flugnummern mit PS
- Flotte fast nur Boeing: 737 aller Generationen bis zur 737-900ER, dazu 767-300 und zeitweise 777-200ER
- Auf der Kurzstrecke die Embraer 190 und 195
- Heute nur noch auf Archivfotos – seit Februar 2022 fliegt keine UIA mehr im Linienverkehr
Wer zwischen den späten 1990er-Jahren und 2022 an europäischen Flughäfen unterwegs war, kennt sie: Ukraine International Airlines, kurz UIA. Die Airline aus Kyjiw verband die Ukraine mit Westeuropa, dem Nahen Osten und Nordamerika und war für viele Reisende eine günstige Umsteigeoption. Heute ist UIA Geschichte – der Linienbetrieb endete mit dem russischen Angriff im Februar 2022, und 2020 erschütterte der Abschuss von Flug PS752 die Airline. Diese Seite ordnet ein, was UIA ausmachte, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos und im Logbuch erkennst.
Deine Archiv-Sichtungen im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline fest – auch historische Aufnahmen aus deinem Fotoarchiv. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Ukraine International Airlines im Überblick
Ukraine International Airlines war eine ukrainische Netzwerk-Airline mit Sitz in Kyjiw und Drehkreuz am Flughafen Kyjiw-Boryspil. Gegründet wurde sie 1992, kurz nach der Unabhängigkeit der Ukraine. Der erste Linienflug führte im November 1992 von Kyjiw nach London. Anders als viele Airlines im postsowjetischen Raum setzte UIA von Anfang an auf westliches Gerät: Statt Tupolew und Iljuschin standen Boeing 737 auf dem Vorfeld.
Hinter dem Start standen der ukrainische Staat und der irische Leasinggeber Guinness Peat Aviation. Mitte der 1990er-Jahre stiegen Austrian Airlines und Swissair ein, 2000 folgte die Osteuropabank EBRD. 2011 verkaufte der Staat seine Mehrheitsbeteiligung an private Anteilseigner. Als 2013 die Konkurrentin Aerosvit zusammenbrach, übernahm UIA viele ihrer Strecken und wurde endgültig zur wichtigsten Passagierairline des Landes.
Das Geschäftsmodell war klassisch: Flüge aus ganz Europa, dem Kaukasus, Zentralasien und dem Nahen Osten liefen in Boryspil zusammen, von dort ging es weiter. Vor der Einstellung bediente UIA über 80 Ziele, darunter Langstrecken nach New York und Toronto. Wegen der günstigen Tarife war UIA vor allem bei Umsteigern beliebt.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code PS: stand in der Flugnummer, etwa auf Anzeigetafeln und Tickets – so auch bei „PS752“.
- ICAO-Code AUI: tauchte im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern auf.
- Rufzeichen UKRAINE INTERNATIONAL: so meldeten sich die Crews im Funk.
Für dein Logbuch heißt das: Wenn du alte Tracker-Daten oder Fotos sortierst, ist AUI der eindeutige Schlüssel. Der IATA-Code PS ist nach dem Ende der Airline nicht automatisch an eine andere Gesellschaft übergegangen, aber IATA-Codes können grundsätzlich neu vergeben werden – notiere deshalb immer das Datum der Sichtung.
Alte Sichtungen sauber zuordnen
Notiere zu jeder UIA-Sichtung Kennzeichen, Typ und Datum. Wie du über das Kennzeichen das weitere Leben eines Flugzeugs nachverfolgst, erklärt der Guide Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.
Die Flotte: Boeing durch alle Generationen
Die Flottengeschichte von UIA ist für Spotter besonders spannend, weil sie fast die gesamte Entwicklung der Boeing 737 abbildet – von der 737-200 über 737-300, 737-400 und 737-500 bis zur Next Generation. Die Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Flottenübersichten; einzelne Jahreszahlen können je nach Quelle leicht abweichen.
| Typ | Zeitraum bei UIA (ca.) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-200 | 1994–2005 | Erste Westjets, auch Fracht | Schlanke, lange Triebwerke unter dem Flügel |
| Boeing 737-300, -400, -500 | 1993 bis 2018 | Rückgrat der Kurz- und Mittelstrecke | 737 Classic mit „Hamsterbacken“-Triebwerken |
| Boeing 737-800 | 2009–2022 | Hauptmuster der letzten Jahre | 737 Next Generation, meist mit Winglets |
| Boeing 737-900ER | 2013–2022 | Längste 737 der Flotte | Zusätzliche Notausgänge hinter dem Flügel |
| Boeing 767-300ER | 2013–2021 | Langstrecke | Zweistrahliger Großraumjet mit zwei Gängen |
| Boeing 777-200ER | 2018–2020 | Langstrecke, geleast | Großes Triebwerk, sechsrädrige Hauptfahrwerke |
| Embraer 190 | 2013–2022 | Regionale Strecken | Kleinerer Jet mit vier Sitzen pro Reihe |
| Embraer 195 | 2019–2022 | Regionale Strecken, geleast | Gestreckte Version der 190 |
| Antonov An-148 | 2011–2013 | Kurzzeitiger Einsatz | Schulterdecker, Triebwerke unter dem hoch angesetzten Flügel |
Die meisten Flugzeuge der letzten Jahre waren Boeing 737-800 und 737-900ER. Für die Langstrecke nach Nordamerika und Asien kam die Boeing 767-300ER zum Einsatz, für kurze Zeit ergänzt um geleaste 777-200ER. Auf dünneren Strecken flogen die Embraer 190 und die etwas längere Embraer 195. Hersteller der meisten Maschinen war Boeing, die E-Jets stammen von Embraer. Ganz ohne Airbus ging es übrigens nicht: 2016 und 2017 war kurzzeitig ein geleaster Airbus A330-200 im Einsatz.
Eine Kuriosität ist die 737 MAX 8: UIA hatte eine Maschine geleast, sie kam wegen des weltweiten Flugverbots für den Typ ab 2019 aber nie in den Linieneinsatz. Und mit der An-148 flog UIA kurzzeitig auch ein Muster des heimischen Herstellers Antonov – eine Ausnahme in einer sonst westlich geprägten Flotte. Zur Unterscheidung der beiden Langstrecken-Boeings hilft dir der Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Ehemalige UIA-Jets wiederfinden
Setz Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn ein bekanntes Flugzeug unter neuer Flagge in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
737 Classic oder 737 NG? So ordnest du alte UIA-Fotos
Viele Spotter haben UIA-Aufnahmen aus zwei Epochen im Archiv: die 737 Classic der Anfangsjahre und die 737 Next Generation der späteren Jahre. Beim Sortieren helfen dir ein paar Merkmale.
Das spricht für eine 737 Classic (-300/-400/-500)
- Triebwerkseinlass unten abgeflacht
- Meist keine Winglets
- Kürzere Flügel mit kleinerer Spannweite
- Auf älteren Fotos bis etwa 2018
Das spricht für eine 737 NG (-800/-900ER)
- Größere Flügel, häufig mit hochgezogenen Winglets
- Längerer Rumpf, bei der -900ER mit extra Notausgängen
- Auf Fotos aus den Jahren ab 2009
Die -800 und die -900ER verwechselst du leicht. Das sicherste Merkmal der -900ER ist das zusätzliche Paar Notausgänge hinter dem Flügel. Bei den Embraer-Jets entscheidet die Länge: Die 195 ist sichtbar länger als die 190 – Details findest du im Guide Embraer E-Jets unterscheiden.
Woran du UIA erkennst
Die Flugzeuge trugen einen weißen Rumpf mit dem Schriftzug „Ukraine International“ und eine überwiegend blaue Gestaltung. Verlässlicher als die Farben ist aber das Kennzeichen: Ukrainische Flugzeuge tragen das Präfix UR-, bei UIA tauchten häufig die Buchstaben „PS“ auf – wie bei der UR-PSR, der Maschine von Flug PS752. Mehr zum System hinter den Länderpräfixen erklärt der Artikel Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Kennzeichen lesen
UR- am Heck zeigt die ukrainische Registrierung. Bei geleasten Maschinen kann ein anderes Präfix stehen.
Typ bestimmen
737 Classic, 737 NG, 767, 777 oder Embraer – die Generation hilft beim Datieren des Fotos.
Datum prüfen
Fotos nach Februar 2022 zeigen keine UIA im Linienbetrieb mehr, sondern abgestellte oder umregistrierte Flugzeuge.
Sauber notieren
Halte Airline, Kennzeichen und Typ getrennt fest – so findest du das Flugzeug auch unter neuem Betreiber wieder.
Flug PS752: der Abschuss über Teheran
Am 8. Januar 2020 startete Flug PS752 kurz nach sechs Uhr morgens Ortszeit in Teheran in Richtung Kyjiw. An Bord der Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen UR-PSR waren 167 Passagiere und 9 Besatzungsmitglieder. Nur wenige Minuten nach dem Start wurde das Flugzeug von zwei Boden-Luft-Raketen der iranischen Revolutionsgarden getroffen und stürzte ab. Niemand überlebte. Die Maschine war erst rund dreieinhalb Jahre alt.
Der Abschuss geschah in einer Nacht hoher Spannung: Kurz zuvor hatte Iran Stützpunkte im Irak angegriffen, auf denen US-Truppen stationiert waren. Die Flugabwehr hielt das startende Verkehrsflugzeug für ein feindliches Ziel. Iran stritt eine Verantwortung zunächst ab und räumte den Abschuss am 11. Januar 2020 ein.
Nach der offiziellen ukrainischen Opferliste stammten die meisten Opfer aus Iran und Kanada, weitere aus der Ukraine, Schweden, Afghanistan und Großbritannien. Viele Passagiere wollten über Kyjiw nach Kanada weiterreisen – deshalb ist PS752 dort bis heute ein großes Thema. 2023 brachten Kanada, die Ukraine, Schweden und Großbritannien den Fall vor den Internationalen Gerichtshof. Auch Zivilgerichte in Kanada beschäftigten sich mit dem Fall – mit Klagen gegen Iran ebenso wie mit Entschädigungsfragen gegenüber der Airline.
Ein Kapitel mit Respekt behandeln
PS752 war der einzige tödliche Unfall in der Geschichte von UIA. Wenn du über das Thema postest oder Fotos der UR-PSR teilst, denk an die Angehörigen. Sachliche Einordnung ist wichtiger als Spekulation.
Für die Luftfahrt hatte der Fall Folgen über die Airline hinaus: Er löste eine breite Debatte über Flüge in der Nähe von Konfliktgebieten aus und darüber, wann Lufträume geschlossen werden müssen.
Das Ende: Krieg, Stillstand und Insolvenz
Schon vor 2022 war UIA wirtschaftlich angeschlagen. Nach der Annexion der Krim brach der Verkehr nach Russland ein, seit 2015 waren Direktflüge zwischen beiden Ländern verboten. Ende 2019 strich die Airline wegen anhaltender Verluste Ziele wie Amman, Riga, Peking und Minsk. Die Corona-Pandemie traf das Umsteigemodell zusätzlich hart.
Den endgültigen Einschnitt brachte der 24. Februar 2022: Mit dem russischen Angriff wurde der ukrainische Luftraum für den zivilen Verkehr geschlossen. Flugzeuge, die gerade im Ausland waren, blieben dort – mehrere 737 wurden auf dem Flughafen Castellón in Spanien abgestellt. Geleaste Maschinen gingen nach und nach an ihre Eigentümer zurück. Im Herbst 2022 kam der Restbetrieb zum Erliegen, Ende 2023 folgte das Insolvenzverfahren, und die Markenrechte wurden an einen neuen Eigentümer verkauft.
Eine Wiederbelebung von UIA in alter Form gilt als unwahrscheinlich. Aktiv geblieben ist dagegen etwa Antonov Airlines, die ihre Großraumfrachter seit Kriegsbeginn vom Ausland aus einsetzt.
Spannend für dich, wenn …
- du alte Fotos aus Wien, Frankfurt oder anderen Flughäfen mit UIA-Verkehr im Archiv hast
- du Kennzeichen sammelst und Flugzeuge über mehrere Betreiber verfolgst
- du dich für 737-Generationen und ihre Unterschiede interessierst
Prüf es genau, wenn …
- du eine ehemalige UIA-Maschine heute bei einem anderen Betreiber vermutest – Seriennummer abgleichen
Keine Chance, wenn …
- du auf einen aktuellen Linienflug mit PS-Flugnummer hoffst
UIA in Europa: wo die Airline zu sehen war
In Mitteleuropa war UIA an vielen großen Flughäfen Stammgast. Besonders eng war die Verbindung zu Wien, wo Austrian Airlines lange Partner und Anteilseigner war. Auch in Frankfurt und München gehörten die Boeing 737 von UIA zum gewohnten Bild. Mit Codeshare-Partnern wie Turkish Airlines, airBaltic, KLM und Air France war die Airline gut ins europäische Netz eingebunden, ohne jemals einer der großen Allianzen beizutreten – auch nicht SkyTeam, obwohl Kunden bis Ende 2018 bei Flying Blue von Air France-KLM Meilen sammeln konnten. Was die drei Bündnisse unterscheidet, erklärt der Artikel Star Alliance, oneworld und SkyTeam.
Zwischen Polen und der Ukraine flog neben UIA auch LOT Polish Airlines, im Billigsegment war Wizz Air auf Strecken in die Ukraine ein Konkurrent.
Fotos aus dem Archiv teilen
Gib bei historischen Aufnahmen immer Datum und Ort an. Ohne diese Angaben lassen sich UIA-Fotos kaum noch zuverlässig einordnen, weil viele Flugzeuge inzwischen für andere Airlines fliegen. Tipps zur Ablage findest du unter Flugzeugfotos archivieren.
Häufige Verwechslungen
- UIA mit Air Ukraine verwechseln – Air Ukraine war die staatliche Nachfolgerin der Aeroflot-Strukturen, UIA eine eigenständige, westlich ausgerichtete Gründung.
- UIA und Aerosvit gleichsetzen – Aerosvit war eine Konkurrentin, die 2013 pleiteging; UIA übernahm danach viele Strecken.
- Jede ukrainische 737 für UIA halten – auch andere ukrainische Airlines flogen Boeing 737 mit UR-Kennzeichen.
- 737-800 und 737-900ER verwechseln – die zusätzlichen Notausgänge hinter dem Flügel verraten die -900ER.
- PS als aktive Flugnummer suchen – seit Februar 2022 gibt es keinen Linienflug mehr unter dem Code.
Luftfahrtgeschichte im Logbuch
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Fazit
Ukraine International Airlines war drei Jahrzehnte lang das Bindeglied zwischen der Ukraine und der Welt. Ihre Flotte erzählt die Geschichte der Boeing 737 von der -200 bis zur -900ER, ergänzt um 767, 777 und Embraer-Jets. Der Abschuss von PS752 und der Krieg ab 2022 haben die Airline geprägt und schließlich beendet. Für Spotter bleibt UIA ein Stück Luftfahrtgeschichte, das sich vor allem über Kennzeichen und gut dokumentierte Archivfotos erschließt.
Kurzfazit
Ukraine International Airlines (IATA PS, ICAO AUI) war die führende Airline der Ukraine mit Drehkreuz in Kyjiw-Boryspil und einer fast reinen Boeing-Flotte. Seit Februar 2022 fliegt sie nicht mehr – erkennbar bleibt sie auf alten Fotos am UR-Kennzeichen.
Zusammenfassung
- UIA war lange das Gesicht der ukrainischen Luftfahrt im Westen: Boeing-737-Flotte, Drehkreuz Boryspil und günstige Umsteigeverbindungen zwischen Europa, Nahost und Asien.
- Für Spotter war UIA ein Klassiker an vielen europäischen Flughäfen – heute ist sie ein Thema für Archive, Logbücher und Kennzeichen-Sammler.
- Der Abschuss von PS752 im Jahr 2020 ist das schwerste Kapitel der Airline und beschäftigt bis heute Gerichte und internationale Gremien.
- Seit Februar 2022 ruht der zivile Linienverkehr in der Ukraine; die Rolle als wichtigste ukrainische Passagierairline hat UIA nicht wieder aufgenommen.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Ukraine International Airlines?
Der IATA-Code war PS, der ICAO-Code AUI. Im Funk meldete sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „UKRAINE INTERNATIONAL“. Die Abkürzung UIA ist der englische Kurzname, auf Ukrainisch heißt die Airline МАУ.
Fliegt Ukraine International Airlines noch?
Nein. Seit dem russischen Angriff am 24. Februar 2022 gibt es keinen Linienbetrieb mehr. Ende 2023 wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, und Name sowie Logo wurden an einen neuen Eigentümer verkauft. Eine Rückkehr der Airline in ihrer alten Form ist nicht absehbar.
Welche Flugzeuge flog UIA?
Hauptsächlich Boeing. Über die Jahre waren das 737-200, 737-300, 737-400 und 737-500, später 737-800 und 737-900ER. Für die Langstrecke setzte UIA die 767-300ER und zeitweise geleaste 777-200ER ein. Auf Kurzstrecken flogen Embraer 190 und 195. Eine bereits geleaste 737 MAX 8 kam wegen des weltweiten Flugverbots für den Typ nie in den Liniendienst.
Was geschah mit Flug PS752?
Am 8. Januar 2020 startete eine Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen UR-PSR in Teheran in Richtung Kyjiw. Wenige Minuten nach dem Start wurde sie von zwei Boden-Luft-Raketen der iranischen Revolutionsgarden getroffen. Alle 167 Passagiere und 9 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Iran räumte den Abschuss drei Tage später ein.
Woher kamen die Opfer von PS752?
Nach der offiziellen ukrainischen Liste stammten die meisten Opfer aus Iran und Kanada, dazu kamen Menschen aus der Ukraine – darunter die gesamte Besatzung –, aus Schweden, Afghanistan und Großbritannien. Viele Passagiere wollten über Kyjiw nach Kanada weiterreisen.
Gehörte UIA einer Allianz an?
Nein. UIA war nie Mitglied der Star Alliance, von oneworld oder SkyTeam. Die Airline arbeitete aber mit zahlreichen Partnern per Codeshare zusammen, darunter Austrian Airlines, Turkish Airlines, airBaltic, KLM und Air France. Bis Ende 2018 konnten Kunden außerdem Meilen bei Flying Blue sammeln.
Wo kann ich heute noch ehemalige UIA-Flugzeuge sehen?
Im Linienbetrieb nicht mehr. Nach Kriegsbeginn blieben mehrere Flugzeuge im Ausland abgestellt, unter anderem in Castellón in Spanien, geleaste Maschinen gingen an ihre Eigentümer zurück. Ob ein bestimmtes Exemplar heute bei einer anderen Airline fliegt, findest du am besten über das Kennzeichen und die Seriennummer in Datenbanken und Spotter-Archiven heraus.
Ukraine International Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-900ER
Die längste 737 der Next Generation: Die 737-900ER hat ein zusätzliches Notausgangspaar hinter dem Flügel und prägt vor allem den US-Inlandsverkehr. In Europa ist sie ein seltener Fang – so erkennst du sie.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 777-200ER
Die 777-200ER ist die Langstrecken-777 der ersten Generation: kürzer als die 300ER, ohne schräge Flügelspitzen und mit drei möglichen Triebwerken. So erkennst du sie sicher – auch in Wien.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
FlugzeugtypEmbraer E195
Der größte E-Jet der ersten Generation: Die E195 streckt die E190 um rund 2,4 Meter und bringt typischerweise gut 100 bis 120 Passagiere in einer 2+2-Kabine in die Luft. In Europa ist sie vor allem im Lufthansa-Konzern zu Hause.
FlugzeugtypBoeing 737-400
Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.
Weitere Airlines
Antonov Airlines
Die Frachtsparte des ukrainischen Herstellers Antonov fliegt übergroße Ladung mit der An-124 Ruslan um die Welt. Seit 2022 arbeitet sie von Leipzig/Halle aus – für Spotter in Deutschland ein Glücksfall.
NetzwerkLOT Polish Airlines
Polens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Warschau: gegründet 1928, seit 2003 in der Star Alliance, erster Dreamliner-Betreiber Europas – und vor dem Wechsel von Embraer auf Airbus A220.
NetzwerkAustrian Airlines
Österreichs Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Wien: seit 2009 Teil der Lufthansa Group, seit 2000 in der Star Alliance – und mitten im größten Flottenumbau seit Jahren.
NetzwerkairBaltic
Die lettische Airline mit dem hellgrünen Leitwerk: Drehkreuz Riga, eine Flotte nur aus Airbus A220-300 und viele Einsätze im Wet-Lease für die Lufthansa Group – dazu ein Umbau, der 2026 die Flotte deutlich verkleinert.
NetzwerkTurkish Airlines
Die türkische Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 1933 gegründet, seit 2008 in der Star Alliance und mit dem Drehkreuz Istanbul eine der Airlines, die die meisten Länder der Welt anfliegt.
Low-CostWizz Air
Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerEmbraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerAntonov
Vom Doppeldecker An-2 bis zur An-225 Mrija, dem größten Flugzeug, das je kommerziell Fracht flog: Das Kiewer Konstruktionsbüro Antonov hat Luftfahrtgeschichte geschrieben. Hier erfährst du, wie der Hersteller entstand, was der Krieg verändert hat, wie du seine Muster erkennst und warum Leipzig/Halle heute der wichtigste Ort für Antonov-Sichtungen in Europa ist.
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